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Aareal Trendbarometer: Mieter fordern Bürokratieabbau und zielgerichtete Förderung – Eigentum für vier Fünftel unerschwinglich

Aareal Trendbarometer: Mieter fordern Bürokratieabbau und ...

Die Aareal Bank veröffentlicht mit dem Trendbarometer 2025 eine umfassende Analyse* zur Lage am deutschen Mietmarkt. Die Ergebnisse der Befragungen von über 5.000 Mieterinnen und Mietern sowie rund 110 Entscheidern aus der Wohnungswirtschaft zeigen: Der Druck auf den Mietmarkt bleibt hoch – und sowohl Politik als auch Wohnungswirtschaft stehen vor der Herausforderung, bezahlbares Wohnen, Energiewende und Digitalisierung zu meistern.

Mieterperspektive: Hohe Mieten gefährden sozialen Frieden

Wohnen wird immer stärker zu einem gesellschaftlich brisanten Thema: Die überwiegende Mehrheit der Mieter (91%) hält Mieten in Ballungszentren für Normalverdiener für nicht mehr bezahlbar. 87% der Mieter sehen in den hohen Mietpreisen eine ernsthafte Gefahr für den sozialen Frieden, im Vergleich zum Vorjahr hat sich die Zahl sogar noch um 3% erhöht.

Nebenkosten werden zur Belastungsprobe – Erwerb von Eigentum keine Option

Die energetische Sanierung bleibt ein sensibles Thema: 70% der Mieter befürchten, dass die energetische Sanierung die Situation auf dem Mietmarkt noch verschärfen wird. Für jeden Zweiten (53%) ist bei der Wohnungssuche ein nachhaltiges Gebäude wichtig, da man explodierende Nebenkosten befürchtet.

Die Antwort auf steigende Nebenkosten: 57% versuchen bereits heute aktiv, Energie und Wasser zu sparen – insbesondere die ältere Generation (72%). Eigentum entwickelt sich zunehmend zum Luxusgut und ist für 82% der Befragten keine Option.

Nur mäßige Zufriedenheit bei Ausstattung, digitalen Services und Sicherheit der Wohnung

Nur gut die Hälfte der Mieter (53%) sind aktuell mit Qualität und Ausstattung ihrer Wohnung zufrieden. Und sogar nur ein Viertel ist mit dem digitalen Service des Vermieters zufrieden. Dabei gelten schnelles Internet (48%) und digitale Kommunikation als zentrale Kriterien bei der Wohnungswahl.

Auch das Thema Sicherheit gewinnt immer stärker an Bedeutung: Nur einer von drei Befragten (31%) fühlt sich zuhause sehr sicher, wobei ein deutliches Stadt-Land-Gefälle erkennbar ist. Insbesondere modernisierte Tür- und Fenstersicherungen (46%) und Videoüberwachung (35%) würden das Sicherheitsgefühl der Mieter erhöhen.

Der Ruf nach gezielter Unterstützung durch die Politik wird immer lauter

82% der Mieter sind der Meinung, Wohnen dürfe nicht rein gewinnorientiert sein. Von der Wohnungswirtschaft wird vor allem mehr sozialer Wohnungsbau (69%) erwartet. Von der Politik erwartet man Bürokratieabbau (72%) und eine bedarfsgerechte Förderung statt Gießkannenprinzip (65%) Drei Viertel (74%) der Mieter erachtet die Mietpreisbremse als sinnvolles Instrument, um soziale Spannungen zu verringern.

Die Botschaft der Mieterinnen und Mieter ist eindeutig: Wohnen soll zuverlässig, bezahlbar und fair sein. Sie erwarten, dass die Branche Verantwortung übernimmt.

Wohnungswirtschaft: Regulatorische Rahmenbedingungen belasten

Die Entscheiderbefragung in der Wohnungswirtschaft zeigt ein ähnliches Bild wie bei den Mietern: 80% der Entscheider halten Mieten in Ballungszentren für Normalverdiener für kaum noch bezahlbar. 94% erwarten, dass energetische Sanierungen den Markt weiter belasten.

Zur Schaffung bezahlbaren Wohnraums fordern Entscheider Maßnahmen von der Politik, an erster Stelle die Senkung der Baunebenkosten (98%), Bürokratieabbau (94%) und zielgerichtete Förderung (82%). Beim Thema Mietpreisbremse geht die Meinung auseinander: Drei Viertel der Entscheider sehen in ihr eine Hürde für den Neubau – während Mieter sie klar befürworten.

„Wohnungsneubau braucht Mut zur Gestaltung. Wir müssen bürokratische Hürden abbauen, vorhandene Spielräume nutzen und Investitionen durch klare, pragmatische Regelungen stärken.“

Lars Ernst, Managing Director Banking & Digital Solutions, Aareal Bank AG

Fachkräftemangel als strukturelles Problem – Digitalisierung als Überlebensfrage

Der Fachkräftemangel bleibt ein strukturelles Problem: 88% rechnen diesbezüglich mit einer weiteren Verschärfung, die sich vor allem negativ auf Neubau, Instandhaltung und technische Gebäudeausstattung auswirken wird. Als Lösung sehen zwei Drittel der Entscheider die Digitalisierung von Routineaufgaben: Größtes Potenzial bieten Buchungs- und Zahlungsverkehr (84%), Mieterservice (81%) und interne Verwaltung (69%).

Fazit: Schnelles Handeln und pragmatische Lösungen gefragt:

Bezahlbarkeit, Nachhaltigkeit und Digitalisierung sind entscheidend für die Zukunft des Wohnens. Mieter und Wohnungswirtschaft fordern Mut zu konsequentem Bürokratieabbau, pragmatischen Bauentscheidungen und eine sozialverträgliche Gestaltung der energetischen Sanierung. Um den durch Fachkräftemangel gebremsten Neubau anzukurbeln, braucht es verstärkte Investitionen in Digitalisierung.

„Der Bau-Turbo verspricht Entspannung, aber er allein lässt noch keinen neuen, bezahlbaren Wohnraum entstehen. Bauen muss günstiger und renditestärker werden, um private Investitionen anzuziehen. Dazu gehören vor allem die Vereinfachung von Baustandards und die signifikante Beschleunigung der Baugenehmigung“, resümiert Lars Ernst.

Svenja Keller

Die Ergebnisse der Umfrage zur Zukunft des Wohnens sind im Aareal Trendbarometer zusammengefasst und können hier heruntergeladen werden.


*Informationen zur Methodik

YouGov hat für die Aareal Bank vom 01.-13.10.2025 deutschlandweit 5046 Mieterinnen und Mieter zur Lage am Mietmarkt befragt. Die Umfrage basiert auf Online-Interviews mit Mitgliedern des YouGov Panel Deutschland. Die Erhebung wurde nach Geschlecht und Generationenzugehörigkeit gewichtet, die Ergebnisse sind repräsentativ für die MieterInnen in Deutschland ab 18 Jahren. Teilweise wurden die beiden höchsten Antwortkategorien einer Frage für die Darstellung der Ergebnisse zusammengefasst.

