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WohnWissen – Alles, was Sie über Wohnen wissen müssen

WohnWissen - 100 Begriffe des Wohnens - Carolin Genz / Olaf Schnur / Jürgen Aring (Hg.)

Die > Wohnungsfrage – wenn die so einfach zu lösen wäre! Eine neue Publikation des vhw könnte zumindest helfen, sich einen Überblick über Probleme und Herausforderungen rund um das Thema Wohnen zu verschaffen.

100 Schlüsselbegriffe des Wohnens, von > Alltag über > Einsamkeit, > Energetische Sanierung und > Innenentwicklungsdilemma bis > Zwischenwohnen versammelt der Band WohnWissen. Das interdisziplinäre Glossar adressiert Fachdiskurse, politische Debatten und unterschiedliche Wohnbedürfnisse und blickt dabei auch auf bisher wenig behandelte Themenfelder.

WohnWissen eröffnet einen multiperspektivischen Blick auf das Thema Wohnen als Grundbedürfnis. Dem Herausgeberteam Carolin Genz, Olaf Schnur und Jürgen Aring gelingt es dabei, die Komplexität des Themas zeitgemäß abzubilden und Handlungsoptionen aufzuzeigen. So stellen die über 100 Autorinnen und Autoren in ihren Beiträgen nicht nur den Ist-Zustand dar, sondern lassen immer auch Ansätze für wohungswirtschaftliche und wohnungspolitische Lösungen aufscheinen.

Dass beim Grundbedürfnis Wohnen alles mit allem zusammenhängt, illustriert die Publikation in ihrem Layout so einfach wie praktisch: Die Themen der Glossareinträge sind in den einzelnen Beiträgen mit der entsprechenden Seitenzahl querreferenziert, so dass man gleich an der passenden Stelle weiterlesen kann. Und Kunst im Buch gibt es auch: Die Bildserien von sieben Künstlerinnen und Künstlern runden das WohnWissen ab. (red.)

Carolin Genz, Olaf Schnur, Jürgen Aring (Hrsg.):

WohnWissen. 100 Begriffe des Wohnens. Jovis, Berlin 2024.

ISBN 978-3-98612-038-2 (geb.), 38 Euro.

ISBN 978-3-98612-041-2 (E-Book), 38 Euro.

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Deutscher Bauherrenpreis 2024 in Berlin verliehen

Deutscher Bauherrenpreis 2024 in Berlin verliehen
Nachhaltig und bezahlbar. Dem Projekt Neubau Studierenden- und Auszubildendenwohnheim vom Collegium Academicum in Heidelberg ist es gelungen, in einem partizipativen Prozess mit den künftigen Bewohnern einen innovativen Holzbau für Azubis und Studierende zu schaffen: Foto: Thilo Ross urh.-nr.-4026999 quelle-dgj_

Bei einer festlichen Preisverleihung wurden am 26. Juni 2024 vor knapp 250 Gästen die Preise des Wettbewerbs zum Deutschen Bauherrenpreis 2024 vergeben. Der Deutsche Bauherrenpreis steht traditionell unter dem Motto „Hohe Qualität – tragbare Kosten“. Prämiert werden zukunftsweisende und innovative Beispiele, die den vielfältigen Herausforderungen unserer Zeit gerecht werden und übertragbare Lösungen anbieten.

Insgesamt hatten sich in diesem Jahr 195 Projekte deutschlandweit für den Deutschen Bauherrenpreis beworben. Darunter befinden sich Neubauten, Modernisierungen und auch Umbauten. Aus der Vielzahl der Projekte wurden 30 Projekte für den begehrten Preis nominiert.

Die interdisziplinär zusammengesetzte Jury unter dem Vorsitz von Peter Stubbe, ehemaliger Vorstand der GEWOBA Bremen, zeichnete insgesamt fünf Projekte mit dem Deutschen Bauherrenpreis aus.

Drei weitere Beiträge erhielten von der Jury einen Sonderpreis. Diese wurden für die Themen „Freiraumgestaltung/Klimaanpassung“, „Denkmalschutz“ und „Bauen mit Holz“ vergeben.

„Die diesjährigen Preisträger zeigen, Bauen geht bezahlbar und mit hoher Qualität. Das sollte nicht nur in Zeiten schwieriger Rahmenbedingungen die Richtschnur für Projekte sein. Besonders begeistert hat mich, wie gut Gewerbe- und andere Funktionsgebäude zu Wohnraum umgenutzt werden können. Der Preis für den Umbau eines Verwaltungsgebäudes zum barrierefreien Seniorenheim ist hier beispielgebend.

Herausragend in vielerlei Hinsicht ist auch das Heidelberger Projekt und das nicht nur wegen der innovativen Holzbauweise. Das Wohnheim Collegium Academicum GmbH für 176 Auszubildende und Studierende wurde in einem partizipativen Prozess geschaffen. Es ist ressourcenschonend und flächensparend gebaut. Dieses ermöglicht sehr günstige Mieten für die begehrten Wohnheimplätze in einem angespannten Wohnungsmarkt. Als Bundesregierung fördern wir Junges Wohnen mit insgesamt 1,5 Milliarden Euro“, sagt Klara Geywitz, Bundesministerin für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen.

„Die Herausforderungen für Bauherren werden von Jahr zu Jahr immer komplexer. Fehlende Grundstücke, eine schwierige Finanzierungslage und die Herausforderungen des Klimawandels sind nur drei von vielen Problemfeldern, denen sich Bauwillige derzeit stellen müssen. Darüber hinaus spielt die Förderkulisse von Wohnraum eine entscheidende Rolle, um die Mieten für die Bewohner bezahlbar zu halten und Bauen in hoher Qualität zu tragbaren Kosten zu ermöglichen“, sagt Axel Gedaschko, Präsident des GdW.

Hohe Qualität zu tragbaren Kosten ist auch unter schwierigen Rahmenbedingungen möglich, wenn alle Beteiligten ihre Fähigkeiten zusammenführen.

Burkhard Jung, Oberbürgermeister der Stadt Leipzig

„Viele Städte in Deutschland werden in den kommenden Jahren weiter wachsen. Wir benötigen daher mehr bezahlbaren, klimaneutralen und qualitativ hochwertigen Wohnraum auf möglichst wenig Fläche. Was sich wie die Quadratur des Kreises anhört, ist machbar. Die beim Deutschen Bauherrenpreis ausgezeichneten Projekte zeigen: Hohe Qualität zu tragbaren Kosten ist auch unter schwierigen Rahmenbedingungen möglich, wenn alle Beteiligten ihre Fähigkeiten zusammenführen. Wir hoffen, dass die guten Beispiele aufgegriffen und vervielfältigt werden“, sagt Burkhard Jung, Oberbürgermeister der Stadt Leipzig und Vizepräsident des Deutschen Städtetages.

„Wir stehen für gesellschaftliches Engagement beim Planen und Bauen. Dazu gehört vor allem auch der Einsatz für bezahlbares Wohnen. Dies steht beim Deutschen Bauherrenpreis – neben der architektonischen Qualität – im Vordergrund. In der Jury sind uns vor allem die vielen guten Beispiele für Umnutzung und Umbau des Bestandes aufgefallen, die ein Zeichen für verantwortliches Planen und Bauen angesichts des Klimawandels setzen“, sagt Jan O. Schulz, Mitglied im Präsidium des Bundes Deutscher Architektinnen und Architekten BDA.

Der Deutsche Bauherrenpreis ist der wichtigste Preis im deutschen Wohnungsbau und wird von den drei auslobenden Verbänden GdW, BDA und Deutscher Städtetag, die sich zur AG KOOP zusammengeschlossen haben, bereits seit 1986 vergeben. Neben dem Bundesministerium für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen wird der Preis auch vom bdla Bund Deutscher Landschaftsarchitekt:innen gefördert.

Die Preisträger

Umbau GESOBAU-Verwaltungssitz zu Seniorenwohnen, Berlin

Projekt Umbau GESOBAU-Verwaltungssitz zu Seniorenwohnungen. Foto: Stefan Müller

Bauherr: Gesobau AG, Berlin
Architektur: Anne Lampen Architekten BDA, Berlin
Freiraumplanung: MEWIS Landschaftsarchitekten, Biesenthal

Der GESOBAU ist es mit dem Umbau des ehemaligen Verwaltungssitzes gelungen, Büroflächen zu Wohnungen umzuwandeln und sich dabei an den Bedürfnissen der Mieter in der Nachbarschaft zu orientierten. Der Umbau zeigt vorbildlich, wie die Transformation von Bürogebäuden zur Schaffung von mehr Wohnraum gelingen kann.

Wohnquartier Sermer Weg / Volkardeyer Weg, Düsseldorf

Projekt Wohnquartier Sermer Weg / Volkardeyer Weg. Foto: Rheinwohnungsbau GmbH

Bauherr: Rheinwohnungsbau GmbH, Düsseldorf
Architektur: hector3architekten; Schmale Architekten GmbH, Grevenbroich
Freiraumplanung: GREEN Landschaftsarchitekten Clever + De Jonghe PartGmbB, Duisburg

Die Rheinwohnungsbau macht mit ihrem Projekt „Wohnquartier Sermer Weg / Volkardeyer Weg“ deutlich, dass eine vernünftige Kombination aus Abriss, Neubau und Bestandserhalt gute Antworten für die qualitätsvolle Weiterentwicklung von Wohnquartieren bieten kann.

Wohnen für Geflüchtete – Typenhäuser, Erftstadt-Liblar

Projekt Wohnen für Geflüchtete – Typenhäuser Foto: Stefan Schilling

Bauherr: Eigenbetrieb Immobilienwirtschaft Stadt Erftstadt, Erftstadt
Architektur: Lorber Paul Architektur und Städtebau, Köln
Freiraumplanung: club L94 Landschaftsarchitekt*innen, Köln

Mit dem Projekt „Wohnen für Geflüchtete“ zeigt Erftstadt nicht nur Verantwortung für die Unterbringung von Geflüchteten, sondern zugleich auch eindrucksvoll, dass Flüchtlingswohnungen mit einer hohen architektonischen Qualität künftig in den normalen Wohnungsmarkt überführt werden können.

Wohnanlage Raiffeisengelände, Feldkirchen

Projekt Wohnanlage Raiffeisengelände, Feldkirchen. Foto Marcus Buck

Bauherr: Gemeinde Feldkirchen, Feldkirchen
Architektur: Felix+Jonas Architekten mit m3 Bauprojektmanagement für LPH 6-9, München
Freiraumplanung: mahl gebhard konzepte, Landschaftsarchitekten BDLA Stadtplaner, München

Mit der Wohnanlage Raiffeisengelände ist es der Gemeinde Feldkirchen in besondere Weise gelungen, ein integriertes Wohnquartier und qualitätsvollen neuen Stadtbaustein zu schaffen, der positiv in die Nachbarschaft hineinwirkt.

Neubau Studierenden- und Auszubildendenwohnheim dgj 223, Heidelberg

Projekt Neubau Studierenden- und Auszubildendenwohnheim: Foto: Thilo Ross urh.-nr.-4026999 quelle-dgj_

Bauherr: Collegium Academicum GmbH, Heidelberg
Architektur: DGJ Architektur GmbH, Frankfurt am Main
Freiraumplanung: GDLA Gornik Denkel landschaftsarchitektur partg mbb, Heidelberg

Dem Collegium Academicum in Heidelberg ist es gelungen, in einem partizipativen Prozess mit den künftigen Bewohnern einen innovativen Holzbau für Azubis und Studierende zu schaffen, der durch die konsequente Orientierung auf nachhaltiges, gemeinschaftlich orientiertes und bezahlbares Bauen in besonderer Weise beeindruckt.

Die Sonderpreise

Wohnbauten in der Hauptstraße, Berlin

Projekt Wohnbauten in der Hauptstraße in Berlin. Foto: Stefan Müller

Bauherr: HOWOGE Wohnungsbaugesellschaft mbH, Berlin
Architektur: roedig.schop architekten bda, Berlin
Freiraumplanung: hochC Landschaftsarchitekten, Berlin

Der HOWOGE ist es mit der Ergänzung der Wohnanlage in Berlin-Rummelsburg vorbildlich gelungen, den Herausforderungen des Klimawandels durch eine bewusste Freiraumgestaltung und umfangreiche Maßnahmen zur Klimaanpassung zu begegnen und eine hohe Aufenthaltsqualität für die Bewohner zu schaffen.

