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IoT-Trends 2026 in Kommunen – so kann Steuergeld gespart werden

IoT-Trends 2026 in Kommunen – so Steuergeld sparen
Ein effizientes Gebäudemanagement mithilfe eines IoT-Netzwerks in öffentlichen Gebäuden wie dieser Kita kann unter anderem dabei helfen, Heizkosten einzusparen (Foto: Robert Bogs, Alpha-Omega Technology).

In der intelligenten Vernetzung, Steuerung und Optimierung der Infrastruktur steckt viel Potenzial für Kommunen. Mithilfe eines eigenen IoT-Netzwerks stehen Behörden, Unternehmen und Bürgern vielfältige Anwendungsmöglichkeiten offen: von der Bodenfeuchtemessung zum Schutz von Jungbäumen, über datenschutzkonformes kamerabasiertes Verkehrsmanagement und die Prävention von Wasser- und Feuerschäden in Gebäuden bis zu weitläufigen Netzen für eine skalierbare Steuerung ganzer Bundesländer.

So lassen sich Kosten reduzieren, Ressourcen sparen, die Sicherheit, Resilienz und Transparenz erhöhen – und Klimaschutz auch in Zeiten klammer Kassen umsetzen.

Die Experten des IoT-Unternehmens Alpha-Omega Technology sehen vor diesem Hintergrund für 2026 drei Schwerpunkte:

1. Datenbasierte Kommunalpflege für eine resiliente Infrastruktur und Umwelt
2. Intelligente Entwicklung der urbanen Infrastruktur
3. Effizientes Gebäudemanagement zur Schadensvermeidung und für mehr Sicherheit

Als Querschnittstrend zeigt sich die zunehmende Nutzung sensorbasierter Messwerte als Frühwarnsystem sowohl im Innen- wie im Außenbereich.

Trend 1: Datenbasierte Kommunalpflege für eine resiliente Infrastruktur und Umwelt

Bei Grünflächen- und Tiefbauämtern, Stadtwerken und kommunalen Betrieben liegen IoT-Anwendungen für Effizienz, Schutz und Kostenreduzierung im Trend. Sie unterstützen die Kommunen operativ dabei, ihre Ressourcen und ihre Infrastruktur intelligent zu managen. Ein Beispiel ist die Messung der Bodenfeuchte mithilfe von LoRaWAN-Sensoren. Sie wird bereits vielerorts eingesetzt, etwa zum Schutz von Grünflächen und Investitionen wie die in Jungbäume.

Das vom Berliner Abgeordnetenhaus im November 2025 verabschiedete „Bäume-Plus-Gesetz“ ist das erste Klimaanpassungsgesetz Deutschlands. Berlin soll damit resistenter gegen Hitze und Starkregen werden und wird hohe Investitionen im Bereich Baumanpflanzung tätigen. Jan Bose, Geschäftsführer bei Alpha-Omega Technology, berichtet von einer spürbaren Nachfrage in diesem Bereich:

„Die Überwachung der Bodenfeuchte hat einen monetären Hintergrund. Vertrocknet zum Beispiel ein frisch gepflanzter Baum, so können bis zu 6.000 € Kosten für einen neuen Jungbaum entstehen. Viele Städte sind beim Monitoring der Bodenfeuchte bereits sehr aktiv, wie etwa Heidelberg oder Pforzheim.“

Trend 1: Der Schutz der Infrastruktur gewinnt in Zeiten zunehmender Extremwetterereignisse an Bedeutung. Immer mehr Kommunen nutzen entsprechende IoT-Lösungen, um zum Beispiel den Zustand der Straßen zu überwachen (Grafik: Alpha-Omega Technology).

Für den Schutz der Infrastruktur gewinnt in Zeiten zunehmender Extremwetterereignisse das Monitoring der Straßentemperatur an Bedeutung. Droht im Sommer eine Erhitzung des Asphalts auf über 50 Grad, kann die Kommune rechtzeitig geeignete Maßnahmen ergreifen und teure Sommerhitzeschäden verhindern.

Im Winter garantiert das Monitoring einen zuverlässigen Winterdienst. Mit einem LoRaWAN-Netzwerk, das Messwerte auch über weite Distanzen überträgt, ist ein solches Monitoring großflächig einsetzbar. Diese Anwendung ist bereits in mehreren Landkreisen im Einsatz. Die Kommunen vermeiden teure Schadensersatz- und Schmerzensgeldansprüche infolge von Unfällen, die sich aufgrund von mangelhafter Räumung und Streuung ereignen.

Um Energiekosten zu reduzieren, setzen immer mehr Städte und Gemeinden auf eine intelligente Straßenbeleuchtung. Sie ermitteln und steuern die Helligkeit der Leuchten nach Bedarf auf Basis der Tageszeit oder des Verkehrs. In Zeiten steigender Energiepreise und Anforderungen an den Umweltschutz hat dieser Anwendungsfall viel Potenzial für Einsparungen.

Jan Bose betont: „Der Nutzen ist hier messbar und sofort sichtbar, bei gleichzeitig niedrigen Einstiegshürden. Denn die LoRaWAN-Module, die die Messwerte an die kommunale IoT-Plattform senden, lassen sich mit wenig Aufwand in den vorhandenen Masten installieren.“ Praktisch umsetzen lässt sich das Ganze zum Beispiel mit der von Alpha-Omega Technology selbst entwickelten IoT-Lösung „Ortsbeleuchtung“. Zum Einsatz kommen Aktoren mit einer IoT-Vernetzung auf Basis der Funktechnologie LoRaWAN. Eine mobile App bietet unter anderem Kartenübersichten und Steuerungsmöglichkeiten.

Trend 2: Intelligente Entwicklung der urbanen Infrastruktur

Die Entwicklung geht hin zu einer ganzheitlichen urbanen Intelligenz durch aktive Lenkung, Optimierung und datenbasierte Entscheidungsfindung. Beteiligte Akteure in den Kommunen sind die Verkehrs- und Stadtplanung, politische Entscheider und Mobilitätsämter. Zu den Anwendungen, die sich bereits in der Praxis etablieren, gehören etwa das kamerabasierte Verkehrsmanagement oder das Monitoring der Energie- und Wasserverbräuche in öffentlichen Gebäuden.

Ein intelligentes Verkehrsmanagement lässt sich DSGVO-konform mit Lösungen wie dem Verkehrsmonitoring-System Iotraffic der Iotec GmbH realisieren. Das Messsystem erfasst rund um die Uhr, wie viele Verkehrsteilnehmer einen bestimmten Bereich passieren. Dabei erkennt eine Kamera verschiedene Kategorien, wie etwa Autos oder Fußgänger. Die Daten sendet Iotraffic per LoRaWAN oder NB-IoT in regelmäßigen Abständen an eine zentrale Datenplattform, wo sie ausgewertet und visualisiert werden. Während das Iotraffic Count-System zählt, geht das Iotraffic Flow-System einen Schritt weiter: Es macht Verkehrsflüsse sichtbar, indem es Pkw- und Lkw-Bewegungen anonym erfasst. Solche Systeme liefern Erkenntnisse, woher Pendlerströme kommen, und unterstützen dabei, sie vom lokalen Verkehr zu unterscheiden.

