Liebe Leserin, liebe Leser,
Leitungswasserschäden bleiben eine zentrale wirtschaftliche Herausforderung für die Wohnungswirtschaft. Die auf der VDS-Fachtagung „Verhütung von Leitungswasserschäden“ von Marc Grusdas vorgestellten GDV-Zahlen machen die Dimension deutlich: Für 2025 erreicht der Schadenaufwand über die Versicherungssparten hinweg rund 7,7 Milliarden Euro. Bei weiterhin mehr als 1,2 Millionen Leitungswasserschäden jährlich trifft eine anhaltend hohe Schadenhäufigkeit auf steigende Reparaturkosten.
Material wird teurer, Stundenlöhne steigen. Aufwendige Gebäudeausstattungen und komplexe Konstruktionen erhöhen zusätzlich den Aufwand für Freilegung, Trocknung und Wiederherstellung. Jeder einzelne Schaden wird damit zu einer größeren wirtschaftlichen Belastung. Das gesamte Zahlenwerk finden Sie in dieser Ausgabe.
Umso wichtiger ist der Blick auf die Ursachen. Dr.-Ing. Thorsten Pfullmann zeigt mit seinem Rückblick auf 50 Jahre IfS-Schadenforschung in dieser Ausgabe, wie sich mit den Gebäuden auch die Schadenbilder verändert haben. In diesen fünf Jahrzehnten haben neue Rohrwerkstoffe und Verbindungstechniken die Installationspraxis erweitert. Zugleich sind Gebäudetechnik und Bauweisen komplexer geworden. Damit verändern sich die Anforderungen an Verarbeitung, Wartung und das Zusammenspiel der technischen Systeme.
Die Schadenforschung begleitet diesen Wandel: Sie untersucht, wo Werkstoffe versagen, Verbindungen fehlerhaft ausgeführt werden oder Betriebsbedingungen Schäden begünstigen. Aus einzelnen Schadenfällen entsteht so Wissen, das weit über die jeweilige Reparatur hinausweist. Die zentrale Erkenntnis lautet: Hochwertige Produkte allein schaffen noch keine Sicherheit. Entscheidend ist, wie Planung, Ausführung und Betrieb zusammenwirken.
Für die Wohnungswirtschaft folgt daraus ein klarer Auftrag: Erkenntnisse aus Schäden müssen früher in architektonische und technische Entscheidungen einfließen. Wie zugänglich sind Leitungen? Wie schnell lassen sich Leckagen erkennen und betroffene Bereiche absperren? Welche Konstruktionen begrenzen die Folgen eines Wasseraustritts? Dass neuere Gebäude teilweise höhere durchschnittliche Schadenkosten aufweisen als ältere Bestände, unterstreicht die Bedeutung dieser Fragen.
Prävention beginnt mit dem Gebäudeentwurf und gehört ebenso in jede Modernisierungsstrategie. Fünf Jahrzehnte Schadenforschung liefern dafür wertvolles Wissen. FORUM LEITUNGSWASSER transportiert dieses Wissen in die Wohnungswirtschaft, damit Sie es konsequent präventiv nutzen können.
Dies und mehr erwartet Sie in der Ausgabe 37 von FORUM LEITUNSGWASSER.
Ich wünsche Ihnen eine hilfreiche Lektüre!
Ihr
Hartmut Rösler
Geschäftsführer der AVW Unternehmensgruppe,
Mit-Initiator der Initiative Schadenprävention und des FORUM LEITUNGSWASSER


