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Stadtbäume – mehr Qualität gefordert!

Stadtbäume - mehr Qualität gefordert!
Prof. Dr. habil. Hartmut Balder. Foto: Institut für Stadtgrün

Von Prof. Dr. habil. Hartmut Balder, Institut für Stadtgrün

Bei den Diskussionen um Reaktionen auf die Überhitzung der Innenstädte werden zunehmend mehr Baumpflanzungen gefordert. Auf den ersten Blick eine nachvollziehbare Reaktion. Aber wie fahrlässig und wenig nachhaltig gehen wir damit um? Anstatt zunächst die vorhandenen Baumbestände besser zu pflegen und bei den vielen Baumaßnahmen im Stadtumbau vor Beschädigungen zu schützen, mehren sich populistische Pflanzaktionen, Sponsoring und Baumentscheide.

Es wird suggeriert, dass innerhalb kürzester Zeit eine neue grüne Welt entsteht, in der es sich gut leben lässt. Dabei wird völlig übersehen, dass die vielen Bäume erst einmal produziert, bepflanzbare Stadtstandorte gefunden; Leitungen verlegt und Böden saniert werden müssen.

Die Stadt der Zukunft entsteht nur, wenn mit Weitsicht gehandelt und interdisziplinär gedacht wird. Mit der Mobilitätswende und den Entsiegelungen können in der Tat neue Baumkonzepte auf Stadtquartiersebene entwickelt werden, dies zwingend mit ausfinanzierten Unterhaltungsmaßnahmen bei leistungsstarken Strukturen.

Der grüne Stadtumbau muss 2026 an Fahrt aufnehmen, ist aber eine Mehrgenerationenaufgabe. Nur wenn es uns gelingt, die erforderliche Fachlichkeit zu vermitteln und die Kraft auf die Straße zu bringen, werden wir die aktuellen Probleme in den Griff bekommen. Ich würde mir wünschen, dass Gesellschaft, Politik und Wirtschaft hier an einem Strang ziehen.

Mit den besten Wünschen und ein baumgesundes neues Jahr!

Ihr Hartmut Balder

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Nachhaltig wohnen heißt: gemeinsam handeln

Nachhaltig wohnen heißt: gemeinsam handeln
Annelie Casper. Foto: https://www.gefma.de/der-verband/gefma

Von Annelie Casper, Geschäftsführerin gefma Deutscher Verband für Facility Management e.V.

2026 könnte das Jahr werden, in dem Nachhaltigkeit in der Wohnungswirtschaft endlich ganzheitlich gedacht wird. Nicht als technisches Add-on, sondern als Kultur des Miteinanders. Denn nachhaltiges Wohnen entsteht nicht in Einzelmaßnahmen, es entsteht durch das Zusammenwirken aller Stakeholder.

Mit SustainFM, unserem zertifizierungsfähigen Bewertungssystem für den Gebäudebetrieb, haben wir bei gefma eine wesentliche Grundlage dafür geschaffen. Das System ermöglicht es, Nachhaltigkeit in Wohnimmobilien umfassend zu bewerten: ökologisch, ökonomisch, sozial und prozessual. Dieser Ansatz geht bewusst über Klimaschutz hinaus. Er geht einen Schritt weiter und hilft dabei, Quartiere zu gestalten, in denen Menschen gerne leben und in denen Ressourcen intelligent genutzt werden. So entstehen Lebensräume, die resilient sowie gleichzeitig wirtschaftlich tragfähig, klimagerecht und sozial lebendig sind.

Im Jahr 2026 werden wir SustainFM für Wohnimmobilien weiter optimieren und dessen praktische Anwendung konsequent vorantreiben. Unser Fokus liegt dabei auf komplexen Quartieren, die zeigen, was möglich ist, wenn Betreiber, Dienstleister und Bewohner konstruktiv zusammenarbeiten. Ob beim dezentralen Energiemanagement, bei Sharing-Modellen für Mobilität oder Gemeinschaftsräumen, bei der Kreislaufwirtschaft oder beim nachbarschaftlichen Engagement. Überall dort, wo Menschen sich als Teil eines Systems verstehen, entsteht echte Nachhaltigkeit.

Ich beobachte mit Optimismus die wachsende Bereitschaft in der Branche, Nachhaltigkeit als echtes Qualitätsmerkmal zu begreifen. Immer mehr Wohnungsunternehmen erkennen: Ein nachhaltiger Gebäudebetrieb schafft messbare ökologische sowie soziale Wirkung und damit Vertrauen – bei Mietern, Eigentümern und Investoren gleichermaßen. Er macht sichtbar, dass Verantwortung übernommen wird. Und er beweist zunehmend, dass sich nachhaltiges Handeln wirtschaftlich rechnet.

