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Aus für fossile Energie

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Im Rahmen der Freitag-Akademie der Wohnen Plus Akademie sorgte Walter Hüttler, Experte für Energieeffizienz und erneuerbare Energie bei WH Consulting, mit seinem Vortrag über den Ausstieg aus fossilen Energieträgern für spannende Diskussionen.

Energiewende, Green New Deal und New European Bauhaus: Sie alle fordern und versprechen einen baldigen Ausstieg aus fossilen Brennstoffen. Werden wir es wirklich schaffen, diese Ziele zu erreichen?

So eine große Frage gleich zu Beginn! Ja, die Ziele klingen sehr ambitioniert, und sie sind es auch. Tatsächlich fürchte ich, dass wir die Ziele unter Beibehaltung der heutigen rechtlichen, wirtschaftlichen und arbeitsmarktechnischen Rahmenbedingungen kaum schaffen werden. Der größte Flaschenhals ist die Umsetzung: Es mangelt schlicht und einfach an Fachkräften. Es braucht dringend entsprechende Maßnahmen am Arbeitsmarkt – und zwar nicht nur auf nationaler, sondern auch auf internationaler Ebene.

Hüttler

Die EU schreibt eine Dekarbonisierung bis 2050 vor. Österreich prescht vor und will die CO2-Neutralität schon bis 2040 erreicht haben. Warum so viel Stress? Gerade Österreich hat bislang sämtliche Klimaziele weit verfehlt.

Die vollständige Dekarbonisierung bis 2040 ist ein sehr, sehr ambitioniertes Ziel. Wenn wir 2050 schaffen, wie das die EU vorhat, dann können wir eh schon happy sein.

Hüttler

Wir haben jetzt das Jahr 2022. Das heißt: Wir sollten schon ein Zwanzigstel oder Dreißigstel des Weges gegangen sein.

Sind wir aber nicht. Auf der theoretischen und strategischen Ebene sind wir schon weit gegangen, in der Praxis sieht die Sache aber anders aus.

Hüttler

Geplant ist ein stufenweiser Ausstieg aus fossilen Energieträgern. Wie sieht dieser Stufenplan konkret aus?

Bis 2035 sollen wir in der Wärmebereitstellung den vollständigen Ausstieg aus ölbetriebenen Heizanlagen geschafft haben, bis 2040 dann den Ausstieg aus fossilem Gas. Außerdem gibt es eine Staffelung in Bezug auf die Immobilien: Stufe 1 betrifft alle Neubauten. Stufe 2 betrifft den Bestand, und zwar all jene Bauten, in denen Heizanlagen repariert oder erneuert werden müssen.

Häufig kommt es vor, dass Ölanlagen auf Gas umgestellt werden. Das ist nicht wirklich sinnvoll. Solche Lock-in-Effekte müssten in Zukunft vermieden werden. Stufe 3 schließlich betrifft alle anderen Heizanlagen. Geplant ist eine Stilllegungsverpflichtung, wo man mit den ältesten Heizkesseln beginnt und sich dann Jahr für Jahr zu den jüngeren Anlagen vortastet.

Hüttler

Wie erklären Sie es sich, dass sogar heute noch – vor allem im freifinanzierten Sektor – Neubauten mit Gasanschluss errichtet werden? Ist das nicht ökologisch dreist?

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