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Ich muss ja zugeben: Ich bin ein analoger Junkie. Ich brauche Papier, ich will einen Metallschlüssel in der Hand halten, und wenn ich das Licht im Wohnzimmer anmache, dann will ich im Schalter den Widerstand spüren und das mich allseits beglückende Plastik- Klack hören. Mit BUS-Systemen, TV mit Ambient Lighting und herumfahrenden Staubsaugerrobotern hingegen, die mit ihrer Kamera meine Sockenfusseln scannen und in die Kärcher- Cloud hochladen, kann man mich jagen. Nein, danke.

Und doch kann ich mich einer gewissen digitalen Faszination nicht entziehen: BIM-Modelle sind, sobald man das Programm gestartet und mit dem Cursor das Gebäude betreten hat, wie „Tron“, damals, 1982, mit Jeff Bridges in der Hauptrolle. Das Scannen von Bauwerken mit Punktwolken ist ein technisches wie visuelles Wow-Werkzeug und hätte mir damals auf der TU Wien, Institut für Gebäudelehre, Fach Bauaufnahme, Wochen von Arbeit erspart. Und wenn ich in einer Abbundhalle stehe, wie kürzlich bei Buchner im oberösterreichischen Mühlviertel, und der Maschine beim Sägen, Bohren und Fräsen von vorgeschnittenen Holzrohlingen zuschaue, die nach wenigen Minuten zu einem fertigen Dachsparren mit aufgeklebtem QR-Code werden, erlebe ich eine Art Demut von dem technologischen Fortschritt.

Die Architektur zählt zu den digitalisiertesten Berufen der Welt, allein schon durch Laser-Scanning, Echtzeit- Reporting, Cloud-Technologien und die virtuelle Welt der Simulation, Varianteniteration und Visualisierungsproduktion. Letztere beispielsweise gelangen in Österreich in 82 Prozent aller Projekte zur Anwendung, wie eine Studie von PricewaterhouseCoopers (PwC) letztes Jahr herausgefunden hat. Doch wie sieht die Situation in der Bauwirtschaft aus? Wie hoch ist der Digitalisierungsgrad in der Wohnungswirtschaft? Und welche Position in diesem Wettrennen um die Zukunft nehmen die gemeinnützigen Bauträger ein?

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Mit dem nun vorliegenden Heft, Schwerpunkt Digitalisierung und Künstliche Intelligenz, wollen wir uns all dieser Fragen im Detail annehmen. Das Spektrum reicht von Projektmanagement und Prozessoptimierung im Bauen über Smart- Home-Lösungen sowie den Einsatz von KI bei Betrieb, Monitoring und Haustechnik-Optimierungen bis hin zur digitalen Hausverwaltung, die sich in vielen Unternehmen auf Software made in Vienna stützt.

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Wojciech Czaja

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