Alte Schule – Wohnen am Pestalozzipark, Halle (Saale)

Projekt Alte Schule – Wohnen am Pestalozzipark. Foto: ENKE WULF architekten, Berlin

Bauherr: GWG „Eigene Scholle“ eG, Halle (Saale)
Architektur: ENKE WULF architekten, Berlin
Freiraumplanung: ENKE WULF architekten, Berlin

Mit dem Umbau der denkmalgeschützten „Alten Schule“ aus dem Jahr 1929 in Wohnungen und einer Geschäftsstelle der GWG „Eigene Scholle“ zeigt die Genossenschaft durch großen Ideenreichtum beispielhaft, welche Umnutzungspotenziale in leergefallenen Schulgebäuden bestehen.

Wohnen am Weiher, Kempten

Projekt Wohnen am Weiher, Kempten. Foto: Nikolas Felder

Bauherr: Sozialbau Kempten Wohnungs- und Städtebau GmbH, Kempten
Architektur: Die Sozialbau, Kempten
Freiraumplanung: Geiger & Waltner Landschaftsarchitekten, Kempten

Die Sozialbau Kempten zeigt, dass auch hochgeschossige Wohngebäude ausschließlich aus ein-heimischen Hölzern und ohne Beton auf der Grundlage innovativer Brandschutzkonzepte gebaut werden können. Ein wichtiges Zeichen für nachhaltiges Bauen in Deutschland.

Weitere Informationen zum Deutschen Bauherrenpreis sowie die ausführliche Dokumentation finden Sie hier: www.deutscherbauherrenpreis.de

Andreas Schichel

Der GdW Bundesverband deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen vertritt als größter deutscher Branchendachverband bundesweit und auf europäischer Ebene rund 3.000 kommunale, genossenschaftliche, kirchliche, privatwirtschaftliche, landes- und bundeseigene Wohnungsunternehmen. Sie bewirtschaften rd. 6 Mio. Wohnungen, in denen über 13 Mio. Menschen wohnen. Der GdW repräsentiert damit Wohnungsunternehmen, die fast 30 Prozent aller Mietwohnungen in Deutschland bewirtschaften.

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Hochwasser im Keller schädigt auch wasserführende Leitungen

Sehr geehrte Leserin, sehr geehrter Leser,

kaum eine Woche vergeht in der der Deutsche Wetter Dienst nicht vor Extremwetter-Ereignissen, wie Sturm mit Starkregen, Tornados oder schweren Gewittern warnt. Meist ist es sehr kurzfristig und in begrenzten Gebieten. Wasserläufe werden zu reißenden Flüssen, Menschen werden in ihren Häusern überrascht, Wasser dringt in Keller bis sie voll sind. Verunreinigtes Wasser von außen kriecht überall hin, auch bis zur Leitungswasserinstallation und zu den mit Dämmstoff ummantelten Heizungsrohren, in die Revisionsöffnungen und Hebelanlagen. Zu retten ist kaum etwas.

Die Versicherungswirtschaft schätzt die Schäden der letzten Monate auf mehrere Milliarden Euro. Aber was ist zu tun? Das müssen Experten entscheiden.

Denn Hochwasser hinterlässt oft übelriechenden giftigen Schlamm, eine Menge Unrat, nasse Wände und zahlreiche Gebäudeschäden. Wird hier nicht fachgerecht saniert, können besonders an dem wasserführenden Leitungssystem Folgeschäden entstehen. 

Lesen Sie hierzu den Beitrag „Nach Hochwasser ist der Keller vollgelaufen – Was ist zu tun?“, zusammengestellt von Experten der Verbraucherzentrale.

Ich möchte Sie auch auf die VdS-Fachtagung „Verhütung von Leitungswasserschäden“ am 17. September 2024 in Köln aufmerksam machen. Die Veranstaltung, vor Ort oder als Livestream, findet in enger Zusammenarbeit mit der AVW statt. Sie richtet sich auch diesmal speziell an die Wohnungswirtschaft und beleuchtet Strategien der Schadenverhütung.

Weitere Informationen zum Programm finden Sie in dieser Ausgabe.

Ich wünsche Ihnen eine hilfreiche Lektüre!

Ihr

Hartmut Rösler

Geschäftsführer der AVW Unternehmensgruppe,

Mit-Initiator der Initiative Schadenprävention und des FORUM LEITUNGSWASSER

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Bauen & Wohnen nicht bezahlbar – Regierung muss handeln

Bauen & Wohnen nicht bezahlbar – Regierung muss handeln

Das bezahlbare Wohnen in Deutschland steht vor einer nie da gewesenen Krise. Das zeigen die neuesten Zahlen und Prognosen zur Jahresstatistik des Spitzenverbandes der Wohnungswirtschaft GdW deutlich wie nie. Die anhaltenden Preisanstiege infolge von Zinssteigerungen und Langzeit-Auswirkungen der Corona-Krise, aber auch kostentreibende politische Vorgaben und Förderchaos würgen die Investitionsfähigkeit der sozial orientierten Wohnungsunternehmen in ganz Deutschland insbesondere beim Wohnungsneubau ab. Gleichzeitig müssen aber auch Klimaschutzinvestitionen mit einem großen Fragezeichen versehen werden.

„Es bewahrheitet sich, wovor wir seit weit mehr als einem Jahr wieder und wieder warnen: Unter den aktuellen politischen und wirtschaftlichen Voraussetzungen können die sozial orientierten Wohnungsunternehmen nicht mehr in bezahlbaren Wohnungsbau investieren. Statt des Regierungsziels von 400.000 neuen Wohnungen muss mit immer weiter abnehmenden Wohnungsbauzahlen bis zu einer Fertigstellungszahl von nur 200.000 neuen Wohnungen jährlich gerechnet werden. Gleichzeitig schießen die Bau- und Modernisierungskosten weiter nach oben, während die Regierung den sozial orientierten Vermietern die Investitionsfähigkeit weiter kappt. Bezahlbares und klimaschonendes Wohnen für alle Menschen wird so immer mehr zu einem unerreichbaren Ziel“, sagt Axel Gedaschko, Präsident des GdW, bei der Vorstellung der Jahresbilanz seines Verbandes.      

Regierung muss alle Register für bezahlbaren und klimaschonenden Wohnbau ziehen 

„Die Politik muss ihre eigenen Ansprüche endlich mit den bestehenden Möglichkeiten in der Realität zusammenbringen und auf allen staatlichen Ebenen alle Register für bezahlbaren und klimaschonenden Wohnungsbau ziehen. In der aktuellen Krise brauchen die sozial orientierten Wohnungsunternehmen vor allem drei Dinge: Planungssicherheit, Vereinfachungen und Augenmaß“.

Axel Gedaschko
Präsident des GdW

Hohe Kosten infolge von Klima-Gesetzgebung stärker sozial abfedern  

Das Gebäudeenergiegesetz (GEG), ein wichtiges Gesetz für die Energiewende in Deutschland, sollte noch vor der politischen Sommerpause in eine extrem kurze finale Beschlussphase gehen. Das Bundesverfassungsgericht hat die geplante Verabschiedung des Gebäudeenergiegesetzes (GEG) im Deutschen Bundestag in einem Eilverfahren gestoppt. „Das Eingreifen des Bundesverfassungsgerichts in das Gesetzgebungsverfahren zum GEG war leider notwendig.

Der bisherige Verlauf des Verfahrens war für eine parlamentarische Demokratie und alle Bürgerinnen und Bürger unzumutbar. Immer noch sind im überarbeiteten GEG-Entwurf viele Punkte unklar und strittig. Wir fordern den Gesetzgeber mit Nachdruck auf, das GEG für Vermieter, Mieter und alle Bürgerinnen und Bürger praktikabel, bezahlbar und sozial gerecht zu gestalten“, sagt Gedaschko. 

„Der bisherige Ablauf des Gesetzgebungsverfahrens rund um das GEG ist gerade mit Blick auf seine enorme Bedeutung für alle Bürgerinnen und Bürger vollkommen inakzeptabel. Ein solches Verfahren, wie wir es beim GEG erleben, ist unserer Demokratie unwürdig. Wenn die Zeit für eine intensive Beratung eines dermaßen entscheidenden Gesetzes fehlt, dann schadet das der gesamten Energiewende massiv.

Nicht der Parteifriede sollte das zentrale Anliegen der Verantwortlichen sein, sondern gesellschaftlich funktionierender Klimaschutz. Es gibt keinen ersichtlichen Grund, warum nicht die Sommerpause für ein geordnetes Verfahren genutzt wird“, sagt Gedaschko.

Einen gesetzlichen Förderanspruch für mindestens 10 Jahre verankern

Das GEG funktioniert nur mit einer sozial gerechten Förderung und muss zwingend gemeinsam mit einer funktionierenden Fördersystematik, dem Wärmeplanungsgesetz und der Wärmelieferverordnung verabschiedet werden. Andernfalls werden teure Fehlentscheidungen auf Seiten der Bürgerinnen und Bürger gefördert.

Durch die Erfahrungen mit der KfW-Förderung im Jahr 2022 besteht massive Skepsis, dass die in Aussicht gestellten Förderinstrumente längerfristig zur Verfügung stehen werden. Die Mittel aus dem Energie- und Klimafonds (EKF) sind dafür jedenfalls nicht längerfristig in ausreichender Größenordnung vorhanden. „Der Gesetzgeber muss für Planungssicherheit sorgen und deshalb einen gesetzlichen Förderanspruch für mindestens 10 Jahre verankern“, fordert Gedaschko.

Für Modernisierungen sind bei der Mietanpassung nun starre Kappungsgrenzen von 50 Cent pro Quadratmeter vorgesehen. Diese und die ebenfalls vorgesehene zusätzliche 10-Prozent-Modernisierungsumlage sind allein auf den Austausch des Heizungs-Gerätes beschränkt. Das führt dazu, dass Vermieter mit bezahlbaren Mieten nicht genügend Eigenkapital für die Finanzierung der aufwändigen Modernisierungsmaßnahmen zur Verfügung haben. Dies betrifft besonders sozial orientierte Vermieter mit geringen Mieten.

Die Kosten für den Einbau von Wärmepumpen und für die gleichzeitig notwendigen Zusatzmaßnahmen wie Dämmung sind für sie schlicht nicht finanzierbar, wenn gleichzeitig auch noch ihre Investitionsfähigkeit beschnitten wird. Die Förderquote muss mindestens 50 Prozent betragen, damit die Finanzierbarkeit des Heizungstauschs sichergestellt werden kann. Zudem muss sich die Förderung auf die Vollkosten der Investition beziehen. Dabei ist es unbedingt notwendig, dass der vorgesehene Geschwindigkeitsbonus von 20 Prozent auch für Wohnungsunternehmen vorgesehen wird. (Eine Pressemitteilung zum GEG finden Sie hier, die ausführliche Stellungnahme hier.)

Hinzu kommt dann auch noch die EU-Gebäuderichtlinie, die auf eine weitere Erhöhung der Sanierungsrate und -tiefe abzielt. Die Vorschläge der EU-Kommission sind dabei kaum machbar, die Vorschläge des Europaparlaments sind absurd. In gerade einmal neun Jahren müsste danach fast die Hälfte aller Gebäude in der gesamten EU saniert werden. Dabei herrscht schon jetzt ein massiver Material- und Fachkräftemangel, die Preise rund um das Bauen und Sanieren explodieren und auch die Zinsen steigen weiter. „Die ganz große und absolut unbeantwortete Frage ist, wer das finanzieren und wo dieses Geld herkommen soll“, so Gedaschko.

Allein für Deutschland müssten die Investitionen in energetische Sanierung von derzeit knapp 50 Mrd. Euro auf 187 bis 261 Mrd. Euro pro Jahr steigen, je nach verordneter Sanierungstiefe. Die sozial orientierten Wohnungsunternehmen, aber auch die vielen Einzeleigentümer von Ein- und Zweifamilienhäusern können das finanziell nicht stemmen. Vielen Wohnungsunternehmen würde das Geld ausgehen, weil sie nicht über ausreichend Eigenkapital verfügen und die Zinsen für Kredite gestiegen sind. Kurz gesagt: Es werden mit Phantasiezahlen Luftschlösser gebaut.

Denn es ist nicht ansatzweise klar, wie die EU und die Bundesregierung das angemessen unterstützen könnten, um zahllose Besitzer und Mieter nicht völlig zu überfordern. Die Ersparnisse bei den Energierechnungen kompensieren die Sanierungskosten nicht annähernd.