Unser Ziel für 2026 ist klar: gefma möchte den Wissenstransfer zwischen der Immobilienwirtschaft und dem Facility Management deutlich intensivieren und praxisnahe, messbare Lösungen standardisiert in die Breite tragen. Nachhaltigkeit darf kein Pilotprojekt bleiben, sie muss Alltag werden. Dafür braucht es digitale, transparente Prozesse, klare Standards und den Mut, neue Wege zu gehen.

Was ich mir persönlich für 2026 wünsche? Dass wir Nachhaltigkeit nicht mehr erklären müssen, sondern erleben. Und dass sie mehr und mehr zur Selbstverständlichkeit wird. Das bedeutet zum Beispiel, dass Nachbarn Energie teilen, Betreiber langfristig denken und Quartiere zu lebendigen Gemeinschaften werden, in denen jeder seinen Beitrag leistet. Nachhaltigkeit wird dann zu mehr als nur einer Messgröße, sie wird gelebte Praxis, die im Alltag der Menschen etabliert ist.

Annelie Casper

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Zwischen Verpflichtung und Wirtschaftlichkeit: Wie die Stiftung Schönau ihr Portfolio restrukturiert

Wie die Stiftung Schönau ihr Portfolio restrukturiert
Ingo Strugalla. Foto: Stiftung Schönau

Von Ingo Strugalla, Geschäftsführender Vorstand Stiftung Schönau

Die Stiftung Schönau aus Heidelberg steht 2026 vor wichtigen strukturellen Entscheidungen. Steigende finanzielle Verpflichtungen, veränderte Rahmenbedingungen und erhebliche Investitionsbedarfe für den Bestand machen einen stärkeren Eingriff in die Portfoliostruktur notwendig. Gleichzeitig muss die Organisation ihre Prozesse weiter verschlanken.

Für die Stiftung Schönau, ein Immobilienunternehmen der Evangelischen Landeskirche in Baden, wird 2026 zu einem Jahr grundlegender struktureller und wirtschaftlicher Weichenstellungen. Hintergrund ist eine zukünftige deutliche Steigerung der finanziellen Verpflichtungen aus dem Stiftungszweck. Diese Entwicklung zwingt uns dazu, das bestehende Portfolio ertragsstärkend zu restrukturieren sowie neue Ertragsquellen zu erschließen. Der Fokus liegt darauf, die Leistungsfähigkeit der Stiftung langfristig zu sichern und zugleich die Anforderungen einer modernen, langfristig ausgerichteten Vermögensbewirtschaftung zu erfüllen.

Ein zentraler Schwerpunkt liegt auf der Weiterentwicklung unseres Wohnungsportfolios. Ziel ist eine systematische Optimierung des Bestandes durch Neubauten, gezielte Zukäufe oder auch Desinvestitionen dort, wo wirtschaftliche oder strukturelle Aspekte dies nahelegen. Gleichzeitig rückt die Dekarbonisierung stärker in den Vordergrund. Die erforderlichen Investitionen sind erheblich und zählen zu den größten finanziellen Herausforderungen der kommenden Jahre. Dennoch sind sie notwendig, um regulatorische Vorgaben einzuhalten und den Bestand zukunftsfähig zu machen.

Auch die Erbbaurechte gewinnen 2026 an Bedeutung. Viele Verträge nähern sich mittelfristig ihrem Laufzeitende. Frühzeitige Vertragsverlängerungen, gezielte Entschädigungsregelungen zur Entwicklung einzelner Flächen sowie Verkäufe zur Portfoliobereinigung sollen Risiken minimieren und zugleich Ertragschancen erschließen. Im Mittelpunkt stehen stabile Cashflows und die Reduzierung zukünftiger Entschädigungsrisiken.

Parallel baut die Stiftung den Bereich erneuerbare Energien weiter aus. Windenergie, Photovoltaik und Batteriespeicher bieten – insbesondere in Verbindung mit land- und forstwirtschaftlichen Flächen – zusätzliche, vergleichsweise stabile Ertragsmöglichkeiten und ergänzen das bestehende Portfolio sinnvoll.

