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7. Norddeutscher Betriebskostentag am 10. November in Lübeck

7. Norddeutscher Betriebskostentag am 10. November in Lübeck
Der Verband norddeutscher Wohnungsunternehmen e.V. veranstaltet zusammen mit der Hochschule für Wirtschaft und Umwelt Nürtingen-Geislingen (HfWU)/Arbeitskreis Geislinger Konvention den 7. Norddeutscher Betriebskostentag. Grafik: vnw

Der Verband norddeutscher Wohnungsunternehmen e.V. lädt herzlich zum diesjährigen Betriebskostentag ein – einer gemeinsamen Veranstaltung mit der Hochschule für Wirtschaft und Umwelt Nürtingen-Geislingen (HfWU)/Arbeitskreis Geislinger Konvention.

Im Mittelpunkt der eintägigen Tagung stehen praxisnahe Impulse zu aktuellen rechtlichen, politischen und technischen Fragestellungen rund um das Thema Betriebskosten.

Freuen Sie sich auf ein vielfältiges Programm mit spannenden Themen wie:

  • Aktuelle Rechtsprechung zur Umlagefähigkeit von Gründächern
  • Hamburg Standard
  • Versicherungsmanagement als strategisches Werkzeug zur Betriebskostensenkung

Die Veranstaltung richtet sich an alle Mitarbeitenden in den Wohnungsunternehmen, die sich mit Betriebskosten beschäftigen. Nutzen Sie die Gelegenheit, sich mit Fachkolleginnen und -kollegen auszutauschen, neue Impulse zu gewinnen und gemeinsam die Betriebskostenpraxis weiterzuentwickeln. Zum Programm.

Der VNW vertritt in Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein insgesamt 391 Wohnungsgenossenschaften und Wohnungsgesellschaften. In den von ihnen verwalteten 742.000 Wohnungen leben rund 1,5 Millionen Menschen. Die durchschnittliche Nettokaltmiete pro Quadratmeter liegt bei den VNW-Unternehmen bei 6,04 Euro. Der VNW ist der Verband der Vermieter mit Werten.

Dr. Peter Hitpaß

VNW Beauftragter für Partnermitglieder und Moderator der Veranstaltung

Hier geht zur Anmeldung

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Abriss oder Modernisierung – Eine sachliche Einordnung von Bauprojekten von Dr. Ulrik Schlenz

Abriss oder Modernisierung - Eine sachliche Einordnung
Dr. Ulrik Schlenz ist Vorsitzender der Bezirksarbeitsgemeinschaft Mitte im Verbands norddeutscher Wohnungsunternehmen Schleswig-Holstein (vnw) und Mitglied des Vorstands Wankendorfer Baugenossenschaft für Schleswig-Holstein eG. Foto: Wankendorfer e G

Bezirksarbeitsgemeinschaft im vnw fordert angesichts aktueller Diskussion zu einem Bauvorhaben der WOGE Kiel eine ehrliche öffentliche und mediale Aufbereitung bei geplanten Bauprojekten.

„Wir sehen uns andauernd mit dem Wunsch nach mehr Wohnraum im Land konfrontiert und ebenfalls mit der gesellschaftlichen Forderung nach weiterer energetischer Optimierung für den Klimaschutz“, so Ulrik Schlenz, Vorsitzender der Bezirksarbeitsgemeinschaft Mitte im Verband Norddeutscher Wohnungsunternehmen (vnw).

Die Unternehmen im Verband stellen sich dieser Aufgabe gerne. Gerade die Genossenschaften, die als satzungsmäßigen Auftrag die sozial verantwortbare Versorgung ihrer Mitglieder mit Wohnraum sehr langfristig verfolgen. Wir haben Mitgliedsunternehmen, die das schon seit mehr als einem Jahrhundert machen.“

Dabei ist es auch notwendig den bestehenden Wohnungsbestand zu ertüchtigen. „Irgendwann ist jedes Gebäude einmal dran“, so Schlenz. „Wenn die Substanz in Ordnung ist, Wohnungen und Verkehrsflächen noch zeitgemäß sind oder so ertüchtigt werden können und die dabei entstehenden Kosten im vernünftigen Verhältnis zu dem erreichten Ziel steht, dann wird saniert – ansonsten gibt es einen Ersatzneubau. So erhalten wir den Wohnraum und das Vermögen unserer Mitglieder.“

Abriss – Chance und Last zugleich

„Wenn bestehender Wohnraum für neuen weichen muss, ist das Chance und Last zugleich“, führt Schlenz, der selbst im Vorstand bei der Wankendorfer Baugenossenschaft laufend vor diesen Entscheidungen steht, weiter aus. „Neuer Wohnraum kann häufig moderner, barriereärmer und im Betrieb des Gebäudes klimafreundlicher errichtet werden und teilweise gibt es die Möglichkeit beim Ersatz auch mehr zu schaffen, als vorher am gleichen Platz war.

Aber es wird auch neue Bausubstanz nötig, die einen klimatischen Fußabdruck beim Bau hat und vor allem: In den Wohnungen leben Menschen, einige sehr lange, teilweise verwurzelt in ihrem unmittelbaren Umfeld.

Für die Betroffenen ist das zum Teil eine extreme Belastung. Das darf uns aber im Sinne der Gemeinschaft nicht davon abhalten notwendige Entscheidungen zu treffen – aber natürlich mit Augenmaß. Jedes einzelne Projekt ist immer genau auf dem Prüfstand mit den genannten Kriterien. Im Übrigen haben wir auch bei großen Sanierungsvorhaben häufig die Situation, dass wir es den Menschen nicht zumuten können während der Bautätigkeiten in den Wohnungen zu leben.

Betroffene Menschen werden immer mit eingebunden

In praxi bedeutet dies für die genossenschaftlichen Wohnungsunternehmen sehr lange Planungsvorläufe bei Ersatzneubau und Großsanierungen, um den betroffenen Menschen Alternativen zu bieten.

„Das ist nicht immer leicht und hängt sehr stark von dem eigenen verfügbaren Wohnraum im Umfeld ab. Einige Menschen ziehen schon früh selbst aus – dann werden die Wohnungen nicht mehr neu vermietet und wir nehmen diese Mietausfälle in Kauf, bis wir für alle Betroffenen im Gebäude eine Lösung haben.

Das Spektrum der Unterstützung über die Suche nach einer alternativen Wohnung hinaus ist groß und unternehmensindividuell ausgeprägt. Es reicht von der Umzugshilfe, mögliche Rückkehr nach Fertigstellung bis hin zu individuellen Vereinbarungen zur zukünftigen Miete in Härtefällen.“

Gemeinwohlorientiertes Bemühen nicht ausreichend gewürdigt

Dieses gemeinwohlorientierte Bemühen der Genossenschaften sieht Schlenz in der öffentlichen und medialen Diskussion zu einzelnen Bauprojekten nicht ausreichend gewürdigt:

 „Angesichts der aktuellen Kommunikation zum Vorhaben der WOGE Kiel erwarte ich weniger Emotionalität und mehr sachliche Einordnung. In den Medien wird, aufgrund der Emotionalität der Nachricht, sehr die Sicht der – wie gesagt zweifelsfrei sehr belasteten – Mieter wiedergegeben und darüber hinaus werden die betroffenen Genossenschaften in die Ecke von gewinnorientierten Luxussanierern gestellt. Das ist vor dem dargestellten Hintergrund einseitig und unehrlich.