Die weiteren Themen der Jahresbilanz im Überblick:

+ Absturz beim Geschäftsklima und Investitionen in Neubau und Modernisierung

+ Weniger Wohnungen durch Verteuerung – Wohnungsmarktkrise verschärft sich

+ Kosten für Wohnungsbau klettern weiter deutlich nach oben

+ Zuwanderung lässt Wohnungsbedarf weiter steigen und Leerstand schrumpfen

+ Steigende Energiekosten verteuern das Wohnen

Lösungsstrategie: Regierung muss aufwachen und koordiniert auf allen staatlichen Ebenen handeln

1. Absturz beim Geschäftsklima – und bei Investitionen in Neubau und Modernisierung

Infolge der exorbitanten Baupreissteigerungen und einem abrupten Anstieg des Zinsniveaus lag das Geschäftsklima im Grundstück- und Wohnungswesen laut ifo-Konjunkturindex im Juni 2023 mit einem Wert von -4,1 immer noch auf einem sehr tiefen Stand und hat sich gegenüber dem Mai erneut etwas eingetrübt. Die Geschäftserwartungen sind bereits seit drei Monaten wieder rückläufig und liegen bei einem Indexstand -30,3. Über zwei Drittel der Unternehmen erwarten also eine Verschlechterung der Geschäftslage. 

Die im GdW und seinen Regionalverbänden organisierten Wohnungsunternehmen haben im Jahr 2022 rund 19,5 Mrd. Euro in die Bewirtschaftung und den Neubau von Wohnungeninvestiert.Das sind fast 900 Mio. Euro und damit 4,3 Prozent weniger als im Vorjahr.

Damit endet ein seit über ein Jahrzehnt anhaltender Trend wachsender Investitionen bei den GdW-Unternehmen. „Enorm gestiegene Baupreise, Verschlechterungen der Konditionen und Kürzungen in Förderprogrammen sowie die rapide gestiegenen Zinsen fordern ihren Tribut“, sagt Gedaschko. Die Investitionen in den Wohnungsneubau sind 2022 regelrecht eingebrochen und gingen um 8,5 Prozent auf 9 Mrd. Euro zurück. Mit rund 10,5 Mrd. Euroblieben die Bestandsinvestitionen im Jahr 2022 nahezu stabil und wiesen nur einen leichten Rückgang von 0,4 Prozent auf.

Im Wohnungsbau ist die Lage kritisch. Baugenehmigungen und Auftragseingänge sind seit Anfang 2022 auf Talfahrt und konnten sich nicht erholen. Unternehmen verschieben geplante Bauprojekte oder können diese angesichts des Marktumfeldes nicht mehr umsetzen und müssen diese stornieren – selbst, wenn sie bereits genehmigt sind. Insbesondere die Neubauinvestitionen sind im Abwärtssog und werden um 19,4 Prozent auf dann nur noch 7,3 Mrd. Euro sinken.

Gleichzeitig vollzieht sich seit 2021 unter dem enormen Preisdruck eine dramatische Verschiebung der Bestandsinvestitionen von der Modernisierung zur reinen Instandhaltung. „Die Modernisierung und Weiterentwicklung der Bestände und damit das gute, klimagerechte, energieeffiziente, barrierefreie und moderne Wohnen kommen zunehmend unter Druck“, sagt Gedaschko. Die Unternehmen verschieben Modernisierungsmaßnahmen – und diejenigen, die durchgeführt werden, sind in ihrer Maßnahmentiefe oft deutlich reduziert.

2. Weniger Wohnungen durch Verteuerung – Wohnungsmarktkrise verschärft sich

Im Jahr 2022haben die GdW-Unternehmen gut 32.000 Wohnungen fertig gestellt. Dieses Plus von 12 Prozent im Vergleich zum Vorjahr ist jedoch gleichzeitig Ausdruck des herannahenden Absturzes. „Wegen der abrupten Stopps verschiedener Fördermaßnahmen und der stark verschlechterten neuen Rahmenbedingungen haben die Unternehmen bei den in Bau und Planung befindlichen Vorhaben einen Schlussspurt hingelegt, um die Vorhaben noch über die Ziellinie zubringen. Für das Jahr 2023 werden die Fertigstellungen um fast ein Viertel zurückgehen“, rechnet Gedaschko vor. 

Eine Modellrechnung auf Grundlage von Daten der ARGE Arbeitsgemeinschaft für zeitgemäßes Bauen, die nun übrigens auch von Bundesbank als Datenquelle genutzt wird, zeigt: In angespannten Wohnungsmärkten werden sich die gesamten Herstellungskosten einer Wohnung von Mitte 2021 bis Ende 2023 um 38 Prozent verteuert haben.

In entspannteren Wohnungsmärkten liegt die Kostensteigerung mit 29 Prozent nur wenig darunter, vor allem aufgrund der niedrigeren Grundstückskosten. Mit den Investitionsmitteln des Jahres 2021 könnten also Ende 2023 statt 100 Wohnungen nur 73 Wohnungen in angespannten Wohnungsmärkten und 78 Wohnungen in entspannten Wohnungsmärkten errichtet werden.

Die Zahl der fertig gestellten Wohnungen entfernt sich damit immer deutlicher vom Ziel der Bundesregierung, rund 400.000 Wohnungen pro Jahr neu zu schaffen. Für ganz Deutschland rechnet die Wohnungswirtschaft mit einem Einbruch der Baufertigstellungszahlen auf nur noch 242.000 Wohnungen für 2023 und lediglich 214.000 Wohnungen im Jahr 2024. Bei den Mietwohnungen sind statt der insgesamt benötigten 160.000 Wohnungen 2022 nur rund 85.000 und damit lediglich 53 Prozent des eigentlichen Bedarfs fertig gestellt worden – im geförderten sozialen Wohnungsbau sogar nur 25 Prozent der benötigten 100.000 Sozialwohnungen.

„Die etwa 10.000 von GdW-Unternehmen jährlich errichteten Sozialwohnungen konnten das massive Abschmelzen des Sozialwohnungsbestandes 2022 zwar zum ersten Mal seit 20 Jahren stoppen. Aber mit nur etwas über 700.000 liegt die Zahl der Sozialwohnungen bei den GdW-Unternehmen dennoch deutlich unter den 1,8 Mio. aus dem Jahr 2002. Hier ist ein viel stärkeres Engagement der Länder und Kommunen beim Ankauf von Belegungsbindungen gefragt“, sagt Gedaschko. 

„Beim Wohnungsbau sind die Bauwilligen ihrerseits in Schwung gekommen, um Kosten zu begrenzen: Die Wohnungswirtschaft hat nach einer ersten erfolgreichen Rahmenvereinbarung den zweiten europäischen Wettbewerb für serielles und modulares Bauen gestartet, Vorschläge für einfacheres Bauen und zur Absenkung von Erwerbsnebenkosten vorgelegt und bessere Finanzierungsbedingungen über eigenkapitalersetzende Darlehen und Bürgschaften gefordert. Alles liegt auf dem Tisch. Es kann aber nur mit politischem Willen umgesetzt werden“, unterstreicht der Präsident des GdW.

3. Kosten für Wohnungsbau klettern weiter deutlich nach oben

Die Baupreise steigen seit 2016 deutlich stärker als die Inflation und der Abstand zur allgemeinen Preisentwicklung nimmt dramatisch zu. Beginnend mit der Corona-Krise und nochmals deutlich verstärkt seit dem Ausbruch des Angriffskrieges Russlands gegen die Ukraine sind die Baupreise für den Neubau von Wohngebäuden durch exorbitante Preissteigerungen bei den Erzeugerpreisen steil nach oben gegangen. Aber auch der Fachkräftemangel schlägt sich zunehmend in der Preisentwicklung nieder.

Im ersten Quartal 2023 lag die Baupreissteigerung bei Wohngebäuden bei 15,3 Prozent im Vorjahresvergleich, während die allgemeine Preisentwicklung im selben Zeitraum nur bei 8,7 Prozent lag. Seit Anfang 2000 haben sich die gesamten Bauwerkskosten durch die gestiegenen gesetzlichen Anforderungen um 140 Prozent sehr stark verteuert. Bis zum Jahresende 2023 wird ein Anstieg um insgesamt 162 Prozent im Vergleich zum Jahr 2000 erwartet. Zudem haben sich die Zinsen für Wohnungsbaukredite seit Anfang 2022 in wenigen Monaten nahezu verdreifacht.

Zins- und Baukostensteigerungen zusammen genommen führen bei neu gebauten Wohnungen zu einer Steigerung der notwendigen Nettokaltmiete von 10,95 Euro pro Quadratmeter – mit der Mitte 2021 noch unter wirtschaftlichen Bedingungen gebaut werden konnte – um 65 Prozent auf 18,10 Euro pro Quadratmeter. „Solche Neubaumieten kann sich in Deutschland kaum einer leisten. Mietwohnungsbau ist nicht mehr wirtschaftlich umsetzbar, deswegen unterbleibt er“, warnt Gedaschko.

4. Zuwanderung lässt Wohnungsbedarf weiter steigen und Leerstand schrumpfen

Gleichzeitig steigt die Bevölkerungszahl Deutschlands durch Zuwanderung deutlich – und damit auch der Bedarf an bezahlbaren Wohnungen. Das Zuwanderungssaldo lag im Jahr 2022 bei 1,46 Mio. Personen und damit noch über dem bisherigen Höchststand im Jahr 2015, vor allem aufgrund der Fluchtbewegungen aus der Ukraine. Dadurch ist auch die Leerstandsquote bei den GdW-Unternehmen in Ost wie West um einen halben Prozentpunkt auf 3,5 Prozent gesunken.

Insbesondere in den ostdeutschen Ländern ist die Leerstandsquote angesichts der steigenden Wohnungsnachfrage von 2021 auf 2022 deutlich von 6,6 auf 5,7 Prozent gesunken. Bei der Unterbringung von Kriegsflüchtlingen aus der Ukraine hat die Wohnungswirtschaft hier ihre soziale Verantwortung und Leistungsfähigkeit unter Beweis gestellt. In der Vergangenheit war der Leerstand in Ostdeutschland leicht angestiegen.

Das zeigt auch: Der Wohnungsknappheit in den Metropolräumen und Universitätsstädten stehen weiterhin die schrumpfenden Regionen mit ihren besonderen Herausforderungen gegenüber. Nach wie vor erlebt Deutschland eine demografische Spaltung. Während zahlreiche Großstädte rasant wachsen und Wohnungen dort immer rarer und teurer werden, verlieren viele ländliche Regionen – in Ost-, aber auch in Westdeutschland – tendenziell Einwohner.

„Wohnstandorte sind langfristig nur attraktiv, wenn die Versorgung mit Einkaufsmöglichkeiten, die medizinische Infrastruktur, kulturelle Einrichtungen und Bildungsangebote sowie eine gute Breitbandversorgung vorhanden sind“, sagt Gedaschko. Es sind nach wie vor Öffnungs- bzw. Experimentierklauseln für den ländlichen Raum sowie geeignete flexible Förderstrukturen notwendig, um die Attraktivität der Regionen jenseits der Metropolen zu stärken und dadurch den Zuwanderungsdruck auf die Ballungszentren abzuschwächen.

5. Steigende Energiekosten verteuern das Wohnen

Mit 6,25 Euro pro Quadratmeter und Monat lag die Durchschnittsmiete bei den GdW-Unternehmen 2022 deutlich unter dem bundesweiten Schnitt von 7,31 Euro pro Quadratmeter. Die Nettokaltmieten bei den GdW-Unternehmen sind von 2021 auf 2022 gerade im Vergleich zur Inflationsrate mit2,7 Prozent sehr moderat gestiegen. Ein Grund für den moderaten Anstieg ist, dass die GdW-Unternehmen ihr Engagement für die klimaschonende und altersgerechte Modernisierung zuletzt deutlich verstärkt haben.

Durch die teils enormen Energiepreissteigerungen infolge des Kriegs gegen die Ukraine mussten die GdW-Unternehmen ihre Vorauszahlungen für die warmen Betriebskosten im Schnitt um 41,6 Prozent anheben, nachdem sie in den Vorjahren nahezu konstant waren.

Größter Preistreiberbei den Wohnkosten sind auch langfristig eindeutig die Energiepreise. Die Verbraucherpreise für Gas, Heizöl und andere Haushaltsenergie sind seit dem Jahr 2000 um über 330 Prozent gestiegen. Sie haben sich also mehr als vervierfacht. Die Nettokaltmieten dämpfen mit einem vergleichsweise geringen Anstieg von 34 Prozent seit dem Jahr 2000 dagegen die Inflation – dies also nicht erst seit Beginn der Energiekrise, sondern bereits langfristig.

„Die Regierung muss alles dafür tun, dass Energiekosten und die Energiewende insgesamt für die Bürgerinnen und Bürger bezahlbar bleibt. Denn beim Wohnen wirken sich Preissteigerungen hier in sozialer Hinsicht am stärksten aus. Um gesellschaftliche Stabilität zu sichern und soziale Spaltung zu verhindern, muss die Energiewende dauerhaft für alle Menschen bezahlbar bleiben. In unserer sozialen Marktwirtschaft muss die Regierung das mit den geeigneten Instrumenten wie staatlicher Förderung und wirtschaftlichen Anreizen sicherstellen“, sagt Gedaschko.  

