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Die Zukunft des Zusammenlebens

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Die Zwischenpräsentation der IBA_Wien 2022 lieferte im September und Oktober 2020 trotz erschwerter Bedingungen eine Fülle von Antworten auf die Frage: „Wie wohnen wir morgen?“
MAIK NOVOTNY

Es ist kein einfaches Jahr für Veranstaltungen, und auch die Internationale Bauausstellung IBA_Wien 2022 – Neues soziales Wohnen bliebt nicht von den Unwägbarkeiten der Covid-19-Pandemie verschont. Die für April geplante Zwischenpräsentation musste in den Herbst verschoben werden, und auch im Herbst musste sie auf die zahlreichen und schrittweisen Beschränkungen flexibel reagieren. Doch trotz erschwerter Bedingungen wurde sie mit viel Engagement erfolgreich über die Bühne gebracht.

Die Frage „Wie wohnen wir morgen?“, die als Überschrift und Leitthema der Ausstellung im WEST und ihres Begleitprogramms fungierte, erfuhr durch die unmittelbaren räumlichen Auswirkungen der Pandemie eine neue und zusätzliche Dringlichkeit. Antworten auf diese Frage wurden vor Ort bei Führungen und Diskussionen gesucht, vom Sonnwendviertel im 10. Bezirk bis zum Projekt Pocket Mannerhatten im 16. Bezirk.

Die in Kooperation mit dem Az W schon etablierte Veranstaltungsreihe „IBA meets Architects“ fügte dem Programm ein Highlight hinzu, das französische Duo Lacaton Vassal präsentierte seine radikalen Lösungen für leistbares Wohnen bei räumlicher Großzügigkeit, beispielhaft im Projekt Grand Parc Bordeaux, der Renovierung und Erweiterung eines Wohnblocks aus den 70er Jahren ohne Verdrängung der Bewohner, das 2020 mit dem EU Mies Award ausgezeichnet wurde.

Kontinuität der Innovation

Wolfgang Förster, früherer Leiter der Wohnbauforschung und „Erfinder“ der IBA_Wien, öffnete das historische Fenster buchstäblich weit bei der Präsentation seines Buches „2000 Jahre Wohnen in Wien – eine Geschichte des gemeinschaftlichen Wohnens“. Darin wird das Wohnen vom keltischen Oppidum über das römische Vindobona, die Barock- und Industriestadt, das Rote Wien und die Nachkriegszeit bis zum Wohnquartier der Zukunft als Sozialgeschichte erzählt und illustriert, und so die Kontinuität der menschlichen Behausungen über die reine Gegenwart hinaus deutlich gemacht.

Auch die IBA_Wien wird dadurch eingeordnet als eine logische Fortsetzung dieser Kontinuität der Innovation im Wohnbau, die in Wien im Laufe der Geschichte meist von öffentlicher Seite ausging. Der Paradigmenwechsel „less aesthetics, more ethics“ begünstigt laut Förster die Entwicklung zu einem Wohnbau, der integrativ, leistbar ist und als „Schule der Demokratie“ fungiert.

Ein weiterer Höhepunkt: Das IBA-Symposium am 23. und 24. September, bei dem auch die internationalen Partnerstädte der IBA geladen waren – situationsbedingt nur in digitaler Form. Am ersten Tag lag der Fokus auf der Quartiersentwicklung, ein zentrales Thema der IBA mit den Projekten Wolfganggasse, Quartier „Am Seebogen“, Berresgasse, Quartier An der Schanze, Quartiershäuser Sonnwendviertel und Per-Albin-Hansson-Siedlung.

Internationaler Vergleich

Der internationale Vergleich im Schnelldurchlauf erwies sich als spannendes Gegenwarts-Update…

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