Unehrlich vor allem deshalb, weil kein Tag vergeht, an dem in medialer Vielstimmigkeit mehr Tempo beim Klimaschutz von uns allen verlangt wird. Das ist auch deshalb so besonders ärgerlich, weil wir, unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter es sind, die die Auswirkungen der vielen gesellschaftlichen Ziele wie z.B. von Klima-, Umwelt- , Naturschutz auf unsere Planungen und am Ende auf die Wohnungsmieten den Menschen vor Ort, unseren Mitgliedern erläutern und diese rechtfertigen müssen.

Ein Blick in unsere öffentlich zugänglichen Satzungen und Jahresabschlüsse hilft darüber hinaus vielleicht bei der Einordnung des Handelns von Wohnungsgenossenschaften.

Veränderungen im ganz persönlichen Umfeld annehmen

„Wir haben insgesamt in der Gesellschaft große Herausforderungen, die es zu bewältigen gilt. Wir tragen gerne mit hoher Professionalität und Leidenschaft unseren kleinen Anteil dazu bei, wenn es um das Wohnen von heute und morgen geht. Das wird aber nur gelingen, wenn wir uns alle gemeinsam darüber im Klaren sind, dass wir auch Veränderungen im ganz persönlichen Umfeld annehmen und gestalten müssen.“

Dr. Ulrik Schlenz ist Vorsitzender der Bezirksarbeitsgemeinschaft Mitte im Verband norddeutscher Wohnungsunternehmen Schleswig-Holstein (vnw) und Mitglied des Vorstands der Wankendorfer Baugenossenschaft für Schleswig-Holstein eG.

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Bauen unter Druck – Warum der „Bauturbo“ allein nicht reicht

Gerd Warda, Foto: krimiwa

Liebe Leserinnen, liebe Leser.

Wohnraummangel, steigende Mieten, stagnierender Neubau – Deutschland sucht händeringend nach Lösungen. Doch zwischen politischem Aktionismus, kommunalen Hürden und gesellschaftlicher Skepsis droht der „Bauturbo“ zu versanden.

Die Bundesregierung will endlich Tempo machen: Mit dem „Bau-Turbo“ zur beschleunigten Aufstellung von Bebauungsplänen signalisiert sie Handlungsbereitschaft im Kampf gegen Wohnraummangel. Doch was auf dem Papier nach Fortschritt klingt, stößt in der Realität schnell an Grenzen. Denn gebaut wird vor Ort – und dort bremsen komplizierte Planungsverfahren, unzureichende Flächenverfügbarkeit und eine zunehmend kritische Öffentlichkeit den dringend benötigten Neubau.

Politischer Wille trifft auf baurechtliche Realität

Die Wohnungsbaukrise in Deutschland ist längst nicht mehr nur Thema für Fachkreise – sie hat sich zur gesellschaftlichen Dauerbaustelle entwickelt. Dabei ist der politische Wille inzwischen klar formuliert: Die Bundesregierung kündigt für das zweite Halbjahr konkrete Maßnahmen zur Umsetzung ihres Koalitionsvertrags an. Doch wie Tim-Oliver Müller, Hauptgeschäftsführer der BAUINDUSTRIE, betont: „Alle Maßnahmen, die nicht 2025 angestoßen werden, haben für den Wohnungsbaumarkt in dieser Legislaturperiode kaum noch einen Effekt.“

Die Zahlen unterstreichen den Ernst der Lage: Wurden 2011 in den sieben A-Städten noch 5,85 Millionen Quadratmeter Bauland verkauft, waren es 2024 nur noch rund 1,63 Millionen – ein Rückgang um über 70 Prozent. Bauland ist vielerorts Mangelware und selbst dort, wo Flächen verfügbar sind, verhindern hohe Preise, komplizierte Verfahren und politische Widerstände eine schnelle Entwicklung. Mehr im Beitrag: Allein der politische Wille baut nicht die dringend benötigten Wohnungen.

Mietpreisspirale: Deutschland in der europäischen Mitte – mit Tendenz nach oben

Während Neubauprojekte ins Stocken geraten, steigen die Mieten – vor allem in den deutschen Großstädten. München führt das Ranking an: 21,90 Euro pro Quadratmeter zahlen Mieter im Schnitt. Frankfurt (18,50 Euro), Berlin (18,40 Euro) und Hamburg (16,10 Euro) folgen. Innerhalb eines Jahres haben sich die Mieten in den Metropolen durchschnittlich um einen Euro pro Quadratmeter erhöht.

Im europäischen Vergleich liegt Deutschland damit im Mittelfeld. In Luxemburg City kostet der Quadratmeter zur Miete mit über 43 Euro doppelt so viel wie in München – europaweit Spitze. In Ländern wie Polen (+19,3 %), Albanien (+16,5 %) oder Bosnien-Herzegowina (+12,7 %) steigen die Immobilienpreise ebenfalls rasant – allerdings auf einem deutlich niedrigeren Ausgangsniveau. Währenddessen kämpft die Türkei aufgrund der Inflation mit einem Preisverfall von 12 %.

Der Blick über die Grenze zeigt: Die Wohnraumfrage ist ein gesamteuropäisches Problem, aber jedes Land hat seine eigene Gemengelage aus Marktmechanismen, politischem Handeln und gesellschaftlichen Rahmenbedingungen. Weitere Hintergründe finden Sie im Deloitte-Betrag: Property Index 2025: Deutsche Wohnimmobilien unter Druck – München bleibt teuer, Nachfrage verlagert sich ins Umland

Genossenschaften zwischen Anspruch und Akzeptanz

Besonders in der Kritik: Wohnungsgenossenschaften – obwohl sie im Sinne des Gemeinwohls agieren. Ein aktuelles Beispiel finden wir bei der WOGE in Kiel. Hier plant die Genossenschaft einen Ersatzneubau mit 80 bezahlbaren Wohnungen, weil die Sanierung von 40 alten Wohnungen technisch schwer machbar ist. Dies stößt jedoch auf massiven öffentlichen Widerstand. Dr. Ulrick Schlenz, Vorstand der Wankendorfer, kennt die Herausforderungen: „Die Planungsvorläufe sind lang, weil wir Alternativen für alle Betroffenen finden müssen. Einige Menschen ziehen frühzeitig aus – das führt zu Mietausfällen, die wir bewusst in Kauf nehmen.“

Trotz dieser Bemühungen werden genossenschaftliche Vorhaben in der öffentlichen Debatte zunehmend kritisch beäugt. „Das gemeinwohlorientierte Handeln wird in der medialen Berichterstattung kaum gewürdigt. Stattdessen werden wir in die Ecke gewinnorientierter Luxussanierer gestellt – das ist einseitig und unehrlich“, so Schlenz weiter.