6. Regierung muss aufwachen und handeln – koordiniert auf allen staatlichen Ebenen

„Die Regierung darf nicht weiter nahezu tatenlos zusehen, wie bezahlbarer Wohnraum regelrecht verschwindet, und die massiven Probleme nicht weiter schönreden. Stattdessen müssen jetzt endlich alle staatlichen Ebenen gemeinsam und koordiniert agieren, um bezahlbares und klimaschonendes Wohnen für alle Menschen zu ermöglichen“, sagt Gedaschko.

Dazu müssen schwerpunktmäßig die folgenden fünf Punkte umgesetzt werden:

Förderung ist in der Krise das einzig wirksame Mittel für eine soziale Abfederung der massiven Herausforderungen – sie muss für den sozial sensiblen Bereich des Wohnens verlässlich und auskömmlich sein. Mieter und Vermieter müssen dringend den Eigentümern von privat genutztem Wohnraum gleichgestellt werden!

Finanzierung muss durch verlässliche Rahmenbedingungen gesichert werden. Dazu sollte der Systemrisiko- und Kapitalpuffer für Wohnimmobilienfinanzierungen ausgesetzt und angepasst werden. Basel III sollte auf europäischer Ebene mit großzügigen Übergangsregelungen umgesetzt werden. 

Steueranreize müssen geschaffen werden. Die Grunderwerbsteuer sollte auf 3,5 Prozent und der Mehrwertsteuersatz für preisgebundenen Wohnraum auf 7 Prozent abgesenkt werden. Eine degressive Gebäudeabschreibung unter Berücksichtigung von Anwendungsgebiet und Marktgegebenheiten sollte eingeführt werden.

Deregulierung muss endlich Realität werden. Technische Regeln sollten lediglich ein nachhaltiges und wertiges Basisniveau statt ein Luxusniveau beschreiben. Eine Folgekostenabschätzung und Relevanzprüfung muss, wie von Bauministerin Geywitz gewollt, auch praktisch umgesetzt werden. Zudem sollte es Bauvertragsparteien freistehen, Abweichungen von den anerkannten Regeln der Technik zu vereinbaren.

Keine Mietrechts-Verschärfungen! Je niedriger die Mieten eines Wohnungsunternehmens, desto geringer ist die Investitionsfähigkeit für den Klimaschutz. Werden Mietsteigerungen im Bestand und nach energetischer Sanierung weiterhin politisch so stark begrenzt, wie bereits in den vergangenen Jahren geschehen, dann stagnieren Sanierung und Neubau. Klimaschutzziele werden verfehlt, der steigende Wohnungsbedarf wird nicht gedeckt und der Instandhaltungsstau im Bestand steigt.

Andreas Schichel

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WohnenPLUS Ausgabe 3-2018

WohnenPLUS AG 3-2018
WohnenPLUS AG 3-2018

Fachmagazin der gemeinnützigen Bauvereinigungen

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NEUE LÜBECKER mit Fokus auf den Bestand für bezahlbares und zukunftsfähiges Wohnen

NEUE LÜBECKER Fokus auf Bestand für bezahlbares Wohnen
NEUE LÜBECKER Fokus auf Bestand für bezahlbares Wohnen

Im Jahr 2025 investierte die NEUE LÜBECKER insgesamt 83,7 Mio. € in Bau- und Instandhaltungsmaßnahmen. Den größten Anteil stellte die Modernisierung dar mit 49,4 Mio. €. Von den Gesamtinvestitionen setzte die Genossenschaft weitere 35,8 Mio. € gezielt zur Reduzierung von CO₂-Emissionen ein. Damit verfolgt die NEUE LÜBECKER konsequent ihr Ziel, Klimaschutz, Wirtschaftlichkeit und bezahlbares Wohnen miteinander zu verbinden.

„Für uns steht die Dekarbonisierung im Mittelpunkt – Effizienz ja, aber nicht um jeden Preis. Wir setzen auf moderne Heizungsanlagen, Fernwärme dort, wo sie wirtschaftlich sinnvoll ist, und verhandeln intensiv mit den regionalen Energieversorgern“, erklärt Dr. Uwe Heimbürge, technischer Vorstand der NEUE LÜBECKER.

Hohe Baukosten, steigende Zinsen und sich stetig verändernde wirtschaftliche Rahmenbedingungen stellen die gesamte Wohnungsbranche vor große Herausforderungen. Dennoch erzielt die NEUE LÜBECKER ein solides Ergebnis und investiert gezielt in die Zukunft.

Wirtschaftlichkeit ist ein Teil der Nachhaltigkeit

Der Jahresüberschuss lag im Geschäftsjahr 2025 bei 12,85 Mio. € und bleibt auf dem Niveau der letzten Jahre. Gleichzeitig stieg die Eigenkapitalquote auf 39,0 Prozent. „Wirtschaftlichkeit ist ein Teil der Nachhaltigkeit. Entscheidend ist für uns die Stabilität der Ergebnisse. Der Jahresüberschuss stärkt unsere Rücklagen und damit unser Eigenkapital. Das wiederum ermöglicht Investitionen – in unseren Bestand und in ökologische Maßnahmen“, sagt Marcel Sonntag, Vorstandsvorsitzender der NL.

Die Wohnungsbaugenossenschaft bewirtschaftet 15.812 Wohnungen in Schleswig-Holstein, Hamburg und Mecklenburg-Vorpommern. Die durchschnittliche Nettokaltmiete Ihres Wohnungsbestandes liegt bei 7,83 € pro Quadratmeter.

Die hohen Investitionen der Genossenschaft spiegeln sich in zahlreichen Projekten im Bestand wider.

Das Projekt folgt dem Prinzip des „seriellen Sanierens“ – ein innovativer Ansatz, bei dem vorgefertigte Bauelemente eine schnelle, effiziente und qualitativ hochwertige Umsetzung ermöglichen. Neue Fahrradhäuser, ein modernisierter Müllplatz sowie verbesserte Zuwegungen sorgen für mehr Komfort und Ordnung im Außenbereich. Foto: NEUE LÜBECKER

In Ahrensburg, Hermann-Löns-Straße, treibt die Genossenschaft ein Pilotprojekt des seriellen Sanierens voran. Sie modernisiert dort ein Bestandsgebäude energetisch und stockt es in Holzbauweise um zwei Geschosse auf. Dadurch wächst die Zahl der Wohnungen im ersten Gebäude von 16 auf 22. Die Fertigstellung ist für den Sommer 2026 geplant.

In Geesthacht führt die NL eine umfassende Quartiersmodernisierung am Bandrieter Weg durch: Dort entstehen 54 modernisierte Wohnungen bei einer Investitionssumme von rund 14,5 Mio. €. Regenerative Energieerzeugung mit Wärmepumpen, Photovoltaik und vorgefertigte Fassaden- und Dachelemente in Holzrahmenbauweise kommen zum Einsatz. Die Fertigstellung erfolgt bis Sommer 2027.

Auch die Entwicklung in der Lindwurmstraße in Travemünde schreitet voran. Die NL hat die ersten beiden von insgesamt fünf Bauabschnitten erfolgreich abgeschlossen. Das Projekt kombiniert energetische Modernisierung mit zusätzlichem Wohnraum: Insgesamt entstehen 15 neue Wohnungen durch ein Staffelgeschoss in Holzbauweise. Wärmepumpen, Erdsonden und Photovoltaikanlagen bilden das Herzstück des Energiekonzepts. Die Gesamtmaßnahme läuft bis Sommer 2028.

Nach rund einem Jahr Bauzeit konnten zum Jahresende 2025 die Arbeiten an insgesamt fünf Wohngebäuden abgeschlossen werden. Die alten Balkone aus vorgezogenen Geschossdecken wurden vollständig zurückgebaut. Ersetzt wurden sie durch moderne, freistehende und vorgestellte Balkone, die konstruktiv vom Gebäude entkoppelt sind. Foto: NEUE LÜBECKER

Auch in Elmshorn entwickelt die NEUE LÜBECKER ihre Bestände konsequent weiter. Am Drosselkamp schloss sie Ende 2025 den zweiten von drei Bauabschnitten eines Großprojekts mit insgesamt 14 Gebäuden und 245 Wohnungen ab. Zusätzlich modernisiert die Genossenschaft am Koppeldamm zwei Gebäude mit insgesamt 30 Wohnungen grundlegend. Wärmepumpen, Photovoltaik und neugestaltete Außenanlagen werten das Quartier bis Ende 2026 deutlich auf.

In Lübeck und der Region setzt die NEUE LÜBECKER ebenfalls wichtige Projekte um. In der Scharhörnstraße modernisiert sie fünf Gebäude mit insgesamt 115 Wohnungen energetisch. In Lübeck-Kücknitz bringt sie die Quartiersaufwertung in Buurdiekstraße, Pommernring und Westpreußenring bis 2026 zum Abschluss. In Ratzeburg entwickelt sie sieben Gebäude mit 94 Wohnungen weiter. In Wentorf beendet sie im Frühjahr 2026 die umfassende Modernisierung in der Danziger Straße mit insgesamt zehn Gebäuden.

Darüber hinaus startete im Herbst 2025 in Neustadt in Holstein die energetische Kernmodernisierung der Gebäude im Weidenkamp mit jeweils 18 Wohnungen. Geplant sind unter anderem Wärmepumpen, Photovoltaik, neue Fassaden, Balkone und Außenanlagen. Die Fertigstellung ist für 2027 vorgesehen.

Der Fokus liegt somit weiterhin auf der Weiterentwicklung des Bestands. Darüber hinaus bereitet die NEUE LÜBECKER konkrete Neubauprojekte vor. „Der Schwerpunkt bleibt klar im Bestand. Neubau planen wir vor allem als Ersatzneubau – idealerweise mit mehr Wohnungen als zuvor. Gleichzeitig schaffen wir die Voraussetzungen, um ab 2027 wieder stärker in den Neubau einzusteigen“, sagt Dr. Uwe Heimbürge.

Am 5. Juni 2026 kamen die gewählten Vertreterinnen und Vertreter der NEUE LÜBECKER zusammen, um sich über aktuelle Entwicklungen zu informieren, den Jahresabschluss 2025 zu beschließen und die Zukunft der Genossenschaft aktiv mitzugestalten.

Nadine Hofmann

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Bezahlbares Wohnen entsteht nicht im Wartesaal der Bürokratie

Gerd Warda, Foto: krimiwa

Liebe Leserinnen. Lieber Leser.

Wer über bezahlbares Wohnen spricht, darf nicht nur über Mieten sprechen. Er muss über Grundstücke reden, über Baukosten, Genehmigungen, Förderung, Energieversorgung, über die Bedürfnisse der Mieterinnen und Mieter – und über die Unternehmen, die trotz schwieriger Rahmenbedingungen investieren.

Die Beispiele in dieser Ausgabe zeigen: Die gemeinwohlorientierte Wohnungswirtschaft hat ihren Auftrag verstanden. Kommunale Unternehmen und Genossenschaften schaffen Wohnraum, modernisieren Bestände und treiben die Wärmewende voran. Doch sie brauchen dafür verlässliche Bedingungen.

Die Wohnbau Lützen GmbH zeigt, wie nah kommunale Wohnungsunternehmen an ihren Mietern arbeiten. Regelmäßige Befragungen liefern nicht nur gute Zufriedenheitswerte, sondern auch konkrete Hinweise: mehr Barrierefreiheit, bessere Abstellmöglichkeiten für Rollatoren und Fahrräder, mehr Aufenthaltsqualität, stärkere soziale Infrastruktur.

Geschäftsführer Prof. Dr. Thomas Glatte sieht darin eine Bestätigung des eingeschlagenen Weges. Zugleich wird deutlich: Viele Fragen – etwa beim öffentlichen Nahverkehr – lassen sich nicht allein durch den Vermieter lösen. Hier braucht es Stadt, Region und Wohnungswirtschaft gemeinsam.

In Berlin setzen berlinovo, degewo, GESOBAU, Gewobag, HOWOGE, STADT UND LAND und WBM mit der Roadmap 2.0 ein starkes Zeichen. Bis 2035 sollen rund 56.000 landeseigene Wohnungen zusätzlich entstehen, bereits bis 2030 soll der Bestand auf rund 440.600 Wohnungen wachsen. Regierender Bürgermeister Kai Wegner nennt die landeseigenen Unternehmen „beste Partner für unsere Stadt“. Das ist richtig – aber Partnerschaft braucht Gegenseitigkeit. Wer bauen soll, braucht Grundstücke, Förderung, schnellere Verfahren und wirtschaftliche Spielräume.

