Epoxidharzauskleidungen im häuslichen Trinkwassernetz – Das ist zu beachten

Im vorherigen Kapitel wurden die Wirkungsnachweise und Versprechen der Anbieter von Geräten der physikalischen Wasserbehandlung vorgestellt. In diesem Artikel wird ein weiteres Verfahren vorgestellt, dass ebenfalls für die Sanierung von korrosionsgeschädigten Trinkwasserleitungen umworben wird. Dabei geht es um eine Auskleidung der Innenoberfläche der Trinkwasserleitungen mit Epoxidharzen. Was dahinter steckt, wird näher beleuchtet.

Eine Sanierung durch Innenbeschichtungen erfolgt in der Regel in zwei Arbeitsschritten:

  • Reinigung der Innenwände durch Sandstrahlen
  • Sanierung von Rohren durch Innenbeschichtung mit Epoxidharz

1. Grundsätzliche Schwierigkeiten bereits bei der Vorbehandlung

Die Rohrleitungen werden nach der Reinigung mit Epoxidharz ausgekleidet. Voraussetzung hierfür ist eine gute Haftung der Epoxidharzbeschichtung auf der Metallinnenwandung der Rohre. Die Reinigung erfolgt entweder durch Sandstrahlen und / oder durch Säurebehandlung. Bei diesen Vorbehandlungen ist die Gefahr von Durchbrüchen von bereits geschädigten Rohren naturgemäß gegeben.

Hierbei ist in der Vertragsgestaltung mit dem Anbieter darauf zu achten, wer die Haftung übernimmt, wenn bei der Reinigung Durchbrüche erzeugt werden. Diese Gefahr ist nicht zu unterschätzen, da die Metalloberflächen blank und frei von Korrosionspartikeln sein müssen.

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Es ist schwer vorstellbar, dass die notwendige blanke Oberfläche der Metallinnenwandung überall erzielt und an jeder Stelle des Rohrnetzes kontrolliert werden kann. Dies erscheint naheliegend, wenn man die Winkel, Bögen und Unebenheiten im Rohr selbst, z.B. Gewinde, nicht entgratete Rohrenden etc., berücksichtigt. Und nicht zu vergessen: die Korrosion, die einerseits zu einem Materialabtrag des Grundwerkstoffes geführt hat, aber je nach Inhaltsstoffe des Wassers zu sehr fest sitzenden Korrosionsprodukten führen kann, die nur schwer oder kaum zu entfernen ist (siehe Bild 2-4).

Eine Kontrolle für eine gute Haftung des Epoxidharzes an der Phasengrenze zwischen der Metallinnenwandung und dem Epoxidharz ist nicht möglich. Nur wenn das Epoxidharz auf eine saubere Metallinnenwandung aufgetragen wird, besteht die Aussicht, dass das Epoxidharz fest adsorbiert ist. Mit einem Endoskop, was als Qualitätskontrolle benutzt wird, wird allerdings nur die Beschichtungsoberfläche des Innenrohres sichtbar.

2. Weitere kritische Verfahrensschritte bei der Beschichtung

Ein weiteres Problem bei der Verwendung von Epoxidharz ist die Schwerkraft beim Einfüllen der flüssigen Komponenten des Epoxidharzes. Dies führt in den Rohren zu einer ungleichmäßigen Verteilung und damit zu einer ungleichmäßigen Beschichtungsdicke. Außerdem stellt sich die Frage, ob die Leistung erbracht wurde, wenn durch das Epoxidharz der Rohrdurchmesser um, z.B. ¾ reduziert wurde, wie der Unterzeichner dies selbst in einem Rohrasservat aus einer sanierten Trinkwasserleitung betrachten durfte…

Forum Leitungswasser erscheint in Kooperation mit der Initiative Schadenprävention und  der AVW Gruppe

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