Stadtbäume – mehr Qualität gefordert!

Von Prof. Dr. habil. Hartmut Balder, Institut für Stadtgrün

Bei den Diskussionen um Reaktionen auf die Überhitzung der Innenstädte werden zunehmend mehr Baumpflanzungen gefordert. Auf den ersten Blick eine nachvollziehbare Reaktion. Aber wie fahrlässig und wenig nachhaltig gehen wir damit um? Anstatt zunächst die vorhandenen Baumbestände besser zu pflegen und bei den vielen Baumaßnahmen im Stadtumbau vor Beschädigungen zu schützen, mehren sich populistische Pflanzaktionen, Sponsoring und Baumentscheide.

Es wird suggeriert, dass innerhalb kürzester Zeit eine neue grüne Welt entsteht, in der es sich gut leben lässt. Dabei wird völlig übersehen, dass die vielen Bäume erst einmal produziert, bepflanzbare Stadtstandorte gefunden; Leitungen verlegt und Böden saniert werden müssen.

- Anzeige -

Die Stadt der Zukunft entsteht nur, wenn mit Weitsicht gehandelt und interdisziplinär gedacht wird. Mit der Mobilitätswende und den Entsiegelungen können in der Tat neue Baumkonzepte auf Stadtquartiersebene entwickelt werden, dies zwingend mit ausfinanzierten Unterhaltungsmaßnahmen bei leistungsstarken Strukturen.

Der grüne Stadtumbau muss 2026 an Fahrt aufnehmen, ist aber eine Mehrgenerationenaufgabe. Nur wenn es uns gelingt, die erforderliche Fachlichkeit zu vermitteln und die Kraft auf die Straße zu bringen, werden wir die aktuellen Probleme in den Griff bekommen. Ich würde mir wünschen, dass Gesellschaft, Politik und Wirtschaft hier an einem Strang ziehen.

Mit den besten Wünschen und ein baumgesundes neues Jahr!

Ihr Hartmut Balder

Kommentar

Lesen Sie die nächsten Artikel dieser Ausgabe

Lesen Sie Artikel zum selben Thema