Wirtschaftlichkeit ist ein Teil der Nachhaltigkeit

Auch Genossenschaften machen vor, wie langfristige Verantwortung aussieht. Die NEUE LÜBECKER investiert 2025 mehr als 83 Millionen Euro in ihren Bestand. Vorstandsvorsitzender Marcel Sonntag bringt es auf den Punkt: „Wirtschaftlichkeit ist ein Teil der Nachhaltigkeit.“ Dieser Satz verdient Beachtung. Denn Nachhaltigkeit ist nicht nur Dämmung, Photovoltaik und Wärmepumpe. Nachhaltigkeit heißt auch: stabile Unternehmen, bezahlbare Mieten und Investitionsfähigkeit über Jahrzehnte.

Diese Projekte der NEUEN LÜBECKER stehen exemplarisch für die Richtung der Branche. In Geesthacht werden 54 Wohnungen modernisiert, mit Wärmepumpen, Photovoltaik und vorgefertigten Holzrahmenbauelementen. In Travemünde entstehen durch Aufstockung zusätzliche Wohnungen, getragen von einem Energiekonzept mit Wärmepumpen, Erdsonden und Photovoltaik.

In Ahrensburg wird serielles Sanieren mit Holzaufstockung verbunden. In Elmshorn, Lübeck, Ratzeburg, Wentorf und Neustadt in Holstein werden Bestände energetisch erneuert, Quartiere aufgewertet und fossilfreie Wärmequellen vorbereitet. „Der Schwerpunkt bleibt klar im Bestand. Neubau planen wir vor allem als Ersatzneubau – idealerweise mit mehr Wohnungen als zuvor. Gleichzeitig schaffen wir die Voraussetzungen, um ab 2027 wieder stärker in den Neubau einzusteigen“, sagt Dr. Uwe Heimbürge, technischer Vorstand der NL.

Sonne, Geothermie, Wärmepumpen und künftig auch mehr Windstrom sind keine abstrakten Bausteine der Energiewende. Sie kommen im Quartier an. Sie entscheiden mit darüber, ob Wohnen langfristig bezahlbar bleibt. Denn fossile Abhängigkeit ist ein Kostenrisiko – für Unternehmen ebenso wie für Mieter.

Weckruf aus Brüssel – „vom Regulieren ins Ermöglichen kommen“

Doch all diese Projekte haben eine gemeinsame Voraussetzung: Sie müssen auch möglich gemacht werden. Genau hier wird der Weckruf aus Brüssel wichtig, auf den GdW-Präsident Axel Gedaschko hinweist. Deutschland müsse beim Wohnungsbau „vom Regulieren ins Ermöglichen kommen“. Immer neue mietrechtliche Eingriffe schaffen keine zusätzliche Wohnung. Dauerhafter Mieterschutz entsteht vor allem durch mehr bezahlbares Angebot.

Besonders kritisch ist der Genehmigungsstau. Digital eingereicht, analog bearbeitet – so lässt sich kein Wohnungsbau beschleunigen. Gedaschko fordert zu Recht volldigitale Baugenehmigungen, verbindliche Fristen, einheitliche Standards und den Mut, Verfahren zu entrümpeln. Hinzu kommen verlässliche Förderung, steuerliche Investitionsanreize, ein wirksames Einfacher-Bauen-Gesetz und die rechtssichere Umsetzung des Gebäudetyps E.

Die Wohnungswirtschaft liefert. Sie fragt Mieter, baut auf, modernisiert, investiert und dekarbonisiert. Jetzt müssen Politik und Verwaltung liefern. Bezahlbares und klimafreundliches Wohnen entsteht nicht durch immer neue Vorgaben, sondern durch Vertrauen, Tempo und verlässliche Partnerschaft. Wer mehr Wohnungen will, muss die Bremsen lösen.

Juni 2026 Wohnungswirtschaft heute., Ausgabe 215, mit Fakten und Einschätzungen zum zielführenden Handeln.

Klicken Sie mal rein.

Bleiben Sie zuversichtlich und nachhaltig.

Ihr Gerd Warda und das Wohnungswirtschaft heute-Team

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Wohnbau Lützen: Hohe Mieterzufriedenheit bestätigt, gezielte Verbesserungen bereits in Planung

Wohnbau Lützen: Hohe Mieterzufriedenheit bestätigt
Die Wohnbau Lützen ist tief verwurzelt in der Geschichte der Stadt. Unsere ersten Wohnungen errichtete die Stadtverwaltung Lützen bereits in den 1920er Jahren. Nach Gründung der DDR folgten zahlreiche Neubauten, die von der Kommunalen Wohnungsverwaltung (KWV) verwaltet wurden. Am 1. Januar 1992 wurde die Wohnbau Lützen GmbH gegründet. Foto: www.wohnbau-luetzen.de

Die Wohnbau Lützen (WBL) hat eine umfassende sowohl quantitative als auch qualitative Mieterbefragung durchgeführt und ausgewertet. Die Ergebnisse zeigen ein insgesamt sehr positives Bild: Die Mehrheit der Mieter ist mit ihrer Wohnsituation zufrieden und fühlt sich langfristig im Bestand gut aufgehoben.

Prof. Dr. Thomas Glatte, Geschäftsführer der Wohnbau Lützen GmbH: „Die Ergebnisse bestätigen, dass wir mit unserem Angebot auf einem sehr guten Weg sind. Besonders freut uns die hohe Zufriedenheit beim Preis-Leistungs-Verhältnis und die starke Bindung unserer Mieter an den Standort.“

Stabile Mieterschaft und hohe Zufriedenheit

Die Befragung zeigt eine besonders hohe Stabilität im Bestand: Über die Hälfte der Bewohner lebt bereits länger als zehn Jahre in den Wohnungen. Gleichzeitig geben rund 90 Prozent der Befragten an, keinen Wegzug zu planen. Besonders positiv wird das Preis-Leistungs-Verhältnis bewertet, ebenso wie die Raumaufteilung und die grundsätzliche Wohnqualität. Diese Faktoren zählen zu den wichtigsten Treibern der Zufriedenheit und bestätigen die strategische Ausrichtung des Unternehmens.

Differenzierte Bedürfnisse je Zielgruppe

Die Auswertung zeigt zudem, dass sich die Anforderungen der Mieter je nach Lebensphase deutlich unterscheiden. Während die Zufriedenheit mit zunehmendem Alter steigt, äußern insbesondere Familien im Alter zwischen 30 und 49 Jahren häufiger Kritik.

Hier spielen vor allem die Wohnungsgröße sowie das Angebot an Spiel- und Freizeitflächen eine wichtige Rolle. Darüber hinaus wird der Wunsch nach stärkerer sozialer Infrastruktur deutlich. Viele Mieter wünschen sich Treffpunkte für Jung und Alt, Cafés sowie Angebote für gemeinschaftliche Aktivitäten im Quartier.

Konkrete Verbesserungsbedarfe identifiziert

Neben der hohen Gesamtzufriedenheit benennt die Befragung auch konkrete Handlungsfelder. Dazu zählen u.a. die Wünsche nach mehr Barrierefreiheit sowie nach zusätzlichen Abstellmöglichkeiten, etwa für Rollatoren oder Fahrräder. Ein zentrales Thema ist zudem die Mobilität.

Viele Mieter sehen Verbesserungsbedarf beim öffentlichen Nahverkehr und wünschen sich schnellere Verbindungen insbesondere in Richtung Weißenfels, Markranstädt und Leipzig. Genau hier ist erkennbar, dass eine Reihe von Themen nicht allein von der WBL als Eigentümerin von Wohnungen gelöst werden kann, sondern auf kommunaler oder regionaler Ebene Schlüsse gefunden werden müssen. Mit der Stadt Lützen gibt es mittlerweile einen engen Austausch, um gemeinsame Wege zu suchen und zu erarbeiten.

Maßnahmen bereits in Vorbereitung

Die Wohnbau Lützen nimmt die Ergebnisse der Befragung als klare Grundlage für die Weiterentwicklung ihres Bestands. Erste Maßnahmen befinden sich bereits in Vorbereitung, insbesondere im Bereich der Aufenthaltsqualität, der sozialen Infrastruktur sowie der Barrierefreiheit.

Im Bereich der Spielplatzentwicklung wurden nach ersten Gesprächen mit der Stadt zur Bevölkerungs- und Altersstruktur konkrete Schritte eingeleitet. Es fanden bereits Termine mit spezialisierten Spielplatzfirmen statt, Planungen und Angebote liegen vor. Der Neubau von Spielplätzen ist für das laufende vorgesehen.

Auch die geforderten, zusätzlichen Abstellmöglichkeiten werden gezielt vorangetrieben. Der Bedarf wurde proaktiv über einen Mieterrundbrief abgefragt, die Planung der Ausführung ist abgeschlossen, ein konkreter Entwurf sowie Angebote liegen vor. Die Umsetzung ist ebenfalls für dieses Jahr geplant.

„Die Befragung gibt uns wertvolle Hinweise, wo wir gezielt nachsteuern können. Unser Ziel ist es, die hohe Zufriedenheit weiter auszubauen und gleichzeitig konkrete Verbesserungen für unsere Mieter umzusetzen“, so Glatte in seinem Ausblick.

Die Wohnbau Lützen GmbH wurde 1992 gegründet und fungiert seitdem als regionales Wohnungsunternehmen. Zu dem Bestand gehören Wohnungen, die sowohl von der Stadt Lützen bereits in den 1920-er Jahren als auch von der DDR errichtet wurden. Heute umfasst der Immobilienbestand rund 580 Wohnungen an verschiedenen Standorten der Stadt. Dabei modernisiert die Wohnbau Lützen regelmäßig ihren Wohnraum, hält diesen auf dem Stand der modernen energetischen Anforderungen und trägt mit neuen Grün- und Außenanlagen, Wegen und Plätzen, die die Aufenthaltsqualität erhöhen, zum Stadtbild Lützens bei. Seit 2015 gehört die Wohnbau Lützen zur Immobiliengruppe Rhein-Neckar (IGRN), die deutschlandweit rund 100.000 Wohnungen und mehr als 1,6 Millionen Quadratmeter Nutz- und Gewerbefläche bewirtschaftet.

Anja Paulmann


Familienheim Rhein-Neckar eG und Immobiliengruppe Rhein-Neckar (IGRN): Mit mehr als 75 Jahren Erfahrung und rund 2.700 Wohnungen im eigenen Bestand ist die Familienheim Rhein-Neckar eG ein etabliertes Unternehmen im Immobilienmarkt der Region mit rund 6.000 Mitgliedern. Das Leistungsangebot umfasst das Planen, Entwickeln und Bauen von Immobilien, das Bewirtschaften von Bestandsimmobilien sowie den umfassenden und ganzheitlichen Service für Mieter und Kunden. Die Familienheim Rhein-Neckar ist die Muttergesellschaft der Immobiliengruppe Rhein-Neckar (IGRN). Die IGRN bewirtschaftet deutschlandweit mit 1.200 Mitarbeitern an 27 Standorten über 100.000 Wohnungen und mehr als 2 Millionen Quadratmeter Gewerbefläche. Viele der Leistungen sind nach der DIN EN ISO 9001 zertifiziert. Angefangen bei der kaufmännischen Steuerung, der technischen Betreuung, über die Optimierung von Bewirtschaftung bis hin zur Digitalisierung bündelt die IGRN Kompetenzen und bietet nachhaltige Immobiliendienstleistungen. www.fh-rn.de, www.igrn.de

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Berlin: degewo-Geschäftsbericht 2025 – Verantwortung für Berlin in bewegten Zeiten

Berlin: degewo-Geschäftsbericht 2025 - Verantwortung für Berlin
Seit 45 Jahren thront über der Autobahn A104 ein riesiger Gebäudekomplex – auch bekannt als die „Schlange“. Einer der sieben denkmalgeschützten Wohnblöcke steht seit Mai 2025 vorübergehend leer, denn hier saniert. Foto: Sanierungsprofi GmbH

Das Geschäftsjahr 2025 stand für degewo ganz im Zeichen von Wandel und Verantwortung. Trotz eines herausfordernden Marktumfelds hat das kommunale Wohnungsunternehmen seine Investitionen in Neubau, Bestand, Klimaschutz und Quartiersentwicklung klar und konsequent fortgeführt. Ziel bleibt es, Berlin aktiv als lebenswerte und bezahlbare Stadt mitzugestalten.