Wie die mit sensorbasierten IoT-Lösungen erfassten Messwerte datenbasierte Entscheidungen ermöglichen und Transparenz gegenüber den Bürgern erhöhen können, zeigt das Beispiel der Stadt Hagen. Hier ist seit Februar 2025 ein Smart-City-Dashboard frei über das Internet zugänglich. Einsehbar sind die aktuellen Echtzeitdaten zu Wetter, Umwelt und Mobilität. Dazu gehören Emissionen, die Auslastung von Straßen und Parkplätzen, Wasserstände und die Energieverbräuche der öffentlichen Gebäude und der Industrie. Die visualisierten Daten sind öffentlich einsehbar. Die Rohdaten stellt die Stadt Hagen zudem über offene Schnittstellen für eigene Anwendungen zur Verfügung.

Trend 2: Visualisierung der durch die Iotraffic-Kamera gesammelten Daten (Grafik: Alpha-Omega Technology).logy).

Eine landesweite, offene digitale Datenplattform gibt es in Schleswig-Holstein. Die Landesregierung hat 2024 mit über 420 Gateways eine flächendeckende LoRaWAN-Infrastruktur aufgebaut. Seit Mai 2025 wird den Nutzern mit dem „IoT-Hub SH“ eine eigene Plattform zur Verfügung gestellt, um die Funktechnologie digital unabhängig, sicher und mit offenen Standards nutzen zu können.

Das Projekt wird gemeinsam im Austausch mit den Partnern nodes.sh und Dataport sowie den Stadtwerken Lübeck umgesetzt. Die neue Plattform soll Forschungseinrichtungen, Behörden, Unternehmen und privaten Nutzern ermöglichen, eigene Sensoren einfach zu integrieren, vorhandene Daten zu nutzen und KI-gestützte Anwendungen zu entwickeln.

Trend 3: Effizientes Gebäudemanagement zur Schadensvermeidung und für mehr Sicherheit

IoT-Anwendungen bergen ein enormes Potenzial für Einsparungen und Schadensvermeidung in Gebäuden durch ein intelligentes Risikomanagement. Öffentliche Immobilien wie Schulen, Sportstätten, Verwaltungsgebäude oder Kulturstätten sind ein großer Kostenblock für Kommunen. Sie verbrauchen nicht nur Energie, Wärme und Wasser, sondern erfordern auch Investitionen in Instandhaltung oder die Reparatur von Schäden. Besonders problematisch ist der aktuelle Zustand: Die meisten dieser Gebäude sind in kritischen Bereichen wie Wasserschadenerkennung, Brandschutz oder Energiemanagement praktisch ungesichert. Dabei ließe sich die Sicherheit durch gezielt eingesetzte IoT-Technologien erheblich steigern – auch wenn eine hundertprozentige Sicherheit naturgemäß nicht zu erreichen ist.

Typische Anwendungsfälle sind das Leckage-Monitoring zur Wasserschadenprävention, IoT-Rauchwarnmelder inklusive Alarmierungsprozessen, Energie-, Wärme- und Wassertransparenz oder die Betriebsoptimierung von Personeneinsätzen. Jan Bose erklärt: „Der Reparaturbedarf wird deutlich zunehmen. Denn die Bausubstanz in Deutschland wird immer älter. Ein Beispiel: In den ostdeutschen Bundesländern werden die in der wendebedingten Renovierungsphase verbauten PE-Rohre aus den 90er Jahren allmählich porös. Große Neubauprojekte der letzten Jahre standen zudem unter großem Kostendruck – oft wurde die preiswertere Lösung umgesetzt, zulasten der Qualität. Das macht sich nun durch Schäden bemerkbar, wie etwa Leckagen.”

IoT-Lösungen zur Messung von Verbrauchsflüssen sind aus diesen Gründen immer stärker gefragt. Denn sie sind eine einfach umzusetzende Möglichkeit, bei der Erfassung etwa des Wasserverbrauchs auch den aktuellen Durchfluss zu erkennen. Zeigen die Messwerte beispielsweise in einem Verwaltungsgebäude nach Büroschluss oder in einer Turnhalle während der Ferienzeit einen ungewöhnlich hohen Durchfluss, tritt sehr wahrscheinlich Wasser aus. Integrierte Alarmsysteme können in diesem Fall per App die zuständige Stelle informieren. So können schnell geeignete Maßnahmen ergriffen und größere Schäden vermieden werden. Neben Wasser verursacht Feuer teure Schäden an Gebäuden. Intelligente Rauchwarnmelder lassen sich mit wenig Aufwand in ein bestehendes LoRaWAN-IoT und dazugehörige Alarmierungssysteme einbinden.

Oft steht einer Entscheidung für einen preisgünstigen Brandschutz über das gebäudeeigene IoT aber noch das typisch deutsche 100-Prozent-Denken im Wege, wie Jan Bose weiß: „Eine Brandschutzanlage kostet zum Beispiel 40.000 bis 50.000 €. Geld, das viele Kommunen nicht haben. Mit LoRaWAN-Rauchwarnmeldern ließe sich eine Brandschutzlösung für etwa 1.000 € umsetzen. Diese Möglichkeit wird häufig vom Tisch gewischt mit dem Argument, dass LoRaWAN nicht zu 100 Prozent zuverlässig sei. LoRaWAN ist keine Brandschutzanlage, die 100 Prozent Sicherheit bietet, das ist richtig. Aber es bietet einen 95-prozentigen Schutz für einen Bruchteil der Kosten. Die Frage ist doch: Hat die Kommune am Ende wegen der engen Finanzlage gar keinen oder für 1.000 € einen 95-prozentigen Schutz? Hier muss sich aus meiner Sicht im Denken der Entscheidungsträger dringend etwas ändern.“

Spürbare Einsparungen in nicht bewohnten öffentlichen Gebäuden, Schulen und Büros können zudem über intelligente Heizkörperthermostate erzielt werden. Denn jede Stunde, in der die Heizung am Wochenende oder über Nacht weiterläuft, wird der Raum unnötig beheizt. Eine datenbasierte Steuerung des Heizbetriebs ist daher ein zentraler Hebel für Kosteneinsparungen – und das ohne umfangreiche, technische Umbauten. Inzwischen bieten die Hersteller auch Heizkörperthermostate, die eine manuelle Einstellung der Heiztemperatur nicht mehr ermöglichen. Diese Geräte sind insbesondere für öffentliche Gebäude sinnvoll. Jan Bose sagt: „Die Investition in die Heizkörperthermostate amortisiert sich bereits innerhalb von ein bis zwei Heizperioden. Das heißt, ab diesem Moment wird nicht nur Energie, sondern auch Geld gespart.“