Neben diesen fachlichen Themen wird 2026 auch organisatorisch ein prägendes Jahr. Die Stiftung richtet interne Prozesse noch konsequenter auf Effizienz, Transparenz und unternehmerisches Denken aus. Ziel ist eine Kultur, die stärker auf proaktives Handeln, teamorientierte Zusammenarbeit und wirtschaftliche Zielorientierung setzt.

Worauf lässt sich 2026 aufbauen?
Auf die Bereitschaft zur Veränderung und auf die Erkenntnis, dass nur ein aktives, strategisches Management den langfristigen Erfolg sichern kann. Die Chance besteht darin, das Portfolio robuster aufzustellen, neue wirtschaftliche Perspektiven zu erschließen und zugleich gesellschaftlichen Erwartungen an verantwortungsvolle Bewirtschaftung gerecht zu werden.

Was erhoffen wir uns?
Einen höheren operativen Cashflow sowie eine Organisation, die Veränderung als Daueraufgabe akzeptiert und gestaltet.

Was fürchten wir?
Steigende finanzielle Risiken aus Dekarbonisierung, auslaufenden Erbbaurechten und wachsenden Anforderungen aus dem Stiftungszweck. Insbesondere ein Nachlassen der Veränderungsbereitschaft würde notwendige Maßnahmen verzögern und wirtschaftliche Chancen begrenzen.

Insgesamt steht die Stiftung nicht nur vor einem herausfordernden, sondern spannenden Jahr 2026. Ihr Fokus liegt auf der strategischen Absicherung der Erträge weit über das Jahr 2026 hinaus.

Ingo Strugalla


Die Stiftung Schönau ist ein Immobilienunternehmen mit Sitz in Heidelberg. Aus rund 21.000 Erbbau- und Pachtverträgen, der Vermietung von rund 900 Wohnungen, Investitionen in Immobilienfonds sowie der Bewirtschaftung von 7.600 Hektar Wald erzielt sie Erlöse, um ihren Stiftungszweck zu erfüllen. Seit einigen Jahren verpachtet die Stiftung zudem Flächen zur Erzeugung erneuerbarer Energien.

Aufgabe der Stiftung ist die professionelle Bewirtschaftung ihres Vermögens. Die Erträge daraus fließen zu einem überwiegenden Teil direkt in den Haushalt der Evangelischen Landeskirche in Baden und finanzieren kirchliches Bauen und Pfarrstellen.

Das Stiftungsvermögen stammt aus dem ehemaligen Kloster Schönau (Odenwald). Seit ihrer Gründung im Jahr 1560 verfolgt die Stiftung die Maxime, ihr Handeln auf Dauer anzulegen und langfristig und verantwortungsvoll zu wirtschaften. Mit rund 90 Beschäftigten ist die Stiftung Schönau eine der ältesten Institutionen Heidelbergs.

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150 Jahre Schiffszimmerer-Genossenschaft: Wir setzen unsere Arbeit fort und bauen an der Zukunft für die nächsten Mitglieder-Generationen

150 Jahre Schiffszimmerer-Genossenschaft: Wir bauen Zukunft
Matthias Saß. Foto: https://www.schiffszimmerer.de/

Von Matthias Saß, Vorstand der Schiffszimmerer-Genossenschaft

„Gemeinsam erreichen wir mehr als allein“. Dieses Leitmotiv prägt das Handeln unserer Schiffszimmerer-Genossenschaft nun bereits seit 150 Jahren. Was mit dem Erwerb und dem Betrieb von Werftanlagen zum Bau von Holzschiffen begann, wandelte sich mit dem Ende des Holzschiffbaus. Heute zählen wir 9.034 Wohnungen und rund 17.000 Mitglieder sind Teil dieser Geschichte. 

Eine Geschichte, die seit jeher durch wirtschaftliche und politische Entwicklungen geprägt wurde. Unsere genossenschaftlichen Grundprinzipien wie Selbsthilfe, Selbstverwaltung und Selbstverantwortung gaben und geben uns immer Orientierung. Darauf sind wir sehr stolz! Damit dies so bleibt, arbeiten wir auch im neuen Jahr für die Mitglieder-Generationen nach uns an der Zukunft der Genossenschaft.

Worauf ich mich freue?

Ich freue mich, dass wir im Jahr 2026 wieder mit dem Bau neuer Wohnungen für unsere Mitglieder beginnen können. Wir planen 235 Neubauwohnungen und investieren rund 77 Millionen Euro. Die letzten Jahre waren sowohl für die Baubranche als auch für uns selbst nicht einfach: hohe Materialkosten, deutlich gestiegene Zinsen, hohe Grundstückspreise, Fachkräftemangel und Probleme mit Lieferketten. Hinzu kamen bisher langwierige Genehmigungsverfahren bei Neubauprojekten.

