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Indra Musiol und Julia Erdmann: Oft wird einfach losgebaut, ohne Fragen zu stellen. Wie Architektur anders geht, erklären sie hier

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Mit co-kreativen Prozessen lassen sich Denkroutinen im Wohnen und Bauen aufbrechen, sagen Julia Erdmann und Indra Musiol. Ihr Unternehmen JES entwickelt Orte, Quartiere und Gebäude. „Socialtecture“ ist dabei ihre Philosophie und Methode – das Zusammenwirken von „social life“ und „architecture“. Wie das geht, zeigen die beiden in digitalen Gruppenworkshops auf https://www.aareon-live.de.

Vier Fragen an Indra Musiol, Kommunikationsexpertin und Julia Erdmann, Architektin

Sie haben komplexe Großprojekte in Bremen, Hamburg und Kiel zum Erfolg gebracht. Erster Schritt soll dabei öfter gewesen sein, dass Sie einfach die Pläne auf den Kopf gestellt haben. Stimmt das und welche Auswirkung hat bzw. hatte das auf die Ergebnisse?

Wir betrachten Orte grundsätzlich aus vielen Perspektiven und haben Methoden dafür entwickelt, gemeinsam mit unseren Projektpartnern immer wieder unterschiedliche „Brillen“ aufzusetzen – derer, die an einem Ort leben, arbeiten, einkaufen, verkaufen, entspannen, sich bewegen. Außerdem hinterfragen wir bewusst Denkweisen und selbstverständliche Routinen – wir betrachten Gewohntes immer wieder neu. Dafür steht symbolisch, den Stadtplan auch mal auf den Kopf zu stellen.

Ihre Workshops haben nicht selten recht kreative Titel. Sie heißen mal Ideenmeisterschaft, mal Ideeathlon. Was hat Sie dazu bewegt und inwiefern wirkt sich das auf die Ergebnisse aus? Brauchen neue Prozesse zwingend neue Namen?

Neue Prozesse brauchen neue Namen. Bei allem, was wir mit JES tun, betreten wir Neuland. So ist die Ideenmeisterschaft zum Beispiel ein neues Format für die Phase, in der normalerweise Architekturwettbewerbe durchgeführt werden. Den Prozess, den wir entwickelt haben, gibt es in dieser Form bisher so nicht. Darum nutzen wir unsere eigenen Begriffe, die beschreiben, worum es geht: um eine Meisterschaft der Ideen oder, anders gesagt, um co-kreativen Hochleistungssport.

Ein Immobilienentwickler, der an einer Ihrer Ideenmeisterschaften teilgenommen hat, hat das Treffen eine „intellektuelle Hüpfburg“ genannt. Gefällt Ihnen der Begriff? Warum trifft es dies aus Ihrer Sicht so gut?

Das ist eine passende Beschreibung. Bei einer Ideenmeisterschaft treffen Menschen aufeinander, die sehr unterschiedliches Wissen mitbringen. Expertinnen und Experten unterschiedlicher Disziplinen arbeiten miteinander an Ideen für einen Ort – je nach Aufgabe zum Beispiel aus den Bereichen Architektur und Stadtgestaltung, Nachhaltigkeit, Mobilität, Zukunftsforschung, Design, Soziologie…

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