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Ein Stück Neues dazu

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Alternative Zubauten und Modernisierungen von Bestandsgebäuden bringen technische und rechtliche Herausforderungen mit sich. Drei Projekte zeigen, dass sich der Aufwand lohnen kann.
MARIETTA ADENBERGER

Hier ein Wehwehchen, dort ein Zwicken – Wohnhäuser aus den Kriegsjahren oder noch ältere Bauten kommen langsam in die Jahre. Meist ist eine klassische thermische Sanierung die Lösung. Doch manche Bauträger wagen mehr und erproben behutsam alternative Zubauten und Modernisierungen. Eines dieser Modellprojekte gibt es derzeit in Linz Bindermichl, wo per Nachverdichtung rund 50 neue Wohnungen, Loggien und Lifte entstehen. Die WAG Wohnungsanlagen Gesellschaft modernisiert bis 2020 Bestandsobjekte aus den 1940er Jahren mit einem Dachgeschossausbau sowie einem hofseitigen Vorbau zur Gewinnung von privaten Freiflächen.

Bisher konzentrierten sich Revitalisierungen der WAG, die rund 7.000 Wohnungen aus den Kriegsjahren besitzt, auf die thermische Sanierung der Gebäudehülle. Nun will man Neues ausprobieren. Das Besondere: Dies geschieht über den Zubau mit einer Wandscheibe. Der Lift ist für jede Wohnung direkt über die zugebaute Loggia begehbar. Damit hat man das Hauptproblem vieler alter Häuser umgangen, dass nachträgliche Lifteinbauten oft im Halbstock enden (müssen). „Nur so war ein behindertengerechter Zugang möglich, ohne auf Kosten des Wohnraums“, so Geschäftsführer Horst Irsiegler.

Die Mieter waren bereit, den Grundriss ihrer Wohnungen ein wenig zu adaptieren, ohne größere Umbauten. Auch der zuständige Architekt, Franz Riepl, betont, dass es entscheidend war, „die Freiflächen, die ein großes Bedürfnis der Bewohner sind, auch als Zugänge zum Lift zu nutzen.“ So konnte man die problematischen Zwischenpodeste austricksen. „Städtebaulich sind die Häuser vernünftig angelegt“, so Riepl, dessen Anliegen ein qualifiziertes Weiterzubauen ist, das auf die Art des bestehenden Gebäudes eingeht. „Ich wollte unbedingt, dass die Flächen verputzt sind, denn der Mauerwerkscharakter verträgt sich am besten mit dem Bestand.“

Die OÖ Bauordnung stellte die Projektverantwortlichen vor zwei Herausforderungen beim Brandschutz und bei der Belichtung. Aufgrund der Aufstockung mussten zusätzliche kostenintensive Feuermauern errichtet werden. Um trotz des Vorbaus der Loggien und Aufzüge genügend Tageslicht zu garantieren, wurden sämtliche Fenster vergrößert. Eine Loggia- Brüstung aus Glas sorgt zusätzlich für optimalen Lichteinfall.

Alte Substanz als Herzstück

Ein ländlicheres Projekt im Raum Graz hielt ebenfalls eine Fülle an Herausforderungen bereit. Im August werden die neuen Bewohner des Baugruppen-Projekts KooWo im steirischen Eggersdorf einziehen. Auf dem 3,6 Hektar großen Grundstück wurde ein Dreikanthof saniert, umgebaut und Wohnungen für 28 Parteien in drei neuen Häusern errichtet. Geplant sind auch Co-Working-Flächen. Auf einer landwirtschaftlichen Nutzfläche wollen die Bewohner Obst und Gemüse für den Eigenbedarf anbauen und gemeinschaftliches Wohnen leben.

Bei der Realisierung unterstützte Die WoGen, Österreichs einzige Baugenossenschaft, die ausschließlich gemeinschaftliche Wohnbauprojekte verwirklicht, die Baugruppe. Von Anfang an habe es ein gutes Einvernehmen mit dem Bürgermeister und dem beratenden Bausachverständigen gegeben – laut Die WoGen-Vorstand Heinz Feldmann sind etwa 85 bis 88 Prozent der Vorstellungen der Gruppe realisiert worden. Die größte Herausforderung war die alte Substanz: Es war eine schwere Enttäuschung, dass der Großteil des alten Dreikanters doch abgerissen werden musste, sollte er doch als Herzstück und Gemeinschaftsraum in der Siedlung dienen.

Die Gruppe entschied sich, einen Teil für untergeordnete Nutzung, wie die Unterbringung von Maschinen, stehen zu lassen. So konnte man auf die Isolierung verzichten. Der Rest wurde neu zugebaut. „Mit diesem Hybrid aus intelligentem Bauen kam man mit dem eingeplanten Geld doch recht weit“, so Heinz Feldmann. Wohnbauförderung gab es für KooWo nicht, weil es ein Gemeinschaftsprojekt ist und nicht in die klassische soziale Wohnbauschiene hineinpasst. Zudem ist Die WoGen kein steirischer Bauträger, sondern eine Wiener Genossenschaft…

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