Aus dem Mainzer Immobilientag wird MIT – Mein Immobilientag: Am 4. November 2026 geht das etablierte Veranstaltungsformat in seine 16. Runde. Veranstaltungsort ist Satellit Glückstein in Mannheim. Im Mittelpunkt stehen die Transformation „gestrandeter“ Immobilien, neue Nutzungskonzepte, Klimafragen sowie die Chancen von Digitalisierung und KI. Wissenschaft und Praxis, Wohnungs- und Immobilienwirtschaft, öffentliche Hand, Kirchen und Verbände kommen dabei miteinander ins Gespräch.
Wohnungswirtschaft heute-Chefredakteur Gerd Warda sprach im Vorfeld mit dem Initiator Prof. Dr.-Ing. Ulrich Bogenstätter darüber, warum der fachübergreifende Austausch gerade jetzt wichtig ist, was die Teilnehmer vom 16. MIT mitnehmen können – und warum sich das Dabeisein am 4. November lohnt.
Herr Professor Bogenstätter, aus dem Mainzer Immobilientag wird „MIT – Mein Immobilientag“. Warum braucht die Immobilien- und Wohnungswirtschaft gerade jetzt ein Format, das Wissenschaft, Praxis, Verwaltung und Verbände so bewusst zusammenbringt?
Prof. Dr.-Ing. Ulrich Bogenstätter: Die Herausforderungen, vor denen die Immobilienwirtschaft steht, lassen sich heute kaum noch innerhalb einzelner Disziplinen lösen. Wir haben es mit Bestandsimmobilien zu tun, deren ursprüngliche Nutzung nicht mehr trägt, mit sogenannten „gestrandeten Immobilien“. Gleichzeitig beschäftigen uns Klimaschutz und Klimaresilienz, neue Nutzungskonzepte, rechtliche Rahmenbedingungen, Digitalisierung und künstliche Intelligenz. Hinzu kommt die Frage, welche Kompetenzen die Menschen benötigen, die künftig Verantwortung für Immobilien übernehmen.
Genau deshalb ist der interdisziplinäre Austausch so wichtig. Seit 2010 bringt der Mainzer Immobilientag Menschen aus Wohnungswirtschaft, öffentlicher Hand, Kirchen, Industrie, Wissenschaft, Verbänden und Ausbildung zusammen. Mit „MIT – Mein Immobilientag“ wollen wir diesen Gedanken weiterentwickeln. Nicht mehr der Veranstaltungsort soll im Mittelpunkt stehen, sondern die Menschen, die sich mit ihren Erfahrungen, ihren Fragen und unterschiedlichen Perspektiven einbringen.
„Gestrandete Immobilien“, Umnutzung, Klimaanpassung, KI und Digitalisierung – Sie greifen beim 16. MIT gleich mehrere große Transformationsaufgaben auf. Was sollen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer am Ende des Tages konkret mitnehmen, das ihnen bei ihren eigenen Beständen und Entscheidungen weiterhilft?
Prof. Dr.-Ing. Ulrich Bogenstätter: Uns geht es darum, Transformation nicht abstrakt zu diskutieren, sondern anhand konkreter Aufgaben und Lösungsansätze. Was lässt sich beispielsweise mit Immobilien der öffentlichen Hand anfangen, für die eine neue Nutzung gefunden werden muss? Wie kann selbst eine Kirche, die für einen symbolischen Euro abgegeben wird, unter Berücksichtigung von Klima- und Denkmalschutz neues Leben erhalten? Wie können innerstädtische Lagen umgenutzt werden? Und welche rechtlichen Fragen entstehen zwischen Bestandsschutz und Neubeginn?
Dabei wollen wir auch zeigen, welche Rolle neue Technologien spielen können. Künstliche Intelligenz und Digitalisierung können helfen, Potenziale von Immobilien und Flächen schneller zu erkennen, Umbau und Nachverdichtung zu unterstützen oder kritische Infrastruktur zu sichern. Entscheidend ist aber, den konkreten Mehrwert zu hinterfragen: Was kann KI tatsächlich leisten und wo braucht es weiterhin den Menschen?
Wenn die Teilnehmerinnen und Teilnehmer am Ende des Tages neue Lösungswege kennen, Erfahrungen aus anderen Bereichen auf ihre eigenen Aufgaben übertragen können und vielleicht auch die richtigen Ansprechpartner für die nächsten Schritte gefunden haben, dann hat der MIT seinen Zweck erfüllt.
Viele Fachleute haben einen vollen Terminkalender und müssen sehr genau auswählen, welche Veranstaltungen sie besuchen. Warum sollte man sich den 4. November für den MIT freihalten – und was kann die persönliche Teilnahme beziehungsweise das Zuhören aus der Ferne leisten, was der reine Informationsabruf im Alltag nicht bietet?
Prof. Dr.-Ing. Ulrich Bogenstätter: Informationen sind heute überall verfügbar. Der eigentliche Mehrwert einer solchen Veranstaltung entsteht deshalb nicht allein dadurch, dass Wissen vermittelt wird. Entscheidend ist, unterschiedliche Erfahrungen und Sichtweisen miteinander ins Gespräch zu bringen.
Deshalb gehören beim MIT die Diskussionsrunden genauso zum Konzept wie die Fachvorträge. Wissenschaft trifft auf Praxis, Immobilienverantwortliche treffen auf Juristen, Facility Management, Industrie und öffentliche oder kirchliche Eigentümer. Es geht um die Frage: Was funktioniert bereits, was können andere daraus lernen und wo müssen vielleicht auch bisherige Vorgehensweisen grundsätzlich neu gedacht werden?
Wer am 4. November dabei ist – in Präsenz oder online –, bekommt deshalb nicht nur einzelne Fachinformationen. Der MIT soll Zusammenhänge sichtbar machen: von der Transformation bestehender Immobilien über Klima- und Rechtsfragen bis zu Digitalisierung und KI und schließlich zur Frage, welche Menschen und Kompetenzen die Immobilienwirtschaft künftig benötigt.
Gerade in einer Branche, die sich so stark verändert, ist dieser Austausch wichtig. Der MIT versteht sich dafür als unabhängige Plattform für Wissenstransfer, Diskussion und Zukunftsfragen. Und wer vor Ort in Mannheim dabei ist, hat darüber hinaus die Möglichkeit, Gespräche beim Networking und im Forum der Dienstleister persönlich weiterzuführen. Es werden nicht nur Vorträge gehalten, sondern die Diskussion wird auf dem „Sofa“ fortgeführt, ganz nach dem Motto: 50% Vorträge und 50% Diskussion.
Prof. Bogenstätter, danke für das Gespräch.
MIT-Mein Immobilientag – Das Programm

