Man braucht halt ein bisschen Geduld

Ivana und Radislav Milijaš wohnen im Campo Breitenlee und nehmen mit ihrer Wohnung am Hightech-Forschungsprojekt „ZQ3 Demo“ teil. Sie haben die Wahl zwischen einer Eco- und Comfort-Einstellung, und wenn die CO²-Sättigung zu hoch ist, fängt das Raumthermostat an zu blinken.
WOJCIECH CZAJA

Temperierung mit Bauteilaktivierung

Die Anlage funktioniert gut, wenn auch immer wieder mit temporären Ausfällen in der ersten Heiz- und Kühlperiode. Mal ist es ein paar Grad zu warm, 27 Grad Celsius im Wohnzimmer, dann wieder mit 20 Grad ein bisschen zu kalt. „Gerade zu Beginn brauchen diese Anlagen ein gewisses Fein-Tuning. Da muss man einfach Geduld haben und viele E-Mails an die Hausverwaltung schreiben.“ Allmählich pendelt sich die Technik ein, und das Raumklima ist angenehm. Wenn der CO₂-Gehalt einen gewissen Sollwert übersteigt, blinkt der mobile Raumthermostat in Hellblau: Bitte lüften!

„Außerdem sind wir Teil eines Experimentalprojekts, an dem insgesamt 15 Wohnungen teilnehmen“, sagen Ivana und Radislav. Im Rahmen der dreijährigen Forschungs- und Evaluierungsstudie „ZQ3 Demo“, gefördert von Urban Innovation Vienna und der Österreichischen Forschungsförderungsgesellschaft, wird überprüft, welche Auswirkungen es hat, wenn man die Wärmepumpe und Bauteilaktivierung nicht mit Netzstrom speist, sondern lediglich mit dem vor Ort in den Sonnenscheinzeiten gewonnenen Solarstrom. Für die Teilnahme an der Studie wird jeder Haushalt mit einem minimalen Pauschalbetrag pro Jahr entschädigt.

„Wir haben die Wahl zwischen zwei Einstellungen, zwischen Eco und Comfort. Wenn es passt, sind wir auf Eco, wenn’s zu ungemütlich wird, schalten wir auf Comfort um. Doch wenn wir ganz ehrlich sind, merken wir von dem ganzen Hightech hinter den Kulissen nicht viel. Zu den Wohnungen unserer Nachbarn, die am ZQ3 nicht teilnehmen, gibt es im Alltag fast keinen Unterschied.“ Für die Zukunft wünschen sich die beiden zum einen Nachwuchs und zum anderen, dass die Bauträger nicht aufhören, Innovationen voranzutreiben. „Jede Entwicklung ist gut und wichtig – und jeder ernst gemeinte Beitrag ist besser als Greenwashing.“

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