Quelle: Alpha-Omega Technology

Weitere Informationen

Stadt Pforzheim: Digitales Pilotprojekt von Stadt und Hochschule will Baumbewässerung optimieren
Stadtwerke Heidelberg Netze
Schleswig-Holstein startet eigenen IoT-Hub
Aktuelle Webinare von iot-market.eu
Smarte Lösungen für Dörfer, Regionen und Städte:
Die Smart-Building-Initiative

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Rückgang bei Büros und Baugrundstücken – Gutachterausschüsse legen Immobilienmarktbericht 2025 vor

Immobilienmarktbericht 2025: Rückgang Büros & Baugrundstücken
Immobilienmarktbericht 2025: Rückgang Büros & Baugrundstücken

Während sich der Wohnimmobilienmarkt in Deutschland spürbar stabilisiert, bleiben Büroimmobilien und Baugrundstücke weiter unter Druck. Das geht aus dem Immobilienmarktbericht Deutschland 2025 hervor, den der Arbeitskreis der Oberen Gutachterausschüsse gemeinsam mit dem Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) vorgelegt hat.

Nach deutlichen Einbrüchen im Vorjahr zogen 2024 die Transaktionszahlen und der Geldumsatz bei Wohnimmobilien wieder an. Für Baugrundstücke blieb die Erholung jedoch aus. Bundesweit wurden 46.200 Baugrundstücke für Eigenheime verkauft – sechs Prozent mehr als 2023, aber weniger als die Hälfte der rund 100.000 Verkäufe pro Jahr in den 2010er Jahren.

Deutlich gestiegene Preise bei Baugrundstücken

Während Angebot und Nachfrage im Gebrauchtmarkt wieder zusammenfinden, bremsen hohe Bau- und Entwicklungskosten die Vermarktung neuer Grundstücke. 2014 wechselten noch 93.400 Baugrundstücke für Eigenheime den Besitzer, 2024 waren es nur 46.200. Der Geldumsatz blieb mit 9,1 Milliarden Euro jedoch fast auf dem Niveau von 2014 (9,4 Milliarden Euro). Dem Bericht zufolge haben sich die durchschnittlichen Preise damit nahezu verdoppelt. „Die Kombination aus diesen Rahmenbedingungen und dem starken Bedarf treibt die Grundstückspreise in die Höhe und erschwert kostengünstiges Bauen“, erklärt Matthias Waltersbacher, Leiter der Abteilung Wohnungs- und Bauwesen im BBSR.

Regional zeigen sich starke Unterschiede. In Thüringen, Sachsen-Anhalt und Brandenburg fielen die Verkäufe auf gut 30 Prozent des Niveaus von 2014. Weniger stark war der Rückgang im Süden: In Bayern lagen die Zahlen ein Drittel unter dem Wert von damals, in Baden-Württemberg sogar nur ein Viertel. Seit 2023 stiegen die Verkäufe in Regionen wie Mittelfranken, Teilen Sachsens, der Metropolregion München, Ostwestfalen und vielen kreisfreien Städten in NRW. Rückgänge verzeichneten dagegen Mecklenburg-Vorpommern, Teile Hessens und das südliche Brandenburg.

Mehrfamilienhausgrundstücke besonders betroffen

Noch stärker als bei Eigenheimen schrumpften die Verkäufe von Mehrfamilienhausgrundstücken. Bundesweit liegt der Rückgang gegenüber 2014 bei 55 Prozent, in Nordrhein-Westfalen sogar bei 80 Prozent. Niedersachsen führt 2024 das Länder-Ranking mit 440 verkauften Grundstücken an – in den 2010er Jahren lag das Land noch im Mittelfeld. „Das verdichtete Bauen ist ein wichtiger Schlüssel zur Deckung des hohen Bedarfs. Dass in einem zum Teil weniger dicht besiedelten Flächenland die meisten Baugrundstücke veräußert werden, zeigt zugleich die Flaute in anderen Regionen“, erläutert Matthias Waltersbacher.

Wirtschaftsimmobilien und Büros mit rückläufigem Umsatz

Auch bei Wirtschaftsimmobilien setzte sich der langfristige Abwärtstrend fort. Die Zahl der Transaktionen sank binnen zehn Jahren von 85.300 auf 58.100 (–32 Prozent). Beim Geldumsatz betrug der Rückgang 26 Prozent. Bei Baugrundstücken für Gewerbeimmobilien fiel der Geldumsatz um mehr als ein Drittel – von 4,5 Milliarden Euro im Jahr 2014 auf 2,9 Milliarden Euro 2024.

Im wichtigen Teilmarkt Büroimmobilien gab es einen massiven Umsatzrückgang: Der Geldumsatz fiel von 24,8 Milliarden Euro im Jahr 2021 auf 9,2 Milliarden Euro 2024. Der Anteil am Gesamtumsatz der Wirtschaftsimmobilien sank damit auf unter 19 Prozent, obwohl die Zahl der Transaktionen im selben Zeitraum nur moderat von 3.800 auf 3.000 abnahm. „Der Durchschnittspreis je Büroimmobilie hat sich binnen zwei Jahren mehr als halbiert, weil häufiger kleinere Objekte und solche in durchschnittlich günstigeren Lagen gehandelt wurden“, erläutert Andreas Teuber, Vorsitzender des Arbeitskreises der Oberen Gutachterausschüsse.

Gesamtmarkt: Umsatzplus von 15 Prozent

Über alle Segmente hinweg legte der Immobilienmarkt 2024 im Vergleich zum Vorjahr zu. Der bundesweite Geldumsatz stieg um 15 Prozent auf 247 Milliarden Euro. Die Zahl der Kaufverträge erhöhte sich um neun Prozent auf 805.000, liegt aber weiterhin deutlich unter dem langjährigen Durchschnitt.

Wohnimmobilien erholen sich – Preise stabilisieren sich

Wohnimmobilien stellten 73 Prozent aller Transaktionen. Besonders der Markt für Eigenheime hat sich belebt: 253.000 Verkäufe bedeuten ein Plus von 13 Prozent und eine Rückkehr zum Niveau von 2022. Die Preise haben sich weitgehend stabilisiert. Freistehende Ein- und Zweifamilienhäuser kosteten im mittleren Preissegment 2.400 Euro pro Quadratmeter. Im oberen Segment sanken die Preise um acht Prozent, das untere Segment blieb stabil.

Bei gebrauchten Eigentumswohnungen fiel das obere Preissegment um sechs Prozent, während mittlere und untere Preisbereiche stabil blieben. Großstädte verzeichneten eine zunehmende Marktberuhigung.