Besonders problematisch sei die fehlende Differenzierung: Während Klimaziele und Energieeffizienzmaßnahmen gefordert werden, schlägt genossenschaftlichen Projekten im konkreten Fall oft Ablehnung entgegen – ein Dilemma, das die Wohnungswirtschaft zunehmend lähmt. Lesen Sie auch unsere Titelgeschichte: Abriss oder Modernisierung – Eine sachliche Einordnung von Bauprojekten von Dr. Ulrik Schlenz

Der Turbo zündet nur, wenn alle mitziehen

Die aktuelle Lage auf dem deutschen Wohnungsmarkt ist das Ergebnis eines jahrelangen Reformstaus, fehlender Investitionsanreize und komplexer Genehmigungsverfahren. Der politische Wille ist ein wichtiger erster Schritt – aber ohne Umsetzung auf kommunaler Ebene, ohne Akzeptanz vor Ort und ohne spürbare Entlastung der Bauwirtschaft bleibt der „Bauturbo“ nur ein symbolischer Akt.

Gleichzeitig ist mehr Ehrlichkeit in der öffentlichen Debatte gefragt: Wer Klimaschutz, soziale Gerechtigkeit und bezahlbaren Wohnraum will, muss die damit verbundenen Zielkonflikte offen benennen – und gemeinsam tragbare Lösungen entwickeln. Dazu gehört auch, genossenschaftlichen Akteuren wieder mehr Vertrauen entgegenzubringen.

September 2025, Ausgabe Nummer 204, Wohnungswirtschaft heute., mit neuen Inhalten.

Klicken Sie mal rein.

Bleiben Sie zuversichtlich und nachhaltig und bedenken Sie: Ihr Bauamt vor Ort entscheidet

Ihr Gerd Warda

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VNW-Direktor Andreas Breitner: WOGE Kiel schafft mehr bezahlbaren Wohnraum

VNW-Direktor: WOGE Kiel schafft mehr bezahlbaren Wohnraum
Die WOGE Wohnungs-Genossenschaft Kiel eG hat alles erdenklich Mögliche unternommen, die mit dem Abriss und Neubau verbundenen sozialen Härten der Mieterinnen und Mieter abzufedern, sagte VNW-Direktor Andreas Breitner. Foto: vnw / Credit / Bertold Fabricius

In Kiel wird derzeit über den von der WOGE Wohnungs-Genossenschaft Kiel eG geplanten Abriss und Neubau in der Lornsenstraße diskutiert. Inzwischen hat die Debatte den Oberbürgermeisterwahlkampf erreicht.

Andreas Breitner, Direktor des Verbands norddeutscher Wohnungsunternehmen (VNW), und der SPD-Kandidat für die Oberbürgermeisterwahl, Ulf Daude, haben sich mit dem Vorstandsvorsitzenden der WOGE Wohnungs-Genossenschaft Kiel eG, Sven Auen, und dem hauptamtlichen Vorstand, Anja Wiese, zu einem ausführlichen Gespräch getroffen.

Dazu erklärt VNW-Direktor Andreas Breitner: „Die WOGE Wohnungs-Genossenschaft Kiel eG hat alles erdenklich Mögliche unternommen, die mit dem Abriss und Neubau verbundenen sozialen Härten der Mieterinnen und Mieter abzufedern.

Seit fast sechs Jahren wird die Baumaßnahme vorbereitet. Den betroffenen Bewohnern wurden und werden Ersatzwohnungen angeboten; ihnen wird beim Umzug geholfen. Das ist mehr, als die WOGE Kiel machen müsste. Aber für einen sozialen Vermieter versteht sich das von selbst.

Neubau schafft mehr bezahlbaren Wohnraum

Der Neubau der Wohnungen ist angesichts des engen Wohnungsmarktes in Kiel mehr als notwendig und vor allem im Interesse jener Menschen, die eine Wohnung suchen. Das alte Wohngebäude hat 40 Wohnungen. Durch den Neubau werden 80 Wohnungen – zum großen Teil öffentlich gefördert – entstehen; und das in einem Quartier, dass bei den Kielerinnen und Kielern sehr angesagt ist.

Zudem geht aus den Untersuchungen der Fachplaner hervor, dass das Bestandsgebäude nicht ohne Weiteres aufgewertet werden kann. So können aus statischen Gründen keine Dämmplatten angebracht werden. Die Bewohnerinnen und Bewohner würden gefährdet.

Vorstand vertritt Interessen der gesamten Genossenschaft

Hinzu kommt, dass der Vorstand einer Genossenschaft nicht nur die Interessen der Mitglieder vor Ort, sondern auch die Vorstellungen der vielen Tausend anderen Mitglieder berücksichtigen muss, die an wirtschaftlich und ökologisch vernünftigen Lösungen interessiert sind.

Derzeit wird in der Öffentlichkeit vor allem die Sichtweise der aktuellen Bewohnerinnen und Bewohner diskutiert. Jene Menschen, die später in die Neubauten einziehen werden, wissen noch nichts von ihrem Glück und können sich (noch) nicht für Ihre Interessen einsetzen. Ein Vorstand hat aber die Aufgabe, die Interessen aller Genossenschaftsmitglieder zu berücksichtigen – und zu vertreten.

Alte Häuser werden vermehrt modernen Gebäuden weichen müssen

Künftig werden wir häufiger erleben, dass Wohngebäude aus den 50er- und 60er Jahren modernen Gebäuden werden weichen müssen. Das ergibt sich schon allein aus den Anforderungen der Energiewende, die auf energetisch hochwertige Neubauten setzt. Nur so lassen sich die ambitionierten Klimaschutzziele, die die Stadt Kiel sich gestellt hat, erreichen.

Es zeigt sich also, dass es in diesem Fall keinen anderen Weg als den Abriss und den Neubau gibt. Auch wenn das bei dem einen oder anderen Mieter mit einer sozialen Härte verbunden ist.

Wie gesagt: Die Genossenschaft hat in den vergangenen Jahren wiederholt den Dialog mit den Mieterinnen und Mietern geführt. Aber jeder Dialog muss am Ende zu einer Entscheidung führen. Und wenn sich die Dialogparteien nicht verständigen können, dann muss der Genossenschaftsvorstand entscheiden. Das hat er getan. Das wird vom VNW unterstützt.“

Oliver Schirg

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15. Mainzer Immobilientag – Wie gibt man nicht nur 500 Milliarden nachhaltig richtig aus?

