Von Christoph Niethammer, Geschäftsführer ProWST
2026 markiert einen wichtigen Meilenstein für eines der bedeutendsten Kulturprojekte Deutschlands: die Sanierung, Modernisierung und Erweiterung des Opernhauses in Stuttgart. Die Württembergischen Staatstheater gehören zu den herausragenden Kultureinrichtungen des Landes. Oper und Ballett genießen internationale Anerkennung, jedes Jahr kommen hunderttausende Besucherinnen und Besucher nach Stuttgart.
Diese Qualität zu sichern und zugleich die baulichen Voraussetzungen für den zukünftigen Spielbetrieb des größten Dreispartenhauses der Welt zu schaffen, ist unsere Verantwortung.
In diesem Jahr geht der Architekturwettbewerb für die Sanierung, Modernisierung und bauliche Erweiterung des denkmalgeschützten Opernhauses in die erste Runde. 30 renommierte Architekturbüros aus aller Welt erarbeiten bis April ihre Entwürfe. Nach einer ersten Preisgerichtssitzung im Mai 2026 wird das Teilnehmerfeld für die zweite Bearbeitungsphase reduziert. Ende des Jahres kürt das hochrangig besetzte Preisgericht die Siegerentwürfe.
Gesucht wird ein zeitloser und zugleich anpassungsfähiger Entwurf, der das historische Littmann-Ensemble zukunftsfähig macht und stärker mit dem angrenzenden Stadtraum verbindet. Angesichts der Entwicklung der öffentlichen Finanzen hat die Wirtschaftlichkeit dabei höchste Priorität. Realistische Kostenplanung, laufende Kostenverfolgung und die konsequente Identifikation von Einsparpotenzialen begleiten das Projekt daher über die gesamte Laufzeit.
Mit dem Wettbewerb legen wir 2026 die planerische und fachliche Grundlage für die nächste Phase der Umsetzung – architektonisch, funktional und finanziell. Auf diesen Schritt freue ich mich besonders, weil er Klarheit schafft und den weiteren Weg verlässlich vorbereitet. Parallel dazu treiben wir die weiteren Teilprojekte voran: den Neubau der Werkstätten sowie den Interimsstandort, der den Spielbetrieb für Oper und Ballett während der rund zehnjährigen Sanierungszeit des Opernhauses sicherstellen soll.
Begleitet wird das Gesamtvorhaben von einer Fragestellung, die bundesweit relevant ist: Wie lassen sich Kulturbauten wirtschaftlich verantwortungsvoll sanieren und erhalten? Viele Opern-, Theater- und Konzerthäuser in Deutschland stehen vor ähnlichen Herausforderungen. Gestiegene Baukosten treffen auf angespannte Haushaltslagen. Umso wichtiger sind transparente Verfahren, belastbare Zahlen und klare Steuerungsinstrumente.
Was ich mir für 2026 erhoffe, ist vor allem Kontinuität in den Rahmenbedingungen und Verlässlichkeit bei den Entscheidungsprozessen. Wirtschaftlichkeit ist dabei keine Einschränkung, sondern vielmehr die Voraussetzung dafür, kulturelle Großprojekte tragfähig umzusetzen. Gelingt dieser Ausgleich, kann dieses Jahrhundertprojekt auch über Stuttgart hinaus Vorbildcharakter haben.
Mit den besten Wünschen für das neue Jahr
Christoph Niethammer



