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Temporär und modular

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Serielles Bauen und Vorfertigung stehen im Fokus der IBA Wien 2022, die hier mehrere Pilotprojekte im Programm hat. Die Vorzeigebeispiele sollen weitere Projekte initiieren.
MAIK NOVOTNY

Temporäres Wohnen mittels System- Leichtbauweise: Dies war das Ziel des Sofortprogramms der Stadt Wien 2016. Damit sollten auch auf Grundstücken, die eigentlich nicht für Wohnnutzung vorgesehen waren, für einen befristeten Zeitraum geförderte Wohnungen ermöglicht werden. Nur zwei Mal wurde dies bisher baulich umgesetzt, doch beide Pilotprojekte sind aufgrund ihrer Besonderheit ins Programm der IBA_Wien 2022 aufgenommen worden.

In der Podhagskygasse im 22. Wiener Gemeindebezirk errichtete die Siedlungsunion 100 Wohnungen mit insgesamt 6.600 Quadratmeter Bruttogeschossfläche, die Übergabe erfolgte in zwei Etappen im Dezember 2017 und Juni 2018. Die Wohnungen wurden auf einem Grundstück mit Bausperre nach „§ 8(1) W-BO“ errichtet, die Bewilligung erfolgte demnach auf maximal zehn Jahre befristet. Da die Förderung den Bestand der Wohnungen von mindestens 15 Jahren vorsah, wurde ein komplett demontierbares System entwickelt, dass es ermöglicht, die Wohnungen auf einem anderen Grundstück wieder zu errichten – bis zu zweimal, bei einer kalkulierten Gesamtlebensdauer von 40 Jahren.

Das entwickelte Konzept besteht aus industriell vorgefertigten Raumzellen, die fertig installiert geliefert und vor Ort „gestapelt“ werden. Dabei wurde darauf geachtet, die Größe der Module so zu limitieren, dass sie ohne Sondergenehmigung transportierbar waren. Die Konstruktion erfolgt in einer Kombination von Holzplatten- und Holzrahmenbauweise. „Die Siedlungsunion hat das Sofortbauprogramm wirklich sehr ernst genommen und sich mit dem Qualitätsanspruch bei der Vorfertigung auseinandergesetzt“, meint IBA-Koordinator Kurt Hofstetter.

„Denn auch temporäre Wohnbauten wie im Sofortbauprogramm brauchen Qualität von der Stunde Null an.“

Spätere Umnutzung

Mit Konzepten des temporären Wohnens – auf derzeit nicht dafür vorgesehenen, aber grundsätzlich nutzbaren Flächen – soll ein wichtiger Beitrag zur Wohnraumbereitstellung in einer wachsenden Stadt geleistet werden, vor allem in Hinblick auf die knapper werdenden Bodenressourcen und die steigenden Grundstückspreise.

Bereits IBA-Kandidat ist das zweite Pilotprojekt aus dem Sofortbauprogramm, dass vom Bauträger Kallinger Projekte errichtete Home21. Hier waren die Voraussetzungen etwas anders: Das Grundstück war weder für Wohnnutzung vorgesehen, noch liegt es in einem Wohngebiet. Hier wurde daher nicht auf spätere Demontage, sondern auf spätere Umnutzung hin geplant. Nach zehn Jahren soll es möglichst ohne großen Aufwand zu einem Gewerbebau umfunktioniert werden. Errichtet wurde Home 21 mit dem von Winfried Kallinger patentierten Slim-Building-System, das einen hohen Vorfertigungsgrad und eine kurze Bauzeit garantiert.

Die Planung erfolgte durch die Architekten trans_city, die 256 Wohneinheiten wurden zu zwei Drittel durch das Wohnservice Wien und zu einem Drittel durch den Fonds Soziales Wien vergeben. Die Übergabe erfolgte im Frühjahr 2018. „Dieses Projekt ist gerade wegen seiner Nutzungsoffenheit interessant“, so Hofstetter. Eine prozessbegleitende Forschungsarbeit durch die FH Campus Wien läuft zurzeit und wird Ende 2019 abgeschlossen sein.

Doch das Sofortbauprogramm ist nicht die einzige Anwendung des seriellen Bauens, die im Fokus der IBA steht…

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