15. Mainzer Immobilientag - 500 Milliarden nachhaltig ausgeben?
Der 15. Mainzer Immobilientag finden am Freitag, den 7.11.2025 im LUX, Ludwigstraße 2, 55116 Mainz , dem Veranstaltungsort der Hochschule Mainz statt. Das Thema in diesem Jahr „Wie gibt man nicht nur 500 Milliarden nachhaltig richtig aus?“ Wie im letzten Jahr führen Rechtsanwältin Birgit Schaarschmidt und Prof. Dr. Ulrich Bogenstätter durch den Tag. Foto: Geisselbrecht

Unter dem Motto „Erfolgversprechende Wege in die Zukunft – Wie gibt man nicht nur 500 Milliarden nachhaltig richtig aus?“ lädt die Hochschule Mainz am 7. und 8. November 2025 erneut zum Mainzer Immobilientag (MIT) ein. Die etablierte Fachtagung bietet ein hochkarätiges Forum für Expertinnen und Experten aus Wohnungswirtschaft, öffentlicher Hand, Kirche, Industrie und Wissenschaft.

In zwei Veranstaltungsblöcken am Freitag sowie praxisnahen Fallbeispielen am Samstag wird entlang der gesamten Wertschöpfungskette der Immobilienwirtschaft diskutiert, analysiert – und gerechnet.

Ein Forum für Transformation und Innovation

Der Artikel von Max Hägler, Marcus Rohwetter, Jonas Schulze Pals und Jens Tönnesmann mit dem Titel ‘Wie gibt man 500 Milliarden richtig aus?’ in der Zeit vom 26.6.2025 hat Beispiele für den Bausektor gegeben. Wir werden Beispiele und Methoden an die Hand geben, wie es in der Immobilienwirtschaft nachhaltig gelingen kann.

Die 15. Mainzer Immobilientage finden am Freitag, den 7.11.2025 statt. Mit unseren Partnerinnen und Partner aus Politik, Immobilienpraxis und Hochschule, Teilnehmerinnen und Teilnehmer erwarten wir wieder eine lebhafte Diskussion. Praxisbeispiele besprechen wir interaktiv auch mit den Teilnehmenden und Studierenden am Samstag, den 8.11.2025. Machen Sie mit! Die Veranstaltung findet im LUX statt. Das LUX befindet sich im Herzen von Mainz. Mainz ist stets eine Anreise wert. Die Herausforderungen sind klar umrissen: Sanierungsstau, Klimaziele, Digitalisierung, gesellschaftlicher Wandel.

Der 15. Mainzer Immobilientag (MIT 15) stellt sich diesen Fragen mit einem Programm, das nicht nur informiert, sondern konkrete Lösungen bietet. Die Teilnehmer erwartet ein vielseitiger Mix aus Vorträgen, Diskussionen und Rechenbeispielen – sowohl in Präsenz als auch online.

Veranstaltungsort: LUX, Hochschule Mainz, Ludwigstraße 2, 55116 Mainz // Veranstalter: Hochschule Mainz, Prof. Dr. Ulrich Bogenstätter // Moderation: Birgit Schaarschmidt (Rechtsanwältin)

Das Programm – Freitag, 7.11.2025, Forum 1 09:30–12:30 Uhr)

1.1 Infrastruktur und Staatsbau

  • ‘Mit Generalsanierung schneller wieder pünktlich – Beispiel Riedbahn’*, Wolfgang Weinhold, Programmleiter Generalsanierung Hochleistungsnetz im Geschäftsfeld DB Netze Fahrweg.
  • Beschleunigte Realisierung von Investitionen in öffentlichen Immobilien’, Holger Basten, Geschäftsführer Landesbetrieb Liegenschafts- und Baubetreuung – LBB.

1.2 Kommunen und Kirche

  • ‘Nachhaltige Schwammstadt – Chancen und Risiken für Kommunen, Quartiers- und Portfoliomanagement’,  Prof. Dr. habil. Hartmut Balder, Institut für Stadtgrün, Falkensee, (Link: ARD-Beitrag ‚Ulrich Timm im Gespräch mit Prof. Hartmut Balder‘).
  •  ‘Aus der Not zur Tugend: Asset- und Kulturwandel bei der Stiftung Schönau’, Ingo Strugalla, Geschäftsführender Vorstand der Stiftung Schönau, Heidelberg und ‘Wandel gestalten – Kooperation und Konzentration’, Baudirektor Johannes Krämer, Bischöfliches Ordinariat – Diözesanbauamt – Mainz im Gespräch mit Adalbert Schmidt, Abteilungsleiter Immobilienwirtschaft, Evangelisch-lutherische Landeskirche Hannover, Vorsitzender der Grundstücks- und Baurechtskommission der EKD und sowie Referentinnen und Referenten des Tages.

1.3 Wohnungs- und kommunale Immobilienwirtschaft

  • ‘So gelingt die Kommunikation mit den Eigentümern trotz Verunsicherung, Sanierungsstau und nicht vorhandener Erhaltungsrücklage’, Ralf Michels, Präsidiumsmitglied des VDIV Deutschlands e.V., Berlin.
  • ‚Auf dem Weg zur klima-resilienten Stadt, Beispiel Offenbach’*, Dr. Felix Schwenke, Oberbürgermeister (angefragt).

1.4 Innovations to take away

  • ‘Gebäude im Kreislauf begreifen – Impulse aus der Schweizer Innovationslandschaft’, Sophie Führer, Projektmanagerin und Doktorandin, ETH Zürich, Gruppe für Nachhaltigkeit und Technologie.
  • Expertinnen und Experten in der Diskussion zu ‘Innovationen in der Wohnungs- und Immobilienwirtschaft’, u.a. mit Peter Forster, Aufsichtsrat HANNOVER LEASING GmbH & Co. KG, Geschäftsführer cosult4re, Hybrick. Berlin GmbH & Co. KG; Prof. Dr. Thomas Glatte, Vorstandsvorsitzender Familienheim Rhein-Neckar e.G.; Bernd Hanke, Leiter Facility Management der Deutsche Bahn AG, Berlin; Jörn von der Lieth Geschäftsführer Hilfswerk-Siedlung, Berlin; sowie Referentinnen und Referenten des Tages sowie freundschaftlich verbundenen Unternehmen.
15. MIT Referenten und Partner

Forum 2: 13:30 – 16:30 Uhr

2.1 Wirtschaftlichkeit von der Wiege bis zur Bahre

  • ‘Fallbeispiel zur Lebenszykluskostenberechnung’, Prof. Dr. Andrea Pelzeter, Hochschule für Wirtschaft und Recht, Berlin.
  • ‘PPP/ÖPD Projekte im Gebäudebestand im Vergleich zu konventionellen Beschaffungsmaßnahmen – ein Beispiel’, Marco Meyer, Leiter Betrieb Deutschland, Hochtief PPP Solutions GmbH.

