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Endlich ein eigenes Zimmer

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Von Beginn an sollten Flüchtlingsfamilien Teil der Baugruppe Oase.inklusiv in Wien- Donaustadt werden. Für die Schülerin Elisa Ahmadi eine schöne Erfahrung.
FRANZISKA LEEB

Es tut gut, zu wissen, an einem Ort angekommen zu sein, an dem man bleiben kann und sich willkommen fühlt. Elisa Ahmadi, mit ihren Eltern und drei Brüdern aus Afghanistan geflüchtet, steht die Erleichterung ins Gesicht geschrieben. Mehrmals musste die Familie seit der Ankunft im Jahr 2015 umziehen, von einem Wohnheim ins andere, von einer Wohnung in die nächste.

Seit April hat die Odyssee ein Ende. In der Oase.inklusiv, eine Baugruppe im Stadtentwicklungsgebiet Stadlau (Bauträger Neues Leben) hat die Familie eine geförderte Wohnung mit unbefristetem Mietvertrag erhalten. Von Anfang an waren sie wie 14 weitere von der Sozialorganisation Neunerhaus betreute Familien in den 2017 gestarteten Mitbestimmungsprozess eingebunden. „Es war schön und eine gute Erfahrung für mich, mitplanen und Ideen einbringen zu dürfen“, strahlt die 17-jährige Gymnasiastin.

Menschen, die nicht die typische anspruchsvolle und sprachgewandte Klientel von Partizipationsprojekten sind, früh in die Entwicklung eines Projekts einzubeziehen, ist ein wertvoller Beitrag zur Inklusion. Die Arbeit in Workshops sei aber, so Daniela Unterholzner, Geschäftsführerin der Neunerhaus-Tochter neunerimmo, für Menschen mit existenziellen Sorgen sehr herausfordernd. „Die Moderation war super!“, zollt sie Manuel Hanke von Wohnbund Consult Respekt.

Viel zusätzliche Erklärungsarbeit und Unterstützung seitens des Neunerhaus- Teams war dennoch notwendig. Torsten Eder vom Bewohnerverein begleitet beruflich selbst Beteiligungsprozesse: „Es war interessant, Beteiligung aus der anderen Perspektive zu erleben.“ Ein Problem sei das Kommen und Gehen potenzieller Bewohner gewesen. Nur eine kleinere Kerngruppe hat den gesamten Prozess durchgehalten.

Zusammenwachsen in der Gruppe

Viele, darunter das von Wiener Wohnen vermittelte Drittel, kamen erst am Ende dazu und wissen noch wenig über die Kernidee des Projektes. Jetzt geht es darum, diese Gruppe mit jener, die bereits viele Abende investiert hat, zusammenwachsen zu lassen. Die pandemiebedingten Einschränkungen haben das ihre beigetragen. Alexander Tschirch, Projektleiter beim Bauträger Neues Leben, bedauert, dass selbst die Wohnungsübergabe nicht im gewohnten Rahmen abgehalten werden konnte, sondern auf zwei Tage aufgeteilt werden musste, um das Ansteckungsrisiko zu minimieren.

Ein großer sogenannter „Flexraum“ für Zusammenkünfte jedweder Art, eine Werkstatt, gemeinschaftliche Lagerräume, ein Bewegungsraum, als Herzstück die am zentralen Hof liegende Gemeinschaftsküche mit Galerie und auf dem Dach ein Pavillon, der zur kleinen Bibliothek und zum Rückzugsraum für konzentriertes Arbeiten oder Vorlesen werden könnte: Gemeinschaftsräume in dieser Vielfalt gibt es selten. Noch harren sie ihrer Ausstattung…

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