Für die Entscheider-Umfrage wurden vom 10.–21.11.2025 110 wohnungswirtschaftliche Kunden der Aareal Bank befragt. Dieser Teil der Umfrage ist ein Stimmungsbild und erhebt keinen Anspruch auf Repräsentativität.

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Wohnen 2026: Zwischen Anspruch und Wirklichkeit – Aareal Trendbarometer zeigt reales Bild

Gerd Warda, Foto: krimiwa

Liebe Leserinnen, lieber Leser.

Die Wohnungswirtschaft startet in das Jahr 2026 mit einem paradoxen Befund: Noch nie war der politische Wille, mehr zu bauen, lauter formuliert – und noch nie war die tatsächliche Umsetzung so weit von den Erwartungen der Menschen entfernt.

Das aktuelle Aareal Trendbarometer bringt diese Diskrepanz auf den Punkt und liefert damit mehr als nur Stimmungsbilder. Es ist ein Realitätscheck für Politik, Verwaltung und Branche gleichermaßen.

Bezahlbarkeit ist keine Gefühlskategorie mehr

Wenn neun von zehn Mietern die Mieten in Ballungsräumen als nicht mehr bezahlbar empfinden, dann ist das keine gefühlte Wahrheit, sondern ein strukturelles Warnsignal. Besonders alarmierend: Für 82 Prozent der Mieter bleibt Wohneigentum unerreichbar. Eigentum, lange Zeit als Säule der Altersvorsorge und gesellschaftlichen Stabilität propagiert, wird zum Luxusgut einer Minderheit.

Hinzu kommt die „zweite Miete“. Steigende Energie- und Betriebskosten fressen die Spielräume vieler Haushalte auf. Dass bereits 57 Prozent der Mieter aktiv Energie und Wasser sparen, zeigt zweierlei: das hohe Kostenbewusstsein – und die begrenzte Wirkung individueller Sparanstrengungen, solange die strukturellen Rahmenbedingungen nicht stimmen.

Bürokratieabbau: Konsens ohne Konsequenzen

Das Aareal Trendbarometer bestätigt, was die Branche seit Jahren sagt: Bürokratie ist einer der größten Kostentreiber im Wohnungsbau. Der vielzitierte „Bau-Turbo“ kann nur dann wirken, wenn er nicht an überzogenen Standards, langwierigen Genehmigungsverfahren und unklaren Förderlogiken verpufft.

Lars Ernst von der Aareal Bank AG bringt es nüchtern auf den Punkt: Bauen muss günstiger und renditestärker werden, wenn private Investitionen mobilisiert werden sollen. Vereinfachte Baustandards und beschleunigte Genehmigungen sind keine ideologischen Forderungen, sondern wirtschaftliche Notwendigkeiten.

Sozial orientiert – aber nicht wirtschaftsblind

Ein oft unterschätzter Punkt: Auch soziale Vermieter und Genossenschaften unterliegen ökonomischen Realitäten. Sven Auen, Vorstandsvorsitzender des Verbundes der Wohnungsbaugenossenschaften Schleswig-Holstein, erinnert daran, dass Nachhaltigkeit immer auch Wirtschaftlichkeit bedeutet. Der Euro kann nur einmal ausgegeben werden.

Der Abriss von Gebäuden ist für Genossenschaften kein Instrument der Gewinnmaximierung, sondern die letzte Option. Wo er unvermeidbar ist, erfolgt er sozial abgefedert, langfristig angekündigt und begleitet. Dieses Vorgehen zeigt, was verantwortungsvolles Vermieten bedeutet – aber auch, wie eng die Handlungsspielräume inzwischen geworden sind.

Köln als Brennglas der Entwicklung

Die Zahlen aus Köln bestätigen die bundesweiten Trends. Nettokaltmieten von durchschnittlich 7,89 Euro pro Quadratmeter bei den Unternehmen der köln ag liegen deutlich unter dem freien Markt, wie der Vorsitzende Rouven Meister berichtet. Gleichzeitig steigen die Kosten kontinuierlich. Drei Prozent Mietsteigerung – rund 23 Cent pro Quadratmeter – klingen moderat, reichen aber langfristig nicht aus, um Bestandssanierungen solide zu finanzieren.

Besonders brisant: Die Bruttokaltmiete verschlingt bereits 32,5 Prozent des durchschnittlichen Haushaltsnettoeinkommens, bei einkommensschwächeren Haushalten sogar 47 Prozent. Neubau findet kaum noch statt. Netto 1.547 neue Wohnungen im Jahr 2024 markieren einen historischen Tiefstand.

ESG: Pflicht, Chance und neuer Realismus

Ab dem Berichtsjahr 2025 werden ESG-Mindestanforderungen für Wohnungsunternehmen verbindlich. Zwölf klar definierte Kriterien zu Umwelt, Sozialem und Governance müssen künftig systematisch erfasst und geprüft werden. Das ist kein Selbstzweck.

Die ESG-Anforderungen zwingen Unternehmen dazu, ihre Bestände, Investitionspfade und Klimaziele ehrlich zu analysieren. Energieeffizienzklassen, CO₂-Kosten und Dekarbonisierungsstrategien werden zu harten Steuerungsgrößen – auch im Dialog mit Banken und Förderinstituten.

Wie Lara Berz von DOMUS Consult betont, geht es nicht um Hochglanzberichte, sondern um belastbare Entscheidungsgrundlagen. ESG wird damit weniger zum Imageprojekt, sondern zum betriebswirtschaftlichen Instrument.

2026 braucht Pragmatismus statt Symbolpolitik

Das Aareal Trendbarometer zeigt klar: Mieter erwarten Entlastung, Vermieter Planungssicherheit. Beides wird es nur geben, wenn politische Ziele mit wirtschaftlicher Realität versöhnt werden. Weniger Bürokratie, zielgerichtete Förderung, digitalisierte Prozesse und realistische Standards sind keine Zugeständnisse an die Branche, sondern Voraussetzungen für bezahlbares Wohnen.

2026 wird kein Jahr der schnellen Lösungen. Aber es kann ein Jahr der klaren Entscheidungen werden – wenn Mut und Pragmatismus die Symbolpolitik ablösen.

Februar 2026, Wohnungswirtschaft heute., Ausgabe Nummer 211, mit Fakten und Einschätzungen zum zielführenden Handeln.
Klicken Sie mal rein.

Bleiben Sie zuversichtlich und nachhaltig.
Ihr Gerd Warda und das Wohnungswirtschaft heute-Team

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Genossenschaften: Abriss ist die allerletzte Variante

Genossenschaften: Abriss ist die allerletzte Variante
„Sanierung, Nachverdichtung oder Ersatzneubau lassen sich nicht nach ‚Schema F‘ bewerten,“ sagt Sven Auen. Foto: WBG-SH e.V.

Wohnungsbaugenossenschaften sind sogenannte Bestandshalter. Sie investieren über viele Jahrzehnte in den Erhalt und die Modernisierung ihrer Wohnungsbestände. Sie garantieren dadurch bezahlbare Mieten. „Allerdings kommen einzelne Gebäude nach mehreren Jahrzehnten an ihre physischen Grenzen und könnten nicht mehr zu einem vertretbaren Aufwand saniert werden“, sagt Sven Auen, Vorstandsvorsitzender des Wohnungsbaugenossenschaften Schleswig-Holstein e.V. (WBG-SH e.V.)*.

