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Mutige Pioniere im Quartier

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Die Quartiershäuser und Baugruppen sind wichtige Bausteine im neuen Sonnwend- viertel nächst dem neuen Wiener Hauptbahnhof. Entscheidend für ein gedeihliches Miteinander ist die Nutzung des Erdgeschosses, wie ein Lokalaugenschein vor Ort zeigt.
MAIK NOVOTNY

Kleine Kinder krabbeln und rennen über die Straße, daneben sitzen zwei junge Frauen und ein Mann in der Sonne im Café, vor dem kleinen Gemüseladen herrscht Einkaufstrubel, auf dem soeben eröffneten Jugendspielplatz ist die Jugend bereits zahlreich am Spielen, wenige Meter daneben staubt die Baustelle.

Das Sonnwendviertel II (der offizielle, sperrige Name „Wohnen am Helmut-Zilk-Park“ hat sich wie erwartet nicht durchgesetzt) ist noch nicht fertig, aber schon sehr lebendig. Das perfekte Setting für einen Praxis-Check von WohnenPlus und der Wohnen Plus Akademie, der sich unter dem Titel „Das Wohnhaus als Begegnungszone“ der Frage widmete, welche Rolle nutzungsintensiv programmierte Wohnbauten bei der Entstehung eines Quartiers spielen können.

Denn schließlich war genau dies die Rolle, die das kooperative Verfahren den Quartiershäusern zugedacht hatte. Die ersten Wohnungen wurden 2018 bezogen, inzwischen ist das halbe Viertel besiedelt. Wie erfolgreich sind die Nutzungen der Erdgeschosszonen, die hier – im Gegensatz zum Sonnwendviertel I – mehr als Müllraum, Fahrräder, Kinderwägen und Tiefgaragenabfahrten beherbergen sollten?

Agora der Vielfalt

„Es ist uns ein großes Anliegen, die Idee der Brückenfunktion aufzunehmen und durch eine Agora der Vielfalt zu ergänzen“, so die Bewohner der Baugruppe Gleis21, das mit seinen 34 Wohnungen eine zentrale Rolle im Quartier spielt.

„Gleis21 war von Anfang an eine sehr reife und engagierte Gruppe“, resümiert Senka Nikolic, Prokuristin der Schwarzatal, die inzwischen zwölf Baugruppenprojekte realisiert hat. Markus Zilker von den ebenfalls baugruppen-erfahrenen einszueins Architekten, die das Projekt umgesetzt haben, stimmt zu und deutet stolz auf die Dachlandschaft: Terrassen, Gemeinschaftsraum, Bibliothek, Kinderspielraum, Sauna.

„Ein Dachschlaraffenland“, nennt es der Architekt, betont aber im selben Atemzug, dass all diese Nutzungen auch deshalb hier oben angesiedelt sind, damit das Erdgeschoss für öffentlichkeitswirksame Nutzungen frei bleiben kann. Veranstaltungssaal, Kino-Theater, Büroräumlichkeiten, und Freiraum ohne jeden Zaun. „Baugruppen können wirklich so etwas wie der Germ der Stadtentwicklung sein“, sagt Michael Kerbler, Gleis21-Gründungsmitglied.


Auch der Freiraum, das sieht man von hier oben bestens, hält das Quartier zusammen. Da half es, dass das Büro Yewo Landscapes schon frühzeitig ein präzises Konzept für das gesamte Sonnwendviertel II erstellen konnte. Mit vereinten Kräften gelang es den Neu-Bewohner dann auch, die autofreie Bloch-Bauer-Promenade gegen motorisierte Begehrlichkeiten zu verteidigen. Und deshalb dürfen die vielen Kinder heute auf der Straße frei herumwirbeln…

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