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Kultur schafft sozialen Mehrwert

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Seit 110 Jahren engagiert sich die gemeinnützige Bau- u. Wohnungsgenossenschaft Wien-Süd in einer etwas anderen Art für den sozialen Wohnbau. Aus dem unkonventionellen Ansatz wird jede Menge Mehrwert für Bewohner lukriert – dieser reicht von der Gemeinschaftsförderung über Ökologie bis zu Kunst am Bau.
GISELA GARY

Das Planen und Bauen ist die Kernkompetenz der Wien-Süd. Doch lediglich Wohnungen zu errichten, war dem Bauträger noch nie genug. Wohnen wird als wichtiger Beitrag für eine gute Gesellschaft verstanden, Wohnkultur als Grundlage für den sozialen Wohnbau definiert. Doch der soziale Wohnbau braucht eine ständige Weiterentwicklung, ist Maximilian Weikhart, Obmann der Wien-Süd, überzeugt. Nicht umsonst ist „Innovation aus Tradition“ einer der Leitsprüche des Bauträgers. 2020 feierte die Wien-Süd ihr 110-jähriges Bestehen. Ein Blick auf die Historie des Bauträgers zeigt, der Wahlspruch „Wir gestalten Lebensraum“ wird längst umgesetzt.

Dabei hat Kultur einen wichtigen Stellenwert. Mit der Initiative „Kunst am Bau“ schafft die „Wien-Süd“ die Verbindung von Kunst und sozialem Wohnbau und macht den Bewohnern wie auch Anwohnern zeitgenössische Kunst im Alltag erlebbar. Beispiele sind in den Stadtentwicklungsgebieten „Mellergründe“ und „Ödenburger Straße“ wie auch „In der Wiesen“ oder „Mautner Markhof-Gründe“ zu besichtigen. „Wir wollen durch zeitgenössische Kunst in der unmittelbaren Wohnumgebung einen Zugewinn an Lebensqualität schaffen“, so Weikhart.

Seit zehn Jahren werden ab rund 150 Wohneinheiten künstlerisch gestaltete Elemente in den sozialen Wohnbau integriert. Dazu werden namhafte zeitgenössische Künstler eingeladen. Das jüngste Projekt, „Grüne und rote Skulptur“ des Urban-Art-Künstlers GOLIF, begrüßt die Bewohner des Wohnbaus in der Ottilie-Bondy-Promenade täglich und schafft eine Verbindung von innen und außen. Von der Kulturvermittlungsidee zeigte sich auch die Stadt Wien begeistert, Wohnbaustadträtin Kathrin Gaál kam persönlich zur Einweihung.

Bei jedem Kunst-am-Bau-Projekt erhalten die Bewohner eine kleine Broschüre zu „ihrem“ Kunstwerk, mit Informationen über den Künstler. „Das kommt sehr gut an, manche blättern sicher nur durch – aber alle identifizieren sich mit dem Kunstwerk und das sehen wir als wertvollen Erfolg“, erläutert Gerald Anetzhuber, „Kulturvermittler“ der Wien-Süd. Anetzhuber entwickelte gemeinsam mit Alfred Treiber das neue Konzept für „Kunst am Bau“. Mit den Kunstwerken gelingt eine Aufwertung des Wohnraums: Sie verleiht den Wohnbauten einen einzigartigen Charakter, schafft einen Mehrwert an Wohnqualität, Identifikation und Auseinandersetzung mit dem Lebensumfeld.

Bei dem Wohnbau „In der Wiesen“ entstand in Kooperation mit der „galerie gugging“ und dem ORF „Eine Blüte in der Wiesen“. Eine weithin auch für Vorbeifahrende sichtbare Skulptur, die den Namen des neuen Stadtteils illustriert. In Laakirchen errichtete der Arzt und Bildhauer Johann Feilacher das identitätsstiftende Kunstwerk „Drei Blätter für Laakirchen“. Ein weiteres, maßgebliches Beispiel für die Ausgestaltung von Innenräumen ist die vertikale Definition der Gänge und der Stiegen in der horizontal ausgerichteten Architektur der Wohnhausanlage „Lastenstraße“.

Logisch ökologisch

Dass die Kultur mit ihren Botschaften bei den Bewohnern ankommt, beweist vor allem die Tatsache, dass noch nie eines der Kunstwerke beschmiert oder zerstört wurde, erzählt Weikhart stolz. Wien-Süd ist es in den 110 Jahren gelungen, den Begriff des sozialen Wohnbaus in Österreich wesentlich weiterzuentwickeln. Dabei steht die Entwicklung von innovativen Konzepten an erster Stelle. Bei dem Projekt „Viertel hoch Zwei“ in Theresienfeld kommt die thermische Bauteilaktivierung als Beitrag zum Kli- Profil-Bericht mit finanzieller Unterstützung von Wien-Süd, der gemeinnützigen Bau- und Wohnungsgenossenschaft, 1230 Wien, Untere Aquäduktgasse 7, www.wiensued.at maschutz wie auch als gravierende Betriebskostenreduktion zum Tragen.

In der Biotope City Wienerberg steht der Klimaschutz ebenso im Vordergrund: Fotovoltaik und smarte Haustechnik, eine intensive Dach- und Fassadenbegrünung wie auch ein Regenwassermanagement sind hier die Maßnahmen zur Klimaanpassung. „Ich freue mich, dass wir als Bauträger mit unseren Aktivitäten auch zur Belebung von Stadtteilen beitragen. Dabei wurde immer großer Wert darauf gelegt, dass sozialer Wohnbau auch Gemeinschaft fördert, das Zusammenleben unterschiedlicher sozialer Schichten aktiv unterstützt…

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