„Die schleswig-holsteinischen Wohnungsbaugenossenschaften haben in den vergangenen Jahrzehnten immer wieder überalterte Wohngebäude zurückgebaut und anschließend an dem Standort – oftmals mehr als zuvor – bezahlbare Wohnungen errichtet. Zumeist waren diese Projekte städtebaulich, wirtschaftlich und sozial erfolgreich.“

Gleichzeitig erlebten die Genossenschaften in der Praxis, dass die Rahmenbedingungen sehr unterschiedlich seien, sagt Sven Auen. „Sanierung, Nachverdichtung oder Ersatzneubau lassen sich nicht nach ‚Schema F‘ bewerten. Es gibt Projekte, bei denen der Bestandserhalt gut funktioniert. Es gibt aber vereinzelt auch Fälle, in denen technische, wirtschaftliche oder soziale Gründe einen Neubau notwendig machen.“

Augenmaß ist notwendig

Wir sind uns bewusst, dass im Leben eines Wohngebäudes der größte Ausstoß klimaschädlicher Emissionen bei dessen Errichtung erfolgt. Deshalb versuchen wir, Abriss und Ersatzneubau tunlichst zu vermeiden.“ Allerdings müsse das Ganze stets mit Blick aufs Bezahlbare betrachtet werden, sagt Auen.

„Wir haben aktuell in Kiel und Lübeck jeweils einen Fall, bei dem die Sanierung von in die Jahre gekommenen Wohngebäuden derart teuer wird, dass die Kosten für die nicht tragbar sind.“ Eine Quersubventionierung durch andere Genossenschaftsmitglieder stoße jedoch an die Grenze innergenossenschaftlicher Solidarität.

Zudem machten moderne technische Anforderungen eine sinnvolle Sanierung in manchen Fällen unmöglich. So verhindert in Kiel beispielsweise der Zustand des Gebäudes die energetische Sanierung inklusive Dachgeschossausbau. In Lübeck, wo das Gebäude unter Denkmalschutz gestellt worden sei, müsste die Wärmedämmung innerhalb der Wohnung installiert werden.

Tausende Wohnungen in wenigen Jahren

Vor allem in den 50er und 60er Jahren hätten die Genossenschaften angesichts der verbreiteten Wohnungsnot rasch Tausende bezahlbare Wohnungen errichtet – mehrere Tausend in Kiel, Flensburg und Lübeck, so Sven Auen weiter. „Die allermeisten dieser Wohnungen haben wir in den vergangenen Jahrzehnten mit erheblichem Aufwand instandgehalten und mehrfach modernisiert. Die Genossenschaften haben so den sozialen Frieden im Land gesichert.“

Die Energiewende stellt unsere Genossenschaften vor große Herausforderungen: der Einbau moderner Heizungen, die Dämmung von Außenwänden und die Installation dreifachverglaster Fenster sind notwendig, aber auch aufwändig. In vielen Fällen ist das mach- und bezahlbar. In einigen wenigen auf Grund der besonders schlechten Energiebilanz aber nicht“, so Auen weiter.

Sven Auen versichert: „Jede Genossenschaft prüft den Einzelfall genau, bespricht sich mit verschiedenen Verantwortlichen in der Stadt und den jeweiligen Aufsichtsgremien der Genossenschaft. Wir führen umfangreiche Info-Veranstaltungen durch und setzen die betroffenen Mieterinnen und Mieter frühzeitig über die geplante Maßnahme in Kenntnis.

Also: Gibt es nicht doch eine Möglichkeit, das Gebäude zu erhalten? Manchmal planen wir sogar verschiedene Varianten. Wir machen es uns nicht leicht und gehen oft an die Grenze des Machbaren. Erst wenn alles andere nicht möglich ist, entscheiden wir uns – in den allermeisten Fällen im Konsens mit unseren Mitgliedern – für einen Abriss.“

Auch Genossenschaften müssen auf Wirtschaftlichkeit achten

Am Ende gelte auch für soziale Vermieter, dass der Euro immer nur einmal ausgegeben werden könne, so Sven Auen weiter. „Wohnungsgenossenschaften existieren im Norden seit mehr als 150 Jahren. Sie haben Krieg, Inflation, Zerstörung, Wiederaufbau nur deshalb ‚überstanden‘, weil sie stets nachhaltig und mit Augenmaß gewirtschaftet haben. Zudem sind die Vorstände ihren Mitgliedern gegenüber verpflichtet, das Vermögen und die Wohngebäude der Genossenschaft zu erhalten.“

Wenn ein Abriss zu einer besonderen Härte bei den betroffenen Mieterinnen und Mietern führt, gingen die Genossenschaften solidarisch vor, sagt Sven Auen. „Wir informieren zumeist mehrere Jahre vorher und lassen den Menschen Zeit für einen Umzug. Wir kümmern uns um Ersatzwohnungen, unterstützen beim Umzug und bieten den Mieterinnen und Mietern an, in das angestammte Quartier zurückkehren zu können.

Damit bleibt der Abriss für Genossenschaften das, was er immer war: die letzte, wohlüberlegte Option, wenn Verantwortung für unsere Mieter, Klima und bezahlbares Wohnen keine andere Wahl mehr lässt.“

Oliver Schirg


*Sven Auen ist Vorstandsvorsitzender der WOGE Wohnungs-Genossenschaft Kiel eG

17 Wohnungsbaugenossenschaften in Schleswig-Holstein haben sich zum Verbund Wohnungsbaugenossenschaften Schleswig-Holstein e.V. (WBG) zusammengeschlossen. Das Motto: Lebenslanges Wohnrecht, moderner Wohnraum in großer Auswahl und zu fairen Preisen – und auch noch Mitspracherecht in unterschiedlichen Gremien! In einem klassischen Mietverhältnis undenkbar, aber in einer Wohnungsbaugenossenschaft ganz normal. Denn wer dort wohnt, ist nicht einfach Mieter, sondern Mitglied und kann deshalb ein ganz besonderes Wohngefühl genießen.

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köln ag: Bezahlbares Wohnen in Köln ist unter Druck – „Zweite Miete“ wächst weiter

Jede vierte Mietwohnung ist eine Wohnung eines köln ag-Mitglieds, sagte der Vorsitzende Rouven Meister. Foto: HW/ WBG Mieterschutz.

Beim Jahresauftakt der Arbeitsgemeinschaft Kölner Wohnungsunternehmen (köln ag) hat der Vorsitzende Rouven Meister auf die angespannte Lage am Kölner Wohnungsmarkt hingewiesen und die Rolle der sozial orientierten Wohnungswirtschaft betont. Die 57 Unternehmen der Kölner Wohnungswirtschaft – darunter auch die GAG – zählen 190.000 Wohnungen in Köln und Umgebung zu ihrem Bestand: Jede vierte Mietwohnung ist damit eine Wohnung eines köln ag-Mitglieds.