2.2 Rechtliche Fallstricke und Betriebsrealität

  • ‘BIM und Digitalisierung der Bauwirtschaft: ein MUST HAVE für erfolgreiches Bauen im Bestand’, Dr. Till Kemper, HFK Rechtsanwälte, Rechtsanwalt | Fachanwalt für Bau- und Architektenrecht, Vergaberecht und Verwaltungsrecht | BIM-Manager | Smart City Expert (IHK) | ESG Manager (DGNB) |Mediator.
  • ‘ESG-Reporting zwischen Betriebsrealität und Transformation’, Laura Beck, Head of Business Unit | Strategy Consulting, M&P BEGIS GmbH.

2.3 Digitalisierung des Datenbestandes

  • ‘Digitale Bewirtschaftung blauer, grauer und grüner Infrastrukturen – auf Klick’*, Ralf Semmler, Institut für Stadtgrün, Falkensee.
  • ‘Die Rolle von Denkmalschutz und Wirtschaftlichkeit am Beispiel der Stadt Schifferstadt’*, Prof. Dr. Ulrich Bogenstätter, Hochschule Mainz/IFBOR; Daniela Hartenbach und Tobias von Pastau, Architekturbüro mz³ architekten ingenieure.

2.4 Wirtschaftlichkeitsuntersuchungen – gelebte Praxis und Zukunftsaussichten

  • ‚Bestandsgebäude sind viel besser als Ihr Ruf: ein Blick auf die Aktivitäten im Osten von Europa’*, Univ.-Prof. Dr. Christian Hanus (Wissenschaftliche Leitung – Research Lab Nachhaltiges Baukulturelles Erbe, Universität für Weiterbildung Krems)
  • Diskussionrunde ‘Bewertung des Gebäudebestands und Optimierung der Folgekosten’ mit Annelie Casper, stv. Geschäftsführerin GEFMA; Sven Diehl, Geschäftsführer, SBC Sustainable Building Consultant; Frankfurt a.M.; Oliver Ehrenthal, Leiter NL Mainz, Geiger Bauwerksanierung; Ehrenprofessor Prof. Dr. Gerhard Führer, peridomus, Würzburg; Lena Karohs, Geschäftsführerin Hilfswerk-Siedlung, Berlin; Dr. Oliver Martin (Vorstandsvorsitzender des Verbands der Immobilienverwalter Rheinland-Pfalz/Saarland – VDIV-RPS) sowie freundschaftlich verbundenen Verbänden.

Zum Abschluss wird der ATA-Preis durch Joachim Liers (JGU Mainz) verliehen.

Tag 2: Rechnen, was sich rechnet – Interaktive Fallstudien am Samstag, 8.11.2025 (kostenfrei, Präsenzveranstaltung)

Fallbeispiele:
  • Energetische Bewertung – KI-gestützt oder manuell? Mit Ulrich Bogenstätter
  • Künstliche Intelligenz in der Digitalisierung – Bildextraktion und Datennutzung mit Marc Schulirsch (ITZ Bund)
  • Wohnungsunternehmen: Sanierungspraxis mit Lena Karohs
  • Denkmalschutz und Bestand mit Christian Hanus
  • Schimmelschäden und Bauphysik mit Gerhard Führer
  • Kommunale Perspektiven mit Ulrich Bogenstätter

Fazit: Diskurs und Rechenpraxis für ein zukunftsfähiges Bauen

Mehr zum Programm und zur Anmeldung.

Quelle: MIT Mainzer Immobilientag

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Allein der politische Wille baut nicht die dringend benötigten Wohnungen

Allein der politische Wille baut nicht die benötigten Wohnungen
Hauptgeschäftsführer der BAUINDUSTRIE Tim-Oliver Müller. Fot: Bollhorst HOB

„Nach den ersten sechs Monaten des laufenden Jahres müssen wir eine gedämpfte Bilanz für den Wohnungsbau ziehen. Denn der enorme Wohnungsmangel in Ballungsgebieten und ihrem Umland hält trotz hohem Bedarf weiter an. Die Zahlen sprechen hier eine deutliche Sprache“, so kommentiert der Hauptgeschäftsführer der BAUINDUSTRIE, Tim-Oliver Müller, die vom Statistischen Bundesamt bekanntgegebenen Genehmigungszahlen für den Juni.

Zwar wurde im ersten Halbjahr 2025 das Ergebnis des Vorjahreszeitraums mit 110.000 Wohnungen im Neu- und Umbau (Wohn- und Nichtwohngebäude) um 2,9 Prozent überschritten (Juni: + 7,9 Prozent). Doch ein genauer Blick zeige, dass die Entwicklung in den Segmenten unterschiedlich ausfalle.

Die Baugenehmigungen für Wohnungen in Einfamilienhäusern habe zwar mit rund 21.300 (+ 14,1 Prozent) im ersten Halbjahr 2025 gegenüber dem Vorjahreszeitraum einen positiven Trend (auf niedrigem Niveau) verzeichnet. Die Zahl der Baugenehmigungen für Wohnungen in Zweifamilienhäusern war allerdings von Januar bis Juni 2025 um 8,3 Prozent auf 6.000 rückläufig.

Das wichtigste Segment für die Wohnungsversorgung der Bevölkerung sei der Bau von Wohnungen in Mehrfamilienhäusern, auf den zwei Drittel des Neubaus entfielen. Hier habe sich das Genehmigungsvolumen im ersten Halbjahr 2025 nur auf rund 57.300 Wohnungen (+ 0,1 Prozent) gegenüber dem Vorjahreszeitraum stabilisiert, nachdem bereits zwischen 2021 und 2024 ein Rückgang um mehr als 40 Prozent verzeichnet wurde. Im Zangengriff weiterhin hoher Zinsen und Baukosten springe der Wohnungsbau auch bisher nicht an.

„Die neue Bundesregierung unterstreicht mit dem „Bau-Turbo“ zur beschleunigten Aufstellung von Bebauungsplänen in den Kommunen ihren guten Willen, neuen Wohnraum zu schaffen. Doch allein der politische Wille baut noch keine Wohnung. Im zweiten Halbjahr muss die Bundesregierung deshalb dringend einen Maßnahmenplan zur Umsetzung der weiteren Vorhaben aus dem Koalitionsvertrag vorlegen. Denn alles, was nicht 2025 angestoßen wird, hat für den Wohnungsbaumarkt kaum noch einen Effekt in dieser Legislaturperiode.