Dank des neuen Hamburg-Standards werden zukünftige Verfahren hoffentlich entschlackt. Außerdem testen wir bei einzelnen Projekten die serielle Bauweise. So können wir schneller, günstiger und ressourcenschonender bauen – und trotzdem die gewohnte Qualität sichern und bezahlbaren Wohnraum schaffen.

Was erhoffe ich mir vom neuen Jahr?

Als älteste Wohnungsbaugenossenschaft Hamburgs erfüllt es uns mit Stolz, auf eine Geschichte zurückzublicken, die nicht nur lang, sondern auch reich an Wendepunkten, Herausforderungen und Erfolgen ist. In unserem 150. Jubiläumsjahr präsentierten wir uns wirtschaftlich stabil.

Unser solides Fundament ist dabei nicht nur Ausdruck wirtschaftlicher Stärke, sondern auch das Ergebnis einer solidarischen und verantwortungsvollen Genossenschaftsarbeit über viele Generationen hinweg. Vom neuen Jahr erhoffe ich mir, dass wir diese Arbeit fortsetzen.

Und was ich fürchte?

Gemäß Satzung haben wir als Wohnungsbaugenossenschaft eine besondere Verantwortung gegenüber unseren Mitgliedern. Unser Auftrag ist es, die uns nachfolgenden Generationen mit bezahlbarem Wohnraum zu versorgen. Die aktuellen politischen und wirtschaftlichen Herausforderungen und der gleichzeitige Schutz vor einer wirtschaftlichen Überforderung des Einzelnen machen diese Aufgabe für uns zunehmend zu einem Balanceakt.

Als Genossenschaft haben wir nur eine einzige Einnahmequelle: die Nutzungsgebühren unserer Mitglieder. Unsere Ausgaben steigen hingegen immer mehr: zum Beispiel für die Instandhaltung unseres Bestandes, welche sich allein in den letzten zehn Jahren um mehr als 65 Prozent verteuert hat.

Des Weiteren haben wir mit der Umsetzung des Hamburger Zukunftsentscheids fünf Jahre weniger Zeit, die Umsetzung der Energiewende zu vollziehen. Unser Vorteil ist, dass wir bereits seit 26 Jahren an der energetischen Modernisierung unserer Wohnanlagen arbeiten. Dennoch bedeutet es für uns hohe Investitionen in die Haustechnik sowie energetische Modernisierung unserer Wohnanlagen.

Im neuen Jahr planen wir dies bei 439 Wohnungen: wir dämmen unter anderem die Fassaden, tauschen Fenster aus und bringen – wenn es möglich ist – Photovoltaikanlagen auf die Dächer. Mithilfe eines Pilotprojekts für digitale Heizungsanlagen versuchen wir zudem, den CO₂-Ausstoß in unseren Wohnanlagen noch weiter zu reduzieren.

Unsere Vision für die Zukunft lautet: Verlässlich. Grün. Sozial.

Wir arbeiten also an der Zukunft unserer Genossenschaft – wie sich die politische Weltlage entwickelt, haben wir nicht alleine in der Hand. Sicher ist: Gerade in Krisenzeiten zählt sozialer Zusammenhalt zu unseren größten Stärken. Ich wünsche mir, dass wir alle durch Fairness, Verantwortung und Solidarität zu einer sozialen Gesellschaft beitragen – heute und in Zukunft.

Matthias Saß

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Meine Vision für 2026 – mehr gemeinsames Anpacken, mehr Innovationsfreude und mehr Vertrauen in die eigene Gestaltungskraft

gemeinsames Anpacken, Innovationsfreude und mehr Vertrauen
Klaus Franken, Foto: Catella, https://www.catella.com/de/deutschland/project-management

Von Klaus Franken, CEO Catella Project Management

2026 wird ein entscheidendes Jahr für den Wohnungsbau in Deutschland. Die zentrale Frage lautet: Wie können wir bezahlbaren, nachhaltigen und zugleich rentablen Wohnraum schaffen – und zwar ohne auf staatliche Subventionen zu warten? Mit dem Cooperative Innovative Living Germany-Programm (CILG) haben wir im vergangenen Jahr gezeigt, dass genau das möglich ist, wenn wir etablierte Prozesse mutig hinterfragen. Jetzt geht es darum, diesen Ansatz bundesweit zu skalieren.