„Steigende Wohnkosten, stagnierender Neubau und hohe Baukosten stellen weiterhin große Herausforderungen dar“, informierte Meister. Die durchschnittliche Nettokaltmiete lag 2025 bei den Unternehmen der köln ag bei 7,89 Euro pro Quadratmeter. Die Neuvertragsmiete (berücksichtigt sind sowohl Verträge für Neubauten als auch für Bestandsimmobilien) lag bei 10,52 Euro – deutlich unter dem freien Markt. Trotz schwieriger Rahmenbedingungen investierten die Unternehmen nach eigenen Angaben im letzten Jahr rund 785 Millionen Euro in Neubau, Modernisierung und Instandhaltung. „Die Mieten sind im Durchschnitt nur um drei Prozent – in Zahlen ausgedrückt um 23 Cent pro Quadratmeter – gestiegen. Auf den ersten Blick ist das eine gute Nachricht, aber wir müssen sehen, dass auf Dauer bei solchen Mietpreisen Bestandssanierung schwierig wird“, so Meister.

Grundsteuer und Gebühren: Mehrkosten von 62 Euro pro Jahr

Besonders kritisch sieht die köln ag die wachsende Belastung der sogenannten „zweiten Miete“. Die jüngste Erhöhung der Grundsteuer sowie gestiegene Gebühren für Müll, Abwasser- und Straßenreinigung führten laut Meister bei einer Wohnung mit durchschnittlich 67 Quadratmetern zu Mehrkosten von rund 62 Euro pro Jahr. „Nur wenn Energie- und Betriebskosten bezahlbar bleiben, ist Wohnen sozial verträglich“, so die Überzeugung von Meister.

Aktuelle Zahlen der Stadt Köln unterstreichen nach Ansicht der köln ag die Zuspitzung der Marktlage: Bereits 32,5 Prozent des Haushaltsnettoeinkommens fließen im Durchschnitt in die Bruttokaltmiete, bei Haushalten mit weniger als 2.000 Euro Einkommen sogar 47 Prozent. Gleichzeitig kamen Im Jahr 2024 netto nur 1.547 Neubauwohnungen hinzu – so wenige wie seit 1990 nicht mehr. 706 Neubauwohnungen wurden nach Angaben von Rouven Meister im Jahr 2025 von Mitgliedsunternehmen der köln ag realisiert. „Die sozialorientierte Wohnungswirtschaft ist damit ein entscheidender Faktor für den gesellschaftlichen Zusammenhalt in Köln“, betonte Meister.

80 Prozent der Kölner leben nach städtischen Angaben in Mehrfamilienhäusern

„Der Neubau von Mehrfamilienhäusern, zentrales Thema für bezahlbares Wohnen, bleibt deutlich hinter dem Bedarf zurück. 80 Prozent der Kölner leben nach städtischen Angaben in Mehrfamilienhäusern. Zwar wurde die NRW-Wohnraumförderung bis 2027 auf 12 Milliarden Euro aufgestockt, doch hohe Baukosten, zusätzliche technische Standards und die Vergabe städtischer Grundstücke im Erbbaurecht erschweren weiterhin wirtschaftliche Projekte“, informiert Meister. Bedingt durch die steigende Zahl von Studenten und älteren Menschen werde jede zweite Wohnung von nur einer Person bewohnt.

Positiv wertete Meister, dass das Thema Wohnungsbau mit dem sogenannten „Bauturbo“ wieder stärkere Aufmerksamkeit bekomme. Die Teilnahme an der städtischen Initiative „Köln baut bezahlbar | Wohnen für alle“ und die Mitwirkung im neu zusammengesetzten Wohnungsbauforum stehen genauso auf seiner Tagesordnung wie die weitere Zusammenarbeit mit Haus und Grund, BFW NRW und Wohnungsbau Initiative Köln in der „Allianz für mehr bezahlbaren Wohnraum“.

Neben Markt- und Baufragen hob Meister auch die Bedeutung der Branche als Arbeitgeber hervor: Aktuell bilden die Mitgliedsunternehmen der köln ag 100 Auszubildende aus.

Quelle: Köln ag

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Neue Mindestanforderungen: ESG ab dem Berichtsjahr 2025 prüfungsrelevant

Neue Mindestanforderungen: ESG ab Berichtsjahr 2025 relevant
Lara Berz, Beraterin bei DOMUS Consult. Quelle: DOMUS Consult / Karoline Wolf

Für die meisten Wohnungsunternehmen entfällt zwar die Pflicht zur Nachhaltigkeitsberichterstattung nach der Corporate Sustainability Reporting Directive (CSRD) der EU – relevant bleiben Angaben zur Nachhaltigkeit aber dennoch. Denn ab dem Berichtsjahr 2025 sind die neuen ESG-Mindestanforderungen der Prüfungsorganisation des GdW Bestandteil der Jahresabschlussprüfung. DOMUS Consult erläutert, was konkret auf die Unternehmen zukommt.

Die CSRD gilt künftig nur noch für sehr große Unternehmen mit mehr als 1.000 Mitarbeitenden und über 450 Millionen Euro Jahresumsatz. Für die große Mehrheit der Wohnungsunternehmen entfällt damit die Pflicht zur Nachhaltigkeitsberichterstattung. Freiwillige Nachhaltigkeitsberichte – etwa auf Basis des europäischen VSME-Standards – bleiben möglich, sind aber nicht vorgeschrieben.

Unabhängig davon hat sich die Prüfungsorganisation des GdW darauf verständigt, ab dem Berichtsjahr 2025 verbindliche ESG-Mindestanforderungen für Wohnungsunternehmen ein. Diese müssen im Rahmen der Jahresabschlussprüfung berücksichtigt werden und legen fest, welche nachhaltigkeitsbezogenen Informationen die Unternehmen systematisch erfassen, bewerten und dokumentieren müssen.

Zwölf Mindestanforderungen – konkret und prüfungsrelevant

Der neue Standard umfasst zwölf ESG-Mindestanforderungen, die ökologische, soziale und Governance-Aspekte abdecken. Dabei geht es nicht allein um Nachweise, sondern auch um die wirtschaftliche Bedeutung dieser Themen.

Die Energieeffizienzklassen des Objektbestands liefern einen ersten Überblick zur Abschätzung möglicher Sanierungserfordernisse.

Der Energiebezug, die Scope 1-Emissionen und CO₂-Kosten zeigen, wo Risiken und Investitionsbedarfe zur Umsetzung der Wärmewende bestehen.

Die Dekarbonisierungsmaßnahmen operationalisieren politische und unternehmerische Klimaziele und übertragen diese in die Bau- und Wirtschaftsplanung.

Ergänzend dazu werden ausgewählte soziale und Governance-Aspekte abgefragt, etwa der Anteil des geförderten Wohnraums am Bestand, die durchschnittliche Bestandsmiete sowie Verhaltenskodizes für die Mitarbeitenden.

Von der Datenerfassung zur Unternehmenssteuerung

Das Ziel ist kein umfassender Nachhaltigkeitsbericht, sondern ein belastbares ESG-Inventar, das gegebenenfalls Handlungsbedarfe sichtbar macht. „Die ESG-Mindestanforderungen machen schnell deutlich, wo das Unternehmen schon gut aufgestellt ist und wo Risiken bestehen“, sagt Lara Berz, Beraterin bei DOMUS Consult.