Schließlich kann die Wohnungsknappheit in Deutschland nur durch einen großen Mix an Maßnahmen bekämpft werden. Dazu gehören insbesondere der Abbau von lähmender Regulatorik und Bürokratie, die Schaffung einer effektiven Förderkulisse sowie die Vereinfachung von Planungs- und Genehmigungsverfahren“, ergänzt Müller. Wurden 2011 in den sieben A-Städten noch 5,850 Millionen Quadratmeter Bauland verkauft, waren es 2024 mit 1,633 Millionen nur noch rund ein Viertel. „Eines der größten Hemmnisse für die Ausweitung des Wohnungsbaus ist – vor allem in den Ballungsgebieten – das nicht ausreichend zur Verfügung stehende und zu teure Bauland.“

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PV auf jedem Dach? Fünf Erfolgsfaktoren für Energieprojekte in der Wohnungswirtschaft

PV auf jedem Dach? Fünf Erfolgsfaktoren für Energieprojekte
Magdalena Strasburger baut nachhaltig Brücken zwischen der Immobilien- und Energiewirtschaft. Foto @ Handelsblatt Tagung Zukunftsplan Immobilien/Dietmar Gust

Von Magdalena Strasburger

Photovoltaik (PV) auf Wohngebäuden wird nicht nur gefordert, sondern zunehmend erwartet: Gesetzgeber, Mieter und Gesellschafter ziehen hier an einem Strang. Doch viele Projekte scheitern oder stagnieren, bevor das erste Modul montiert ist.

In meiner Arbeit mit Wohnungsunternehmen sehe ich immer wieder die gleichen Stolpersteine, aber auch wiederkehrende Erfolgsrezepte. Werden bestimmte Grundlagen beachtet, lassen sich Energieprojekte realistisch, wirtschaftlich und sozialverträglich umsetzen:

Klare Zieldefinition statt Aktionismus

Ein Projekt kann nur dann erfolgreich sein, wenn klar ist, welchem Zweck es dienen soll. Die Motive reichen von CO₂-Reduktion und langfristiger wirtschaftlicher Unabhängigkeit bis hin zu Imagepflege und ESG-Vorgaben. Doch allzu oft starten Projekte, ohne dass dieses Ziel intern sauber abgestimmt wurde. Dann verzetteln sich die Beteiligten zwischen Förderrecherche, Vertragsentwürfen und Technikfragen, ohne zu wissen, in welche Richtung sie eigentlich arbeiten.

Deshalb gilt es im erste Schritt immer zu definieren was das Projekt leisten soll und was keine so hohe Priorität hat. Wer Rendite erzielen möchte, plant anders als jemand, der PV möglichst unkompliziert auf möglichst vielen Dächern installieren will.

Wirtschaftlichkeit realistisch betrachten

Wirtschaftlichkeit ist ein sensibles Thema. Zu viele Wirtschaftlichkeitsbetrachtungen basieren auf idealisierten Eigenverbrauchsquoten und optimistischen Installationskosten. Auch wer davon ausgeht, dass Fördermittel sicher fließen, riskiert böse Überraschungen.

Hinzu kommt, dass Themen wie Stromsteuer, Gewerbesteuerrisiko oder die Anforderungen der Marktkommunikation oft unterschätzt werden. Insbesondere die Einbindung von Messstellenbetreibern und Netzbetreibern kann organisatorisch und finanziell zur Herausforderung werden. Der Aufwand entsteht nicht erst beim Betrieb, sondern bereits in der Konzeptionsphase. Deshalb lohnt sich ein nüchterner Blick auf den Business Case!

Technische Machbarkeit prüfen

Leider ist nicht jedes Dach für Solar geeignet. Das klingt banal, wird in der Praxis aber oft verdrängt. Ob Statik, Verschattung, Elektroinstallation oder Zählerstandort, all diese Faktoren entscheiden über die Machbarkeit und die Kosten. Projekte, die ohne eine gründliche technische Vorprüfung starten, erleben häufig Rückschläge, weil beispielsweise Kabelwege nicht vorgesehen wurden, der Keller feucht ist oder der Wechselrichter keinen Platz findet.

Ein realistischer Gebäudecheck des Bestandes spart Zeit und Geld und schafft intern Vertrauen in das Projekt. Wer dagegen zu schnell in die Umsetzung geht, riskiert Frustration.

Kommunikation ist der unterschätzte Erfolgsfaktor

Technik ist wichtig, doch Kommunikation ist entscheidend! Gerade bei Mieterstromprojekten im Bastand zeigt sich: Wenn Mieter nicht frühzeitig eingebunden werden, kann selbst das technisch perfekte Projekt scheitern. Informationsmaterialien, persönliche Ansprechpartner:innen und transparente Zeitpläne helfen dabei, Akzeptanz zu schaffen. Dasselbe gilt intern. Hausmeisterdienste, Verwaltungsmitarbeitende und Projektbeteiligte müssen alle wissen, was wann passiert und warum.

Auch die Kommunikation mit Externen muss stimmen. Wer hier zu spät oder unklar kommuniziert, mit Netzbetreiber, Dienstleistern oder Partnern, riskiert Zeitverzug oder Doppelarbeit. Ein häufiger Fehler ist es, Projekte zu lange intern zu entwickeln und dann mit dem Anspruch „Jetzt muss alles schnell gehen“ an die Umsetzung zu gehen. Erfolgreiche Projekte haben eine klare und regemelmäßige Kommunikation aller Stakeholder.

Mit dem richtigen Partner starten

Gerade kleinere Wohnungsunternehmen müssen Energieprojekte nicht allein stemmen. Die Zusammenarbeit mit spezialisierten Partnern ist sinnvoll!

Dabei kommt der Auswahl des Partners eine entscheidende Rolle zu. Es geht nicht nur um Preis, sondern auch um Haltung, Erfahrung und die Bereitschaft, Wissen zu teilen. Nur so wird aus dem ersten Projekt eine Strategie und aus dieser ein wiederholbares Modell.

Nach der Auswahl des passenden Partners, sollte zunächst mit einem Pilotprojekt gestartet werden. Hier können Erfahrungen gesammelt werden, die dann Schrittweise auf des gesamten Bestand angewendet werden.

Wir haben mit einem strukturierten Fahrplan gute Erfahrungen gesammelt: In der Initiierungsphase werden Bedarfe geklärt, Wissen aufgebaut und erste Strategien entwickelt. In der Planungsphase steht die Machbarkeitsanalyse (was) im Vordergrund, gefolgt von Modellkonzeption (wie) und Partnerwahl (wer/mit wem). Erst dann beginnt die Umsetzungsphase und wird von einem aktivem Stakeholdermanagement begleitet. In der Abschlussphase erfolgen die formelle Übergabe, die Dokumentation und eine Bewertung.

Magdalena Strasburger ist mit ihrem Beratungsunternehmen Strasburgerenergie energie|technologie seit über 10 Jahre in der Welt der Energie unterwegs. Sie baut nachhaltig Brücken zwischen der Immobilien- und Energiewirtschaft. Ihr besonderes Augenmerk liegt auf dem Mieterstrom.