Investitionen in Wohnraum und Klimaschutz

Auch unter schwierigen Rahmenbedingungen hat degewo 2025 sichtbare Impulse für den Berliner Wohnungsmarkt gesetzt. Durch Neubau und Ankauf konnte das Unternehmen insgesamt 1.133 neue Wohnungen schaffen. Insgesamt investierte degewo 291 Millionen Euro in Neubau- und Ankaufsvorhaben. Die durchschnittliche Wohnmiete im Bestand und Neubau lag mit 7,18 Euro pro Quadratmeter weiterhin deutlich unter dem Berliner Marktniveau.

Parallel dazu setzte degewo den Kurs im Klimaschutz fort. 35 Millionen Euro investierte das Unternehmen in entsprechende Maßnahmen und leistete damit einen weiteren Beitrag zur nachhaltigen Entwicklung des Berliner Wohnungsbestands und zur Klimazukunft der Stadt.

Vorstand im Wandel: Kontinuität und neue Impulse

Das Jahr 2025 war zudem von personellen Veränderungen im Vorstand geprägt. Sandra Wehrmann hat nach über sieben Jahren Ihre Vorstandstätigkeit zum 14.November 2025 beendet. Christoph Beck, der das Unternehmen über mehr als zwei Jahrzehnte hinweg maßgeblich geprägt hatte, begleitete degewo bis zum 30. April 2026 als Vorstandsmitglied und wechselte in den Ruhestand.

Zum 15. November 2025 trat Pascal Atzert in den Vorstand des degewo Konzerns ein und brachte umfassende Erfahrung aus Baupraxis und privater Wohnungswirtschaft sowie neue Perspektiven von außen ein. Zum 1. Mai 2026 wurde Kai-Marten Maack in den Vorstand berufen und steht nicht nur für Kontinuität aus den eigenen Reihen, sondern auch für tiefgehende Kenntnis des Unternehmens, seiner Quartiere und strategischen Ziele.

„Unser Anspruch ist es, Verantwortung ganzheitlich zu denken: für bezahlbaren Wohnraum, für lebens- und liebenswerte Kieze und eine nachhaltige Entwicklung unserer Stadt. Auch im Jahr 2025 ist uns dies sehr gut gelungen. Als verlässlicher Partner für Berlin, stehen wir für leistbare Mieten in unseren Beständen“, erklärt Kai-Marten Maack, Vorstand von degewo.

„degewo verbindet wirtschaftliche Stärke mit sozialer Verantwortung. Diese Haltung ist entscheidend für Wachstum und um bezahlbaren Wohnraum und lebenswerte Kieze in Berlin zu sichern“, ergänzt Pascal Atzert, Vorstand von degewo.

Engagement in den Kiezen: Nähe zu den Menschen

Als kommunales Wohnungsunternehmen mit Verantwortung für über 150.000 Berlinerinnen und Berliner versteht degewo Quartiersentwicklung als festen Bestandteil einer nachhaltigen Wohnraumversorgung und als Investition in den gesellschaftlichen Zusammenhalt. Auch 2025 wurden quartiersspezifische Konzepte umgesetzt – unter anderem im Allendeviertel, Brunnenviertel, in der Gropiusstadt, in Marzahn sowie an der Schlangenbader Straße. Schwerpunkte lagen auf der Stärkung sozialer Infrastruktur, auf Klimaschutz, Integration und dem nachbarschaftlichen Miteinander.

Marke und Haltung: Wir machen dein Zuhause

Ein weiterer Fokus lag 2025 auf der Weiterentwicklung der Marke. Mit der Botschaft „Wir machen dein Zuhause“ hat degewo ihr Selbstverständnis als kommunales Wohnungsunternehmen klar nach außen getragen: Wohnen wird als Gefühl von Sicherheit, Gemeinschaft und Lebensqualität verstanden – und als gemeinsame Aufgabe für Berlin und seine Menschen.

Stefan Weidelich

Der vollständige Geschäftsbericht 2025 ist abrufbar unter: www.degewo.de/geschaeftsbericht

Mit über 100 Jahren Erfahrung bringt degewo als kommunales Wohnungsunternehmen zusammen, was zusammengehört: bezahlbaren Wohnraum und das echte Zuhausegefühl. Für über 150.000 Menschen in über 83.000 Wohnungen schafft das Unternehmen ein Zuhause, das weit über vier Wände hinausgeht. Dabei vereint degewo starke Gemeinschaft mit sozialem Engagement und richtet den Fokus auf Klimaneutralität bis 2045.

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Berlinovo, degewo, GESOBAU, Gewobag, HOWOGE, WBM, STADT UND LAND unterzeichnen Roadmap 2.0

Berlinovo, degewo, GESOBAU, Gewobag, HOWOGE, WBM, STADT UND LAND unterzeichnen Roadmap 2.0
Foto: Tina Merkau

Die sieben landeseigenen Wohnungsunternehmen haben am 5. Juni 2026 gemeinsam mit dem Berliner Senat die „Roadmap 2.0″ unterzeichnet. Sie ist das Bekenntnis zu weiteren rund 56.000 zusätzlichen Wohnungen im Landeseigentum bis 2035 – und damit zu weiterem bezahlbarem Wohnungsbau in Berlin.

Unterzeichnet wurde die Vereinbarung im Rahmen der diesjährigen Neubautour der landeseigenen Wohnungsunternehmen mit dem Regierenden Bürgermeister von Berlin, Kai Wegner, dem Senator für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen, Christian Gaebler, der Senatorin für Mobilität, Verkehr, Klimaschutz und Umwelt, Ute Bonde, sowie Finanzstaatssekretärin Tanja Mildenberger. 

Mit der Roadmap 2.0 setzen die Unternehmen ihren Wachstumskurs fort – trotz schwieriger wirtschaftlicher Rahmenbedingungen, hoher Baukosten und enormer Herausforderungen bei Neubau, Klimaschutz und Bestandspflege.

Versprochen, gehalten – und jetzt: weitergemacht

Im April 2026 hatten die Landeseigenen Bilanz gezogen: Mit 404.170 Wohnungen im kooperationsrelevanten Berliner Bestand zum 31. Dezember 2025 haben sie das Ziel der ersten Roadmap (2016-2026) – 400.000 bezahlbare Wohnungen im Landeseigentum – vorzeitig erreicht und übertroffen.

Auf dieser Grundlage baut die Roadmap 2.0 auf. Ihr Ausgangspunkt ist ein Gesamtbestand von 408.761 Wohnungen zum 31. Dezember 2025. Diese Zahl umfasst neben dem kooperationsrelevanten Berliner Bestand auch Wohnungen im Brandenburger Umland sowie weitere Sonderwohnformen wie studentisches Wohnen oder Beschäftigtenwohnen.

Bis Ende 2035 wollen die Unternehmen ihren gemeinsamen Bestand auf rund 464.877 Wohnungen ausbauen – ein Wachstum um rund 56.100 Wohnungen bzw. fast 14 Prozent. Das schafft Wohnraum für schätzungsweise 120.000 Menschen – so viele, wie heute in einem Berliner Altbezirk wie Schöneberg leben. Der Bestandszuwachs soll dabei vor allem durch Neubau erreicht werden. Ergänzend können auch wirtschaftlich sinnvolle Zukäufe zur Zielerreichung beitragen.

Die Roadmap 2.0 setzt dabei bewusst auf überprüfbare Etappen: Bereits bis Ende 2030 soll der gemeinsame Bestand auf rund 440.600 Wohnungen wachsen – ein Plus von rund 32.000 Wohnungen. Auf dieser Grundlage wollen Senat und Landeseigene zur Halbzeitbilanz prüfen, wie sich Baukosten, Förderung und wirtschaftliche Rahmenbedingungen auf die weitere Entwicklung bis 2035 auswirken.

Perspektivisch verfolgt der Senat das Ziel, den landeseigenen Bestand auf 500.000 Wohnungen zu erhöhen – zusammen mit Genossenschaften und weiteren gemeinwohlorientierten Akteuren soll das gemeinwohlorientierte Segment des Berliner Wohnungsmarkts damit kontinuierlich erhöht werden.

Wachstum braucht Rahmenbedingungen

Die Roadmap 2.0 benennt nicht nur Ziele, sondern auch, was für ihre Umsetzung nötig ist: Grundstücke, die das Land für den Wohnungsbau bereitstellt; verlässliche Förderung für den mietpreisgebundenen Neubau; beschleunigte Planungs- und Genehmigungsverfahren – u.a. durch das Schneller-Bauen-Gesetz; und eine Mietenentwicklung, die es den Unternehmen erlaubt, Neubau, Klimaschutz und Bestandspflege wirtschaftlich zu stemmen.

Kai Wegner, Regierender Bürgermeister von Berlin: „Die landeseigenen Wohnungsunternehmen und der Berliner Senat setzen ihre erfolgreiche Zusammenarbeit mit der Roadmap 2.0 fort. Unsere Wohnungsunternehmen haben sich für die kommenden Jahre sehr viel vorgenommen und wollen bis 2035 rund 56.000 zusätzliche Wohnungen schaffen. Diese Zahlen zeigen eindrucksvoll: Die landeseigenen Wohnungsbaugesellschaften nehmen ihre Verantwortung wahr und sind beste Partner für unsere Stadt. Sie sorgen dafür, dass Wohnen in Berlin bezahlbar bleibt und bieten für viele Menschen ein attraktives und sicheres Zuhause.“

Christian Gaebler, Senator für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen des Landes Berlin: „Die landeseigenen Wohnungsbaugesellschaften sind unser Garant für eine soziale Stadtentwicklungspolitik. Sie bieten den Mieterinnen und Mietern ein sicheres und bezahlbares Zuhause und sorgen für stabile, zukunftssichere Nachbarschaften. Ihr Wachstum geht weiter, mit dem Ziel den Bestand auf 500.000 Wohnungen zu erhöhen. Das sind gute Nachrichten für die Mieterinnen und Mieter in Berlin.“

Ute Bonde, Senatorin für Mobilität, Verkehr, Klimaschutz und Umwelt des Landes Berlin: „Die Roadmap 2.0 zeigt, dass Wohnungsbau, Mobilität und Klimaschutz in Berlin zusammen gedacht werden. Jeder neue Kiez braucht nicht nur bezahlbare Wohnungen, sondern auch verlässliche Anbindungen und Infrastruktur – und lebenswerte Freiräume. Wenn wir schneller bauen und gleichzeitig nachhaltig planen, schaffen wir die Grundlage dafür, dass Berlin weiter wächst, ohne an Lebensqualität zu verlieren. Dafür setzen wir im Senat die richtigen Rahmenbedingungen.“

Tanja Mildenberger, Staatssekretärin für Finanzen des Landes Berlin: „Die landeseigenen Wohnungsunternehmen sind wichtige Stützen der Daseinsvorsorge. Starke, verlässliche Partner brauchen wir auch bei den wohnungs- und klimapolitischen Zielen. Dass die Unternehmen trotz schwieriger Rahmenbedingungen in der Lage sind, hohe Investitionen zu tätigen, ist keine Selbstverständlichkeit, sondern das Ergebnis finanzieller Solidität und wirtschaftlicher Stabilität. Das Land Berlin trägt als Eigentümer und Gesellschafter dafür Sorge, dass die Unternehmen ihr Portfolio nachhaltig bewirtschaften und ihren Wachstumskurs erfolgreich fortsetzen können. Ein Beleg hierfür sind die attraktiven Wohnungsbauförderungsbestimmungen 2026 und die aktuelle Kooperationsvereinbarung.“

Ingo Malter, Geschäftsführer der STADT UND LAND Wohnbauten-Gesellschaft mbH und Sprecher der Landeseigenen Wohnungsunternehmen: „Wir haben geliefert – und werden das auch weiterhin tun. Die Roadmap 2.0 ist kein Wunschzettel, sondern ein realistisches Programm, das auf den Wirtschaftsplanungen unserer Unternehmen fußt. Klar ist aber auch: Dauerhaft bezahlbarer Neubau braucht verlässliche Rahmenbedingungen. Verlässliche Förderung, Grundstücke, Planungsrecht – das sind keine Extras, das sind die Voraussetzungen. Wer bezahlbares Wohnen in Berlin will, muss in diese Grundlagen investieren. Wir sind bereit. Berlin kann sich auf uns verlassen.“

Die Landeseigenen Wohnungsunternehmen Berlins

Berlinovo, degewo, GESOBAU, Gewobag, HOWOGE, STADT UND LAND und WBM bewirtschaften gemeinsam 404.170 Wohnungen in Berlin (Stand 31.12.2025) – rund 19 Prozent des Berliner Wohnungsmarkts bzw. rund 24 Prozent aller Berliner Mietwohnungen. Rechnerisch wohnt damit fast jede*r vierte Berliner Mietende in einer landeseigenen Wohnung. Zusammengenommen sind sie der größte kommunale Wohnungsanbieter Deutschlands.

