Liebe Leserinnen, lieber Leser.
Die neue Ausgabe der Wohnungswirtschaft heute zeigt einmal mehr, wie stark politische Rahmenbedingungen, unternehmerisches Handeln und gesellschaftliche Verantwortung ineinandergreifen. Drei Themen stechen dabei besonders hervor: der umstrittene TKG-Referentenentwurf, die Photovoltaik-Offensive des Freistaats Bayern und ein bemerkenswertes Azubi-Projekt aus der Praxis.
Glasfaser: Gute Absicht, falsche Wirkung
Der Glasfaserausbau ist unstrittig eine Schlüsselaufgabe. Umso kritischer wird der aktuelle TKG-Referentenentwurf bewertet. Statt Investitionen zu erleichtern, sehen Branchenvertreter die Gefahr neuer Hürden.
GdW-Präsident Axel Gedaschko warnt vor einer Schwächung bewährter Kooperationen zwischen Wohnungswirtschaft und Netzbetreibern. Auch BFW-Präsident Dirk Salewski kritisiert den zunehmenden regulatorischen Druck als investitionshemmend und als Eingriff in Eigentumsrechte. Haus & Grund-Präsident Kai Warnecke ergänzt, dass zusätzliche Duldungspflichten eher Rechtsunsicherheit schaffen, als den Ausbau zu beschleunigen.
Der Tenor ist eindeutig: Der Glasfaserausbau funktioniert dort, wo Partnerschaft und wirtschaftliche Anreize greifen – nicht dort, wo Zwang dominiert. Die Politik ist gefordert, diesen Unterschied ernst zu nehmen. Zum Artikel
Photovoltaik: Der Staat als Vorreiter – mit Lücken
Ein anderes Bild zeigt sich in Bayern. Mit rund 1.000 installierten PV-Anlagen auf staatlichen Gebäuden und Investitionen von etwa 125 Millionen Euro setzt der Freistaat ein starkes Signal. Weitere Anlagen sind bereits in Planung, selbst der Landtag ist Teil dieser Strategie.
Die Botschaft: Erneuerbare Energien sind wirtschaftlich sinnvoll und politisch gewollt. Zugespitzt ließe sich sagen: Fossile Energieträger wären hier kaum vermittelbar.
Doch genau darin liegt die Ambivalenz. Was auf staatlichen Dächern konsequent umgesetzt wird, bleibt für viele private und wohnungswirtschaftliche Akteure weiterhin mit Hürden verbunden. Wirtschaftlichkeit, regulatorische Komplexität und fehlende Anreize bremsen den breiten Rollout.
Bayern zeigt, was möglich ist – und macht zugleich sichtbar, wo die Rahmenbedingungen noch nicht stimmen. Zum Artikel
Nachwuchs: Praxis schafft Perspektive
Abseits der großen politischen Linien setzt ein Projekt ein wichtiges Zeichen: der Umbau eines Trafoturms zu einem Tiny House – realisiert als Azubi-Projekt.
WBL-Geschäftsführer Andreas Veit betont den pädagogischen Ansatz: Auszubildende übernehmen Verantwortung und sammeln Erfahrungen über den klassischen Ausbildungsrahmen hinaus. Genau darin liegt die Stärke des Projekts.
In Zeiten des Fachkräftemangels wird deutlich, wie wichtig solche Formate sind. Sie machen das Handwerk erlebbar und zeigen die Innovationskraft der Branche. Der Trafoturm wird damit zum Symbol für eine Ausbildung, die nicht nur vermittelt, sondern begeistert. Zum Artikel
Rahmen setzen, Potenziale nutzen
Die drei Themen zeigen ein gemeinsames Muster: Die Wohnungswirtschaft ist bereit zu investieren, zu modernisieren und auszubilden. Doch sie braucht verlässliche und praxisnahe Rahmenbedingungen.
Zu viel Regulierung kann Fortschritt bremsen, wie das Beispiel Glasfaser zeigt. Klare politische Zielbilder können hingegen Dynamik erzeugen, wie in Bayern bei der Photovoltaik. Und echte Zukunft entsteht dort, wo Verantwortung übertragen wird – wie im Azubi-Projekt.
Die Herausforderungen sind groß. Aber die Lösungen liegen auf dem Tisch. Jetzt kommt es darauf an, sie auch umzusetzen.
April 2026 Wohnungswirtschaft heute., Ausgabe Nummer 213, mit Fakten und Einschätzungen zum zielführenden Handeln.Klicken Sie mal rein.
Bleiben Sie zuversichtlich und nachhaltig.
Ihr Gerd Warda und das Wohnungswirtschaft heute-Team


