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100 Jahre im Blick

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1921 hieß sie „Gemeinwirtschaftliche Siedlungs- und Baustoffanstalt“, heute heißt sie „Gemeinnützige Siedlungsund Bau-AG“, dazwischen liegen 100 Jahre. 2021 feiert die Gesiba ihr Jubiläum. Anfangs ging es um Material und Darlehen für Siedler, heute geht es um gemeinnützigen Wohnbau im besten Sinn des Wortes.
ROBERT TEMEL

Die Geschichte der Gesiba umfasst eine Reihe von herausragenden Wohnbauprojekten, die bis heute große Bedeutung für die Stadt insgesamt besitzen, aber auch für die Gesiba selbst nach wie vor handlungsleitend sind. Ein wichtiger Schritt war die Wiener Werkbundsiedlung 1932. Wie es Generaldirektor Ewald Kirschner formuliert: „Die Philosophie der Werkbundsiedlung, viele Architekten einzubinden und in die Zukunft zu schauen, war vorbildhaft. Davon profitieren wir bis heute.“

Bereits zuvor entstand die Siedlung am Wasserturm mit den Architekten Franz Schacherl und Franz Schuster, die hinsichtlich Finanzierung neue Wege ging. Die Häuser standen auf Gründen der Stadt Wien mit Baurecht über 75 Jahre, der Kaufpreis wurde über 15 Jahre abbezahlt. Auch der Einsatz maßgeschneiderter ökonomischer Modelle für die eigenen Projekte ist etwas, das die Gesiba bis heute kennzeichnet.

Gestapelte Revolution

Das wohl bekannteste Projekt der Gesiba ist eine Großwohnanlage im Süden Wiens: „Die revolutionärste Entwicklung, die die Gesiba umgesetzt hat, war Alt-Erlaa. Wohnen wie die Reichen zu leistbaren Preisen. Ein Alt-Erlaa-Mieter muss nie zum Neusiedler See baden fahren, der hat alles zu Hause“, meint Ewald Kirschner. Das war möglich durch Architekt Harry Glücks Prinzip der „gestapelten Einfamilienhäuser“.

Dieses Konzept ist auch ein Vorläufer heutiger ökologischer Wohnbauten: die terrassierten Baukörper, die Fassadenbegrünung, der großzügige Park zwischen den Häusern und das Angebot, möglichst alle Alltagswege in der Anlage erledigen zu können, waren wichtige erste Schritte in diese Richtung für Wien. Und Alt-Erlaa war ein Versuchsfeld für umfassende Betreuung der Mieter – das Facility Management ist hier 24 Stunden lang 365 Tage im Jahr durchgehend erreichbar, die Mitarbeiter arbeiten im Schichtbetrieb. Jede Woche gibt es einen Jour fixe zwischen Hausverwaltung und dem sehr aktiven Mieterbeirat. Das hat sich bewährt, und die Betreuungsintensität wurde in späteren Gesiba-Bauten übernommen.

Ökologie im Wohnbau

Die ökologische Perspektive ist seither durchgehendes Thema der Gesiba: Sie errichtete das erste Niedrigenergiehaus Wiens „Am Hirschenfeld“ in der Brünner Straße in Floridsdorf, sie bemüht sich regelmäßig um Baumerhaltung und pflanzt möglichst große Exemplare statt Jungbäume. Generaldirektor Kirschner: „Im Otto-Wagner-Areal haben wir beim Wohnhaus von Architektin Claudia König um drei große Eichen herumgebaut, wir setzten einen Wurzelvorhang ein.

So versuchen wir regelmäßig vorzugehen.“ Die Gesiba befasst sich mit aktuellen Fragen der Klimawandelanpassung durch Fassaden- und Dachbegrünung, beispielsweise im neuen Stadtteil Biotope City, dem letzten von dem mittlerweile verstorbenen Harry Glück mitinitiierten Wohnbauprojekt. Und sie pflegt die Nachverdichtung, um anderswo die Bebauung freier Flächen zu vermeiden, beispielsweise mit dem neuen Gemeindebau am Handelskai, geplant von Querkraft Architekten, wo Hochgaragen durch Neubauten ersetzt wurden.

Wohnen und andere Typologien

Bereits in der Vergangenheit errichtete die Gesiba im Auftrag der Stadt Wien Gemeindebauten – heute ist sie Mehrheitseigentümerin der WIGEBA, der Gesellschaft, die die Gemeindebauten Neu in Wien errichtet und dabei ähnliche Qualitäten wie der geförderte Wohnbau bietet, aber zu deutlich günstigeren Bedingungen: 7,50 Euro Miete ohne Eigenmittelanteil…

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