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Wohnbau ist eigentlich Social Design

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In der neuen WohnenPlus-Serie bitten wir Architekturbüros zum Gespräch über den Wohnbau. Den Anfang machen BWM Architekten aus Wien. Ein Gespräch mit Markus Kaplan, Alexandra Stage und Gerhard Girsch.
FRANZISKA LEEB

Von der Neugestaltung des Volkskundemuseums in Graz über das Literaturmuseum der Österreichischen Nationalbibliothek bis hin zum Besucherzentrum in der Staatsoper, von schicken Boutiquen und Gaststätten bis hin zu Hotels jeder Kategorie: Bekannt wurde das 2004 gegründete, von Erich Bernard, Daniela Walten, Johann Moser und Markus Kaplan geführte Büro BWM Architekten vor allem für seine Raumkreationen für die „schönen Dinge des Lebens“. Im mittlerweile 70-köpfigen Team etablierte sich aber auch eine Crew, die sich mit Leidenschaft dem Wohnbau widmet, wo es naturgemäß um elementarere Fragen geht.

Der Wohnbau nimmt zusehends einen höheren Stellenwert im Portfolio von BWM ein. Wie kam das?

Begonnen haben wir in der Innenstadtverdichtung, haben Dachgeschoßausbauten realisiert, in Schutzzonen gearbeitet. Aber es war uns immer ein persönliches Anliegen, auch im geförderten Wohnbau zu arbeiten. Vor über zehn Jahren haben wir den städtebaulichen Wettbewerb für das Areal des Preyer’schen Kinderspitals gewonnen. Daraus resultierte unser erster geförderter Wohnbau.

Markus Kaplan

Wie beurteilen Sie das im geförderten Wiener Wohnbau nun bereits seit einem Vierteljahrhundert etablierte Instrument der Bauträgerwettbewerbe?

Einerseits glauben wir an die Grundidee und ihre Qualität. Wir nehmen gern daran teil – aus Liebe zum Thema, weil wir uns weiterentwickeln und unseren Beitrag leisten wollen. Andererseits sind die Bauträgerwettbewerbe ein enormer Aufwand. In den letzten haben wir 2.200 Arbeitsstunden investiert. Wenn das oft zehn Teams pro Bauplatz tun und ebenso die Bauträger selbst sowie die verschiedenen Fachplaner ihren Teil beitragen, ist das ein volkswirtschaftlicher Wahnsinn.

Markus Kaplan

Gut fand ich das Vorgehen beim Bauträgerwettbewerb für das Quartier „Am Seebogen“ in der Seestadt Aspern, den wir 2017 gewonnen haben. Die erste Phase war der Städtebau. Wir haben den Blockrand des Masterplans aufgelöst und die Kuben gegeneinander verschoben, sodass Durchgänge und Plätze sowie mehr über Eck belichtete Wohnungen entstehen. Wir haben in der 2. Phase auch nochmal 650 Stunden aufgewendet, oder wir haben für beide Phasen gemeinsam 1300 Stunden gebraucht.

Alexandra Stage

Oft sticht ein interessantes soziales Programm die Architektur aus. Es wäre gut, in einer ersten Stufe zu klären, für welche Nutzergruppen man plant und was man diesen anbieten möchte und erst in einer zweiten Stufe das Projekt architektonisch näher auszuarbeiten.

Gerhard Girsch

Wie verändert sich die Architekten-Rolle im Wohnbau?

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