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10 Kriterien für die Schimmelprophylaxe in Planung und Ausführung

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Zahlreiche Studien belegen, dass Allergien immer häufiger auftreten und schon längst zu einer Volkskrankheit geworden sind. Dabei zählt nicht nur der klassische „Heuschnupfen“ und verschiedene Nahrungsmittelunverträglichkeiten zu den Hauptverursachern. Insbesondere in den letzten Jahrzehnten haben sich eine Vielzahl an Innenraum belastender Inhaltsstoffe, als risikoträchtig herausgestellt.

Neben Formaldehyd, Asbest, KMF, PCB, BAK, VOC etc. deren Vermeidung bereits selbstverständlich ist, wird auf biologische Belastungen in Innenräumen meist erst im Anlassfall reagiert. Eine strategische Ausrichtung in Bezug auf eine zweckmäßige Schimmelprophylaxe wurde bisher auf Anregung bestenfalls geduldet, wodurch letztlich nur ein persönlicher, sportlich zu sehender Sieg nach Punkten übrigblieb.

Durch die fehlende Risikoeinschätzung, lassen nach wie vor viele Bauherren und Ausführende die Chancen fast schon fahrlässig aus, einfache und kostengünstige Präventivmaßnahmen umzusetzen. Im Anlassfall sind sie über das enorme gesundheitliche Risiko und das wirtschaftliche Schadensausmaß merklich überrascht. Welche Maßnahmen zur vorbeugenden Risikominderung maßgeblich sind, wird in zehn Punkten erläutert, soll zur Thematisierung von Schimmel am Gebäude beitragen und die Risikoeinschätzung sämtlicher Baubeteiligten schärfen.

Planung, Planung, Planung, Planung, Planung, Planung, Planung …

Beachte die Bauphysik

Die Grundregel „innen dichter als außen“, ist hinlänglich bekannt. Dennoch darf nicht übersehen werden, dass es insbesondere in den Sommermonaten zu einer Umkehr der Diffusionsströme kommen kann. In diesem Fall ist Kondensation in der Konstruktion nicht auszuschließen. Demnach stellt eine möglichst gleichmäßige, durchgehende Diffusionsdichtheit das größte Toleranzpotenzial dar, wenngleich aufgrund der EU-Energieeffizienzrichtlinie, monolithische Bauteile kaum mehr den gesetzlichen Anforderungen genügen und so mehrschichtige Aufbauten zum notwendigen Übel wurden.

Konvektionsströme durch undichte Dampfbremsenanschlüsse oder Durchführungen führen dazu, dass warme und feuchte Luft an kältere Bauteile gelangen kann. Hier kühlt diese ab und es kommt insbesondere in den Wintermonaten zu Tauwasserausfall. Im Sommer kann ein geänderter Diffusionsstrom auftreten, wodurch selbst bei dichter Folie ein Feuchteanfall zwischen Folie und Dämmung nicht auszuschließen ist. Hierbei werden Lösungen in der Verwendung von feuchteadaptiven Dampfbremsen gesucht, die eine ausreichende Rücktrocknung bewirken sollen.

Die Wirkungsweise ist zwar physikalisch nachgewiesen, so dass bei hoher Luftfeuchtigkeit der sd-Wert sinkt (somit diffusionsoffener wird) und bei trockener Luft der sd-Wert steigt (somit diffusionsdichter wird). Gerade aus diesem Grund hat die „intelligente“ Folie aber im Wohnbau nichts verloren.

Hier sind Folien mit einem sd-Wert von mind. 20 m zu verwenden, da es gerade in den Wintermonaten oft zu hohen relativen Luftfeuchtewerten in den Wohnungen kommt, wodurch eine ungewollte Befeuchtung der dahinter befindlichen Dämmung nicht auszuschließen ist. Umgekehrt darf man sich von der gewünschten sommerlichen Rücktrocknung einer feuchteadaptiven Dampfbremse auch keine Wunder erhoffen, da sich Leckagen keinesfalls kaschieren lassen.

Beachte die Anwendbarkeit von Detaillösungen

Zugegeben, wir sind doch schon froh, wenn es überhaupt Details zu heiklen Anschlussstellen und Ausführungskonstruktionen gibt. Doch lässt sich nicht jedes Standarddetail über jede Problemstellung stülpen. Zudem ergeben normgemäße Lösungen nicht zwingend fehlertolerante und schadensfreie Bauten, wenn diese von zu vielen Rahmenbedingungen abhängig gemacht werden.

Jeder von Ihnen kennt die üblich ausgeführte Vollsparrendämmung, die bei funktionierender Dampfbremse und diffusionsoffener Vordeckbahn, unter normalen Rahmenbedingungen schadensfrei ist. Um eine mögliche Feuchtigkeit in der Konstruktion erfolgreich zur Rücktrocknung zu bewegen, kommt eine feuchtadaptive Dampfbremse zum Einsatz…

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