Quelle: WBG

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Berlin: WBM setzt strategischen Wachstumskurs erfolgreich fort

Berlin: WBM setzt strategischen Wachstumskurs erfolgreich fort
Frischer Wind in alten Platten. Die solide Grundsubstanz und die nicht tragenden Wände machen die Platte zu einem extrem wandelbaren Gebäudetyp. Die Gebäude können relativ einfach eine vollkommen andere Gestalt bekommen. Foto: WMB Andreas Süss

Die WBM richtet ihren Wachstumskurs konsequent auf die langfristige Entwicklung Berlins aus. Der Geschäftsbericht 2025 zeigt, wie das Unternehmen auch in einem herausfordernden Marktumfeld gezielt in Neubau, Bestand und Klimaschutz investiert und damit die Grundlage für weiteres Wachstum sowie die Zukunftsfähigkeit des Portfolios schafft.

Im Geschäftsjahr 2025 erzielte der WBM Konzern einen Jahresüberschuss von 36,4 Millionen Euro und lag damit deutlich über dem Vorjahreswert von 23,7 Millionen Euro. Das EBITDA erhöhte sich auf 124,8 Millionen Euro nach 107,6 Millionen Euro im Vorjahr.

Das Immobilienportfolio der WBM bestätigt auch 2025 seine Stabilität und langfristige Werthaltigkeit. Mit einem Portfoliowert von rund 5,9 Milliarden Euro verfügt das Unternehmen weiterhin über eine stabile und belastbare Grundlage für seine langfristige Wachstums- und Investitionsstrategie.

„2025 zeigt klar, dass wir operativ wachsen und gleichzeitig finanziell stabil bleiben. Der operative Cashflow lag bei 109 Millionen Euro und leistete damit erneut einen wesentlichen Beitrag zur Finanzierung unserer umfangreichen Investitionstätigkeit“, erklärt Steffen Helbig, Geschäftsführer der WBM.

Insgesamt investierte die WBM 238 Millionen Euro in Neubauprojekte sowie Projektentwicklungsankäufe und weitere 79 Millionen Euro in die Modernisierung, Instandhaltung und Instandsetzung des Bestands – beide Positionen lagen damit auf Vorjahresniveau. Die Investitionen in den Bestand entsprechen rund 33 Euro pro Quadratmeter und verdeutlichen den kontinuierlichen Fokus auf Substanzerhalt und Qualitätssteigerung im Bestand.

Mit Investitionen in Photovoltaik, energieeffiziente Gebäude und klimaresiliente Quartiere schaffen wir die Grundlage für einen zukunftsfähigen und nachhaltigen Bestand.

Steffen Helbig, Geschäftsführer der WBM.

„Unsere Investitionen in Neubau und Bestand folgen einer klaren langfristigen Strategie“, erklärt WBM-Geschäftsführer Lars Dormeyer. „Bis 2034 wollen wir unser Portfolio um rund 10.000 Wohnungen sowie 100.000 Quadratmeter Gewerbefläche erweitern. Dabei geht es uns nicht allein um Wachstum, sondern vor allem um die nachhaltige und verantwortungsvolle Weiterentwicklung lebenswerter Quartiere in Berlin.“

Nachhaltigkeit und Klimaschutz bleiben dabei zentrale Bestandteile der langfristigen Unternehmensstrategie. Ziel der WBM ist es, den Bestand bis 2045 klimaneutral weiterzuentwickeln und dabei ökologische, wirtschaftliche und soziale Aspekte miteinander zu verbinden. „Nachhaltigkeit verstehen wir als langfristigen Transformationsprozess unseres gesamten Portfolios“, erklärt Steffen Helbig. „Mit Investitionen in Photovoltaik, energieeffiziente Gebäude und klimaresiliente Quartiere schaffen wir die Grundlage für einen zukunftsfähigen und nachhaltigen Bestand.“

Auch die Digitalisierung wurde 2025 konsequent als strategisches Zukunftsthema weiterentwickelt. Mit der neuen Digitalstrategie schafft die WBM die Grundlage dafür, Prozesse, Daten und Services künftig noch stärker miteinander zu vernetzen und die Digitalisierung der WBM weiter voranzutreiben. Im Fokus stehen dabei effizientere Abläufe, moderne Serviceangebote sowie eine leistungsfähige und zukunftsorientierte Unternehmensorganisation.

608 Wohnungen fertiggestellt – rund 1.300 sind im Bau

Der Wohnungsbestand wurde im Berichtsjahr um 608 Wohnungen erweitert. Aktuell befinden sich rund 1.300 Wohnungen im Bau. Im Laufe dieses Jahres werden insgesamt acht neue Baustarts realisiert, die den künftigen Wachstumspfad der WBM weiter absichern.

Die Mietentwicklung der WBM bleibt auch 2025 von Kontinuität und sozialer Balance geprägt. In der Assetklasse Wohnen lag die durchschnittliche Nettokaltmiete bei 7,23 Euro pro Quadratmeter (Vorjahr: 6,83 Euro pro Quadratmeter) und damit weiterhin unter der ortsüblichen Vergleichsmiete. Nach Auswertung des Ende Mai veröffentlichten Berliner Mietspiegels 2026 liegt diese nun bei 8,69 Euro pro Quadratmeter für das Portfolio der WBM. So sichert die WBM auch in gefragten Innenstadtlagen weiterhin ein bezahlbares und verlässliches Mietniveau.

Die sehr niedrigen Leerstände bestätigen die dauerhaft hohe Nachfrage nach unseren Produkten in allen Lagen und Nutzungsarten.

WBM-Geschäftsführer Lars Dormeyer

In der Assetklasse Gewerbe liegt die durchschnittliche Miete bei 15,62 Euro pro Quadratmeter (Vorjahr: 15,18 Euro pro Quadratmeter). Die Entwicklung folgt damit der Marktdynamik in gut nachgefragten innerstädtischen Lagen.

Die hohe Nachfrage zeigt sich auch in den Vermietungskennzahlen: Die Fluktuationsquote liegt im Wohnbereich bei 3,5 Prozent und im Gewerbebereich bei 4,6 Prozent. Auch die Leerstandsquoten bewegen sich weiterhin auf sehr niedrigem Niveau. Im Wohnsegment beträgt der fluktuationsbedingte Leerstand 0,5 Prozent, im Gewerbebereich 1,4 Prozent.

„Die sehr niedrigen Leerstände bestätigen die dauerhaft hohe Nachfrage nach unseren Produkten in allen Lagen und Nutzungsarten“, so Lars Dormeyer. „Sie stehen zugleich für eine nahezu vollständige Vermietung und unterstreichen die Robustheit unseres Portfolios in einem weiterhin angespannten Marktumfeld. Die Zahlen zeigen zugleich, wie wichtig verlässliche Investitionen in den Bestand sowie zusätzlicher Neubau für eine nachhaltige Entlastung des Berliner Wohnungsmarkts sind.“

Im April 2026 wurde zudem das Re-Rating bestätigt. Die WBM erhielt erneut ein Rating von „A“ mit stabilem Ausblick. Damit wird die wirtschaftliche Stabilität, die solide Finanzstruktur sowie die strategische Ausrichtung des Unternehmens weiterhin bestätigt.

Matthias Borowski WBM

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Serielles Sanieren: Ausschreibung für neue GdW-Rahmenvereinbarung startet Ende Juni

Serielles Sanieren: Ausschreibung für GdW-Rahmenvereinbarung
Serielle Sanierung an einem Wohngebäude in Merseburg. Foto: Felix Zahn / photothek.de

Die Wohnungswirtschaft steuert zielstrebig auf einen wichtigen Meilenstein beim seriellen Sanieren zu: Die Ausschreibung für die neue Rahmenvereinbarung „Serielles Sanieren 1.0“ soll planmäßig Ende Juni starten. Dies wurde im Rahmen eines Treffens des Begleitkreises zur Projektgruppe beim Spitzenverband der Wohnungswirtschaft GdW bestätigt.

Die Rahmenvereinbarung entsteht gemeinsam mit dem Hauptverband der Deutschen Bauindustrie und der dena – Deutsche Energie-Agentur. Begleitet wird das Verfahren durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie sowie das Bundesministerium für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen.

Gemeinsam mit dem Projektteam wurden der aktuelle Stand der Ausschreibung sowie letzte offene Punkte intensiv beraten. Ziel der Rahmenvereinbarung ist es, Wohnungsunternehmen den Zugang zu verlässlichen, qualitativ hochwertigen und skalierbaren Lösungen für die serielle energetische Sanierung zu erleichtern.

Klimaziele im Gebäudesektor praxistauglich erreichen

„Mit der Rahmenvereinbarung zum seriellen Sanieren schaffen wir die Grundlage dafür, energetische Modernisierung schneller, effizienter und wirtschaftlicher umzusetzen. Das ist ein wichtiger Schritt, um die Klimaziele im Gebäudesektor praxistauglich zu erreichen und gleichzeitig die Wohnungsunternehmen bei ihren individuellen Klimapfaden zu unterstützen“, sagt GdW-Hauptgeschäftsführerin Ingeborg Esser.

„Das serielle, modulare Bauen ist längst fester Bestandteil der Wertschöpfungskette Bau – und das ist auch gut so, denn industrielle Produktions- und Bauweisen sind ein zentraler Hebel gegen lange Bauzeiten, hohe Baukosten und erhöht die Attraktivität für unsere Fachkräfte. Es ist deshalb konsequent, dass wir nach dem Neubau mit der neuen Rahmenvereinbarung ‚Serielles Sanieren 1.0‘ nun auch die Modernisierung des Bestands in den Blick nehmen, denn hier liegt bekanntlich der Schlüssel, um Emissionen im Gebäudebereich zu reduzieren“, sagt Tim-Oliver Müller, Hauptgeschäftsführer des Hauptverbandes der Deutschen Bauindustrie.

Vereinfacht Vergabe schafft Transparenz

„Die Rahmenvereinbarung ist ein wichtiger Schritt auf dem Weg in den Breitenmarkt: Sie vereinfacht die Vergabe, schafft Transparenz über die verfügbaren Lösungen, sorgt für Akzeptanz und erleichtert der Wohnungswirtschaft damit die Entscheidung für eine serielle Sanierung“, erklärt Christian Stolte, Bereichsleiter Klimaneutrale Gebäude, dena – Deutsche Energie-Agentur.

Der Begleitkreises zur Projektgruppe bei seinem Treffen in Berlin – mit GdW-Hauptgeschäftsführerin Ingeborg Esser (5. v. r.) und Fabian Viehrig, Leiter Bauen und Technik im GdW (ganz rechts). Foto: GdW

Das serielle Sanieren gilt als zentraler Hebel für die Transformation des Gebäudebestands. Durch standardisierte Prozesse und industrielle Vorfertigung können Sanierungen schneller umgesetzt, Kosten reduziert und Kapazitäten effizienter genutzt werden.

Strukturierte und verlässliche Prozesse

Mit der geplanten Rahmenvereinbarung verfolgt die Wohnungswirtschaft insbesondere drei Ziele: Strukturierte und verlässliche Prozesse für Wohnungsunternehmen, die aktive Beschleunigung und Skalierung des Marktes für serielle Sanierungslösungen, sowie die Unterstützung der Energiewende und der Klimaziele im Gebäudesektor.

Der GdW dankt allen Beteiligten des Begleitkreises und der Projektgruppe für die konstruktive Zusammenarbeit. Gemeinsam solle die Energiewende im Gebäudesektor entscheidend vorangebracht werden.

Andreas Schichel

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In mehr als jeder zweiten Großstadt liegen die Mieten unter 10 Euro pro Quadratmeter

Abseits der teuren Metropolen gibt es weiterhin viele kreisfreie Großstädte mit deutlich niedrigeren Angebotsmieten. Eine aktuelle ImmoScout24-Auswertung der 71 kreisfreien Großstädte mit mehr als 100.000 Einwohner:innen zeigt: In mehr als jeder zweiten betrachteten Großstadt liegen die durchschnittlichen Angebotsmieten für Bestandswohnungen im ersten Quartal 2026 unter 10 Euro pro Quadratmeter. Damit liegen diese Städte spürbar unter dem Durchschnitt der acht Metropolen von 13,95 Euro pro Quadratmeter.

„Während die Mietmärkte in den Metropolen angespannt bleiben, gibt es in Deutschland weiterhin zahlreiche kreisfreie Großstädte mit vergleichsweise moderaten Angebotsmieten. Gerade diese Städte stehen oft weniger im öffentlichen Fokus, bieten aber eine gute Infrastruktur zu deutlich niedrigeren Preisen“, sagt Dr. Gesa Crockford, Geschäftsführerin von ImmoScout24.