„Die Märkte der Gebrauchtimmobilien und des Neubaus differenzieren sich weiter aus“, so das Fazit von Andreas Teuber. „Während der große Markt der gebrauchten Wohnimmobilien kaum Überraschungen birgt, bleibt der Neubaumarkt für viele unerschwinglich und hinkt weiter hinter den Bedarfen zurück. Das gilt auch für das laufende Jahr.“

Hintergrund

Der Arbeitskreis der Oberen Gutachterausschüsse, Zentralen Geschäftsstellen und Gutachterausschüsse in der Bundesrepublik Deutschland (AK OGA) veröffentlicht bundesweite Analysen zur Entwicklung des Immobilienmarkts. Die Analysen beziehen sich auf Kaufverträge für Wohn-, Wirtschafts-, Agrar- und Forstimmobilien sowie sonstige Immobilien, die den Gutachterausschüssen durch Notare oder sonstige beurkundende Stellen zur Verfügung zu stellen sind.

Aus den Verträgen leiten die Gutachterausschüsse Immobilienmarktdaten ab. Alle zwei Jahre gibt der Arbeitskreis den Immobilienmarktbericht Deutschland heraus, zuletzt ist dieser im Dezember 2023 erschienen. Das Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) vertritt im Arbeitskreis den Bund.

Quelle: Christian Schlag / BBSR Link zum Immobilienmarktbericht Deutschland 2025

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Deutschland führt – und behauptet seine Rolle als Normungsweltmeister

Deutschland führt und behauptet Rolle als Normungsweltmeister
Die Kenntnis entsprechender Normen, Standards oder Regeln, sowie deren richtiger Einsatz, ist unter den heutigen Marktbedingungen für jedes Unternehmen ein nicht zu unterschätzender wirtschaftlicher Faktor. Normen schaffen Effizienz bei Produktionsabläufen und sorgen durch eine gleichbleibende sowie vergleichbare Produktqualität für Vertrauen bei den Endverbrauchern. Darüber hinaus stehen Normen unter rechtlichen Aspekten für mehr Sicherheit – Hersteller erreichen bei Anwendung und Einhaltung von Normen ein hohes Maß an rechtlicher Absicherung. Foto: Wohnungswirtschaft heute. Gerd Warda

Normen sind mehr als technische Regeln. Sie sind das Fundament für technologische Souveränität und wirtschaftlichen Erfolg. Normung als strategischer Wettbewerbsfaktor. Wer internationale Standards setzt, prägt Märkte, beschleunigt Innovationen und schafft Vertrauen.

Das Internationale Normungsbarometer 2025 zeigt: Deutschland bleibt global führend und steht gleichzeitig vor neuen Herausforderungen.

Infografik: DIN führt im weltweiten Vergleich mit 17,1 % die meisten ISO-Sekretariate

Deutschland ist Normungsweltmeister: Mit 17,1 % führt DIN den größten Anteil der ISO-Sekretariate © DIN

Einfluss nationaler Normungsorganisationen im Vergleich

Das Internationale Normungsbarometer zeigt die Stärke und den Einfluss nationaler Normungsorganisationen in der internationalen (ISO) und europäischen Normung (CEN). Grundlage sind die von ihnen geführten Sekretariate in den Technical Committees (TC) und Subcommittees (SC) – ein zentraler Indikator für Gestaltungskraft in der Normung.

Die Ergebnisse im Überblick

Deutschland ist Normungsweltmeister

Mit 17,1 % aller ISO-Sekretariate liegt Deutschland weltweit auf Platz 1 – vor den USA und China. Auch auf europäischer Ebene setzt DIN Maßstäbe: Mit 28,7 % aller CEN-Sekretariate führt Deutschland die europäische Normung an.

Infografik: Anteile Deutschlands am Welthandel (2016: 8 %, 2025: 6,2 %) und ISO-Sekretariaten (2016: 17,7 %, 2025: 17,1 %)

Trotz Schwächen im Welthandel bleibt die deutsche Normungsbeteiligung stabil © DIN

Top-Bereiche international:

  • Umwelttechnik (Platz 1)
  • Maschinenbau (Platz 1)
  • Spezialtechnologien wie Optik & Lasertechnik (Platz 1)
  • Gesundheit & Medizin (Platz 2)

Fazit: Deutschland gestaltet die globalen Spielregeln der Technik quer durch Industrie, Forschung und Zukunftsfelder.

Sekretariate als Hebel für Einfluss

Ein Sekretariat bei ISO oder CEN ist das Steuerzentrum der internationalen Normung. Wer ein Sekretariat führt, leitet Expertenteams, definiert Schwerpunkte und gestaltet Inhalte – und damit die Standards von morgen.

Für die deutsche Wirtschaft bedeutet das: mehr Gestaltungsspielraum, technologische Führungsrolle und internationalen Marktzugang.

Globaler Wettbewerb zieht an

Während Deutschland bei klassischen Industrien führend bleibt, verschiebt sich der Wettbewerb in digitale Zukunftsfelder. Die USA stehen hier an der Spitze und dominieren bei KI, Cloud Computing und Datenmanagement. Deutschland ist dagegen stark in Themen wie Informationssicherheit, Cybersicherheit sowie Quantencomputing und dem Digitalen Produktpass – Themen, die Europas digitale Zukunft prägen werden.

Bewegung im internationalen Normungsranking

Deutliche Veränderungen zeigt das Internationale Barometer auf den weiteren Plätzen. China hat den Anteil, der durch die nationale Normungsbehörde SAC geführten ISO-Sekretariate seit 2016 nahezu verdoppelt und klettert auf den dritten Platz direkt hinter den USA und Deutschland.

Infografik: China hat seinen Anteil an ISO-Normungssekretariaten seit 2016 von 6,8 % auf 11,1 % fast verdoppelt.

China baut seine Rolle in der internationalen Normung weiter aus © DIN

Deutschland, USA und China im Vergleich

  • Deutschland nutzt Normung zur Sicherung der Technologieführerschaft in seinen industriellen Kernbranchen – etwa Maschinenbau, Chemie und Gesundheit.
  • USA dominieren bei globalen Management- und IT-Standards und setzen über internationale Verträge eigene Standards durch.
  • China verfolgt eine staatlich gesteuerte, strategische Normungspolitik. Ziel ist es, in Rohstoff-, Energie- und Konsumgüterketten Standards zu setzen, die den eigenen Export stützen.
  • Zunehmend engagiert sich das Land aber auch in strategischen Feldern wie KI, 6G und Gesundheit.

Führungsrolle in Europa: Deutschland vorne bei CEN

Auch in Europa prägt DIN die Richtung der Normung: Mit einem Anteil von 28,7 % aller CEN-Sekretariate führt Deutschland vor Frankreich (25,7 %). Gemeinsam verantworten beide Länder über die Hälfte der europäischen Normungsarbeit.

