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Das Wohnzimmer im Wohnzimmer

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Die Wiener Architektin Lisa Zentner wohnt seit drei Jahren im „Wohnzimmer“ genannten Komplex im Sonnwendviertel. Am meisten schätzt sie die Großzügigkeit der Räume. Und dass sie sich als Gestalterin in den Innenausbau einbringen konnte.
WOJCIECH CZAJA

Der Tisch, sagt sie, sei aus Zirbenholz. Das beruhige den Herzschlag. Daher sei das Holz bei den in den Alpen lebenden Bauern und Bergleuten von jeher auch so beliebt gewesen. „Und ja… In gewisser Weise komme ich in dieser Wohnung tatsächlich wunderbar zur Ruhe. Es ist die beste Wohnung, in der man sich vorstellen kann, alt zu werden.“ Lisa Zentner ist Architektin und Consulterin. Die 54jährige betreute und prüfte bereits viele, viele Wettbewerbe und wirkte beim Wiener Geriatriekonzept von 2008 bis 2016 als Leiterin und Koordinatorin der Inneneinrichtung mit. Sie betreibt ein Architekturbüro im Sonnwendviertel, in dem sie auch Kurse und Seminare anbietet, und wohnt gerademal 100 Meter Luftlinie von ihrem Studio entfernt.

„Ich kannte dieses Projekt schon von der Wettbewerbsphase an und wusste: Wenn jemals der Zeitpunkt da ist, meine Altbauwohnung im vierten Bezirk aufzugeben und in einen barrierefreien Neubau zu ziehen, um einen neuen Lebensabschnitt zu starten, dann jetzt.“ Gesagt, getan. Seit 2014 bewohnen sie und ihr Mann Wolfgang Kathan eine 94 Quadratmeter große Dachgeschoß-Mietwohnung mit 48 Quadratmetern Terrassenflächen, auf denen in der warmen Jahreszeit Kräuter, Tomaten, Oleander gedeihen. Es ist eine von insgesamt 427 Wohnungen, welche die Bauträger Neues Leben, Neue Heimat, EBG und Mischek unter der eigens für dieses Bauvorhaben gegründeten Dachmarke „win4wien“ errichtet und mittels Brücken zu einer zusammenhängenden Stadt in der Stadt verbunden haben. Die Planung dafür stammt von Klaus Kada, Studio Vlay mit Lena Streeruwitz und Riepl Kaufmann Bammer Architektur.

Schönes Raumgefühl

„Im Altbau hat man ein schönes Raumgefühl aufgrund der großen Raumhöhe“, so Zentner. „Hier hingegen stellt sich die Großzügigkeit durch die Zimmerachsen, Fensterflächen und weit in die Ferne reichenden Ausblicke dar. Ich möchte dieses Gefühl nie wieder missen.“ Während die Wohnküche mit Ess-tisch, Stahlregalen und einigen präzise platzierten Kunstwerken das Zentrum der Wohnung bildet, sind die übrigen Räume durch eine raumhohe Schrankwand aus durchgefärbtem, schwarzen MDF vom Hauptraum abgetrennt: Bad, Toilette, Schlafzimmer. Und sogar für einen kleinen, komplett leer belassenen, asketisch gestalteten Übungsraum hat sich noch Platz gefunden.

„Die MDF-Schränke waren ein Sonderwunsch. Ich wäre ehrlich gesagt nur ungern in eine fixfertige Gipskarton-Wohnung eingezogen. Schließlich will man sich als Architektin und Gestalterin auch noch irgendwo einbringen.“ Es sei ein wirklich tolles Projekt, in dem viele innovativen…

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