Der Markt hat sich neu sortiert: Qualität, Kapitalkraft, Verlässlichkeit und Innovationsfähigkeit bestimmen wieder das Tempo. Darauf baut CILG auf – mit verschlankten Planungsstrukturen, skalierten Bauprozessen und konsequent nachhaltigen Standards. Das Ziel für 2026 ist klar: Noch mehr Kommunen, Investoren und Partner für ein System zu gewinnen, das Baukosten senkt, Bauzeiten verkürzt und gleichzeitig den Nutzwert der Wohnungen erhöht. Denn nur wenn das Produkt stimmt, bleibt Wohnen bezahlbar – und Investments langfristig stabil.

Die Praxis liefert bereits starke Belege: Die Seestadt, das größte KlimaQuartier.NRW, zeigt, wie regenerative Energieversorgung Nebenkosten spürbar reduziert. Die Düssel-Terrassen, das zweitgrößte KlimaQuartier.NRW des Landes, demonstrieren, dass hohe Effizienzhaus-Standards und nutzerorientierte Mobilitätskonzepte nicht teuer, sondern wirtschaftlich sinnvoll sind. Und mit Projekten wie SILBerlin und der Umwandlung der ehemaligen Thyssen-Zentrale im Living Circle beweisen wir, welches Potenzial in innovativer Projektpartnerschaft und mutiger Bestandsentwicklung liegt.

Bis 2030 werden wir bundesweit mindestens 10.000 neue Wohneinheiten im Rahmen von CILG schaffen – in unterschiedlichsten Regionen und für alle Alters- und Einkommensgruppen. Entscheidend bleibt die grundlegende Denkweise: Nicht die kurzfristige Fertigstellung oder „der schnelle Exit“ zählt, sondern die Leistungsfähigkeit des Gebäudes über Jahrzehnte hinweg. Barrierefreie Grundrisse, bezahlbare Mobilität, niedrige Energiekosten und kompakte, klug möblierbare Wohnflächen sind keine Details, sondern die Basis für echte Bezahlbarkeit.

Was erhoffe ich mir für 2026? Noch mehr Mut zur Kooperation: zwischen Städten, Investoren, Bauwirtschaft und Finanzierern. Was fürchte ich? Dass wir in alte Routinen zurückfallen: zu viel Regulierung, zu wenig Entscheidungsfreude und wieder ein Fokus auf Forderungen an die Politik statt auf pragmatische Lösungen. Die Branche hat es selbst in der Hand – und CILG macht deutlich, dass Fortschritt möglich ist, wenn Prozesse gezielt aufgesetzt werden.

Mein Wunsch für das neue Jahr: mehr gemeinsames Anpacken, mehr Innovationsfreude und mehr Vertrauen in die eigene Gestaltungskraft – damit bezahlbarer Wohnraum in großem Volumen wieder Realität wird.

Klaus Franken

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Meine Vision für 2026 – Die beste Sanierung passiert im laufenden Betrieb

Die beste Sanierung passiert im laufenden Betrieb
Dr. Dirk Then, CEO der noventic group. Foto: https://noventic.com/

Von Dr. Dirk Then, CEO der noventic group

Ich blicke auf 2026 nicht als ferne Zukunft, sondern als Arbeitsauftrag für heute. Wohnungsunternehmen stehen unter hohem wirtschaftlichem und regulatorischem Druck. Viele Großprojekte sind aktuell wirtschaftlich nicht machbar. Deshalb müssen wir dort ansetzen, wo Wirkung ohne Baustelle entsteht: im laufenden Betrieb.

Meine These: Bevor wir über große Investitionen und neue Technik entscheiden, brauchen wir harte Betriebsdaten, die zeigen, was das Gebäude tatsächlich braucht. Nur so kann jeder investierte Euro maximale Wirkung entfalten.

Ein zentraler Hebel liegt in der Wärmeversorgung. Rund 70–80 Prozent der gebäudebezogenen Emissionen entstehen hier – genauso wie ein Großteil der Verbrauchskosten. Dämmung und Heizungstausch bleiben wichtig, sind jedoch teuer und amortisieren sich langsam. Digitale, geringinvestive Lösungen wirken hingegen sofort: Sie machen den Bestand transparent, steuern bedarfsgerecht und heben Effizienzpotenziale ohne aufwändige bauliche Eingriffe.