Infografik: Anteil der von Deutschland (28,7 %) und Frankreich (25,8 %) geführten CEN-Sekretariate

Deutschland (28,7 %) und Frankreich (25,8 %) stellen zusammen mehr als die Hälfte der CEN-Sekretariate © DIN

Schwerpunktfelder mit deutscher Führungsrolle bei CEN:

  • Chemische Erzeugnisse: 31,6 % Anteil – 140 Mrd. € Umsatz, 480.000 Beschäftigte
  • Gesundheitswesen, -schutz, Arbeitssicherheit: 51,6 % Anteil – 400 Mrd. € Umsatz, 7 Mio.
  • Maschinenbau: 42,4 % Anteil – 250 Mrd. € Umsatz, 1 Mio. Beschäftigte

Deutschland digital vorn in Europa

Deutschland ist zudem stark in der digitalen Gesellschaft: Mit 25 % aller Sekretariate (gemeinsam mit Italien) prägt es Europas Normen für Digitalisierung, Datenschutz und KI. Die Ursachen dafür sind vielfältig. Die wichtigen IT-Nationen USA, Japan und Korea spielen in der europäischen Normung keine Rolle. Gleichzeitig sorgt die ambitionierte europäische Regulierung dafür, dass sich die deutschen Normungsakteure hier besonders stark engagieren.

Normung als Wirtschaftsfaktor

Über 1,5 Billionen Euro deutscher Exporte beruhen auf DIN-geprägten Standards. Frühe Beteiligung an der Normung verschafft Unternehmen Einblick in technologische Trends und Marktentwicklungen. So wird Normung zum Wettbewerbsvorteil – sie beschleunigt Innovation, reduziert Risiken und stärkt internationale Anschlussfähigkeit.

Blick nach vorn: Deutschlands Zukunftsagenda

Um seine Führungsrolle zu sichern, setzt Deutschland auf drei strategische Hebel:

Digitale Normung ausbauen – insbesondere zu KI, Datenräumen und dem digitalen Produktpass.
Nachhaltigkeit verankern – mit Normen für Kreislaufwirtschaft, Green Deal und Klimaschutz.
Normung strategisch integrieren – als festen Bestandteil von Forschung, Innovation und Politik.
Nur wer Standards setzt, gestaltet Zukunft.

Julian Pinnig https://www.din.de/de

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Neun turbulente Tage – Gerichtsurteile für die Zeit von Heiligabend bis Neujahr

Neun Tage - Gerichtsurteile für die Zeit von Heiligabend bis Neujahr

Viele Menschen klinken sich in der Zeit vom 24. Dezember bis zum Neujahrstag aus ihrem Alltagsleben aus. Sie gehen nicht zur Arbeit und widmen sich stattdessen dem Leben im Kreise der Familie. In der Regel verbringen sie auch mehr Zeit in ihren eigenen vier Wänden.

Manchmal führt das zu Problemen – zum Beispiel, weil der Christbaum Feuer fängt oder die Silvesterrakete nicht wie geplant am Himmel explodiert. Der Infodienst Recht und Steuern der LBS hat für seine Extra-Ausgabe einige Urteile deutscher Gerichte zu diesem Themenkreis gesammelt.

Weihnachtsdeko zerstört

Öffentlich zur Schau gestellte Weihnachtsdekoration ruft auch immer wieder die Zerstörungswut von Menschen auf den Plan. So demolierten Jugendliche die Lichterkette eines im Freien platzierten Christbaumes und wurden dabei erwischt.

Die Strafe durch das Amtsgericht München (Aktenzeichen 1035 Ds 470 Js 111655/18 jug) folgte auf dem Fuße: Sie mussten den Schaden wiedergutmachen und dem Baumbesitzer zehn Euro für eine neue Lichterkette übergaben. Zudem wurden sie verpflichtet, jeweils 25 Stunden an einem Leseprojekt teilzunehmen.

Weihnachtsbäume draußen sturmfest verankern

Ein anderes Problem von Weihnachtsbäumen im Freien ist deren Standfestigkeit. Sie muss stets gegeben sein, sonst liegt eine Verletzung der Verkehrssicherungspflicht vor.

Das Oberlandesgericht Düsseldorf (Aktenzeichen I-22 U 137/21) beharrte in einem Urteil darauf, dass ein im Ständer aufgestellter Baum gewisse Windlasten aushalten müsse. Hier war am 24. Dezember ein sechs Meter hoher Christbaum in der Innenstadt umgekippt und hatte eine Kurierfahrerin schwer verletzt. Die gemessene Windstärke von acht Beaufort hätte die Konstruktion allerdings verkraften müssen, monierte das Gericht und sprach der Verunglückten Schadenersatz zu.

Silvester und Kugelbomben

Immer wieder gibt es Berichte darüber, dass Menschen an Silvester allzu fahrlässig mit nicht zugelassenen Sprengkörpern umgehen. Selbst wenn die Betroffenen keine bösen Absichten hegen, kann das für sie harte Konsequenzen nach sich ziehen.

So bestätigte der Bundesgerichtshof (Aktenzeichen 5 StR 406/24) eine Verurteilung wegen vorsätzlichen Herbeiführens einer Sprengstoffexplosion und fahrlässiger Körperverletzung, weil ein Mann bei einer privaten Feier Kugelbomben gezündet hatte und dadurch etliche Anwesende verletzt wurden.

Wunderkerzen und etwas trockenen Christbaum…

Selbst beim Abbrennen der deutlich harmloseren Wunderkerzen ist eine gewisse Vorsicht geboten. Jeder sollte wissen, dass deren sprühende Funken leicht entflammbare Gegenstände entzünden können.

Wer es zulässt, dass sich Kleinkinder in der beheizten Wohnung mit einer Wunderkerze einem schon nähern, der haftet nach Ansicht des Landgerichts Frankfurt (Aktenzeichen 2-11 S 283/04) für die Folgen. Hier war das ganze Haus durch einen Brand schwer geschädigt worden.

Kerzen am Weihnachtsbaum

Auf einem schon 18 Tage im Wohnzimmer stehenden Christbaum dürfen durchaus noch Kerzen angezündet werden. Das Landgericht Oldenburg (Aktenzeichen 13 O 3296/10) stellte fest, dabei handle es sich um keine besonders ungewöhnliche Verhaltensweise und auch nicht um grobe Sorglosigkeit. Der Leistungsanspruch der Betroffenen gegenüber der Wohngebäude- und der Hausratversicherung wurde nach einem Feuer und dem vollständigen Abbrennen des Hauses nicht gekürzt.

Es sei zwar ein Fehler gewesen, dass er die Terrassentür öffnete, um den brennenden Christbaum ins Freie zu ziehen, denn durch die Frischluftzufuhr wurde der Brand erst recht entfacht. Aber aus der Ausnahmesituation heraus sei das erklärbar.

Christbaumbeleuchtung am Sonntag kaufen

Kurz vor Weihnachten wird die Zeit für Besorgungen immer etwas knapp. Da mögen es manche als angenehm empfinden, ihre Christbaumbeleuchtung am Sonntageinkaufen zu können.

Doch das Oberlandesgericht Düsseldorf (Aktenzeichen I-15 U 105/16) stellte fest, dass derartige Lichterketten unter das Sonntagsverkauf-Verbot fallen. Der Umstand, dass dieses Produkt mit dem erlaubten Verkauf von Blumen und Pflanzen kombiniert worden sei, ändere nichts daran.

