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Das ABC des Ziegels

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Ein weiterer Praxis-Check von WohnenPlus ging in der Seestadt Aspern der Frage nach, ob der Ziegelbau auf dem Weg zu einer Renaissance ist. Fazit: Die Chancen dafür stehen gut.
MAIK NOVOTNY

Anna, Bella und Clara heißen die drei Schwestern. Weniger poetisch ausgedrückt handelt es sich um die Bauteile A, B und C auf dem Baufeld D22 in der Seestadt Aspern. Hier wurden auf 8.100 Quadratmeter Gesamtnutzfläche ein Baugruppenhaus mit 33 Wohnungen für Que[e]rbau, ein Bauteil mit 40 Mietwohnungen und ein Haus mit Betreutem Wohnen kombiniert. Die von der WBV-GPA entwickelte und von Architekt Clemens Kirsch geplante Dreier-Kombination wurde 2017 übergeben.

Beim Praxis-Check von WohnenPlus und der Wohnen Plus Akademie im Gemeinschaftsraum Yella Yella im Bauteil A ging es darum, dieses ABC durch zu deklinieren, vor allem aber ging es um den Buchstaben Z. „Renaissance für Ziegelwohnbau?“ lautete das Motto, denn die „Drei Schwestern“ sind insofern einzigartig, als sie mit hochwärmegedämmten Porotherm-Ziegeln errichtet wurden – ohne Wärmedämmverbundsystem.

Wie kam es zur Entscheidung für diesen traditionellen, aber im geförderten Wohnbau heute ungewöhnlichen Baustoff? „Ursprünglich war für die Seestadt ein Wettbewerb der Baustoffe geplant,“ rekapitulierte WBV-GPA-Geschäftsführer Michael Gehbauer die Planungsgeschichte. „Das wurde zwar nie weiterverfolgt, aber von unseren Mietern kam immer wieder der Wunsch nach Ziegel als Baustoff, der aufgrund seines behaglichen Raumklimas einen guten Ruf genießt.“ Eine Abwechslung zu den oft als monoton empfundenen WDVS-Fassaden des geförderten Wohnbaus, die der damalige AzW-Direktor Dietmar Steiner im Grundstücksbeirat wiederholt gerügt hatte, sei ebenfalls nicht unwillkommen gewesen. „Wir verstehen uns als Bauträger, der nicht einfach Masse bauen will, sondern im Rahmen der Möglichkeit experimentiert – auch, was neue Baustoffe für den Wohnbau betrifft.“

Auch als Planer sei es eine schöne Abwechslung, mit einem rein mineralischen Wandaufbau „ohne Erdöl auf der Fassade“ zu arbeiten, fügte Architekt Clemens Kirsch hinzu. Wien sei schließlich so etwas wie das „gallische Dorf der Betonindustrie.“ Auch wenn hier aus statischen Gründen auf den Stahlbeton nicht ganz verzichtet werden konnte, sei der Ziegel doch prägend für die Wohnanlage, mit sechs Geschossen habe man seine Möglichkeiten auch recht weit ausgereizt und „ziegelgerecht“ geplant: Das heißt, mit Lastabtragung über Wandscheiben und französischen Fenstern ohne Parapete. „Ein Vorteil für uns war, dass die Widmung hier über die Nutzfläche festgeschrieben war.“ Der rechnerische Nachteil der dickeren Ziegelwände bei der Bruttogeschossfläche wurde so vermieden.

Es handelt sich hier um ein absolutes Meilensteinprojekt für uns,“ freute sich Vanessa Rausch von der Firma Wienerberger, die ein Exemplar des mit Mineralwolle verfüllten Ziegels mitgebracht hatte…

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