Woran ich das festmache? Wir entwickeln digitale Lösungen, die unseren Kunden Transparenz schaffen, Effizienzpotenziale sichtbar machen und damit Entscheidungen erleichtern. Auf dieser Basis entsteht ein lernendes System, das Fehlfunktionen frühzeitig erkennt, Abweichungen sichtbar macht und den Betrieb kontinuierlich optimiert.

Mein Angebot an die Branche: Wir schaffen die Datenbasis für faktenbasierte Entscheidungen – heute im Betrieb, morgen für Investitionen. Weg von Annahmen und Sicherheitszuschlägen, hin zu messbarer Effizienz und klarer Priorisierung. So wird Transformation planbar, Schritt für Schritt.

Was mir Sorge bereitet, ist die anhaltende regulatorische Unsicherheit. Investitionen brauchen Verlässlichkeit, Innovation braucht Orientierung. Mein Appell an die Politik: Setzen Sie klare Leitplanken und Planungssicherheit – dann liefert die Branche.

Mein Wunsch für 2026 ist deshalb: mehr Vertrauen in digitale, datenbasierte Ansätze und der gemeinsame Wille, das Machbare jetzt umzusetzen. Wenn wir den Betrieb digital meistern, sinken Verbräuche, steigen Entscheidungsqualität und Wohnsicherheit. So wird der Gebäudebestand effizienter – nicht irgendwann, sondern ab heute.

Dr. Dirk Then

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Wir gehen optimistisch und selbstbewusst in die Zukunft!

Wir gehen optimistisch und selbstbewusst in die Zukunft!
Christoph Hugenberg, Foto: Roto / https://www.roto-frank.com/de/dst/german-made

Von Christoph Hugenberg, Alleinvorstand der Roto Frank Holding AG

Es hat sich früh abgezeichnet, dass im neuen Jahr bekannte Herausforderungen auf uns warten. Unstete oder stagnierende Märkte, weltpolitische Geschehnisse – Dinge, auf die wir keinen Einfluss haben. Worauf wir allerdings Einfluss haben, ist, wie wir mit diesen Gegebenheiten umgehen.

Als Unternehmensgruppe haben wir hierzu eine klare Haltung: Wir gehen optimistisch und selbstbewusst in die Zukunft, die wir im Sinne unserer Kunden gestalten. Dafür analysieren wir auch 2026 genau, was sie brauchen und was wir tun können, um sie beim Erreichen ihrer Ziele zu unterstützen. Aus den gewonnenen Erkenntnissen leiten wir die entsprechenden Maßnahmen ab und entwickeln uns, unsere Lösungen und unsere Prozesse konsequent weiter.

Aus Management-Sicht ist dies eine der zentralen Aufgaben für alle Roto Divisionen: Es gilt mehr denn je, Abläufe und Prozesse zu verbessern. Das begeistert zum einen unsere Kunden, die von mehr Geschwindigkeit, größerer Flexibilität oder auf andere Weise profitieren. Zum anderen ist es für das Unternehmen selbst entscheidend, um Kosten zu kontrollieren, weiterhin wirtschaftlich verantwortungsvoll zu agieren und die eigene finanzielle Stärke wahren zu können.

In den vergangenen Jahren haben wir mit unserem kundennutzenorientierten „Spielsystem“ bereits viel erreicht und werden damit auch weiterhin neue Kunden und Marktanteile gewinnen. Zusätzlich ist anorganisches Wachstum geplant: Wir beobachten verstärkt die Märkte in Hinblick auf gute Akquisitionsmöglichkeiten, die unser Portfolio sinnvoll erweitern und mit dem wir uns noch breiter positionieren. 

Für all das braucht es die richtigen Menschen, die Entscheidungen treffen, Teams weiterentwickeln und Roto voranbringen möchten – und die dafür auch Unwägbarkeiten mit Begeisterung begegnen. Wir sind hier ebenfalls stark aufgestellt und freuen uns darauf, für unsere Kunden unser Bestes zu geben.

Diese Freude am Anpacken ist auch mein Wunsch für Sie!

Ihr
Christoph Hugenberg

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2026 – Grenzen verschwimmen, neue Partnerschaften sind Gebot der Stunde

2026 - Grenzen verschwimmen, neue Partnerschaften
Hartmut Michels. Foto: DEUMESS / Andreas Friese https://deumess.de/umkreissuche/

Von Hartmut Michels, Vorstand DEUMESS e.V.