Dr. Ivonn Kappel

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Kai-Marten Maack wird ab 1. Mai 2026 neues Vorstandsmitglied von degewo Berlin

Kai-Marten Maack wird neues Vorstandsmitglied von degewo Berlin
Kai-Marten Maack wird ab 1. Mai 2026 neues Vorstandsmitglied von degewo Copyright: ALOMS

Der Aufsichtsrat von degewo hat mit Wirkung zum 1. Mai 2026 Kai-Marten Maack als Mitglied des Vorstands bestellt. Er folgt auf Christoph Beck, der zum 30.04.2026 als Vorstand ausscheidet. Mit der Bestellung einer langjährigen verdienten Führungskraft von degewo wird ein nahtloser Übergang und Kontinuität in der Unternehmensführung sichergestellt.

Langjährige Erfahrung und Expertise

Kai-Marten Maack ist seit 2000 im degewo-Konzern tätig. Er startete seine Karriere in der Tochtergesellschaft gewobe, deren Geschäftsführer er seit 2008 ist. Im Jahr 2014 wechselte Herr Maack zur degewo AG und verantwortet seit 2015 als Bereichsleiter und Prokurist Akquisition und Einkauf. Hier begleitet er den Wachstumspfad mit wichtigen Investitionsentscheidungen im degewo-Konzern. Im November 2024 übernahm Herr Maack die Geschäftsführung der jüngsten Konzerntochter aluta Wärmetechnik GmbH.

Herr Maack verfügt über spezifisches Know-how in Unternehmensführung sowie Projekt-, Investitions- und Propertymanagement mit langjähriger Personal- und Organisationsverantwortung. Mit mehr als 25 Jahren Berufs- und Führungserfahrung in der Immobilienwirtschaft und einem exzellenten Netzwerk relevanter Akteure am Berliner Immobilienmarkt ist der Diplom-Kaufmann und Immobilienökonom (ebs) ein breit aufgestellter Experte für kaufmännisches Immobilienmanagement.

Kai-Marten Maack erklärt:

„Ich freue mich sehr auf die neue Aufgabe im Vorstand von degewo. Gemeinsam mit Pascal Atzert werden wir die erfolgreiche Entwicklung des Unternehmens fortsetzen. Für mich steht Kontinuität im Mittelpunkt – wir wollen die Wohnungsversorgung in Berlin weiter sichern und ausbauen.“

Dorette König, Vorsitzende des Aufsichtsrats von degewo, sagt:

„Wir freuen uns, mit Herrn Maack einen erfahrenen Experten aus den eigenen Reihen in den Vorstand zu berufen. Seine langjährige Tätigkeit im Unternehmen und seine umfassende Expertise in der Immobilienwirtschaft sind eine gute Grundlage für die strategische Weiterentwicklung von degewo. Gleichzeitig danken wir Christoph Beck für seine herausragende Arbeit in den vergangenen zwei Jahrzehnten.“

Christoph Beck wird seine Aufgaben bei degewo bis zum 30. April 2026 fortführen.

Mit über 100 Jahren Erfahrung bringt degewo als kommunales Wohnungsunternehmen zusammen, was zusammengehört: bezahlbaren Wohnraum und das echte Zuhausegefühl. Für über 150.000 Menschen in fast 82.000 Wohnungen schafft das Unternehmen ein Zuhause, das weit über vier Wände hinausgeht. Dabei vereint degewo starke Gemeinschaft mit sozialem Engagement und richtet den Fokus auf Klimaneutralität bis 2045.

Stefan Weidelich

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Ich freue mich auf das erste Modulbau-Pilotprojekt

Lena Karohs. Foto: Hilfswerk-Siedlung GmbH, https://hws-berlin.de/wohnen/

Von Lena Karohs, Geschäftsführerin der Hilfswerk-Siedlung GmbH, Berlin

Die Wohnungswirtschaft steht auch in 2026 vor großen Herausforderungen. Hohe Bau- und Finanzierungskosten, anspruchsvolle regulatorische Anforderungen, der Klimaschutz sowie angespannte Marktsituationen. Der gesellschaftliche Anspruch an bezahlbaren, nachhaltigen und qualitativ hochwertigen Wohnraum ist ungebrochen. In Berlin ist die angespannte Lage am Wohnungsmarkt eines der wichtigsten Themen, vor allem im Wahljahr 2026. Deshalb arbeiten wir daran auch in diesem Jahr Neubauprojekte in Brandenburg umsetzen zu können und somit unseren Beitrag als gemeinwohlorientiertes evangelisches Unternehmen zu leisten. Darauf freue ich mich besonders, auch weil wir das erste Mal ein Pilotprojekt im Modulbau geplant haben.

Die Hilfswerk-Siedlung GmbH wird in 2026 die positive Unternehmensentwicklung fortsetzen und wirtschaftlich solide, sozial ausgewogen und ökologisch konsequent handeln. Wir investieren gezielt in den Erhalt und die Weiterentwicklung unserer Bestände, priorisieren Maßnahmen mit langfristigem Nutzen und treffen Entscheidungen auf Basis klarer Daten und realistischer Szenarien. Bezahlbarkeit und Verteilungsgerechtigkeit bleiben dabei unsere zentralen Leitmotive – nicht als Schlagworte, sondern als konkreter Maßstab unseres Handelns.

Ein zusätzlicher Schwerpunkt liegt auf der weiteren Stärkung unserer Organisation. Wir brauchen engagierte Mitarbeitende, klare Strukturen und eine Unternehmenskultur, die Veränderung ermöglicht und fördert. Führung bedeutet für mich, Orientierung zu geben, Verantwortung zu übertragen und Zusammenarbeit aktiv zu fördern. Nur so können wir komplexe Aufgaben bewältigen und gleichzeitig handlungsfähig bleiben. Daher planen wir im nächsten Jahr den Start eines eigenen einjährigen Weiterbildungsformates, was genau dies unterstützen soll.

Unser Ziel für 2026 ist es, in Zeiten des Wandels und der Unsicherheit als verlässliche Partnerin wahrgenommen zu werden – für Mieter*innen, Mitarbeiter*innen, Kommunen, Politik und Geschäftspartner*innen.

Für 2026 wünsche ich mir, dass es uns weiterhin gelingt, den Spagat zwischen wirtschaftlicher, sozialer und ökologischer Verantwortung zu meistern und dass der regulatorische Rahmen uns hier unterstützt und unser Handeln nicht erschwert!

Lena Karohs

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Meine Vision für 2026: Veränderung beginnt mit Bewegung!

Meine Vision für 2026: Veränderung beginnt mit Bewegung!
Magdalena Strasburger. Foto: https://www.strasburger-et.de/

Von Magdalena Strasburger, Geschäftsführerin der Strasburger ET GmbH

2026 fühlt sich an wie ein Wendepunkt. Die vergangenen Jahre waren geprägt von Transformation, Ankündigungen und dem Versuch, Energie und Immobilien näher zusammenzubringen. Doch vieles blieb Stückwerk. Nicht aus Mangel an Ideen, sondern aus Mangel an Kapazitäten, Klarheit und Mut. Genau hier sehe ich meine Aufgabe: Orientierung geben, Entscheidungen vereinfachen und die Energieversorgung im Gebäude endlich dahin bringen, wo sie hingehört, ins Kerngeschäft.

