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All Electric World vs. Power-to-X: Wie sieht die Zukunft aus, Herr Gerhardt?

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Welche Energie wird uns in der Zukunft nachhaltig und bezahlbar die Wärme liefern? Leben wir in einer Welt des Stroms, oder kommen andere Formen zum Tragen? Sind wir logistisch gerüstet und welche Rolle spielt noch der Klimaschutz? Fragen, die uns bewegen, wenn wir Gebäude planen, die auch noch in 60 oder 70 Jahren für die Menschen bezahlbares Wohnen ermöglichen. Wir trafen Norman Gerhardt vom Arbeitsgruppe Energiewirtschaft und Systemanalyse am Fraunhofer IWE bei 16. Forum der Wärmepumpe und fragten ihn nach seiner Einschätzung.

Wie bewerten Sie die Bemühungen der Bundesregierung, um die Sektorkopplung voranzutreiben? Wie kann diese gelingen?

Norman Gerhardt: Die kosteneffiziente Verwendung von Strom in anderen Sektoren wird weiterhin durch hohe Kostenbelastungen bei Strom einerseits und geringen Preisen für fossile Brennstoffe anderseits verhindert. Die Bundesregierung versucht durch Erhöhung von Fördermitteln, z.B. für den Ausbau und die Dekarbonisierung von Wärmenetzen dies auszugleichen. Doch selbst wenn eine Investition getätigt werden würde, führt die Preisverzerrung zu einem ineffizienten Einsatz der Anlagen. Deutlich wird dies wenn bei Hybrid-Wärmepumpen fast ganzjährig der Kessel eingesetzt wird, oder bei Großwärmepumpen in Wärmenetzen ein Einsatz nur in Verbindung KWK-Eigenstromerzeugung wirtschaftlich möglich ist.

Halten Sie in diesem Zusammenhang die Einführung einer CO2-Abgabe für sinnvoll?

Norman Gerhardt: Die Einführung einer CO2-Abgabe ist dabei zielführend. Sie sollte jedoch als sozialpolitischer Ausgleich mit einer Rückerstattung an die Haushalte verbunden werden, in Anlehnung an den Schweizer Klimafranken oder den Wirtschaftsnobelpreis. Anderseits bestehen auch immer nicht-ökonomische Hemmnisse. Entsprechend sollte bei einer Herstellung von fairen Wettbewerbsbedingungen zwischen fossilen und erneuerbaren Technologien auch begleitend durch Ordnungsrecht eine Umsetzung der Sektorkopplung sichergestellt werden.

Sollten wir in Zukunft ebenfalls auf synthetisches Gas und Öl bei Wärmeversorgung im Gebäudebereich setzen oder eine komplette Dekarbonisierung anstreben?

Norman Gerhardt: In Zukunft verschwimmen die Grenze zwischen dem Einsatz von begrenzt verfügbarer Biomasse und von synthetischen Brennstoffen wie PtG und PtL. Im Bereich der Niedertemperatur muss sich der Einsatz von diesen Brennstoffe allein aus Effizienzgründen auf ein möglichst geringes Maß reduzieren. Dies kann nur in Hybrid-Systemen erfolgen, entweder auf die Bereitstellung von kostengünstiger saisonaler Spitzenleistung oder in wenigen Stunden einer möglichen Dunkelflaute. Energetisch sollte dieser Anteil aber eine sehr geringe Bedeutung haben.

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