Für eine vorausschauende Unternehmensführung sind diese Informationen sehr wertvoll. Denn ohne belastbare ESG-Daten lassen sich Investitionspläne, Klimapfade und Finanzierungsentscheidungen künftig kaum darstellen. Die ESG-Mindestanforderungen schaffen hierfür eine einfache Grundlage.“

Wohnungsunternehmen können die Daten nicht nur für die Jahresabschlussprüfung, sondern auch für das interne Risikomanagement sowie für Gespräche mit Banken, Förderinstituten oder Aufsichtsgremien nutzen.

Seit mehr als 25 Jahren berät die DOMUS Consult erfolgreich die Wohnungs- und Immobilienwirtschaft, mittelständische Unternehmen anderer Branchen und öffentliche Auftraggeber. Für die vielfältigen Herausforderungen steht ein breites Spektrum an Beratungsleistungen bereit, das kontinuierlich weiterentwickelt wird. Hauptgesellschafterin der DOMUS Consult ist die DOMUS Steuerberatungs-AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft. Auch über ihre weiteren Gesellschafter, den Verband Thüringer Wohnungs- und Immobilienwirtschaft e. V. (vtw) und den Verband Sächsischer Wohnungsgenossenschaften e. V. (VSWG), ist sie eng an die Wohnungswirtschaft angebunden. www.domusconsult.de

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IWS in Baden-Württemberg mahnt Reformen für Bauen und Wohnen an

IWS Baden-Württemberg mahnt Reformen für Bauen & Wohnen an
Die Landeswohnraumförderung müsse deutlich ausgeweitet, vereinfacht und beschleunigt werden, fordert IWS-Vorstandsvorsitzender Axel Ramsperger. Foto: IWS Stuttgart

Mit Blick auf die Landtagswahl in Baden-Württemberg am 8. März hat der Branchenverband Immobilienwirtschaft Stuttgart e.V. (IWS), Branchenverband der Immobilienwirtschaft in der Metropolregion Stuttgart, ein umfassendes Positionspapier vorgelegt. Unter dem Titel „Mehr Raum. Mehr Tempo. Mehr Zukunft.“ formuliert der Verband konkrete und umsetzbare Handlungsempfehlungen für die kommende Legislaturperiode. Ziel sei es, Baden-Württemberg wieder zu einem verlässlichen, investitionsfreundlichen und zukunftsfähigen Standort für Wohnen, Wirtschaft und Stadtentwicklung zu machen.

„Mangel an preisgünstigem Wohnraum, explodierende Bau- und Energiekosten, fehlende Entwicklungsflächen und langwierige Verfahren setzen Baden-Württemberg zunehmend unter Druck“, erklärt IWS-Vorstandsvorsitzender Axel Ramsperger. „Die nächste Landesregierung muss dringend die richtigen Weichen stellen: pragmatisch, wirtschaftsnah und mit klarem Fokus auf Umsetzung. Nur so können Arbeitsplätze und wirtschaftlicher Erfolg erhalten werden.“

Bürokratie abbauen – Bauen ermöglichen

Um das Bauen im Land wieder anzukurbeln, fordert der IWS einen grundlegenden Kurswechsel beim Planen und Genehmigen. Technische Vorgaben und Bau-Standards müssten auf ein minimales Maß reduziert werden, um Kosten spürbar zu senken.

Gleichzeitig fordert der Verband eine konsequente Digitalisierung der Bauverwaltung, schnellere Genehmigungsverfahren, umfassende Genehmigungsfiktionen sowie die Einführung von Typengenehmigungen, um insbesondere serielles und modulares Bauen zu beschleunigen.

Zusammenhalt fördern – Bezahlbaren Wohnraum schaffen

Angesichts eines landesweiten Wohnungsdefizits von rund 200.000 preisgünstigen Wohnungen sieht der IWS dringenden Handlungsbedarf. Die Landeswohnraumförderung müsse deutlich ausgeweitet, vereinfacht und beschleunigt werden.

Der Verband fordert eine 1:1-Kofinanzierung der Bundesmittel durch das Land, schnellere Förderentscheidungen sowie wirtschaftlich tragfähige Förderbedingungen. Darüber hinaus plädiert der IWS für eine Absenkung der Grunderwerbsteuer auf 3,5 Prozent, um Wohneigentum wieder erschwinglich zu machen.

Infrastruktur ausbauen – Neue Nutzungsräume entwickeln

Für eine starke Wirtschaft braucht Baden-Württemberg aus Sicht des IWS zukunftsfähige Flächen und leistungsfähige Infrastruktur. Der Verband fordert eine aktive Ansiedlungspolitik für Industrie, Logistik und Zukunftsbranchen sowie den Ausbau von Energie-, Digital- und Verkehrsinfrastruktur.

Zudem müssten Entscheidungsstrukturen in Politik und Verwaltung stärker an wirtschaftlicher Entwicklung ausgerichtet werden, um Investitionen und Arbeitsplatzsicherung nicht durch langwierige Abstimmungsprozesse zu blockieren.

Gewerbe und Handel stärken – Stadträume beleben

Lebendige Innenstädte und Stadtteilzentren sind ein zentrales Anliegen des Positionspapiers mit dem Titel „Mehr Raum. Mehr Tempo. Mehr Zukunft.“ Der IWS fordert, bei gleichartigen Nutzungen im Bestand auf Genehmigungspflichten zu verzichten, um Leerstände schneller zu aktivieren. Zudem spricht sich der Verband für mehr Flexibilität bei Öffnungszeiten, der Außengastronomie und bei temporären Nutzungen aus.

„Die Immobilienwirtschaft ist bereit, Verantwortung zu übernehmen – nun braucht es politische Entscheidungen, die Zukunft möglich machen“, so Ramsperger abschließend.

Achim Winckler

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Bauturbo trifft Behördenrealität: Neues Gesetz kann Genehmigungsverfahren für den Wohnungsbau deutlich verkürzen – wenn Kommunen mitziehen

Bauturbo trifft Behörden: Gesetz für Genehmigungsverfahren
Der Bauturbo hat vor allem über Zeitgewinne und eine höhere Flächenausnutzung das Potenzial, den Wohnungsbau deutlich zu beschleunigen und Kosten zu senken. Sprechen wir also über Nachverdichtung und Dachaufstockung. Foto: Wohnungswirtschaft heute. / Gerd Warda

Mit dem Ende 2025 eingeführten sogenannten Bauturbo wollte der Gesetzgeber dem stockenden Wohnungsbau in Deutschland neue Dynamik verleihen. Das Gesetz zur Beschleunigung des Wohnungsbaus und zur Wohnraumsicherung ermöglicht weitreichende Abweichungen vom bisherigen Planungsrecht und soll Genehmigungsverfahren deutlich verkürzen. Doch wie groß ist die tatsächliche Wirkung, insbesondere vor dem Hintergrund explodierender Baukosten?

Diese Frage stand im Mittelpunkt einer Online-Gesprächsrunde von Rueckerconsult, an der Dieter Becken, Geschäftsführender Gesellschafter der Becken Holding, Jens Wadle, Geschäftsführender Gesellschafter von Hohental, Dr. Simon Kempf, Geschäftsführer von Periskop Development, und Jakob Hans Hien, Rechtsanwalt für öffentliches Bau- und Planungsrecht bei KNAUTHE Rechtsanwälte, teilnahmen.