Für 2026 plane ich, meine Arbeit konsequent darauf auszurichten, Projekte nicht nur zu starten, sondern sie auch bis in einen verlässlichen Betrieb zu begleiten. Ich möchte Solarstrategien entwickeln, die neue Geschäftszweige definieren und nicht in Schubladen verschwinden.

Ich möchte Wohnungsunternehmen dabei begleiten, Energiesysteme so aufzusetzen, dass sie langfristig wirtschaftlich tragfähig und zugleich organisatorisch umsetzbar sind. Ich möchte stärker an Schnittstellen arbeiten, an denen Wohnungswirtschaft, Energiedienstleister, Installateure, digitale Player und Politik aufeinandertreffen. Gerade dort wird bislang noch allzu oft aneinander vorbeigeredet.

Worauf freue ich mich?

Besonders freue ich mich auf Projekte, die mutig sind. Solche, die nicht nur einzelne Dächer betrachten, sondern ganze Bestände mitdenken. Auf Kundinnen, die das Spannungsfeld zwischen Klimazielen und wirtschaftlichem Druck klar und ehrlich benennen und trotzdem aktiv handeln. Und auf Diskussionen darüber, wie wir dynamische Stromtarife, Lastmanagement und Digitalisierung sinnvoll nutzen können.

Was erhoffe ich mir?

Mehr Pragmatismus! Eine Branche, die sich traut, auch ohne hundertprozentige Sicherheit Entscheidungen zu treffen. Denn die perfekte Lösung existiert selten, aber die gute, funktionierende und skalierbare Lösung, die existiert bereits.

Was fürchte ich?

Ich befürchte, dass die Komplexität des Themas weiterhin lähmt. Immer wieder vielversprechende Energieprojekte scheitern dadurch an internen Verzettelungen. Es besteht außerdem die Gefahr, dass wir angesichts steigender Zinsen, knapper Budgets und regulatorischer Unsicherheit wieder in alte Denkmuster verfallen: sparen, verschieben, abwarten.

Die Ziele für 2026 sind klar: Orientierung geben, Mut stärken und die Branche dabei unterstützen, Energieprojekte aus der Konzeptphase in die Umsetzung zu bringen. Die Herausforderungen werden nicht kleiner, aber unsere Fähigkeit, pragmatisch damit umzugehen, kann deutlich wachsen. Genau dafür möchte ich Impulse setzen: klare Entscheidungsgrundlagen, realistische Investitionspfade und Kooperationen, die wirklich tragen.

Mein Wunsch für das neue Jahr: Dass wir 2026 den Mut finden, den ersten Schritt zu machen und den zweiten gleich hinterher. Veränderung beginnt mit Bewegung!

Magdalena Strasburger

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Willkommen in 2026 – 16 Persönlichkeiten blicken auf das neue Jahr

Gerd Warda, Foto: krimiwa

Liebe Leserin, lieber Leser,

in der ersten Ausgabe im Januar blickt Wohnungswirtschaft heute traditionell nach vorn: auf 2026, auf Herausforderungen, Ziele und die Wünsche, die uns antreiben.

Dafür haben wir 16 Persönlichkeiten aus der Praxis und aus dem Umfeld der Wohnungs- und Immobilienwirtschaft eingeladen, ihre persönliche Perspektive zu teilen. Die Auswahl ist bewusst breit gefächert: Wohnungsunternehmen und Genossenschaften, Dienstleister und Facility Management, Industriepartner und Wissenschaft.

Was uns in vielen Stimmen begegnet, ist eine klare Doppelaufgabe: bezahlbares Wohnen sichern und Transformation im Bestand konsequent voranbringen – bei knappen Budgets, komplexer Regulierung, hohen Energie- und Baukosten, Fachkräftemangel und wachsenden Erwartungen an Klimaschutz und soziale Verantwortung. Zugleich wächst der Wunsch nach mehr Planbarkeit: verlässliche Rahmenbedingungen, praxistaugliche Förderlogiken, schnellere Prozesse, weniger Reibungsverluste zwischen Anspruch und Umsetzung. Und nicht zuletzt: nach Partnerschaften, die funktionieren – in Quartieren, in Lieferketten, zwischen Technik, Betrieb und Bewirtschaftung.

2026 braucht darum vor allem drei Dinge: Pragmatismus, Kooperation und Tempo, ohne dabei die Sorgfalt zu verlieren. Die Beiträge in dieser Ausgabe sind kein Orakel, aber sie sind ein wertvoller Seismograf: Wo drückt der Schuh? Was muss jetzt entschieden werden? Welche Lösungen setzen sich durch? Und worauf hoffen die Menschen, die Verantwortung tragen im Unternehmen, im Handwerk, in der Industrie, in Forschung und Verbänden?

Das Team von Wohnungswirtschaft heute. wünscht Ihnen für das neue Jahr Zuversicht, gute Entscheidungen und starke Teams, die auch in anspruchsvollen Monaten zusammenhalten. Möge 2026 ein Jahr werden, in dem wir mehr ins Machen kommen und in dem aus vielen klugen Perspektiven ein gemeinsamer Weg entsteht.

Ihr

Gerd Warda

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Ein zentraler Hebel für 2026 liegt in den baurechtlichen Vereinfachungen…

Ein Hebel für 2026 liegt in den baurechtlichen Vereinfachungen…
Izabela Fornalczyk. Foto: B&O Bau, https://buo.de/bau/wohnraum-schaffen/

Von Izabela Fornalczyk, Geschäftsführerin B&O Bau

2026 steht für mich für Verantwortung und konsequentes Handeln bei den drängendsten gesellschaftlichen Fragen. Eine davon ist bezahlbares Wohnen zu ermöglichen und zu sichern. B&O Bau stellt sich dieser Aufgabe und setzt gezielt auf Wachstum durch systemischen Wohnungsbau, um dringend benötigten Wohnraum zu schaffen.

Ich hoffe sehr, dass das systemische Bauen 2026 eine deutlich höhere Akzeptanz erfährt. Noch immer begegnen uns Vorbehalte. Dabei können wir heute auf sehr gute Referenzen verweisen, die zeigen, welches architektonische, funktionale und gestalterische Niveau mit industriell vorgefertigten Systemen möglich ist.

Systemisches Bauen kann nicht nur effizient und qualitativ hochwertig sein, sondern auch einem hohen ästhetischen Anspruch gerecht werden. Das erreichen wir sowohl mit unternehmenseigenen Planungsteams als auch bewusst in Zusammenarbeit mit renommierten Architekturbüros.

