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Immobilienkongress an der HfWU – Oliver Lang: Der „Rohstoff Grips“ werde immer wertvoller.

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Das diesjährige Jubiläum der immobilienwirtschaftlichen Studiengänge an der Hochschule für Wirtschaft und Umwelt in Geislingen wirkt nach: der 19. Immobilienkongress stand ganz im Zeichen des 20. Geburtstags. Ihr Reifezeugnis stellten sich die Studiengänge selbst aus: Absolventen aus frühen Zeiten sind inzwischen als Redner vor das Fachpublikum und die Studierenden geladen.

Mehr als 1300 junge Menschen haben seit seiner Gründung den Studiengang Immobilienwirtschaft an der HfWU absolviert. Einer davon ist Oliver Lang. 2005 hatte er sein Studium in Geislingen beendet, heute arbeitet er für ein globales Immobiliendienstleistungsunternehmen in Frankfurt. Wie man von der „HfWU in den Traumjob“ kommt, schilderte er anhand der ständigen Veränderungen in der Arbeitswelt. Ein Patentrezept gebe es nicht, aber seine alte Hochschule biete alles an Voraussetzungen, um beim Weg in den Beruf Erfolg zu haben. Allein die Digitalisierung sorgt dafür, dass die Erwartungen an die Mitarbeiter von Morgen exponentiell steigen. Der „Rohstoff Grips“ werde immer wertvoller. Veränderungsbereitschaft, Tiefgang, Umgang mit Freiheitsgraden und die Fähigkeit die Dinge zu Ende zu denken sind für Oliver Lang entscheidende Fertigkeiten, die gerade das Studium vermittelt. Es gebe in dieser Entwicklung unendliche Möglichkeiten und Grenzen für die Absolventen von heute: „Entscheiden tut am Ende der Mensch“.

Zwei weitere Absolventinnen, Julia Graf und Simone Bischoff, boten streng fachlichen Inhalt. Sie analysierten die schwierige Lage von Handel und Gewerbe, die trotz steigenden Umsatzzahlen zu kämpfen hätten. Der Online-Handel boomt, große Shopping-Zentren kämpfen mit Anreizen, Events und Aktionen um Kunden, und die Händler in den mittelgroßen Städten sind samt der Kommunen die Verlierer. Geislingens Oberbürgermeister Frank Dehmer hörte von den beiden Handelsgewerbeexpertinnen, dass dieser Flucht der Händler in Städten zwischen zwanzig und einhunderttausend Einwohnern nur mit Tourismusattraktionen beizukommen sei. Was wirklich boomt seien Bahnhofverkäufe und Outlet Center.

Dehmer selbst hatte zu Beginn in seinem Grußwort vor allem fehlenden Wohnraum als die große Herausforderung für die Kommunen bezeichnet. Der zu begegnen sei auch deshalb schwierig, da in der Bevölkerung selbst eine hohe Sensibilität gegenüber neuen Baugebieten herrsche.

Bund lasse Kommunen allein

Gerhard Lipka, der die freien Wohnungsunternehmen in Baden-Württemberg vertritt, sieht noch weitere Probleme: Der Bund lasse die Kommunen bei der Bewältigung des Problems weitgehend allein. Mietpreisbremse, Baukindergeld und Förderprogramme reichten nicht, um dem Mangel an bezahlbarem Wohnraum zu begegnen. Der Bund drücke sich davor, mit Bürgerthemen umzugehen. So würden Fördermittel ausgeschüttet, statt die Grunderwerbsteuer zu senken. Der Leiter der Veranstaltung und Studiendekan Immobilienwirtschaft, Professor Dr. Dieter Rebitzer, zog daraus den Schluss, dass „dieses Kernthema noch immer nicht bei den Spitzen der Politik angekommen ist“.

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