Genehmigungsturbo statt Bauturbo

Aus juristischer Sicht ist der Bauturbo vor allem eines: ein Instrument zur Beschleunigung von Genehmigungen. „Der Begriff Bauturbo suggeriert etwas, das das Gesetz gar nicht leisten kann“, sagt Jakob Hans Hien. „Eigentlich müsste man von einem Genehmigungsturbo sprechen, denn gebaut wird dadurch nicht schneller, wohl aber früher.“

Jakob Hans Hien. Quelle: Knauthe Rechtsanwälte

Die größte Neuerung liege darin, dass Kommunen künftig auf langwierige Bebauungsplanverfahren verzichten können. „Wir reden hier über Zeitersparnisse von fünf bis sechs Jahren“, sagt Hien. „Selbst Quartierentwicklungen können mit dem Bauturbo innerhalb von rund anderthalb Jahren genehmigungsreif sein – statt erst nach einem Jahrzehnt.“

Zugleich bleibt die Anwendung freiwillig. „Ohne Zustimmung der Gemeinde gibt es keinen Bauturbo“, betont Hien. „Das ist der zentrale Flaschenhals und zugleich die größte Unsicherheit.“

Baukosten verhindern Wirtschaftlichkeit

Aus Sicht der Projektentwickler liegt das Kernproblem jedoch nicht nur im Planungsrecht, sondern auch in der Wirtschaftlichkeit des Bauens. Dieter Becken, Geschäftsführender Gesellschafter der Becken Holding, bringt es auf den Punkt: „Wir sind derzeit schlicht nicht in der Lage, wirtschaftlich Wohnraum zu bauen.“ Hohe Bau-, Grundstücks- und Finanzierungskosten sowie Genehmigungsrisiken ließen sich nicht mehr mit bezahlbaren Mieten vereinbaren.

Dieter Becken. Quelle: Herbert Ohge

„Wir müssten Wohnungen zu Mieten von 40 Euro pro Quadratmeter bauen, um rentabel zu sein. Dafür findet sich aber kein Markt“, so Becken. „Das ist sozial und wirtschaftlich nicht darstellbar.“

Zudem kritisiert er die fehlende Verbindlichkeit des neuen Gesetzes: „Solange der Bauturbo nicht verpflichtend ist, wird er vielerorts nicht angewendet.“ In der Praxis erlebe er, dass Kommunen trotz passender Projekte weiterhin auf Bebauungsplänen bestehen. „Dann verlieren wir wieder Jahre – und am Ende wird im schlimmsten Fall gar nicht gebaut.“

Kosten senken statt Mieten erhöhen

Auch Dr. Simon Kempf, Geschäftsführer von Periskop Development, sieht die Wirtschaftlichkeit als entscheidenden Hebel. „Immobilien konkurrieren heute nicht mehr nur untereinander, sondern mit anderen Anlageklassen“, erklärt er. „Warum sollte privates Kapital ein Entwicklungsrisiko eingehen, wenn es sichere Staatsanleihen mit drei Prozent Rendite gibt?“

Dr. Simon Kempf. Quelle: Periskop Development GmbH

Für Kempf ist klar: „Wir können die Mieten politisch kaum weiter erhöhen. Also müssen wir die Gesamtinvestitionskosten radikal senken.“ Dazu gehöre auch, liebgewonnene Standards zu hinterfragen. „Unsere Baustandards sind in den vergangenen zehn bis 15 Jahren immer weiter erhöht und aufgebläht worden. Davon müssen wir runter, wenn wir wieder bezahlbar bauen wollen.“

Der Bauturbo könne dabei helfen – etwa durch höhere Dichten. „Die optimale Ausnutzung von Grundstücken ist ein zentraler Hebel, um Kosten zu senken“, sagt Kempf. „Aber das funktioniert nur, wenn die Kommunen den politischen Willen haben, das Instrument auch einzusetzen.“

Chance für mehr Dichte und Tempo

Ähnlich argumentiert Jens Wadle. Er sieht im Bauturbo unter anderem eine Chance für die Nachverdichtung. „Höhere Dichte ist ein Schlüssel, um Baukosten pro Quadratmeter zu senken“, sagt Wadle. „Genau hier kann der Bauturbo helfen, weil er Abweichungen von bisherigen Maßstäben ermöglicht.“

Jens Wadle. Quelle: Hohental

Gleichzeitig warnt er vor neuen Kostenfallen: „Der Vorteil darf nicht sofort wieder im Grundstückspreis verpuffen.“ Auch Bodenbesitzer müssten ihren Beitrag leisten. „Wir brauchen Projekte, die gebaut werden und nicht Grundstücke, mit denen spekuliert wird.“

Für Wadle ist der Bauturbo ein wichtiges Signal: „Er ist kein Wundermittel, aber ein Impuls für die Planungsbehörden deutschlandweit, der hoffentlich den Druck erhöht, Projekte schneller an den Start zu bekommen.“

Hängt von der Infrastruktur ab

Ein Signal, dass der Bauturbo rasch angewandt werden könnte, kommt aus Berlin. „Als Bezirk werden wir von der optionalen Vereinfachung des Planungsrechts sicher Gebrauch machen“, sagt Martin Schaefer, Bürgermeister von Berlin-Lichtenberg. „Das heißt: Stand heute prüfen wir jedes Projekt, ob eine Anwendung des Bauturbo sinnvoll ist.”

Martin Schaefer Copyright © Bezirksamt Lichtenberg

Die Beantwortung dieser Frage hängt für Schaefer nicht zuletzt von der vor Ort vorhandenen sozialen Infrastruktur ab. „Gibt es genug Schul- und Kitaplätze, eine ausreichende Nahversorgung sowie Freizeit-, Grün- und Sportflächen, werden wir die Planung beschleunigen. Denn Wohnungen werden in Lichtenberg dringend gebraucht.

Macht der potenzielle Zuwachs der Wohnbevölkerung durch größere Projekte die Schaffung zusätzlicher Infrastruktur erforderlich, werden wir allerdings in der Regel auch weiterhin einen B-Plan aufstellen. Denn bei der derzeitigen Wirtschafts- und Etatlage in Berlin können Schulen und Kitas nicht allein von der öffentlichen Hand errichtet werden.“

Fazit: Großer Hebel, aber kein Selbstläufer

Der Bauturbo hat vor allem über Zeitgewinne und eine höhere Flächenausnutzung das Potenzial, den Wohnungsbau deutlich zu beschleunigen und Kosten zu senken. Doch ohne verbindlichere Anwendung, sinkende Bau- und Finanzierungskosten sowie politische Verlässlichkeit bleibt seine Wirkung begrenzt.

„Der Bauturbo kann viel bewirken“, fasst Jakob Hans Hien zusammen. „Aber nur, wenn wir ihn auch wirklich nutzen – und den Mut haben, alte Verfahren hinter uns zu lassen.“

Christian Döring

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Familienheim Freiburg – Vorstandswechsel: Dank an Anja Dziolloß und Christian Brokate

Familienheim Freiburg Vorstandswechsel: A. Dziolloß & C. Brokate
Die Aufsichtsräte danken Anja Dziolloß für ihr fast 30-jähriges Engagement und ihre exzellenten unternehmerischen Leistungen. Foto: Familienheim Freiburg eG.

