Der Klimawandel und die Folgekosten am Beispiel Niedersachsens

Die Klimaschutz- und Energieagentur Niedersachsen (KEAN), das Niedersächsische Kompetenzzentrum Klimawandel (NIKO) des Niedersächsischen Ministeriums für Umwelt, Energie und Klimaschutz und der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) haben eine Kooperation gestartet, um die Folgekosten des Klimawandels in Niedersachsen sichtbar zu machen. Die Darstellung der finanziellen Auswirkungen des Klimawandels soll Transparenz schaffen und eine fundierte Grundlage für Investitionen in den Klimaschutz und die Klimaanpassung bieten.

Extreme Wetterereignisse und steigende Temperaturen verursachen im Zuge des fortschreitenden Klimawandels immer häufiger nicht nur ökologische, sondern auch wirtschaftliche Herausforderungen. Schäden an Gebäuden und Infrastruktur infolge von Wind- und/oder Hochwasserereignissen, höhere Aufwendungen für den Gesundheitsschutz oder die Sicherung der Wasserversorgung sind nur einige Folgekosten des Klimawandels, welche die öffentlichen und privaten Haushalte zunehmend belasten.

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Deutlich wurde dies beispielhaft im Jahr 2017, als der Landkreis Goslar von einem Hochwasserereignis betroffen war.  Etwa 4,5 % aller Gebäude im Landkreis wurden dabei beschädigt – durchschnittlich entstanden Schäden von fast 30.000 EUR an den betroffenen Gebäuden.

Transparente Darstellung der Folgekosten des Klimawandels

Um die wirtschaftlichen Auswirkungen durch Klimawandelfolgen greifbar zu machen und fundierte Entscheidungen in Politik, Verwaltung und Wirtschaft auch im Hinblick auf notwendige Investitionen in Klimaschutzmaßnahmen zu ermöglichen, haben die KEAN, das NIKO sowie der GDV nun eine Kooperationsvereinbarung unterzeichnet. Auf Basis vorhandener Daten werden die wirtschaftlichen Auswirkungen von Klimafolgen erstmals transparent und räumlich dargestellt.

In dem Projekt bündeln die Partner ihre jeweiligen Expertisen: Der GDV liefert Daten aus dem Naturgefahrenreport zu. Das NIKO bereitet Klimadaten des Deutschen Wetterdienstes sowie Daten zu Klimawandelschäden im Umweltbereich auf. Die KEAN analysiert klimawandelbedingte Schäden in den Bereichen private Haushalte, Lieferketten und Infrastruktur und ist für die Aufbereitung, Darstellung und Interpretation der Daten verantwortlich. Die Ergebnisse sollen unter anderem in Form eines interaktiven Kartenwerkzeugs zur Verfügung gestellt werden.

Ziel der Kooperationsvereinbarung ist die Schaffung einer Datengrundlage zur Visualisierung der externen Kosten durch Klimawandelfolgen in Niedersachsen. Die Aufschlüsselung der finanziellen Auswirkungen der Klimafolgeschäden soll Transparenz schaffen und aufzeigen, dass frühzeitige Investitionen in Klimaschutz und Anpassung gesellschaftlich notwendig sind und langfristig wirtschaftliche Vorteile bringen“, so Daniel Farnung, Geschäftsführer der KEAN.

Lena Hübsch vom NIKO ergänzt: „Prävention ist deutlich günstiger als spätere Schadensbewältigung – und sie schützt unsere Lebensqualität. Wenn wir uns frühzeitig an die Folgen des Klimawandels anpassen und präventive Klimaschutzmaßnahmen ergreifen, können wir Niedersachsens Resilienz steigern und uns zukunftsfest aufstellen.“

Oliver Hauner vom GDV betont: „Klimafolgekosten sichtbar zu machen, ist der erste Schritt, um fundierte Entscheidungen für eine resilientere Zukunft treffen zu können. Gleichzeitig wird deutlich: Klimaschutz ist nicht nur eine ökologische, sondern auch eine ökonomische Notwendigkeit.“

Raphael Stock

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