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Höchste Aufmerksamkeit für das Wohnen

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Die überaus feinen und durchdachten und typologisch innovativen ausgeführten Wohnbauten des Berliner Architekturbüros Heide & von Beckerath beeindruckten die Teilnehmer der IBA_Wien meets Architects. Verena von Beckerath im Interview über ihre Visionen.
ROBERT TEMEL

Ein Thema Ihrer Arbeit ist die Nachverdichtung der Nachkriegsmoderne, was bedeutet das für die Architektur?

Da muss man die Bauträger überzeugen, dass es eben nicht nur um Wohnungen, Schulen, Kitas geht, sondern dass es Nutzungsmischung im Gebäude und im Quartier braucht. Das war auch der Grund für die Stadt, Baugemeinschaftsgrundstücke in solchen Vierteln anzubieten, weil man dachte, die haben einen positiven Einfluss auf das Quartier, weil Baugruppen mehr Möglichkeiten haben, ein passendes Programm zu entwickeln. Kommerzielle Investoren entscheiden nach Vermietung und Verkauf, Gewerbe ist oft schwierig zu vermarkten. Wenn man Diversität will, muss man sich die AkteurInnen ansehen.

Beckerath

Projekte zeigen auch, dass es mit besonderen Auftraggebern neue Innovationspotenziale gibt. Haben Sie diese Konstellationen gesucht?

Bei den drei gemeinschaftlichen Projekten war das sehr unterschiedlich. Beim ersten gab es am Anfang noch keine Gruppe, wir haben das vorgedacht. Beim R50 waren die Beteiligten von Beginn an intensiv involviert, das hat den von viel Empathie und Diskurs durchdrungenen Prozess einmalig gemacht.

Beim IBeB gab es sehr unterschiedliche AkteurInnen, die Gruppe war sozial und hinsichtlich Wohnen und Arbeiten eher heterogen, ein extremer Grad an Komplexität. Was uns interessierten würde, wäre die Zusammenarbeit mit einer Genossenschaft in Verbindung mit Erbbaurecht, bei der das spekulative Element fehlt, aber man trotzdem einen konkreten Bauherren mit Agenda und Personen dahinter hat und gemeinsam das Projekt erarbeitet.

Beckerath

Ist es möglich, diese Innovationskraft zu erhalten und gleichzeitig die Komplexität zu reduzieren, indem man Standards einführt, wie bei den neuen Zürcher Genossenschaften?

Daran knüpfen unsere Projekte unbedingt an. Genau das war bei allen Projekten ein wesentliches Thema, die Standards zu reduzieren, sowohl die Elemente als auch die Typologien der Grundrisse: Wie kann man architektonische Standards entwickeln, die das Haus ökonomisch machen? Wie kann man die Komplexität denken und sie gleichzeitig zurücknehmen, damit man sie auch bauen kann?

Beckerath

Welche Bedeutung hat das Thema Nutzungsmischung für Ihre Projekte?

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