Bei der traditionsreichen Baugenossenschaft Familienheim Freiburg bringt das neue Jahr personelle Änderungen in der Führungsebene mit sich: Die langjährige Vorstandsvorsitzende des Unternehmens, Anja Dziolloß, hat sich aus persönlichen Gründen entschieden, das Unternehmen zum 31. Januar 2026 zu verlassen.

„Der Aufsichtsrat bedauert diese Entscheidung sehr, ist aber dem Wunsch der Vorstandsvorsitzenden nachgekommen und hat sie von ihren Aufgaben entbunden“, berichtet die Vorsitzende des Aufsichtsrats, Dr. Anita Stilz.

Die Aufsichtsräte danken Anja Dziolloß für ihr fast 30-jähriges Engagement und ihre exzellenten unternehmerischen Leistungen. Sie betonen, dass die Familienheim Freiburg mit Anja Dziolloß eine weitsichtige Strategin und Führungspersönlichkeit verliert, die ein wirtschaftlich rundum gesundes Unternehmen hinterlässt.

Während ihrer Vorstandschaft hat sich die Bilanzsumme der Genossenschaft verdoppelt, die Eigenkapitalquote stieg um zehn Prozentpunkte auf knapp 50 % und insgesamt wurden 274 Millionen Euro in Instandhaltung und Neubau investiert.

Kaufmännischer Vorstand Christian Brokate bleibt noch bis Ende März 2026 der Baugenossenschaft. Foto: Familienheim Freiburg eG.

Fast zeitgleich hat sich auch der kaufmännische Vorstand Christian Brokate aus persönlichen Gründen entschlossen, die Baugenossenschaft zu verlassen. Er wird der Familienheim aber noch bis Ende März 2026 erhalten bleiben, damit in seinem Arbeitsbereich eine geordnete Übergabe sichergestellt werden kann. Der Aufsichtsrat dankt Christian Brokate ebenfalls für die geleistete Arbeit im Dienste der Genossenschaft.

Für den technischen Bereich der Genossenschaft und damit das bisherige Arbeitsfeld von Anja Dziolloß wird zukünftig Markus Scherrle die Verantwortung übernehmen. Er ist Bauingenieur und war zuvor im Immobilien-Management eines großen Industrieunternehmens beschäftigt. Scherrle verfügt über reichhaltige Erfahrung aus der Bauwirtschaft und der Immobilienbranche. Damit bringt er die Voraussetzungen mit, sich rasch in die baulichen Projekte und Aufgaben bei der Familienheim Freiburg einzufinden.

Er ist bereits seit dem 1. November 2025 bei der Baugenossenschaft als Geschäftsführer tätig und hatte somit in den vergangenen Monaten die Möglichkeit, sich mit den spezifischen Anforderungen des genossenschaftlichen Wohnungsbaus vertraut zu machen. „Ich freue mich sehr, zukünftig meinen Beitrag zu mehr bezahlbarem Wohnraum in Freiburg und Umgebung leisten zu können“, betont Scherrle und fügt hinzu: „Dass die Genossenschaft so gut aufgestellt ist, hat mir den Start natürlich erheblich erleichtert.“ 

Als neuer kaufmännischer Vorstand und damit Nachfolger von Christian Brokate konnte Alexander Ehrlacher gewonnen werden. Er war bereits zwischen 2016 und 2023 im Vorstand der Genossenschaft tätig, bevor er sich einer neuen Herausforderung in der digitalen Dienstleistungsbranche stellte. Um einen möglichst reibungslosen Übergang und Kontinuität in der Genossenschaft zu gewährleisten, hat Ehrlacher seine Stelle bereits zum 1. Januar 2026 angetreten und wird zukünftig auch den Vorsitz des neu formierten Vorstands übernehmen.

„Mir ist bewusst geworden, dass man im baugenossenschaftlichen Umfeld vor Ort viel mehr bewegen kann als in der digitalen Welt.“, so Ehrlacher. „Umso mehr bin ich froh darüber, dass man mir die Chance gegeben hat, wieder zurückzukehren.“

Das neue Führungsteam. V. l. n. r: Alexander Ehrlacher, Markus Scherrle, Georg Selinger. Foto: Familienheim Freiburg eG.

Ergänzt wird der neue hauptamtliche Vorstand durch einen nebenamtlichen Vorstand. Hierfür ist Georg Selinger vom Aufsichtsrat berufen worden. Er war bis zu seiner Pensionierung Vertriebsvorstand einer Sparkasse im Freiburger Umland und bringt die von der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) für den Betrieb der genossenschaftlichen Spareinrichtung geforderten Qualifikationen mit.

„Ich bin sehr froh, dass wir mit den neuen Vorständen eine gute und tragfähige Lösung für die zukünftige Leitung der Genossenschaft gefunden haben und freue mich auf die Zusammenarbeit“, resümiert Dr. Anita Stilz.

Marcus Brian


Familienheim Freiburg wurde am 23. Januar 1930 gegründet, um durch den gemeinnützigen Wohnungsbau die damals herrschende Wohnungsnot einzudämmen. Von Anfang an war und ist die wichtigste Aufgabe der Genossenschaft, die Mitglieder mit bezahlbarem Wohnraum zu versorgen. Aktuell zählt Familienheim Freiburg rund 8.200 Mitglieder, besitzt 2.756 Wohnungen und führt seit knapp 60 Jahren eine eigene Spareinrichtung. Rund 90 Prozent der Wohnungen der Genossenschaft befinden sich in Freiburg.

Als eigenständiges und unabhängiges Unternehmen ist Familienheim Freiburg verpflichtet, wirtschaftlich zu handeln. Aber auch soziale und ökologische Aspekte prägen das Handeln der Genossenschaft. Deshalb investiert das Unternehmen kontinuierlich in den zeitgemäßen Erhalt seiner Wohnungen, höhere Energiestandards und ein angenehmes Wohnumfeld. So kann auch nachfolgenden Generationen eine gesicherte und attraktive Wohnzukunft geboten werden. Durch Investitionen in Modernisierungen sowie zukunftsfähigen Neubau wird das Vermögen aller Mitglieder erhalten. Weitere Infos unter www.familienheim-freiburg.de.

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Inga Stein-Barthelmes zur Geschäftsführerin der HOWOGE Wohnungsbaugesellschaft mbH bestellt

Inga Stein-Barthelmes Geschäftsführerin der HOWOGE bestellt
Inga Stein-Barthelmes wird die technischen Unternehmensbereiche der HOWOGE führen. Quelle: Howoge, Foto: Harry Schnitger

Der Aufsichtsrat der HOWOGE Wohnungsbaugesellschaft mbH unter dem Vorsitz von Dr. Jürgen Allerkamp hat Inga Stein-Barthelmes zum Mitglied der HOWOGE-Geschäftsführung bestellt.

