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Grün auf allen Ebenen

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Die IBA_Wien 2022 widmet sich in zahlreichen Projekten und auf allen Maßstabsebenen forschend, bauend und fördernd dem Thema „Stadt im Klimawandel“.
MAIK NOVOTNY

Das Grüne und das Soziale sind, vor allem, wenn es ums Wohnen geht, eng miteinander verwoben. Kein Wunder also, dass die IBA_Wien 2022 Neues Soziales Wohnen bei ihrer Programmatik und ihrer Projektauswahl von Anfang an das Thema „Stadt im Klimawandel“ im Fokus hatte. Das größte und aufsehenerregendste Projekt in diesem Bereich ist zweifellos die Biotope City am Wienerberg, die zurzeit im Bau ist (siehe ausführlichen Bericht in WohnenPlus Heft 1/2019).

Doch das Grün ist auch elementarer Bestandteil von anderen Projekten, bei denen die IBA nicht selten eine proaktive Rolle in der Entwicklung einnimmt. So war das Projekt 50 Grüne Häuser anfangs ein Forschungsprojekt der Österreichischen Forschungsförderungsgesellschaft FFG; inzwischen wurde mit Unterstützung der IBA_Wien der Schritt gesetzt, dies auf ganz Wien auszudehnen, wie IBA-Koordinator Kurt Hofstetter erklärt. Gefördert wird es durch die Umweltabteilung der Stadt Wien.

Kombi-Lösung

Der Name 50 Grüne Häuser erklärt sich dabei nahezu selbst: Dieses zielt darauf ab, die Begrünung von Fassaden im Gebäudebestand zu systematisieren und zu vereinfachen. Dafür wurde eine integrierte Kombi-Lösung aus einem Greening-Toolkit, einer einfachen Pflanzentrog-Lösung mit Rankhilfen und einem Wartungskonzept entwickelt.

Ergänzt wird es durch ein webbasiertes Partizipationsinstrument, um Stadtverwaltung, Eigentümer und Bewohner in den Planungs- und Genehmigungsprozess einzubinden. So sollen die oft mühsamen bürokratischen Hürden für Begrünungs-Initiativen abgebaut werden.

Erprobt wird dieses Modell mit ersten Demo-Gebäuden in Innerfavoriten, die Kombi-Lösung ist als Modul unter dem Namen BeRTA erhältlich und kann bis zu 100 Prozent gefördert werden. Begrünte Fassaden: Das mag für manche noch nach Behübschung klingen, ist jedoch längst durch umfangreiche Forschung als klimatisch und sozial effektiv erwiesen.

Das Innovationslabor Grünstattgrau, ebenfalls ein IBA-Kandidat, bündelt unter Beteiligung mehrerer Hochschulen das Fachwissen um die nachhaltige Begrünung von Fassaden und Dächern. Dies ist eindeutig mehr als ein Modetrend für Luxusinvestoren, betont Grünstattgrau-Geschäftsführerin Vera Enzi.

„Das Bewusstsein für die sozial faire Verteilung des Grüns steigt. Das mit Bäumen begrünte Hochhaus Bosco Verticale von Architekt Stefano Boeri in Mailand ist ein Projekt für die oberen Zehntausend, mit hohem Aufwand. Inzwischen planen Investoren und Architekten aber auch Mietwohnungen und ganze grüne Quartiere. Eine üppige, integrierte Freiraumgestaltung ist zum neuen Standard geworden, weil man realisiert hat, dass der Effekt des gesundheitlichen Wohlbefindens auf das Umfeld und die Stadt ausstrahlt. Das Thema Kühlung ist ganz klar eine soziale Frage.“

Das Wissen, dass das Grün auf Stadt- und Quartiersebene ausstrahlt und das Klima nicht an der Parzellengrenze endet, ist auch Teil der DNA der IBA_Wien. Das Quartier Seebogen in der Seestadt Aspern fungiert als Experimentierfeld für die Stadt von morgen und beinhaltet gleich mehrere IBA-Projekte. Zum Beispiel die Schwammstadt: Deren Prinzip sorgt dafür, dass Bäume auch bei großer Hitze und langer Trockenheit ausreichend mit Wasser versorgt sind.

Ermöglicht wird das durch ein System, bei dem unterhalb der befestigten Oberflächen im Straßenraum ausreichend Schotterkörper zur Speicherung von Regenwasser geschaffen werden. Hier wird die Stadt buchstäblich zum Forschungslabor: Da dieses System unter den klimatischen und meteorologischen Bedingungen im Nordosten von Wien noch nicht erprobt ist, wird die Umsetzung sorgfältig begleitet und ausgewertet…

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