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Legionellen-Prävention und Wasserleitung – Desinfektionsmaßnahmen können Rohrmaterial schädigen

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Dr. Georg Scholzen ist Präventionsspezialist für Leitungswasserschäden und engagierte sich als technischer Experte federführend in der AVW-Initiative FORUM LEITUNGSWASSER. Im Magazin „Forum Leitungswasser“ wird er künftig regelmäßig ein technisches Thema aus dem Leitfaden, der in der Workshop-Reihe entstanden ist, genauer beleuchten. Dieses Mal: Wie Desinfektionsmaßnahmen die Trinkwasseranlage schädigen können

Immer wieder werde ich gefragt, wie man Leitungswasserschäden am besten vorbeugen kann. Doch leider gibt es darauf keine allgemeingültige Antwort. Jeder Schaden, der durch Leitungswasser entsteht, ist einzigartig. Das Thema ist – unter anderem durch umfangreiche Leitungsarten und verschiedene Installationssysteme –sehr komplex.

Als die AVW-Gruppe 2017 das FORUM LEITUNSGWASSER ins Leben rief, war ich deshalb begeistert: Im konstruktiven Austausch konnten hier über zwei Jahre technische Entscheider der Wohnungswirtschaft und führende Experten der Schadenverhütung einen Leitfaden erarbeiten, der nachhaltig auf das Thema einzahlt und der Wohnungswirtschaft jetzt fundiertes Wissen und erprobte Strategien an die Hand gibt, um ein sinnvolles Leitungswassermanagement aufzubauen.

Damit wird nicht nur die Mieterzufriedenheit erhöht, sondern sichergestellt, dass es auch zukünftig attraktiven und preiswerten Wohnraum zu bezahlbaren Versicherungsbeiträgen geben kann.

Die Prävention von Leitungswasserschäden lebt einfach vom Erfahrungsaustausch, von der Weitergabe von Wissen. In jeder Ausgabe vom „Forum Leitungswasser“ möchte ich daher fortan ein technisches Thema genauer vorstellen, das wir im FORUM LEITUNGSWASSER erarbeitet haben. Los geht’s mit dem Einfluss von Desinfektionsmaßnahmen aufs Rohrmaterial.

Korrosionsschäden durch Desinfektion

Trinkwasseranlagen müssen sauberes Trinkwasser zur Verfügung stellen, keine Frage. Oftmals werden bei einem Befall mit schadhaften Bakterien wie Legionellen bei Überschreiten des technischen Maßnahmenwertes von 100 koloniebildenden Einheiten (KBE) jedoch einfach Desinfektionsmaßnahmen durchgeführt, in der Hoffnung, damit der Ursache des Problems entschlossen entgegenzutreten.

Dies ist leider ein Irrtum und kann fatale Folgen haben. Denn die Desinfektion mit Chemikalien oder durch erhöhte Temperaturen kann die Nutzungsdauer einer Anlage mindern und zusätzliche Korrosionsschäden verursachen.

Oder anders gesagt: Der regelmäßige Einsatz von Desinfektionsmaßnahmen beeinträchtigt entscheidend die Langlebigkeit der Rohrmaterialien.

Desinfektionen bekämpfen nicht die Ursache des Problems

Das Problem von Desinfektionsmaßnahmen ist, dass sie nicht nachhaltig sind. Im Wasser lebt eine Vielzahl von Organismen, die sich in der Regel gegenseitig unter Kontrolle halten – etwa so wie unsere Bakterien im Darm. Erst wenn eine Art sich explosionsartig vermehren kann, kommt es zu Problemen.

Eine Desinfektion bekämpft dann vielleicht kurzfristig das Symptom, behebt aber nicht die Schadenursache. Der Befall wird sich immer wieder neu einstellen und es wird immer wieder desinfiziert werden, sobald die Konzentration an Desinfektionsmittel abnimmt…

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