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Agil denken für räumlichen Mehrwert

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Bei Dietrich | Untertrifaller Architekten wird von anderen Branchen gelernt und proaktiv in Sachen ökonomischer Wohnbau geforscht. Von Maria Megina, Partnerin im Wiener Büro, und Much Untertrifaller wollten wir wissen, an welchen Schrauben zu drehen wäre und welche Wohnbauthemen das Büro aktuell beschäftigen.
FRANZISKA LEEB

Der Wohnhausbau war bei dem Architekturbüro, gegründet 1994 in Bregenz, von Anfang an ein Thema. Zunächst vornehmlich in Vorarlberg, mittlerweile längst international und im großen Maßstab, oft, aber nicht immer, in Holz. In Wien, wo das Büro aus Anlass der Erweiterung der Stadthalle seit 2004 ansässig ist, zählt es mittlerweile zu den wichtigsten Akteuren im Wohnbau und profitiert dabei auch von internationalen Erfahrungen. Weitere Niederlassungen bestehen in St. Gallen (seit 2005), Paris und München (beide seit 2016) – eine gute Basis für einen reflektierten Blick über den nationalen Tellerrand hinaus.

Welche Tendenzen und Problemfelder beobachtet ihr im Wohnbau national und international?

Die Raumplanungfindet anderswo auf einem höheren Niveau statt. In Österreich fehlt meiner Meinung nach der Draht zur Architektur, und umgekehrt kümmern sich auch durchaus renommierte Kollegen nur ungern um Zusammenhänge.

Much Untertrifaller

Man muss allerdings den Unterschied zwischen Österreich allgemein und Wien sehen. Quartiersentwicklung wird in Wien seit etwa zehn Jahren ambitioniert und interdisziplinär betrieben. Wir sind dankbar, dass es Wettbewerbe gibt und man hier einen architektonischen Diskurs auch im Wohnbau führen kann. Natürlich gibt es noch zu erschließende Potenziale.

Maria Megina

Das Lob muss man allerdings auf den geförderten Wohnbau einschränken. Was die gewerblichen Bauträger implantieren, ist zum Teil haarsträubend banal. In Frankreich werden die genauso an die Kandare genommen wie die Gemeinnützigen.

Untertrifaller

Wovon ist es abhängig, wie sich ein Quartier entwickelt?

Von der Ambition der Bauträger und von den künftigen Akteuren. Man sollte seitens der Stadt aber schon vor der Widmung überlegen, für wen der Stadtteil da sein soll, wer potenzielle Träger, nicht nur im Wohnbau, sondern auch von gewerblicher Seite her, sein könnten. Das bleibt oft an den Planergemeinschaften hängen.

Maria Megina

Wobei ich finde, dass wir Architekten dieser Programmierung ein Stück entgegengehen sollten. Wir dürfen uns nicht damit zufriedengeben, vorgekaute Konzepte abzuarbeiten, sondern können und müssen unseren Beitrag leisten, bevor das Ganze in Raum gegossen wird.

Untertrifaller

Ein konkretes Beispiel?

Ganz intensiv haben wir das beim Quartier Gastgebgasse im 23. Bezirk getan, das derzeit in Bau ist: Um eine ehemalige Sargfabrik, die in den letzten Jahren zu einem Ort für niederschwellige Kulturangebote geworden ist, entsteht geförderter Wohnbau und ein Bildungscampus. Unsere Aufgabe ist es, gemeinsam mit Schenker Salvi Weber, rund 430 Wohnungen zu erstellen und an der Schnittstelle von Kultur und Wohnen zu vermitteln.

Dazu haben wir art:phalanx als Programmatiker hinzugeholt, die ein Kunst- und Kulturkonzept erarbeitet haben. Ein wichtiger Baustein ist das Atelierhaus. Ein zweiter ist das Freihalten der Erdgeschoße von privatem Wohnen. Wir haben darauf geachtet, dass etwas Robustes, Kleinsegmentiertes entsteht, wo sich vieles entwickeln kann. Falls ein Akteur ausfällt, kommt ein anderer nach. Es ist schon eine Adresse und eine funktionierende Gemeinschaft da, darauf kann man aufbauen.

Maria Megina

Werden solche Herangehensweisen in Zukunft mehr Bedeutung haben?

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