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Baukultur zum Anfassen

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Im Juni werden die Architekturtage 2021/22 in ganz Österreich zum 11. Mal starten. Unter besonderen Vorzeichen: Dieses Jahr drehen sich alle Aktivitäten rund um das Thema Bildung.
MAIK NOVOTNY

Man könnte es vielleicht gesunden Voyeurismus nennen. Oder schlicht und einfach Neugier. Fakt ist: Wenn man die Gelegenheit bekommt, hinter Türen zu blicken, die ansonsten verschlossen sind, sagt fast niemand Nein. Genau diese Neugier ist einer der Motoren der 2002 ins Leben gerufenen Architekturtage Österreich. Sie machen Architektur zugänglich, berührbar, erfahrbar und das ganz ohne fachspezifische Einlasskontrollen. Baukultur als gesamtgesellschaftliches Erlebnis, und das soll sie ja auch sein.

Der Erfolg des Formats war schon im ersten Jahr evident, seitdem findet es alle zwei Jahre in ganz Österreich statt, rund 30.000 Besucher zählt man landesweit. Nicht zuletzt eine föderal-organisatorische Meisterleistung, denn am Programm sind viele Institutionen beteiligt: Die Architekturstiftung Österreich, die Architekturhäuser in den Bundesländern und die Kammer der Architekten und Ziviltechniker.

Vielfältiges Programm

Das Programm ist dementsprechend vielfältig: Neben klassischer Hausbeschau gehören geführte Stadtspaziergänge, offene Ateliers von Architekten, Filmaufführungen, Vorträge und Diskussionen zum Repertoire. Auch die Gelegenheit zum Feste-Feiern wird selten ausgelassen. Und immer wieder wird über die Grenzen in die Slowakei, nach Ungarn und nach Slowenien geblickt. Hier gibt es an jedem Ort viel Eigenes zu entdecken, gleichzeitig steht jedes Festival inzwischen unter einem übergeordneten Motto. 2019 war es „Raum macht Klima“, 2021 wird man sich dem Thema Schule und Bildung widmen.

Eine offensichtliche Wahl. Schließlich hat kaum ein Bereich des Bauens so viel Innovation erfahren wie der Bildungsbau. Neue, freiere pädagogische Konzepte lösten den Frontalunterricht ab und machten auch die seit dem 19. Jahrhundert unverändert genormten Gangklassen obsolet. Klassenzimmer werden zu Clustern und Marktplätzen, alles ist in Bewegung.

Doch hier schlummert noch mehr Potenzial, wie Barbara Feller, Geschäftsführerin der Architekturstiftung Österreich, erklärt: „Man verbringt viel Zeit in Bildungsbauten, aber an 185 Tagen im Jahr sind sie geschlossen. Dabei könnte hier noch mehr passieren als nur Schule.“ Die Tage der offenen Tür sind also auch als Einladung zum Weiterdenken zu verstehen.

Wie offen die Türen tatsächlich sind, wird sich noch zeigen. Das Jahresthema stand zwar schon vor Beginn der Corona- Pandemie fest, hat jedoch, wie wir alle wissen, seit 2020 an Dringlichkeit gewonnen. Auch das Festival musste, wie alle Veranstaltungen, darauf reagieren und tut das auf bewährt erfindungsreiche Weise: Die Architekturtage werden zum Architekturjahr, aufgespannt zwischen dem digital-hybriden Start am 11. und 12. Juni 2021 und dem analogen Finale im Juni 2022 (siehe Interview). Ein ganzes Schuljahr sozusagen, passend zur Leitidee des lebenslangen Lernens.

Ein spannendes Thema

Barbara Feller blickt auf inzwischen zehn Festivals zurück und erklärt, was wir vom Programm der Architekturtage 2021/22‘erwarten dürfen…

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