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Das Umfeld als Optionsraum wird immer wichtiger!

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Startwohnungen gibt es seit über 30 Jahren. Wie hat sich der Begriff des „Neustarts“ seither verändert?

Christiane Feuerstein:

In Folge des sozio-ökonomischen Strukturwandels und der neuen standortunabhängigeren Produktionsformen haben sich die Kontinuitäten in vielen Lebensbereichen reduziert. Lineare Arbeitsbiografien und gewohnte Lebensformen erodieren: Es ist immer weniger üblich, nur einen Beruf, einen Arbeitgeber, einen Arbeitsort, nur eine Ehe oder Beziehung im Leben zu haben. Auch die Art und Intensität sozialer Beziehungen verändert sich. Stabile Wohnbiografien werden seltener. Es kommt häufiger und in kürzeren Abständen zur Veränderungen in der Lebenssituation. Das alles wirkt sich auch auf das Wohnen und den Wohnungsmarkt aus. Das ist einer der Gründe, warum vor allem in den großen Städten immer weniger Personen in einer Wohnung leben. In Wien sind bereits 55 Prozent aller Haushalte Einzelhaushalte.

Das heißt, auch der neoliberale Arbeitsmarkt verlangt von uns, immer zum Neustart bereit zu sein?
Christiane Feuerstein:

Ja. Die Flexibilisierung von Arbeitsorten und -zeiten und die damit verbundene zunehmende Mobilität wirken sich unmittelbar auf das Wohnen aus. Durch die teilweise Rückverlagerung von Erwerbsarbeit in die Wohnung verliert diese ihren ausschließlich privaten Charakter als persönlicher Rückzugsort und gewinnt in allen Lebensphasen an Bedeutung als Ort, an dem man sich länger aufhält.

Das Umfeld als Optionsraum

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