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Wie Architekten beim seriellen Bauen ihre planerischen Ziele erreichen – Modulbau in Wiesbaden ist der Schlüssel

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Die Zahlen sind bekannt: Mindestens 350.000 neue Wohnungen jährlich bis 2020 – so das Bundesbauministerium – werden gebraucht, um der hohen Wohnungsnachfrage in unserem Land Herr zu werden. Die hohe Zuwanderung von Menschen aus dem Ausland und eine allgemeine Binnenwanderung zugunsten wachstumsstarker Ballungsgebiete und prosperierender Universitätsstädte hat Deutschland in Bewegung gebracht – und den Wohnungsbau gleich mit. Denn was bis vor kurzem noch kritisch beäugt wurde, hat sich als zielführende Strategie für kostengünstigen Wohnungsbau entpuppt: Die Modulbauweise. Waren viele Architekten zunächst skeptisch, weil sie befürchteten, anspruchsvolle Architektur und serielles Bauen können nicht Hand in Hand gehen, beweisen führende Architekturbüros nun immer öfter das Gegenteil. So auch Koschany + Zimmer Architekten, die mit dem renommierten Modulbauer ALHO aus Friesenhagen ein flexibles modulares Baukastensystem entwickelten, auf dessen Basis „hochwertige Individualität in Serie“ hergestellt werden kann. Aber auch jenseits des Modulbaukastens bietet moderne Modulbauweise kreativen Architekten eine ganze Reihe von Vorteilen.

Wohnungsbau im 21. Jahrhundert

Die vielfältigen, bunten Lebensmodelle, die heute in unserer Gesellschaft möglich sind, brauchen flexiblen, den unterschiedlichen Wünschen und Bedürfnissen angepassten sowie unterschiedlich großen Wohnraum. Die Modulbauweise ist in geradezu idealer Weise in der Lage, diese Vielfalt in in einem Gebäude integriert zu schaffen.

In Städten, in denen Baugrund Mangelware und zudem teuer ist, liefern die präzise geplanten und vorgefertigten Moduleinheiten kreative Lösungen und Möglichkeiten einer effektiven Nachverdichtung. Viele Wohnungsbaugesellschaften besitzen Siedlungs-Bestände – meist aus den 1950er und 1960er Jahren – mit ausreichend großen Grundstücken, die Möglichkeiten für eine solche Nachverdichtung bieten. Dabei wird in einem oft sehr engen Wohnumfeld gebaut. Hier schnell und ohne lange Belästigung der Anwohner durch Lärm, Staub und Dreck bauen zu können, ist von großer Bedeutung. Konventionelle Bauweisen können dies kaum bieten. Anders die Modulbauweise:

Die im Werk vorgefertigten ALHO Module kommen mit einem sehr hohen Vorfertigungsgrad zwischen 70 und 80 Prozent auf die Baustelle. Sie werden innerhalb weniger Tage montiert und in einer nur sehr kurzen Zeit von maximal 2-3 Monaten ausgebaut. Die Modulbauweise vereint die Verwendung vieler gleicher und damit im Einkauf kostengünstiger Bauteile wie Schalter, Leuchten, Armaturen und Einbaumöbel mit den Vorteilen Tempo und Qualität in der Herstellung des gesamten Moduls innerhalb qualitätsoptimierter Prozessabläufe im Werk. Diese zeitgemäße Art, schnell, terminsicher ressourcen- und kostenoptimiert zu bauen begeistert nicht nur Auftraggeber sondern auch Planer.

ALHO und KZA: Kreatives Bauen mit einem modularen Baukasten-System

Auch Gunther Adler, Staatssekretär beim Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat zeigt sich hinsichtlich der Chancen, die sich mit dem seriellen modularen Bauen für die Wohnungswirtschaft ergeben zuversichtlich. Anlässlich der Ergebnisse des ersten europaweiten Ausschreibungsverfahrens für serielles und modulares Bauen, die der Spitzenverband der deutschen Wohnungswirtschaft GdW im Mai 2018 präsentierte und bei dem auch ALHO gemeinsam mit Koschany + Zimmer Architekten, KZA, siegreich hervorging, sagte Adler: „Ich bin überzeugt davon, dass nun ein neues Kapitel der seriellen und modularen Bauweisen aufgeschlagen wurde. Heute wird der Grundstein dafür gelegt, dem seriellen und modularen Bauen in Deutschland neuen Auftrieb zu geben“.

Der gemeinsame Systementwurf von KZA und ALHO, der im Anschluss in eine Rahmenvereinbarung für den Bau von Wohnhäusern in seriell-modularer Bauweise eingebunden wurde, steht seither interessierten Wohnungsbauunternehmen zur Verfügung um modulare und schnell realisierte Wohngebäude unkompliziert, termin- und kostensicher in Auftrag geben zu können. Die Grundrisse basieren auf einem wirtschaftlichen Modulraster, sind flächenoptimiert konzipiert und lassen sich an die jeweils spezifischen Wohnungsgrößen des öffentlich geförderten Wohnungsbaus anpassen.

Modulbau: Vom guten Grundriss her denken

Normalerweise entwerfen Architekten Gebäudegrundrisse aus einer städtebaulichen Situation heraus. Diese bildet die Grundlage für die Gebäude-Kubatur und den daraus resultierenden Grundrissen. Für den modernen Modulbau der im Wohnungsbaukontext, Individualität in Serie“ ermöglichen soll, haben KZA und ALHO diese Vorgehensweise mit ihrem Baukasten-System umgekehrt: Der Entwurf beginnt mit durchdachten auf die Bedarfe der Bewohner zugeschnittenen Grundrissen auf Basis der kleinsten skalierbaren Einheit im Entwurfsprozess, dem Modul. So besteht der Modulbaukasten aus einem ganzen Kanon von Modulen, einer Matrix, aus der heraus sich Wohnungen individuell konfigurieren lassen: beispielsweise ein Modul mit einem Wohnraum und einer Küche, eines mit einem Schlafzimmer und einem Bad, eines mit Kinderzimmer und Flur, und so weiter. Zuerst werden Wohnungsgrundrisse aus diesen Modulen heraus maßgeschneidert und dann in einer Gebäudefigur um die jeweilige Erschließung komponiert. Aus dem Wohnungsmix heraus entstehen die Gebäude. Dabei führen selbst identische Wohnungstypen auf Grund der immer unterschiedlichen Vorgaben so gut wie nie zu ein und derselben Kubatur. Je nach Bedarf werden die Module zu unterschiedlichen Wohnungs- und Gebäudetypen in Form von Punkthäusern, im Reihenverbund, als Blockrandbebauung oder als Laubenganghäuser konzipiert werden…

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