Die Messdienstbranche ist in Bewegung. Mehr noch: Alle Akteure rund um die Analyse und Steuerung von Immobilien mit Hilfe von Daten sind in Bewegung. Das Schöne ist: Anders als beim Silvesterfeuerwerk bewegen sich die einzelnen Funken nicht voneinander weg, sondern aufeinander zu. Wo bis vor einigen Jahren noch Strom hier und Wasser und Wärme dort stand, der eine in der Wohnung und der andere am Haus unterwegs war, fließt nun alles zusammen. Es geht um die integrierte Betrachtung kompletter Gebäude über alle Energieträger, Gewerke und technischen Ansätze hinweg. Das kann keiner allein.

Grenzen verschwimmen darum, neue Partnerschaften sind nicht nur möglich, sondern das Gebot der Stunde. Gerade für mittelständische und kleine Player eröffnet das neue Chancen. Sie werden sich 2026 und den kommenden Jahren gemeinsam zu einem neuen Ökosystem entwickeln und sich über Partnerschaften und gemeinsame Kundenprojekte völlig neue Märkte erschließen.

Das bedeutet mehr Konkurrenz in der klassischen Messdienstleistung und mehr Chancen für Wachstum in neuen Bereichen. Beides tut der Branche gut.

Für mich als Vorstand des DEUMESS e.V., der über 220 kleine und mittelständische Messdienstleister sowie Wohnungs- und Energieunternehmen vertritt, ist das eine großartige Zukunftsperspektive. Sie wird allen Beteiligten völlig neue Möglichkeiten bieten – umso mehr, wenn sie sich dieses neue Feld mit Hilfe von KI erschließen und so die eigenen Abläufe sowie die Services für Vermieter und Bewohner noch einfacher, schneller und besser machen.

Wir als Verband wollen dabei für unsere Mitglieder und ihre Partner eine maßgebliche Rolle spielen. Dazu gehört, dass wir unser Schulungsangebot 2026 erneut weiter ausbauen, um gerade Themen wie „KI“, aber auch „Geschäftsentwicklung“ zu stärken. Unser Fachkongress im Mai wird unter dem Motto „Messwesen neu denken: Daten. Schnittstellen. Partner“ eine Plattform bieten, um sich über eben diese Zukunftsthemen zu informieren, auszutauschen und zu vernetzen.

Und last but not least arbeiten wir für 2026 selbst an einem KI-Angebot, mit dem unsere Mitglieder ihr Geschäft stetig weiter optimieren können. Wir helfen damit gerade auch kleineren Unternehmen. Sie hätten nicht die Ressourcen für eine komplett eigenständige Transformation, leisten aber im Feld Tag für Tag hervorragende Arbeit für ihre Kunden.

Umso wichtiger ist, dass es ein klares regulatives Umfeld und einen offenen Markt gibt. Dazu müssen offene Fragen schnell und in Abstimmung mit Experten aus dem Feld geklärt werden. Die aktuellen Unsicherheiten, wie etwa rund um das GEG und die EPBD, das offene Thema der Kundenanlage beim Mieterstrom oder die Idee, grundzuständige Messstellenbetreiber zu Lasten von wettbewerblichen zu benachteiligen, sind Gift für Innovation und Wettbewerb. Zudem muss Konsens bleiben: Einen klimaneutralen Gebäudebestand kann es nicht ohne energieeffizienten Immobilienbetrieb geben.

Ich wünsche mir darum für 2026 von den aktiven Akteuren, sei es in der Branche, der Politik oder in anderen Verbänden, dass wir die Möglichkeiten weiterer Digitalisierung und darauf aufsetzend KI sowie von Partnerschaften auch über Branchengrenzen hinweg noch intensiver nutzen. Dafür brauchen wir Unternehmerwillen, ein wenig Mut und vor allem einen sicheren rechtlichen Rahmen, der Innovation unterstützt.

Hartmut Michels

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Herausforderung Wärmewende – es sind viele Lösungen da, auch für den Bestand.

Wärmewende: viele Lösungen da, auch für den Bestand
Dror Peled, Deputy Division Manager und General Manager Marketing & Export Sales bei Mitsubishi Electric, Living Environment Systems, Foto:Mitsubishi Electric https://www.mitsubishi-les.com/de-de/

Von Dror Peled, Deputy Division Manager und General Manager Marketing & Export Sales bei Mitsubishi Electric, Living Environment Systems

Der Blick ins Jahr 2026 stimmt uns sehr zuversichtlich. Schließlich haben vor allem die Entwicklungen der vergangenen Monate klar gezeigt: Als zukunftsweisende Lösung ist die Wärmepumpe nicht nur im Neubau angekommen. Mehr und mehr etabliert sie sich auch in Bestandsgebäuden als zuverlässiger Wegbereiter für die Wärmewende. Ein Trend, den wir aktiv unterstützen und den wir mit der Entwicklung unterschiedlichster Lösungen weiter forcieren möchten.

