150 Jahre Schiffszimmerer-Genossenschaft: Wir setzen unsere Arbeit fort und bauen an der Zukunft für die nächsten Mitglieder-Generationen

Von Matthias Saß, Vorstand der Schiffszimmerer-Genossenschaft

„Gemeinsam erreichen wir mehr als allein“. Dieses Leitmotiv prägt das Handeln unserer Schiffszimmerer-Genossenschaft nun bereits seit 150 Jahren. Was mit dem Erwerb und dem Betrieb von Werftanlagen zum Bau von Holzschiffen begann, wandelte sich mit dem Ende des Holzschiffbaus. Heute zählen wir 9.034 Wohnungen und rund 17.000 Mitglieder sind Teil dieser Geschichte. 

Eine Geschichte, die seit jeher durch wirtschaftliche und politische Entwicklungen geprägt wurde. Unsere genossenschaftlichen Grundprinzipien wie Selbsthilfe, Selbstverwaltung und Selbstverantwortung gaben und geben uns immer Orientierung. Darauf sind wir sehr stolz! Damit dies so bleibt, arbeiten wir auch im neuen Jahr für die Mitglieder-Generationen nach uns an der Zukunft der Genossenschaft.

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Worauf ich mich freue?

Ich freue mich, dass wir im Jahr 2026 wieder mit dem Bau neuer Wohnungen für unsere Mitglieder beginnen können. Wir planen 235 Neubauwohnungen und investieren rund 77 Millionen Euro. Die letzten Jahre waren sowohl für die Baubranche als auch für uns selbst nicht einfach: hohe Materialkosten, deutlich gestiegene Zinsen, hohe Grundstückspreise, Fachkräftemangel und Probleme mit Lieferketten. Hinzu kamen bisher langwierige Genehmigungsverfahren bei Neubauprojekten.

Dank des neuen Hamburg-Standards werden zukünftige Verfahren hoffentlich entschlackt. Außerdem testen wir bei einzelnen Projekten die serielle Bauweise. So können wir schneller, günstiger und ressourcenschonender bauen – und trotzdem die gewohnte Qualität sichern und bezahlbaren Wohnraum schaffen.

Was erhoffe ich mir vom neuen Jahr?

Als älteste Wohnungsbaugenossenschaft Hamburgs erfüllt es uns mit Stolz, auf eine Geschichte zurückzublicken, die nicht nur lang, sondern auch reich an Wendepunkten, Herausforderungen und Erfolgen ist. In unserem 150. Jubiläumsjahr präsentierten wir uns wirtschaftlich stabil.

Unser solides Fundament ist dabei nicht nur Ausdruck wirtschaftlicher Stärke, sondern auch das Ergebnis einer solidarischen und verantwortungsvollen Genossenschaftsarbeit über viele Generationen hinweg. Vom neuen Jahr erhoffe ich mir, dass wir diese Arbeit fortsetzen.

Und was ich fürchte?

Gemäß Satzung haben wir als Wohnungsbaugenossenschaft eine besondere Verantwortung gegenüber unseren Mitgliedern. Unser Auftrag ist es, die uns nachfolgenden Generationen mit bezahlbarem Wohnraum zu versorgen. Die aktuellen politischen und wirtschaftlichen Herausforderungen und der gleichzeitige Schutz vor einer wirtschaftlichen Überforderung des Einzelnen machen diese Aufgabe für uns zunehmend zu einem Balanceakt.

Als Genossenschaft haben wir nur eine einzige Einnahmequelle: die Nutzungsgebühren unserer Mitglieder. Unsere Ausgaben steigen hingegen immer mehr: zum Beispiel für die Instandhaltung unseres Bestandes, welche sich allein in den letzten zehn Jahren um mehr als 65 Prozent verteuert hat.

Des Weiteren haben wir mit der Umsetzung des Hamburger Zukunftsentscheids fünf Jahre weniger Zeit, die Umsetzung der Energiewende zu vollziehen. Unser Vorteil ist, dass wir bereits seit 26 Jahren an der energetischen Modernisierung unserer Wohnanlagen arbeiten. Dennoch bedeutet es für uns hohe Investitionen in die Haustechnik sowie energetische Modernisierung unserer Wohnanlagen.

Im neuen Jahr planen wir dies bei 439 Wohnungen: wir dämmen unter anderem die Fassaden, tauschen Fenster aus und bringen – wenn es möglich ist – Photovoltaikanlagen auf die Dächer. Mithilfe eines Pilotprojekts für digitale Heizungsanlagen versuchen wir zudem, den CO₂-Ausstoß in unseren Wohnanlagen noch weiter zu reduzieren.

Unsere Vision für die Zukunft lautet: Verlässlich. Grün. Sozial.

Wir arbeiten also an der Zukunft unserer Genossenschaft – wie sich die politische Weltlage entwickelt, haben wir nicht alleine in der Hand. Sicher ist: Gerade in Krisenzeiten zählt sozialer Zusammenhalt zu unseren größten Stärken. Ich wünsche mir, dass wir alle durch Fairness, Verantwortung und Solidarität zu einer sozialen Gesellschaft beitragen – heute und in Zukunft.

Matthias Saß

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