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BIM: Weit mehr als Digitalisierung

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Mit BIM zu planen bedeutet, eine neue Arbeitsweise anzuwenden. Doch was steht hinter dem Zauberwort BIM? Mit Sicherheit mehr als nur digital planen, wie bei einer exklusiven Freitag-Akademie der Wohnen Plus Akademie intensiv diskutiert wurde.
GISELA GARY

Building information modeling, BIM, ist eine Arbeitsmethode, die vor allem in den nordischen Ländern längst Alltag ist, in England, in Norwegen oder in Skandinavien ist planen mit BIM bei öffentlichen Aufträgen bereits vorgeschrieben. Österreich erweist sich da noch als ein wenig gemütlicher. Bei der Freitag-Akademie im Juni 2018 trafen Praktiker der Wohnungswirtschaft mit BIM-Experten aufeinander – ein Wissensaustausch zwischen Theorie und Praxis. Michael Pech, Vorstand ÖSW und Aufsichtsratsvorsitzender GBV, ist davon überzeugt, dass die Planungs- und Bauqualität mit BIM gesteigert werden kann und dass an BIM kein Weg vorbeiführt: „Sobald die Auftraggeber das Potential an Transparenz und Mehrwert von BIM erkennen, werden sie BIM einfordern und zum Durchbruch verhelfen.“

Doch noch fehlt es in vielen Fällen an dem Verständnis für die Vorteile, meint Pech. Für das Hoch 33 erstellten die Architekten ein digitales 3D-Gebäudemodell, in dem alle relevanten Gebäudedaten integriert wurden und jederzeit abrufbar sind: „Durch diese Vernetzung ist jede Änderung und ihre Auswirkung bspw. auf Grundrisse, Schnitte oder Bauteillisten, sofort erkennbar. Wir haben noch einen langen Weg bis zur optimalen Einsetzung von BIM-Planung vor uns, aber die Vorteile wurden beim Hoch 33 eindeutig unter Beweis gestellt.“ Peter Kompolschek, Architekt und Experte für nationale, europäische und internationale Normung, ist österreichischer Delegierter der European BIM Group und auch für viele nationale und internationale Kunden beratend tätig.

Er selbst setzt in seinem Architekturbüro schon längere Zeit auf BIM. Einen Vorteil sieht Kompolschek in der Kostenersparnis bei Bauänderungen: „Änderungen werden an der Projektdatei – dem Modell – durchgeführt. Ich kann sie also umgehend analysieren und neu berechnen und somit die wesentlichen Parameter wie Flächenbedarf und Konstruktionshöhe, unmittelbar evaluieren.“

Es braucht Regeln

In der ÖNORM A 6240-4 sind Standards festgelegt, welche die technische Umsetzung des Datenaustauschs und der Datenhaltung von Gebäudeinformationen regelt und es ermöglicht, digitale Gebäudearchive zu erstellen. Planungssoftware wie Revit, grafisoft, allplan etc, sind alle BIM-fit, so Kompolschek: „In Österreich haben wir den Merkmalserver als Standard. Damit gibt es eine durchgängige Struktur. Aber es braucht Regeln, wenn ich eine Tür zeichne, muss ich auch ´Tür´ reinschreiben, damit die andere Software das richtig erkennt.“

Architektin Christine Horner von Solid arcitecture in Wien, führte wiederum aus, dass es das gemeinsame Bauwerksmodell, an dem alle Projektbeteiligten arbeiten, nicht gibt: „Es geht um die gemeinsam genutzten Daten, die im Mittelpunkt stehen. Das bedeutet, der Weg zu BIM führt über einzelne Teilmodelle und alphanumerische Informationen.“ Horner ist davon überzeugt, dass Österreich noch lange in einer „Übergangsphase“ arbeiten wird: „Es gilt das richtige Maß zwischen Angst vor Innovationen und Veränderungen und einer übergroßen Erwartungshaltung an BIM zu finden.“

Christoph Eichler, Architekt und BIM-Experte, betonte den Mehrwert dieser im Wohnbau noch neuen Arbeitsweise – welcher von der Kollisionsprüfung im Koordinationsmodell, bis zur Kostenermittlung und -kontrolle und einer lückenlosen Bauwerksdokumentation reicht. Ein Mehrwert, der einfach mehr als nur digitales Planen bedeutet…

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