In 15 Großstädten liegen die Mieten unter 8,50 Euro pro Quadratmeter

Besonders günstig sind die Angebotsmieten in 15 kreisfreien Großstädten. Dort werden Bestandswohnungen für weniger als 8,50 Euro pro Quadratmeter angeboten. Chemnitz führt das Ranking mit 6,27 Euro pro Quadratmeter an. Eine 70-Quadratmeter-Wohnung kostet dort rechnerisch rund 439 Euro Kaltmiete. Auf dem zweiten Platz folgt Salzgitter mit 7,15 Euro pro Quadratmeter.

Neun der 15 Städte mit Angebotsmieten unter 8,50 Euro pro Quadratmeter liegen in Nordrhein-Westfalen, darunter Gelsenkirchen (7,25 Euro pro Quadratmeter), Hagen (7,56 Euro pro Quadratmeter), Herne (7,61 Euro pro Quadratmeter) und Oberhausen (8,37 Euro pro Quadratmeter) auf Platz 15.

Aus Ostdeutschland gehören neben Chemnitz auch Magdeburg (7,39 Euro pro Quadratmeter) und Halle (Saale) (7,71 Euro pro Quadratmeter) zu den günstigsten kreisfreien Großstädten.

In 22 weiteren Großstädten bleiben die Bestandsmieten unter 10 Euro pro Quadratmeter

Insgesamt liegen die Angebotsmieten für Bestandswohnungen in 37 der 71 betrachteten kreisfreien Großstädte unter 10 Euro pro Quadratmeter. Damit bleibt das Mietniveau in mehr als der Hälfte der untersuchten Großstädte einstellig. Zum Vergleich: Bundesweit liegt der Durchschnitt bei 9,00 Euro pro Quadratmeter, über die acht Metropolen hinweg bei 13,95 Euro pro Quadratmeter.

Mit einem Quadratmeterpreis von 8,90 Euro landet sogar Leipzig als Metropole in diesem Ranking – und das auf Platz 21. Auf den hinteren Plätzen dieser Gruppe liegen Rostock mit 9,97 Euro pro Quadratmeter, Bremen mit 9,93 Euro sowie Oldenburg und Osnabrück mit jeweils 9,85 Euro pro Quadratmeter.

Methodik

Für die Analyse wurden die Angebotsmieten für Bestandswohnungen in den 71 kreisfreien deutschen Großstädten mit mehr als 100.000 Einwohner:innen ausgewertet. Die angegebenen Quadratmeterpreise beziehen sich auf das erste Quartal 2026. Die rechnerische Kaltmiete basiert auf einer 70-Quadratmeter-Wohnung. Die Kategorie Bestand umfasst Wohnungen mit einem Baualter von mindestens drei Jahren.

Quelle: ImmoScout24

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Aareon Summit 2026: Intelligent Perspektiven schaffen

Blick ins Plenum. Foto: Pinneapple Studios GbR, Frankfurt am Main

Der Aareon Summit auf dem EUREF-Campus Düsseldorf rückte das Thema Künstliche Intelligenz und Zukunftsfähigkeit in den Fokus. Branchenexpertinnen und -experten zeigten auf, wie dynamisch sich die Wohnungs- und Immobilienwirtschaft im Zuge der digitalen Transformation entwickelt und welche Potenziale insbesondere durch KI realisiert werden können. 

Impulse rund um KI

Für einen inspirierenden Austausch sorgten auch hochkarätige Speaker. GdW-Präsident Axel Gedaschko stellte die Chancen von KI und Digitalisierung für die Wohnungswirtschaft heraus. Neurowissenschaftler Benjamin B. Bargetzi knüpfte thematisch an und beleuchtete, warum Unternehmen besser heute als morgen mit KI starten sollten.

Prof. Dr. Miriam Meckel von der Universität St. Gallen ging in ihrem Impuls „Co-Intelligenz: Wie KI unsere Entscheidungen, Arbeit und Produktivität neu orchestriert“ auf das wirkungsvolle Zusammenspiel von Mensch und KI ein.

Integrierte KI-Lösungen für automatisierte Prozesse

Aareon-CEO Harry Thomsen äußerte sich begeistert angesichts der zahlreichen KI-Entwicklungen bei Aareon im vergangenen Jahr: „Wir haben frühzeitig in KI-Lösungen investiert, um unsere Kundinnen und Kunden bei den vielfältigen Herausforderungen in der Immobilienwirtschaft, wie zum Beispiel Fachkräftemangel, zu unterstützen. Das zahlt sich aus, denn Unternehmen können von unseren direkt ins Property Management System integrierten KI-Lösungen profitieren.“

Kim Hofstätter, Chief Communications Officer Aareon; Harry Thomsen, CEO Aareon; und Oliver Luttmann, Geschäftsführer Aareon Deutschland, eröffnen den Aareon Summit 2026 (v.l.n.r.). Foto: Pinneapple Studios GbR, Frankfurt am Main

Oliver Luttmann, Geschäftsführer Aareon Deutschland, knüpfte daran an und betonte: „Bereits auf dem Aareon Summit im vergangenen Jahr war das große Interesse unserer Kundinnen und Kunden an KI deutlich spürbar. Unterstützt durch einen wirkungsvollen gemeinsamen Co-Creation-Prozess haben wir seither mehrere Use Cases der KI-Assistenz AAVA auf den Markt gebracht, die die Mitarbeitenden in den Wohnungsunternehmen signifikant entlasten.“ Als Beispiele nannte Luttmann die weitere Prozessautomatisierung durch KI bei der Postbearbeitung oder auch beim Rechnungseingang.

Als zentrale Neuigkeit kündigte Aareon den durch KI optimierten Prozess der Betriebskostenabrechnung an. „Das ist ein Meilenstein in der Entwicklung, durch den die Wohnungsunternehmen eine weitere signifikante Vereinfachung in den Prozessen erreichen und zusätzliche Wertschöpfungspotenziale realisieren können“, unterstrich Thomsen.

Marktplatz zum Austausch und Erleben

Die Branche im Austausch. Foto: Pinneapple Studios GbR, Frankfurt am Main

Auf dem interaktiven Marktplatz rund um die transparente Kuppel des EUREF-Campus konnten die Event-Teilnehmenden beispielsweise in der AAVA Werkstatt KI einfach ausprobieren und sich mit den Expertinnen und Experten von Aareon austauschen. Ebenso gaben die innovativen Partnerunternehmen auf dem Marktplatz praxisnahe Einblicke in ihr Lösungsangebot.

Gesellschaftliches Engagement

Im Rahmen der stimmungsvollen Abendveranstaltung in der Kuppel des EUREF-Campus übergaben Carsten Wiese, Head of Strategic Relationships & Customer Transformation bei Aareon, und Sabrina Dick, Chief People & Culture Officer bei Aareon, eine Spende in Höhe von 10.000 Euro an Petra Eggert-Höfel, Vorstandsvorsitzende DESWOS Deutsche Entwicklungszusammenarbeit für soziales Wohnungs- und Siedlungswesen e.V.

Aareon ist Europas etablierter Anbieter von Softwarelösungen für die Immobilienwirtschaft und Wegbereiter für die digitale Zukunft der Branche. Aareon verbindet Menschen, Prozesse und Immobilien – und bringt so die Branche näher zusammen. Mit dem Aareon Property Management System, basierend auf intelligenten Softwarelösungen, ermöglicht das Unternehmen die effiziente Verwaltung und Instandhaltung von Wohn- und Gewerbeimmobilien – und schafft digitale Erlebnisse für die Beteiligten. Als verlässlicher und innovativer Partner engagiert sich Aareon für Fortschritt, positive Veränderungen und nachhaltige Lebens- und Arbeitsräume für alle.

Karin Veyhle

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Weckruf für den Wohnungsbau aus Brüssel: EU-Kommission mahnt Reformen an

Weckruf für Wohnungsbau: EU-Kommission mahnt Reformen an
EU-Kommission mahnt Reformen für den deutschen Wohnungsbau an und bestätigt zentrale Forderungen der sozial orientierten Wohnungswirtschaft. Foto: Europäische Kommission https://ec.europa.eu/stories/2024-2029-commission/

Die Europäische Kommission hat im Rahmen des Europäischen Semesters ihre länderspezifischen Empfehlungen für Deutschland vorgelegt. Diese bestätigen zentrale Forderungen der sozial orientierten Wohnungswirtschaft. Im Fokus stehen unter anderem eine schnellere Modernisierung und Digitalisierung der öffentlichen Verwaltung sowie bessere Rahmenbedingungen für Wohnungsbauinvestitionen.

Die Kommission fordert Deutschland ausdrücklich auf, Verwaltungsvorgänge zu vereinfachen, digitale Dienste nutzerfreundlicher und bundesweit einheitlicher verfügbar zu machen sowie die Bedingungen für Wohnungsbauinvestitionen zu verbessern.

Weniger Regelungsdickicht

„Die EU-Kommission trifft den Nagel auf den Kopf. Brüssel sagt klar, was die Wohnungswirtschaft seit Jahren anmahnt: Deutschland braucht endlich eine echte digitale Verwaltungsoffensive, schnellere Genehmigungen, weniger Regelungsdickicht und verlässliche Rahmenbedingungen für Investitionen in bezahlbares Wohnen“, sagt Axel Gedaschko, Präsident des Spitzenverbandes der Wohnungswirtschaft GdW.

„Der Weckruf aus Brüssel ist unmissverständlich: Deutschland muss beim Wohnungsbau vom Regulieren ins Ermöglichen kommen. Immer neue mietrechtliche Daumenschrauben schaffen keine einzige zusätzliche Wohnung. Dauerhaft wirksamer Mieterschutz entsteht vor allem durch mehr bezahlbares Angebot.“

Mietregulierungen sind die Ursachen der Wohnungsknappheit

Die Kommission stellt in ihrem Länderbericht fest, dass die Wohnungsbauinvestitionen in Deutschland 2025 bereits das fünfte Jahr in Folge zurückgegangen sind, insgesamt um 20 Prozent seit 2020. Zugleich warnt sie davor, dass Mietregulierungen die Ursachen der Wohnungsknappheit nicht beseitigen und Investitionsanreize schwächen können.

Als zentrale Hebel nennt Brüssel vereinfachte und gestraffte Regeln, digitalisierte Prozesse, bessere Flächenmobilisierung, niedrigere Baukosten, mehr sozialen Wohnungsbau und die Umsetzung eines einfachen, bedarfsgerechten Gebäudestandards nach dem Vorbild des Gebäudetyp E.

Einfach, innovativ, kostengünstiger, aber sicher und qualitätsvoll.

„Das ist Rückenwind für den vom GdW vorangetriebenen Praxispfad und für einen neuen, bezahlbaren Basisstandard beim Bauen“, so Gedaschko. „Wir müssen weg von überzogenen Komfort- und Detailstandards, die Bauen immer teurer machen, und hin zu einem rechtssicheren Basisstandard: einfach, innovativ, kostengünstiger, aber sicher und qualitätsvoll. Entscheidend ist jetzt, dass die Bundesregierung die europäischen Empfehlungen konsequent in nationales Handeln übersetzt.“

Besonders deutlich wird der Handlungsbedarf auch bei der Verwaltungsdigitalisierung. Die EU-Kommission kritisiert komplexe, nur teilweise digitalisierte Verfahren, wiederholte Behördengänge und eine mangelnde Abstimmung zwischen den staatlichen Ebenen. Sie fordert gemeinsame Standards, digitale Bausteine und nutzerfreundliche Verfahren über Bund, Länder und Kommunen hinweg.

Digital eingereicht, analog bearbeitet = Genehmigungsstau

„Solange Bauanträge in Deutschland digital angekündigt, aber analog bearbeitet werden, bleiben wir im Genehmigungsstau stecken“, sagt Gedaschko. „Wir brauchen die flächendeckende volldigitale Baugenehmigung, verbindliche Fristen, einheitliche Standards und den Mut, Verfahren wirklich zu entrümpeln. Wenn die Prozesse nicht schneller und einfacher werden, helfen weder gute Konzepte noch neue Förderprogramme ausreichend.“

EU-Empfehlungen als Arbeitsauftrag verstehen

Der GdW fordert die Bundesregierung auf, die Empfehlungen der EU-Kommission als konkreten Arbeitsauftrag zu verstehen. Notwendig sind jetzt steuerliche Investitionsanreize, eine verlässliche und auskömmliche Förderung ohne Stop-and-Go-Politik, ein wirksames Einfacher-Bauen-Gesetz, die rechtssichere Umsetzung des Gebäudetyps E als verlässlicher und bundesweiter Basisstandard, schnellere Planungs- und Genehmigungsverfahren sowie eine konsequente Digitalisierung der Bauverwaltungen.

Andreas Schichel

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