Feuchteschäden entstehen nicht erst durch Wasser – sondern durch fehlende Voraussicht

Liebe Leserin, liebe Leser.

Wasserschäden beginnen selten mit einem Rohrbruch. Sie entstehen meist viel früher – durch Entscheidungen, die nicht getroffen wurden, durch fehlendes Wissen oder weil Warnsignale unbemerkt bleiben. Genau darin liegt eine der größten Herausforderungen für die Wohnungswirtschaft.

Diese Ausgabe beleuchtet das Thema aus drei unterschiedlichen Perspektiven – und alle führen zu derselben Erkenntnis: Wer Risiken frühzeitig erkennt und berücksichtigt, schützt Gebäude, Ressourcen und letztlich auch die Wirtschaftlichkeit.

Dr. Georg Scholzen, Experte im FORUM LEITUNGSWASSER der AVW Unternehmensgruppe, zeigt eindrucksvoll, dass viele Schäden ihren Ursprung bereits in der Planungsphase haben. Seine zentrale Botschaft lautet: Erfahrungen aus der Schadenpraxis sollten schon bei der Entwicklung von Gebäuden und Quartieren einfließen – nicht erst, wenn über Versicherungsschutz gesprochen wird. Vorausschauende Planung macht Gebäude widerstandsfähiger und hilft, Leitungswasser-, Starkregen- und Hochwasserschäden dauerhaft zu reduzieren.

Zum Beitrag: Wohnungswirtschaft und Versicherungswirtschaft: Partner für resiliente Bestände.

- Anzeige -

Sophia Lettenbichler, Geschäftsführerin von WE Data Europe und Expertin für Wasserresilienz auf europäischer Ebene, richtet den Blick auf die Möglichkeiten der Digitalisierung. Intelligente Wasserzähler, Submetering und Leckagedetektoren schaffen Transparenz und machen ungewöhnliche Wasserverbräuche frühzeitig sichtbar. Europäische Untersuchungen zeigen, dass sich der Wasserverbrauch in Gebäuden dadurch erheblich senken lässt. Jeder vermiedene Wasserverlust spart Trinkwasser, reduziert Kosten und verhindert oftmals erhebliche Gebäudeschäden.

Zum Interview: Digitale Schadensdetektoren und Smart Metering: Wie Gebäude von intelligenter Wasserüberwachung profitieren.

Der dritte Beitrag führt vor Augen, dass auch ohne ein Wasserschaden Schimmel in der Wohnung entstehen kann. Gerade in den Sommermonaten ist falsches Lüften eine Ursache. Warme, feuchte Außenluft trifft auf kühlere Innenräume, Feuchtigkeit kondensiert – oft unbemerkt. Wer die Zusammenhänge zwischen Temperatur und Luftfeuchtigkeit kennt, kann mit einfachem, richtigem Verhalten kostspielige Schäden vermeiden.

Zum Artikel: Sommerhitze, Lüften und Schimmel: Warum trockene Luft nicht immer trocken bleibt.

Drei Beiträge – drei unterschiedliche Blickwinkel – und doch eine gemeinsame Botschaft: Ein Schaden entsteht nicht erst dann, wenn Wasser austritt, sondern dort, wo Wissen nicht genutzt, Erfahrungen nicht einbezogen und Zusammenhänge nicht frühzeitig erkannt werden.

Vielleicht ist genau das der Perspektivwechsel, den unsere Branche heute braucht. Nachhaltigkeit bedeutet nicht nur Energie zu sparen oder CO₂ zu reduzieren. Sie bedeutet ebenso, Gebäude dauerhaft funktionsfähig zu halten, Wasserverluste zu vermeiden und Schäden gar nicht erst entstehen zu lassen. Und wie sollte dies gehen? Hier helfen uns die Erkenntnisse, die sich aus der Bewirtschaftung der Gebäude ergeben haben.

Dies und mehr erwartet Sie in der Ausgabe 35 von FORUM LEITUNSGWASSER.

Ich wünsche Ihnen eine hilfreiche Lektüre!

Ihr

Hartmut Rösler

Geschäftsführer der AVW Unternehmensgruppe,

Mit-Initiator der Initiative Schadenprävention und des FORUM LEITUNGSWASSER

Forum Leitungswasser erscheint in Kooperation mit der Initiative Schadenprävention und  der AVW Gruppe

Kommentar

Lesen Sie die nächsten Artikel dieser Ausgabe

Lesen Sie Artikel zum selben Thema