Von Magdalena Strasburger, Geschäftsführerin der Strasburger ET GmbH
2026 fühlt sich an wie ein Wendepunkt. Die vergangenen Jahre waren geprägt von Transformation, Ankündigungen und dem Versuch, Energie und Immobilien näher zusammenzubringen. Doch vieles blieb Stückwerk. Nicht aus Mangel an Ideen, sondern aus Mangel an Kapazitäten, Klarheit und Mut. Genau hier sehe ich meine Aufgabe: Orientierung geben, Entscheidungen vereinfachen und die Energieversorgung im Gebäude endlich dahin bringen, wo sie hingehört, ins Kerngeschäft.
Für 2026 plane ich, meine Arbeit konsequent darauf auszurichten, Projekte nicht nur zu starten, sondern sie auch bis in einen verlässlichen Betrieb zu begleiten. Ich möchte Solarstrategien entwickeln, die neue Geschäftszweige definieren und nicht in Schubladen verschwinden.
Ich möchte Wohnungsunternehmen dabei begleiten, Energiesysteme so aufzusetzen, dass sie langfristig wirtschaftlich tragfähig und zugleich organisatorisch umsetzbar sind. Ich möchte stärker an Schnittstellen arbeiten, an denen Wohnungswirtschaft, Energiedienstleister, Installateure, digitale Player und Politik aufeinandertreffen. Gerade dort wird bislang noch allzu oft aneinander vorbeigeredet.
Worauf freue ich mich?
Besonders freue ich mich auf Projekte, die mutig sind. Solche, die nicht nur einzelne Dächer betrachten, sondern ganze Bestände mitdenken. Auf Kundinnen, die das Spannungsfeld zwischen Klimazielen und wirtschaftlichem Druck klar und ehrlich benennen und trotzdem aktiv handeln. Und auf Diskussionen darüber, wie wir dynamische Stromtarife, Lastmanagement und Digitalisierung sinnvoll nutzen können.
Was erhoffe ich mir?
Mehr Pragmatismus! Eine Branche, die sich traut, auch ohne hundertprozentige Sicherheit Entscheidungen zu treffen. Denn die perfekte Lösung existiert selten, aber die gute, funktionierende und skalierbare Lösung, die existiert bereits.
Was fürchte ich?
Ich befürchte, dass die Komplexität des Themas weiterhin lähmt. Immer wieder vielversprechende Energieprojekte scheitern dadurch an internen Verzettelungen. Es besteht außerdem die Gefahr, dass wir angesichts steigender Zinsen, knapper Budgets und regulatorischer Unsicherheit wieder in alte Denkmuster verfallen: sparen, verschieben, abwarten.
Die Ziele für 2026 sind klar: Orientierung geben, Mut stärken und die Branche dabei unterstützen, Energieprojekte aus der Konzeptphase in die Umsetzung zu bringen. Die Herausforderungen werden nicht kleiner, aber unsere Fähigkeit, pragmatisch damit umzugehen, kann deutlich wachsen. Genau dafür möchte ich Impulse setzen: klare Entscheidungsgrundlagen, realistische Investitionspfade und Kooperationen, die wirklich tragen.
Mein Wunsch für das neue Jahr: Dass wir 2026 den Mut finden, den ersten Schritt zu machen und den zweiten gleich hinterher. Veränderung beginnt mit Bewegung!
Magdalena Strasburger



