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Selbst aktiv werden und präventiv Schäden durch lecke Wasserleitungen in den Wohngebäuden verhindern, statt auf optimale Versicherung mit niedrigen Prämien und hoher Deckung zu setzen

1,1 Millionen Schäden an Wasserleitungen in Wohngebäuden im Jahr 2020. Die Schadenshöhe der entdeckten und gemeldeten Leckagen betrug 3,3 Milliarden Euro, eine Milliarde mehr als 2015. Die Tendenz ist steigend. Warum ist das so? Wo liegen die Gründe? Wer muss aktiv werden? Welche Auswege gibt es? Was ist zu tun? 2016 hatte Hartmut Rösler, Geschäftsführer AVW Unternehmensgruppe, dem führenden Versicherungsspezialist für die Wohnungswirtschaft, das Forum Leitungswasser angeschoben.

Wir haben ihn, Stefan Schenzel von AVW und Siegfried Rehberg, Helmut Asche vom Team FORUM LEITUNGSWASSER zum Gespräch gebeten. Sie arbeiten seit 2017 mit Experten aus der Wohnungswirtschaft und dem Gesamtverband der Versicherer an Lösungen. Die Fragen stellte Chefredakteur Gerd Warda.

Die Schlagworte: Klimaschutz, Nachhaltigkeit und Bezahlbarkeit stehen seit einigen Jahren neben anderen Themen auf der Agenda, wenn es ums Wohnen geht. Jetzt, nach der Bundestagswahl und zu den Gesprächen der Bildung einer neuen Regierung, rücken die Drei ganz ins Rampenlicht, hinzu kommt noch die Digitalisierung. Herr Rösler, Sie haben 2016 das Forum Leitungswasser angeschoben. 2017 hat das Forum dann mit den technischen Entscheidern der Wohnungswirtschaft und führenden Experten der Schadensverhütung die Arbeit aufgenommen. Was war Ihre Intention?

Als führender Versicherungsspezialist haben wir die Situation in der Gebäudeversicherung täglich vor Augen. Bundesweit jährlich über eine Million Leitungswasserschäden mit einer Schadenssumme von rund drei Milliarden Euro, die stetig kräftig ansteigt. Da kann man abwarten, solange die Bestände versicherbar sind oder präventiv handeln. Für Letzteres haben wir uns entschieden.

Denn unsere Aufgabe liegt darin, unseren Kunden verlässliche Grundlagen an die Hand zu geben, um die vorhandenen Immobilienwerte vor den finanziellen Folgen nicht vorhersehbarer Risiken zu schützen. Die Leitungswasserschäden sind bundesweit ursächlich für rund 60 % der (Gebäude-)Versicherungskosten. Deshalb wirkt sich Schadenprävention natürlich mittelfristig auch positiv auf die Versicherungskosten aus. Kurzfristig ist zudem jeder vermiedene Leitungswasserschaden auch eine vermiedene Mieterstörung.

Hartmut Rösler

Wie erfolgte die Umsetzung?

Wir haben uns zuerst gefragt: Was steckt hinter diesen Zahlen. Greift das Pareto-Prinzip, wo liegt die Grenznutzungsdauer der wasserführenden Anlagen, in welcher Lebensphase konzentrieren sich welche Schadenursachen? Und viele Fragen mehr.

Es wurde das Forum Leitungswasser ins Leben gerufen, in Anlehnung an den Ausschuss Leitungswasser beim Gesamtverband der deutschen Versicherungswirtschaft (GDV), der sich bereits langjährig unter Leitung von Dr. Georg Scholzen mit dem Thema befasste – allerdings nur für die Mitgliedsunternehmen, nämlich die Versicherer.

Siegfried Rehberg und Helmut Asche, bekannte Protagonisten aus der Wohnungswirtschaft, übernahmen deshalb mit Herrn Dr. Scholzen die Leitung unseres Forums und organisierten regelmäßige Workshops für technische Entscheider und führenden Experten der Schadensverhütung. Mit dem Ziel, das jahrelange Schaden-Know-how in der Wohnungswirtschaft präventiv nutzbar zu machen.

Hartmut Rösler

Herr Rehberg, blicken wir mal zurück ins Jahr 2017, zum ersten Workshop. Wie war die Resonanz? Welche Erwartungen hatten die Teilnehmer?

Die Versicherer beschäftigten sich seit 10 Jahren mehr oder weniger erfolglos mit der Minderung der Kosten von Leitungswasserschäden. Sie hatten es bisher kaum geschafft, die eigentlichen Akteure der Wohnungswirtschaft zu erreichen. Die AVW erkannte das Defizit. Die Teilnehmer aus den Wohnungsunternehmen freuten sich, auf Einladung der AVW in den Workshops ihre Erfahrungen einzubringen.

Im Austausch der Kolleginnen und Kollegen mit den Experten aus dem Kreis der Versicherer und des Handwerks wurden gemeinsam praxisgerechte Vorschläge zur Schadenprävention erarbeitet und in dem TECHNISCHEN LEITFADEN der AVW zusammengefasst.

Siegfried Rehberg

Herr Asche, Sie waren ja über 20 Jahre in technisch leitender Position in der Wohnungswirtschaft tätig und Sie haben maßgeblich das Forum Leitungswasser mit Siegfried Rehberg begleitet. Blicken wir mal auf die Werte. Wie spielten und spielen Begriffe, wie „präventiv“, nachhaltig, ressourcenschonend, damals und heute eine Rolle?

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