Magdalena Strasburger // Strasburger ET GmbH // office@strasburger-et.de // http://www.strasburger-et.de/

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Zustimmungsvorbehalte sind in Erbbaurechtsverträgen Standard

Zustimmungsvorbehalte sind in Erbbaurechtsverträgen Standard
Zustimmungsvorbehalt. In den meisten Erbbaurechtsverträgen ist diese Möglichkeit vorgesehen – etwa beim Verkauf oder der Belastung des Erbbaurechts. Foto: Wohnungswirtschaft heute. Gerd Warda

Mit einem Zustimmungsvorbehalt sichern sich Erbbaurechtsgeber ein Mitspracherecht bei bestimmten Vorgängen, die ihr Grundstück betreffen. In den allermeisten Erbbaurechtsverträgen ist diese Möglichkeit vorgesehen – etwa beim Verkauf oder der Belastung des Erbbaurechts. Das zeigt eine aktuelle Umfrage des Deutschen Erbbaurechtsverbands.

156 Erbbaurechtsgeber hat der Deutsche Erbbaurechtsverband für seinen aktuellen „Erbbaurechtsmonitor“ befragt. Bei den meisten Teilnehmern handelte es sich um Kommunen, Kirchen und kirchliche Stiftungen.

95 Prozent der Befragten sagen, dass ihre Verträge üblicherweise Zustimmungsvorbehalte beim Verkauf des Erbbaurechts an einen Dritten vorsehen. 87 Prozent verlangen eine Zustimmung bei Belastung durch eine Bank. 72 Prozent möchten bei einer Umnutzung der Immobilie vorab befragt werden. Andere Zustimmungsvorbehalte sind nur in 18 Prozent der Verträge vorgesehen.

Bildquelle: Deutscher Erbbaurechtsverband / Canva

Mitspracherecht bei weitreichenden Ereignissen

„Ein Zustimmungsvorbehalt verpflichtet den Erbbaurechtsnehmer dazu, für bestimmte Handlungen die Erlaubnis des Grundstückseigentümers einzuholen. Damit soll sichergestellt werden, dass die Nutzung des Grundstücks im Sinne des Erbbaurechtsgebers erfolgt. Es ist verständlich, dass dieser bei so weitreichenden Ereignissen wie dem Verkauf, der Belastung durch die Bank oder einer Umnutzung der Immobilie gefragt werden möchte“, sagt Dr. Matthias Nagel, Geschäftsführer und Vorstandsmitglied des Deutschen Erbbaurechtsverbands.

„Andererseits raten wir zu partnerschaftlichen Verträgen, die dem Erbbaurechtsnehmer möglichst viele Freiheiten lassen. Insofern ist es positiv zu bewerten, dass die meisten Erbbaurechtsgeber üblicherweise keine weiteren Zustimmungsvorbehalte in ihren Verträgen vorsehen. Man sollte also die Zustimmungsvorbehalte auch auf das nötigste Maß beschränken.“

Der Deutsche Erbbaurechtsverband e. V. wurde 2013 gegründet. Er ist ein Zusammenschluss aus namhaften Erbbaurechtsausgebern, die bundesweit einen erheblichen Anteil der im Erbbaurecht ausgegebenen Flächen repräsentieren, sowie Dienstleistern der Branche. Der Deutsche Erbbaurechtsverband vertritt die Interessen der Erbbaurechtsgeber in Deutschland gegenüber Öffentlichkeit, Medien, Politik und Verwaltung und versteht sich als universeller Ansprechpartner zum Thema Erbbaurecht. Er ist unabhängig, parteipolitisch neutral und nicht auf einen wirtschaftlichen Geschäftsbetrieb ausgerichtet. Der Präsident des Verbandes ist Ingo Strugalla. Geschäftsführer ist Dr. Matthias Nagel. www.erbbaurechtsverband.de

Lesen Sie auch Erbbaurechte: Das gehört in den Vertrag.

Quelle: Deutscher Erbbaurechtsverband

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IVD fordert Investitionssicherheit für die Transformation im Gebäudebestand

IVD fordert Investitionssicherheit für die Transformation im Bestand
Die Modernisierung des Gebäudebestands ist eine der größten Aufgaben unserer Zeit. Ob Hausverwaltungen oder Eigentümer – alle sind sich der Herausforderungen bewusst. Aber zur erfolgreichen Umsetzung sind verlässliche Rahmenbedingungen und wirksame Investitionsanreize nötig, sagt IVD-Vizepräsident Markus Jugan. Bild: IVD

Die Modernisierung des Gebäudebestands ist eine der größten Aufgaben unserer Zeit. „Ob Hausverwaltungen oder Eigentümer – alle sind sich der Herausforderungen bewusst. Doch ohne verlässliche Rahmenbedingungen und wirksame Investitionsanreize droht die notwendige Transformation zu einer klimafreundlichen Energieversorgung im Gebäudebestand zum Rohrkrepierer zu werden“, erklärt Markus Jugan, Vizepräsident des Immobilienverband Deutschland IVD.

Eine aktuelle Umfrage des IVD unter seinen Mitgliedern aus dem Bereich der Immobilienverwaltung zeigt, dass es bei den Verwaltungen ein starkes Bewusstsein für die Notwendigkeit von Effizienzsteigerungen und den Einsatz erneuerbarer Energien gibt, gleichzeitig aber hohe Investitionskosten, Planungsunsicherheit und Bedenken bei Eigentümern und Mietern vielerorts konkrete Schritte verhindern.

Künftig Technologiemix bei Wärmeversorgung

Mit rund 70 Prozent dominiert die Gasheizung nach wie vor die Bestände. Wärmepumpen spielen aktuell mit lediglich vier Prozent noch eine Nebenrolle. Für die Zukunft setzen die Verwaltungen im Auftrag der Eigentümer einen Technologiemix um: In zwei Dritteln der Bestände ist geplant, dass auch weiterhin einzelne Gasheizungen eingebaut werden sollen, obwohl neue Gasheizungen in Zukunft schrittweise erneuerbare Gase verwenden müssen.

Mehr als die Hälfte plant den Anschluss einzelner Objekte an Wärmenetze, und in fast jedem zweiten Bestand ist der Einsatz von Wärmepumpen vorgesehen.

Hürden bei der Umsetzung von mehr Gebäudeeffizienz

Gefragt nach den Prioritäten bei den Maßnahmen zur Dekarbonisierung des Gebäudebestands, setzen die Verwaltungen besonders auf die Verbesserung der Gebäudeeffizienz: Knapp 60 Prozent nennen diesen Ansatz als vorrangige Maßnahme.

Rund die Hälfte setzt zudem auf erneuerbare Energieerzeugung direkt an den Gebäuden, etwa Photovoltaik oder Solarthermie. Ebenso viele Verwaltungen planen mit Wärmenetzen. Deutlich unterrepräsentiert sind Investitionsplanungen in Gebäudeautomation, die nur in weniger als fünf Prozent der verwalteten Bestände eine Rolle spielen werden.

