„Fit für Trinkwasser“ stärkt schadenpräventive Qualifizierung in Kooperation mit dem DVGW

Die Initiative „Fit für Trinkwasser“ der Branchenverbände BTGA, figawa und ZVSHK baut ihre fachliche Basis weiter aus: Mit dem Deutschen Verein des Gas- und Wasserfaches (DVGW) wurde ein Letter of Intent (LoI) unterzeichnet. Ziel ist eine vertiefte Zusammenarbeit in den Bereichen Weiterbildung, Qualifizierung und fachliche Transformation rund um Trinkwasserinstallationen.

Diese Kooperation ist mehr als eine organisatorische Erweiterung – sie ist ein klares Bekenntnis zur schadenpräventiven Ausrichtung der Technischen Gebäudeausstattung (TGA). Denn qualitätsgesicherte Planung, Installation und Instandhaltung wasserführender Leitungen bilden die Grundlage für Hygiene, Betriebssicherheit und Werterhalt von Gebäuden.

Weiterbildung als präventive Qualitätsstrategie

Mit dem LoI bekennen sich BTGA, figawa, ZVSHK und DVGW zu einer engen fachlichen Kooperation. Im Fokus stehen:

  • die konsequente Ausrichtung aller Schulungsinhalte an den anerkannten Regeln der Technik,
  • eine gemeinsame Qualitätssicherung der Weiterbildungsangebote,
  • die Bündelung technisch-wissenschaftlicher und praktischer Expertise,
  • sowie die kontinuierliche fachliche Weiterentwicklung vor dem Hintergrund regulatorischer und technologischer Transformation.

Gerade im Bereich der wasserführenden Leitungen in der TGA entscheidet die Qualität der Installation über die langfristige Funktionsfähigkeit des Systems. Fehler in Planung oder Ausführung führen nicht nur zu hygienischen Risiken, sondern verursachen erhebliche Folgekosten durch Wasserschäden, Nutzungsausfälle und Sanierungsmaßnahmen.

Die Initiative „Fit für Trinkwasser“ adressiert diesen präventiven Ansatz ausdrücklich: Weiterbildung wird nicht als formaler Qualifikationsnachweis verstanden, sondern als Instrument aktiver Schadensvermeidung.

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DVGW als regelsetzender Impulsgeber

Mit dem DVGW bringt sich nun der anerkannte Regelsetzer und technisch-wissenschaftliche Know-how-Träger systematisch in die Weiterentwicklung der Schulungsangebote ein. Damit wird die Verbindung zwischen Regelwerk, technischer Innovation und praktischer Umsetzung in der Gebäudetechnik weiter gestärkt.

Dr. Wolf Merkel, Vorstand Wasser des DVGW, betont: „Für den DVGW ist es ein zentrales Anliegen, dass Schulungen zur Trinkwasserinstallation konsequent auf den anerkannten Regeln der Technik basieren und damit höchsten Qualitäts- und Hygienestandards entsprechen. Durch die Bündelung unserer technischen Expertise mit dem Know-how von BTGA, figawa und ZVSHK stärken wir die Fachkompetenz im gesamten Trinkwasserbereich und sorgen für sicheres Trinkwasser an jedem Wasserhahn in Deutschland.“

Für die vertretenen Akteure aus Planung, Ausführung, Industrie und Betrieb bedeutet das eine stärkere fachliche Synchronisierung: Normative Anforderungen, technische Entwicklungen und praktische Umsetzung werden enger verzahnt.

Schadenprävention als Leitmotiv der Technischen Gebäudeausstattung

Die hygienisch einwandfreie Bereitstellung des Lebensmittels Trinkwasser ist eine Gemeinschaftsaufgabe entlang der gesamten Wertschöpfungskette – von der Planung über die Installation bis zum Betrieb. Clemens Schickel, Geschäftsführer Technik BTGA, bringt diese Verantwortung auf den Punkt: „Die hygienisch einwandfreie Bereitstellung des Lebensmittels Trinkwasser ist eine Aufgabe aller beteiligten Akteure – von der Gewinnung bis zur Nutzung in den Haushalten und Unternehmen.“

Daniel Föst, Hauptgeschäftsführer ZVSHK, ergänzt mit Blick auf das Fachhandwerk: „Sauberes Trinkwasser ist kein Selbstläufer. Es braucht qualifizierte Fachbetriebe, klare Regeln und eine verlässliche Weiterbildung.“

Gerade im Kontext zunehmender Komplexität technischer Systeme, verschärfter regulatorischer Anforderungen und wachsender Sensibilität für Hygiene- und Haftungsfragen wird deutlich: Schadenprävention beginnt mit qualitätsgesicherter Installation.

Die fachgerechte Auswahl von Werkstoffen, die normkonforme Dimensionierung, die sachgemäße Verlegung wasserführender Leitungen sowie die konsequente Dokumentation und Inbetriebnahme sind keine Detailfragen, sondern integrale Bestandteile einer präventiven Qualitätsstrategie in der TGA.

Transformation und Verantwortung

Die Kooperation im Rahmen von „Fit für Trinkwasser“ ist daher auch als Antwort auf die strukturelle Transformation der Branche zu verstehen: Digitalisierung, Nachhaltigkeitsanforderungen, Fachkräftesicherung und steigende Dokumentationspflichten verändern das Berufsbild im SHK-Handwerk ebenso wie in Planung und Industrie.

Volker Meyer, Hauptgeschäftsführer figawa e.V., ordnet die Initiative entsprechend ein: „Erstmals bündeln die Verbände aus dem Handwerk, der Planung, der Industrie und der DVGW als anerkannter Regelsetzer ihre Kompetenzen in einem gemeinsamen Schulungsangebot. Dadurch wird ein gemeinsamer, hochwertiger Qualitätsstandard in Deutschland für Schulungen in der Trinkwasserbranche gesetzt.“

Klare Botschaft an die Branche

Mit der erweiterten Zusammenarbeit setzen die beteiligten Verbände ein deutliches Zeichen: Qualitätssichernde Installation wasserführender Leitungen ist keine optionale Zusatzleistung, sondern Kernbestandteil professioneller Technischer Gebäudeausstattung.

Die gemeinsame Ausrichtung von Weiterbildung, Fachwissen und Transformation stärkt die Fachkompetenz aller Beteiligten – und trägt maßgeblich dazu bei, Trinkwasserinstallationen dauerhaft sicher, hygienisch einwandfrei und wirtschaftlich betreibbar zu gestalten.

Gerd Warda Quelle: BTGA, figawa, ZVSHK und DVGW

Forum Leitungswasser erscheint in Kooperation mit der Initiative Schadenprävention und  der AVW Gruppe

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