Beim Jahresauftakt der Arbeitsgemeinschaft Kölner Wohnungsunternehmen (köln ag) hat der Vorsitzende Rouven Meister auf die angespannte Lage am Kölner Wohnungsmarkt hingewiesen und die Rolle der sozial orientierten Wohnungswirtschaft betont. Die 57 Unternehmen der Kölner Wohnungswirtschaft – darunter auch die GAG – zählen 190.000 Wohnungen in Köln und Umgebung zu ihrem Bestand: Jede vierte Mietwohnung ist damit eine Wohnung eines köln ag-Mitglieds.
„Steigende Wohnkosten, stagnierender Neubau und hohe Baukosten stellen weiterhin große Herausforderungen dar“, informierte Meister. Die durchschnittliche Nettokaltmiete lag 2025 bei den Unternehmen der köln ag bei 7,89 Euro pro Quadratmeter. Die Neuvertragsmiete (berücksichtigt sind sowohl Verträge für Neubauten als auch für Bestandsimmobilien) lag bei 10,52 Euro – deutlich unter dem freien Markt. Trotz schwieriger Rahmenbedingungen investierten die Unternehmen nach eigenen Angaben im letzten Jahr rund 785 Millionen Euro in Neubau, Modernisierung und Instandhaltung. „Die Mieten sind im Durchschnitt nur um drei Prozent – in Zahlen ausgedrückt um 23 Cent pro Quadratmeter – gestiegen. Auf den ersten Blick ist das eine gute Nachricht, aber wir müssen sehen, dass auf Dauer bei solchen Mietpreisen Bestandssanierung schwierig wird“, so Meister.
Grundsteuer und Gebühren: Mehrkosten von 62 Euro pro Jahr
Besonders kritisch sieht die köln ag die wachsende Belastung der sogenannten „zweiten Miete“. Die jüngste Erhöhung der Grundsteuer sowie gestiegene Gebühren für Müll, Abwasser- und Straßenreinigung führten laut Meister bei einer Wohnung mit durchschnittlich 67 Quadratmetern zu Mehrkosten von rund 62 Euro pro Jahr. „Nur wenn Energie- und Betriebskosten bezahlbar bleiben, ist Wohnen sozial verträglich“, so die Überzeugung von Meister.
Aktuelle Zahlen der Stadt Köln unterstreichen nach Ansicht der köln ag die Zuspitzung der Marktlage: Bereits 32,5 Prozent des Haushaltsnettoeinkommens fließen im Durchschnitt in die Bruttokaltmiete, bei Haushalten mit weniger als 2.000 Euro Einkommen sogar 47 Prozent. Gleichzeitig kamen Im Jahr 2024 netto nur 1.547 Neubauwohnungen hinzu – so wenige wie seit 1990 nicht mehr. 706 Neubauwohnungen wurden nach Angaben von Rouven Meister im Jahr 2025 von Mitgliedsunternehmen der köln ag realisiert. „Die sozialorientierte Wohnungswirtschaft ist damit ein entscheidender Faktor für den gesellschaftlichen Zusammenhalt in Köln“, betonte Meister.
80 Prozent der Kölner leben nach städtischen Angaben in Mehrfamilienhäusern
„Der Neubau von Mehrfamilienhäusern, zentrales Thema für bezahlbares Wohnen, bleibt deutlich hinter dem Bedarf zurück. 80 Prozent der Kölner leben nach städtischen Angaben in Mehrfamilienhäusern. Zwar wurde die NRW-Wohnraumförderung bis 2027 auf 12 Milliarden Euro aufgestockt, doch hohe Baukosten, zusätzliche technische Standards und die Vergabe städtischer Grundstücke im Erbbaurecht erschweren weiterhin wirtschaftliche Projekte“, informiert Meister. Bedingt durch die steigende Zahl von Studenten und älteren Menschen werde jede zweite Wohnung von nur einer Person bewohnt.
Positiv wertete Meister, dass das Thema Wohnungsbau mit dem sogenannten „Bauturbo“ wieder stärkere Aufmerksamkeit bekomme. Die Teilnahme an der städtischen Initiative „Köln baut bezahlbar | Wohnen für alle“ und die Mitwirkung im neu zusammengesetzten Wohnungsbauforum stehen genauso auf seiner Tagesordnung wie die weitere Zusammenarbeit mit Haus und Grund, BFW NRW und Wohnungsbau Initiative Köln in der „Allianz für mehr bezahlbaren Wohnraum“.
Neben Markt- und Baufragen hob Meister auch die Bedeutung der Branche als Arbeitgeber hervor: Aktuell bilden die Mitgliedsunternehmen der köln ag 100 Auszubildende aus.
Quelle: Köln ag