Inga Stein-Barthelmes nimmt ihre Tätigkeit zum 1. April 2026 auf und verantwortet künftig die technischen Unternehmensbereiche der HOWOGE.

Sie folgt auf Ulrich Schiller, der das Unternehmen nach sieben Jahren zum 31. März 2026 auf eigenen Wunsch verlässt. Inga Stein-Barthelmes wird das landeseigene Unternehmen gemeinsam mit Jörg Kotzenbauer führen.

Die Diplom-Volkswirtin wechselt von der PD – Berater der öffentlichen Hand GmbH, wo sie als Direktorin und Prokuristin den Bereich Bundesbau leitete. In dieser Funktion verantwortete die gebürtige Berlinerin die Steuerung von Großprojekten wie Wohnungsneubau, Kasernenbauten sowie Quartiers- und Stadtentwicklungsprojekte inkl. Schulbauten. Darüber hinaus entwickelte und implementierte sie im Rahmen ihrer Tätigkeit neue Ansätze für klima- und ressourcenschonendes Bauen sowie nachhaltige Gebäudebewirtschaftung.

Zuvor war sie u. a. Geschäftsführerin der planen-bauen 4.0 GmbH. Beim Hauptverband der Deutschen Bauindustrie e.V. baute sie den Geschäftsbereich Politik, Kommunikation und Presse auf. Davor war sie in leitenden Funktionen bei der Bundesarchitektenkammer e.V. sowie als Geschäftsführerin der D.A.V.I.D. GmbH tätig.

Inga Stein-Barthelmes wird die technischen Unternehmensbereiche der HOWOGE führen, dazu zählen das Asset- und Portfoliomanagement, der Schulbau, der Neubau, das Technische Management, das Bestandsmanagement sowie weitere Bereiche.

„Mit Inga Stein-Barthelmes haben wir eine erfahrene Führungspersönlichkeit gewonnen, die eine ausgewiesene Expertise aus dem politischen, wirtschaftlichen und baulichen Kontext mitbringt. Gemeinsam werden wir den erfolgreichen Wachstumskurs der HOWOGE konsequent fortsetzen und weiter stärken“, erklärt Dr. Jürgen Allerkamp, Vorsitzender des Aufsichtsrates der HOWOGE.

Sabine Pentrop


Die HOWOGE Wohnungsbaugesellschaft mbH ist eines der kommunalen Wohnungsunternehmen des Landes Berlin. Mit einem eigenen Wohnungsbestand von rund 82.150 Wohnungen (Stand: 30.06.2025) gehört das Unternehmen zu den größten Vermietern deutschlandweit. Die HOWOGE will ihr Wohnungsportfolio insbesondere durch Neubau mittel- bis langfristig auf rund 100.000 Wohnungen erweitern. Als Teil der Berliner Schulbauoffensive übernimmt die HOWOGE zudem für das Land Berlin Neubau und Großsanierungen von Schulen.

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Warum sich jetzt der Wechsel des Stromanbieters lohnt

Tipp zum Wechsel des Stromlieferanten. Verbraucher:innen sollten sich nicht allein auf die Bewertungen in Vergleichsportalen verlassen. © VZ NRW/adpic

Seit Jahresbeginn müssen fast alle Stromlieferanten weniger für den Stromtransport zahlen. Grund hierfür ist, dass die Bundesregierung 2026 die Netzentgelte mit 6,5 Milliarden Euro bezuschusst und damit in sehr vielen Regionen die Stromnetzentgelte gesunken sind. Während einige Anbieter ihre Preise senken oder schon gesenkt haben, lassen andere Anbieter ihre Preise allerdings unverändert.

„Wenn Verbraucher:innen bisher keine Mitteilung über sinkende Preise erhalten haben, oder ihnen sogar eine Preiserhöhung vorliegt, lohnt sich in der Regel ein Stromanbieter-Wechsel,“ sagt Christina Wallraf, Energieexpertin der Verbraucherzentrale NRW.

„Besonders Verbraucher:innen in der Grundversorgung zahlen durchschnittlich die höchsten Strompreise, hier lohnt sich ein Anbieterwechsel in den meisten Fällen.“ Die Verbraucherzentrale NRW hat vier Tipps zusammengestellt, worauf beim Wechsel des Stromanbieters zu achten ist.

Unterschiede zwischen Neukunden und Bestandskunden beachten

Erfreulicherweise liegen die Strompreise für Neukunden aktuell in vielen Regionen bei unter 30 Cent pro Kilowattstunde. Allerdings müssen Bestandskunden oftmals erst aktiv werden, um von den gesunkenen Preisen zu profitieren – denn viele Anbieter halten ihre Preise für Bestandskunden konstant.

Bei der Prüfung eines bestehenden Vertrags ist es wichtig, die Restlaufzeit und Kündigungsfrist festzustellen, um den richtigen Zeitpunkt für einen Anbieterwechsel zu finden.

Wechsel aus dem Grundversorgungstarif

Verbraucher:innen in der Grundversorgung zahlen durchschnittlich die höchsten Strompreise. Der Grundversorgungstarif in NRW kostet im Durchschnitt 36 Cent pro Kilowattstunde (Stand: 1.2.2026). Hinzu kommt ein Grundpreis, der durchschnittlich bei etwa 210 Euro pro Jahr liegt.

Manche Grundversorger berechnen auch extrem hohe Grundpreise um die 300 Euro jährlich, was insbesondere kleinere Haushalte belastet. Ein Vorteil an der Grundversorgung: Haushalte können jederzeit mit einer zweiwöchigen Frist den Anbieter oder Tarif wechseln.

Verbraucher:innen, die in der Grundversorgung sind und einen Stromverbrauch von 3.000 Kilowattstunden haben, können durchschnittlich 330 Euro durch den Anbieterwechsel sparen, mögliche Wechselboni kommen noch hinzu. Haushalte, die im Sondertarif des Grundversorgers sind und ebenfalls 3.000 Kilowattstunden pro Jahr verbrauchen, sparen durchschnittlich 170 Euro durch den Anbieterwechsel.

Vergleichsportale richtig nutzen

Am einfachsten ist der Tarifvergleich über Online-Vergleichsportale. Vor dem Vergleich ist es wichtig, die Filtereinstellungen anzupassen. Um möglichst viele Tarife angezeigt zu bekommen, sollte der Filter „direkte Wechselmöglichkeit über das Portal“ ausgestellt sein.

Auch Empfehlungen des Vergleichsportals schränken die Tarifauswahl unnötig ein. Weitere empfehlenswerte Filtereinstellungen für Vergleichsportale finden sich in der Checkliste unter www.verbraucherzentrale.nrw/vergleichportal.

Neuen Anbieter kritisch prüfen

Wichtig vor einem Vertragsabschluss: Den potentiell neuen Energieversorger mittels einer kurzen Internetrecherche überprüfen, um festzustellen, ob der Anbieter durch sein Handeln in der Vergangenheit negativ aufgefallen ist. Verbraucher:innen sollten sich nicht allein auf die Bewertungen in Vergleichsportalen verlassen.

Quelle: Verbraucherzentrale NRW

Mehr zum Wechsel des Strom- oder Gasanbieters: www.verbraucherzentrale.nrw/node/6436

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