Ich betone es immer wieder: Systemisches Bauen und klassisches Bauen sind als notwendige Ergänzung zueinander zu verstehen, nicht als Verdrängung.

In diesem Kontext lohnt noch ein kurzer Blick auf die Geschichte der Bausystematisierung. Insbesondere auf den prägenden Grundgedanken des Bauhauses. Ziel war es, getrennter Künste zusammenzuführen, zu neuen Gestaltungsideen zu kombinieren und diese mit seriellen Produktionsverfahren herzustellen. „Denn es ging nicht um Einzelstücke für einen elitären Kreis – das Bauhaus verfolgte mit seinem gestalterischen Schaffen auch das Ziel, die gesellschaftliche Ungleichheit zu überwinden.“ Quelle.

Ein zentraler Hebel für 2026 liegt aus meiner Sicht in den baurechtlichen Vereinfachungen, wie der uns kürzlich erteilten Typengenehmigung. Sie ist eine große Chance, das systemische Bauen aus der Nische zu holen und als festen Bestandteil der Wohnungswirtschaft zu etablieren.

Mit Blick auf den viel diskutierten „Bauturbo“ verbinde ich vor allem ein Thema: Verantwortung. Die Verlagerung von Entscheidungskompetenzen auf kommunale Ebenen eröffnet enorme Chancen, weil Entscheidungen näher an den Regionen, ihren Bedürfnissen und Gegebenheiten getroffen werden können. Gleichzeitig birgt sie Risiken, denn Verantwortung zu übernehmen erfordert Mut.

Ich erhoffe mir, dass wir 2026 mehr Bereitschaft erleben und Behörden, Kommunen, Planerinnen und Planer sowie Bauherrinnen, Bauherren und Bauunternehmen verlässlich handeln.

Mein Wunsch für das neue Jahr: mehr Mut zur Entscheidung, mehr Vertrauen in Qualität und mehr gemeinsame Verantwortung für bezahlbaren, zukunftssicheren Wohnraum.

Izabela Fornalczyk

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Meine Vision für 2026 – Raus aus der Komfortzone, rein ins Handeln, gemeinsam anpacken

Raus aus der Komfortzone, rein ins Handeln, gemeinsam anpacken
Laura Beck. Foto: M&P BEGIS GmbH

Von Laura Beck, Head of Business Unit | Strategy Consulting bei M&P BEGIS GmbH

2026 steht für mich ganz klar für eines: Tun. Die großen Themen unserer Branche sind bekannt: Digitalisierung, Kostendruck, ESG, Fachkräftemangel. Die entscheidende Frage ist längst nicht mehr, was wir tun müssen, sondern wie wir endlich anfangen.

Meine Pläne für 2026 sind deshalb bewusst pragmatisch:

Weniger Prüfroutinen, weniger Wenns und Abers und deutlich mehr „einfach machen“.
Neue Wege ausprobieren, Pilotprojekte starten, Erfahrungen sammeln und daraus lernen.
Schritt für Schritt besser werden. Nicht perfekt, aber wirksam.
Die digitale Immobilie entsteht nicht am Konferenztisch oder auf dem Papier, sondern im Betrieb: bei Rundgängen, in der Instandhaltung und in den täglichen operativen Abläufen der Immobilie.

Ich freue mich darauf, dass sich viele bislang lose Enden weiter zusammenfügen. Digitale Prozesse, Datenmanagement und Datenqualität rücken näher zusammen. Daten lassen sich heute pragmatisch erfassen, in Systeme überführen und sinnvoll nutzen.

Ein Beispiel aus der Praxis:

Statt rund eineinhalb bis zwei Jahre für eine klassische Bestandserfassung zu benötigen, können wir 6.700 technische Komponenten im Gewerk Wärmeversorgungsanlagen an 1.500 Adressen in gut neun Monaten dokumentieren und teilautomatisiert in technische Systeme überführen. Damit entsteht die Grundlage für den digitalen Heizungskeller und für belastbare digitale Prozesse mit echter, verlässlicher Datenqualität.

Ähnliche Erfahrungen machen wir derzeit bei der Einbindung von Sensorik, IoT und Systemen der Gebäudeleittechnik, etwa im Zählermanagement oder im Verbrauchsdatenreporting.
Lösungen, die sich in anderen Bereichen der Bau- und Immobilienbranche bewährt haben, finden zunehmend ihren Weg in den Immobilienbetrieb. Aus vielen Einzelmaßnahmen wächst so Schritt für Schritt ein stabiler digitaler Betrieb.

Worauf ich hoffe und was ich fürchte

Besonders wichtig ist mir dabei die Rolle des Facility Managements und des Immobilienbetriebs. FM ist kein nachgelagerter Kostenfaktor mehr, sondern ein zentraler Hebel für Wirtschaftlichkeit, Qualität und Weiterentwicklung. Wenn wir über digitale Immobilien in der Wohnungswirtschaft sprechen, müssen wir genau hier ansetzen: nah am Alltag, mit klaren Strukturen und mit dem Ziel, den Betrieb spürbar zu verbessern.

Ich hoffe auf den Mut, Verantwortung zu übernehmen. Dinge besser zu machen als bisher, auch wenn nicht jede Detailfrage im Vorfeld geklärt ist. Bewegung entsteht nicht aus Perfektion, sondern aus Motivation. Diese kann aus Marktdruck, Regulierung, Kostensituation, Unsicherheiten oder Überzeugung entstehen. Entscheidend ist, dass wir loslaufen und die richtigen Partner an unserer Seite haben.

Meine größte Sorge ist, dass die wirtschaftliche Unsicherheit dazu führt, Entwicklungen auf Eis zu legen. Doch Stillstand ist keine Lösung, sondern ein Rückschritt. Die aktuellen Herausforderungen lassen sich nur bewältigen, wenn wir effizienter werden, neue Lösungen zulassen und gemeinsam arbeiten, nicht in Insellösungen, sondern vernetzt, als Gemeinschaft, als Branche.

Mein Ziel: „Einfach machen!“

Deshalb überwiegt bei mir die Vorfreude. Auf Projekte, die anpacken und vorangehen. Auf Wohnungsunternehmen und Genossenschaften, die gestalten wollen. Auf Partnerschaften, in denen wir operativ unterstützen, unabhängig davon, ob organisatorisch, strukturell oder technisch. Mit dem gemeinsamen Ziel unsere Immobilien Schritt für Schritt digitaler, transparenter, attraktiver und wirtschaftlicher zu machen.

2026 wird das Jahr, in dem wir zeigen, dass die Wohnungswirtschaft nicht nur über Digitalisierung redet, sondern sie umsetzt. In dem aus Konzepten konkrete Lösungen werden. Und in dem deutlich wird, dass Innovation auch unter Kostendruck möglich ist, wenn wir anfangen und uns bewegen.

Mein Wunsch fürs neue Jahr:
Raus aus der Komfortzone, rein ins Handeln, gemeinsam anpacken, Silos überwinden und neue Wege smart umsetzen.

Laura Beck

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