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Mehr oder weniger?

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Zu viel oder zu wenig Gebäudetechnik? Was ist für das Klima besser? Was wollen die Bewohner? Fragen, denen sich ein Bauträger und ein Gebäudetechniker stellen.
GISELA GARY

Michael Gehbauer
„Die Antwort kann nur Low-Tech heißen. Wir müssen versuchen, unsere Gebäude technisch so einfach wie möglich auszugestalten.“

So einfach wie möglich

Wir stellen fest, dass die Erhaltung im Rahmen der bestehenden finanziellen Rahmenbedingungen (EVB) immer schwieriger zu bewerkstelligen ist. Es gibt Kollegen, die davor warnen, dass bestimmte Gebäude, z.B. Hochhäuser, in Zukunft nur mehr schwer mit Hilfe der vereinnahmten Mittel erhalten werden können.

Tatsächlich geben wir immer mehr Geld für die Wartung von haustechnischen Anlagen aus. Auch für den Brandschutz müssen laufend hohe Beträge aufgebracht werden.

Die Antwort kann also nur Low-Tech heißen. Wir müssen versuchen, unsere Gebäude technisch so einfach wie möglich auszugestalten. Dabei gelangen wir jedoch an Grenzen. Den Brandschutz können wir aus Sicherheitsgründen nur sehr schwer reduzieren, müssen ihn jedoch überdenken und vereinfachen. Aufzüge stehen aufgrund der notwendigen Barrierefreiheit nicht zur Diskussion. Bei Garagen besteht in bestimmten Fällen die Möglichkeit zur natürlichen Belichtung und Belüftung.

Einen großen Brocken stellen die Heizungs- und Wärmeversorgungsanlagen dar. Ihre Umstellung in Richtung CO²-Reduktion wird, in welcher Form auch immer sie erfolgt, nicht technologisch einfacher und wartungsärmer sein. Oft sind Gebäudeleitzentralen erforderlich, um effizient zu funktionieren. Dasselbe gilt für Solaranlagen, und um Niedrigtemperaturnetze zu managen, braucht es mehr Steuerungstechnik als bei bestehenden Netzen. Hier hilft High-Tech auf jeden Fall. Eine Chance bietet jedoch die Umstellung von Einzelgasthermen auf zentrale Anlagen. Sie sollten langfristig nach der Umstellung wartungsfreier und kostengünstiger gewartet und erhalten werden können. Die Frage High-Tech oder Low- Tech wird wohl nicht eindeutig beantwortet werden können. Grundsätzlich gilt: je weniger Technik verbaut wird, desto günstiger ist die Erhaltung. High-Tech kann jedoch sehr viel bei der effizienten Nutzung von Energie beitragen und ist für die Energiewende unverzichtbar.

KommR Mag. Michael Gehbauer ist seit 2004 Geschäftsführer der Wohnbauvereinigung für Privatangestellte, WPV-GPA und seit 2019 Obmann des Vereins für Wohnbauförderung, vwbf.

Christian Steininger
„Unser gemeinsames Ziel muss weniger sein, weniger CO₂-Ausstoss, weniger Ressourcenverbrauch, weniger – High-Tech.“

Klar geht mehr, aber wozu?

Die ambitionierten Klimaschutzziele zwingen die Baubranche zu Innovationen. Das Thema Kühlen dominiert die Forschung und bringt neue Ansätze, die in Richtung energieautarke Gebäude und den Aufbau von Anergienetzen geht. Der Trend geht in Richtung Plusenergiehäuser, mit dem Ziel, seine Energie selbst bzw. auch über den Bedarf zu erzeugen. Entscheidend sind die Wärmedämmung, eine dichte Gebäudehülle und eine kompakte Bauweise. Die Gebäudetechnik spielt natürlich eine wesentliche Rolle. Viele Bauherren wünschen ein Abspecken…

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