Dem Investitionswillen der Eigentümer stehen erhebliche Hemmnisse gegenüber: Drei Viertel der Verwaltungen sehen die hohen Anfangsinvestitionen als größte Hürde, fast die Hälfte beklagt Planungsunsicherheit. Diese Faktoren führen bei jedem dritten Vorhaben zu erheblichen Widerständen seitens der Wohnungseigentümer oder Mieter.

Dezentrale Lösungen bevorzugt

Wohnungseigentümergemeinschaften mit Etagenheizungen stehen vor der Frage, ob künftig zentrale oder dezentrale Lösungen gewählt werden. Wo bereits entschieden wurde, entfallen 18 Prozent auf zentrale Lösungen und 37 Prozent auf dezentrale. In 45 Prozent der Fälle steht die Entscheidung hingegen noch aus.

Fernablesung fast Standard – unterjährige Verbrauchsinformation oft ungenutzt

Fernablesbare Erfassungsgeräte sind inzwischen in fast 90 Prozent der Bestände flächendeckend oder überwiegend installiert. Deren Ablesung erfolgt zu fast 90 Prozent über Messdienstleister. Allerdings wird die unterjährige Verbrauchsinformation (UVI) trotz technischer Voraussetzungen oft nicht genutzt: In rund 20 Prozent der Fälle wird sie gar nicht, in 40 Prozent teilweise und in weiteren 40 Prozent vollständig bereitgestellt.

Grund dafür scheinen Zweifel an deren Mehrwert zu sein: Die Hausverwaltungen erkennen bei Mietern und Eigentümern wenig Interesse an dem Reporting, das den hohen Aufwand rechtfertigen würde.

Smart Meter-Ausbau hinkt hinterher

Noch deutlicher zeigt sich der Rückstand bei Smart Metern: Lediglich drei Prozent der Bestände sind vollständig ausgestattet, weitere 40 Prozent zumindest teilweise. In knapp einem Viertel der Liegenschaften ist die Einführung von Smart Metern nicht einmal geplant. Damit bleibt Deutschland beim Smart Metering weit hinter anderen europäischen Ländern zurück.

Stephen Paul


Der IVD ist die Berufsorganisation und Interessensvertretung der immobilienwirtschaftlichen Beratungs- und Dienstleistungsberufe. Der Verband vereint rund 6.200 mittelständische Mitgliedsunternehmen. Die Immobilienverwalter im IVD betreuen rund 3,5 Millionen Einheiten. Von Immobilienmaklern werden jährlich rund 40 Prozent aller Immobilientransaktionen mit einem Volumen von 95 Milliarden Euro beraten. Damit setzen Makler jährlich über 405.000 Vermittlungen von Kauf- und Vermietungsobjekten um. Die Immobilien-Sachverständigen im IVD werden als hochqualifizierte Experten herangezogen, wenn es um die fundierte Ermittlung des Immobilienwertes geht. Zu den Mitgliedsunternehmen zählen auch Bauträger, Finanzdienstleister und weitere Berufsgruppen der Immobilienwirtschaft. Die Aufnahme in den IVD Bundesverband erfolgt nach Abschluss einer umfassenden Sach- und Fachkundeprüfung und gegen Nachweis einer Vermögensschadenhaftpflichtversicherung. Der Verband ist im Jahr 2004 aus einer Verschmelzung des ehemaligen RDM und VDM hervorgegangen. www.ivd.net

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Property Index 2025: Deutsche Wohnimmobilien unter Druck – München bleibt teuer, Nachfrage verlagert sich ins Umland

Grafik: Titel Deloitte Property Index 2025

Der deutsche Wohnimmobilienmarkt zeigt sich 2025 weiterhin angespannt. Zwar stieg der durchschnittliche Quadratmeterpreis bundesweit wieder auf 4.800 Euro – nach einem Rückgang im Vorjahr auf 4.700 Euro –, doch die regionalen Unterschiede sind enorm.

Trotz eines leichten Preisrückgangs gegenüber dem Vorjahr bleibt das Niveau in den Kernmärkten weiterhin hoch – auch im europäischen Vergleich: Deutschlands teuerste Immobilienstadt München rangiert auf Platz zwei der teuersten Städte Europas, so der aktuelle Property Index von Deloitte, der Daten aus 77 Städten in 28 europäischen Ländern analysiert.

Mieten verteuern sich vor allem in Ballungsräumen

Auch die Mietpreise steigen weiter. In München zahlen Mieter mittlerweile 21,9 Euro pro Quadratmeter – das ist der höchste Wert in Deutschland und Platz 13 im europäischen Vergleich. Es folgen Frankfurt (18,5 Euro/qm), Berlin (18,4 Euro/qm) und Hamburg (16,1 Euro/qm). Insgesamt legten die Mieten in deutschen Großstädten durchschnittlich um gut einen Euro pro Quadratmeter zu.

„Unsere Analyse zeigt, dass der deutsche Immobilienmarkt weiterhin von strukturellen Herausforderungen geprägt ist“, erklärt Michael Müller, Partner bei Deloitte und Sektorleiter Real Estate. „Die Nachfrage verlagert sich angesichts des enormen großstädtischen Preisniveaus zunehmend in das Umland.“

Günstiger Wohnraum bleibt Mangelware

Besonders betroffen sind die Ballungsräume, in denen die Kombination aus hoher Nachfrage, begrenzten Bauflächen und teurer Finanzierung den Markt belastet. Neubauprojekte stagnieren oder verzeichnen Preisrückgänge, da Käufer angesichts hoher Zinsen und Baukosten zurückhaltender agieren. Gleichzeitig bleibt günstiger Wohnraum Mangelware – insbesondere in Städten wie Berlin, München und Frankfurt.

Trotz dieser Herausforderungen zeigt sich ein vorsichtiger Optimismus. „Die Krise, die die Immobilienbranche in den vergangenen vier Jahren durch verschiedenste Faktoren durchgemacht hat, scheint zu enden“, so Müller weiter. „Die Zinsen normalisieren sich, auch die Energie- und Materialkosten lassen sich wieder seriös kalkulieren, das Immobilien-Preistief in Mitteleuropa wurde letztes Jahr erreicht – der Markt geht wieder aufwärts.“

Starkes Preisgefälle in Europa

Außerhalb Deutschlands zeigt der Property Index teils zweistellige Zuwachsraten: In Polen (+19,3%), Albanien (+16,5%) und Bosnien-Herzegowina (+12,7%) stiegen die Wohnimmobilienpreise besonders stark. In Luxemburg City kostet ein Quadratmeter durchschnittlich 11.074 Euro, bei Mieten liegt die Stadt mit gut 43 Euro/qm europaweit an der Spitze. In der Türkei hingegen sanken die Preise infolge hoher Inflation um 12 Prozent, während sie in Kroatien um 11,7 Prozent und Ungarn um 11,9 Prozent stiegen.

Markus Soffner


Den Property Index 2025 finden hier extern bei Deloitte zum Download

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