Ein Beispiel hierfür ist die externe, GEG-konforme Wärmepumpen-Heizzentrale, mit der wir eine schnelle und effiziente Lösung für die serielle Sanierung im Mehrfamilienhaus-Bestand auf den Weg gebracht haben. Das Containermodul, in dem die Kaskade vollständig vorkonfiguriert ist, wird anschlussfertig geliefert, was die Arbeiten vor Ort erheblich verkürzt und vereinfacht. Gerade in Gebäuden, in denen Heiz- bzw. Technikräume fehlen, stellt die Heizzentrale eine ideale Lösung für eine Zentralisierung der Heizung dar. 

Soll hingegen die dezentrale Versorgung der Wohnungen bestehen bleiben, sind die Luft/Luft-Wärmepumpen unserer M-Serie eine optimale Wahl. Im letzten Jahr konnten wir zum Beispiel eine Wohnungswirtschaft aus Düsseldorf erfolgreich dabei unterstützen, zahlreiche Wohnungen umzurüsten und sie fit für die Zukunft zu machen. 

Darüber hinaus haben wir mit verschiedenen Großwärmepumpen auch Lösungen für die Wärmeversorgung ganzer Quartiere im Programm. In Künzelsau beispielsweise versorgen vier reversible Großwärmepumpen vom Typ MEHP-iS mit einer Gesamtleistung von 320 kW mehrere Wohnblocks zuverlässig mit Wärme und Trinkwarmwasser. Was die Systeme besonders auszeichnet, ist ihre 100%-ige Nutzung Erneuerbarer Energien.

Dank neuer Modelle unserer City Multi VRF-Systeme, die wir in diesem Jahr auf den Markt bringen werden, können wir eine noch breitere Lösungsvielfalt für nahezu jeden Bedarf anbieten. Dabei sorgt die überarbeitete Konstruktion sowie neu entwickelte Bauteile wie der Wärmeübertrager für noch mehr Effizienz.

Viele Lösungen sind da und aus der Baukrise könnte ein Aufbruch werden – entscheidend dafür sind jedoch entschlossene politische Entscheidungen, ein deutlicher Abbau der Bürokratie und die Bereitschaft, neue Wege zu gehen. Wir fordern entsprechendes Handeln seitens der Politik und freuen uns darauf, mit all unseren Ideen und Innovationen die Wärmewende weiter nach vorne zu bringen.

Doch zuvor wünschen wir Ihnen, dass Sie ebenso zuversichtlich das neue Jahr begrüßen können und viele positive Ereignisse auf Sie warten.

Dror Peled

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Verhaltene Stabilisierung 2026 könnte in einen echten Aufschwung münden, wenn…

Stabilisierung 2026 könnte in einen Aufschwung münden, wenn…
Thomas Zahlmann. Foto: Hanno Mertin, whs, https://www.whs-wuestenrot.de/

Von Thomas Zahlmann, Geschäftsführer der Wüstenrot Haus- und Städtebau GmbH (WHS)

Die vergangenen Jahre, geprägt von geopolitischen und wirtschaftlichen Krisen, stark gestiegenen Zinsen und Baukosten sowie sinkenden Exit-Preisen, haben den Immobilienmarkt deutlich belastet. Dennoch hoffen wir, dass sich die bislang verhaltene Stabilisierung 2026 in einen echten Aufschwung verwandelt.

Viele Projektentwicklungstransformationen hin zu marktfähigen und wirtschaftlichen Konzepten sind abgeschlossen. 2026 steht daher im Zeichen neuer Baubeginne – getragen von der Erwartung, dass die Nachfrage nach kompakten, nachhaltigen Wohnimmobilien weiter zunimmt.

Ob der „Bauturbo“ dabei tatsächlich eine flächendeckende und durchgreifende Wirkung entfalten kann, sehen wir jedoch skeptisch. Projektentwicklungen sollten weiterhin auf soliden Grundlagen statt auf Förderkulissen oder Hoffnung basieren.

Alles Gute für das neue Jahr,

Thomas Zahlmann

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