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Zukunftsvisionen der Lebensqualität

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Die Internationale Bauausstellung IBA_Wien 2022 widmet sich dem Thema „Neues soziales Wohnen“. Unsere Serie stellt schon 2019 die IBA und ihre Projektkandidaten vor. Den Auftakt macht die Biotope City.
MAIK NOVOTNY

Seit über 100 Jahren gibt es Internationale Bauausstellungen – ein so erfolgreiches wie leicht irreführendes Label. Denn strenggenommen handelt es sich bei den IBA nicht um Ausstellungen in Messehallen, sondern um tatsächliche, reale Bauten unter freiem Himmel. Ziel der IBA ist es seit jeher, neue Ideen für Städte und Häuser zu präsentieren, insbesondere für den Wohnbau. Die Wiener Werkbundsiedlung 1932 war zwar keine IBA, folgte aber demselben System. In der Nachkriegszeit legten die IBA eine Pause ein, bis sie in den letzten Jahrzehnten wieder aufgenommen wurden und sich in jüngsten Jahren geradezu ein IBA-Boom entwickelte. Eine kurze Übersicht der Highlights: Die IBA Berlin 1984 bis 1987 war ein Meilenstein für die behutsamen Stadterweiterung, die IBA Emscher-Park 1989 bis 1999 für die Umstrukturierung des industriellen Ruhrgebiets. Die IBA Hamburg (2006 bis 2013) bündelte Wohnbau-Initiativen und Stadtentwicklung.

Auch Wien bekommt eine Internationale Bauausstellung, die IBA_Wien 2022 mit dem Leitbild „Neues soziales Wohnen.“ Der Startschuss erfolgte bereits 2016 (siehe Infobox zur Timeline) auf Initiative von Wolfgang Förster, damals Leiter der Wohnbauforschung in der MA 50, und des damaligen Wohnbau-stadtrats und heutigen Bürgermeisters Michael Ludwig.

Fixe Kandidaten

Koordinator Kurt Hofstetter zum aktuellen Status: Die IBA-Kandidaten für 2022 stehen heute schon nahezu alle fest und werden noch in diesem Jahr offiziell präsentiert. Sobald sie umsetzungsreif sind, erfolgt die Ernennung zum offiziellen IBA-Projekt. Parallel dazu tragen Veranstaltungen wie die schon etablierten IBA-Talks die Diskussion in die Öffentlichkeit. Die Bauträger sind, so Kurt Hofstetter, ein wesentlicher Faktor für den Erfolg der IBA – und die IBA ein Faktor für den Erfolg der Bauträger.

„Innovationen entstehen oft im Zusammenwirken vieler Akteure“, erklärt Kurt Hofstetter. „Das Vier-Säulen-Modell des geförderten Wohnbaus bietet dafür einen soliden und bewährten Rahmen. Es liegt natürlich im Interesse der Bauträger, für die Menschen leistbaren und hochwertigen Wohnraum in gut ausgestatteten Stadtquartieren zu entwickeln. Die Rahmenbedingungen dafür sind teilweise sehr starken Veränderungen unterworfen, sei es der Kostendruck, die zunehmende Komplexität in den Entwicklungsprozessen oder die permanent erforderliche Anpassung an neue Lebensstile und Arbeitssituationen der Bevölkerung.

Die dabei entstehenden neuen Lösungen und Angebote müssen sichtbar gemacht werden, damit sie vom einsamen Leuchtturmprojekt zu einem leuchtenden Vorbild werden können, das vielen anderen Menschen zu Gute kommen kann.“

Vorbild-Wirkung

Im Rahmen der IBA_Wien 2022 werden die dabei herausragenden Projekte und Prozesse sowohl national als auch international als Vorbilder für künftige Entwicklungen präsentiert.
Grund genug für WohnenPlus, in jeder der vier Ausgaben 2019 einen oder mehrere der IBA-Kandidaten vorzustellen. Passend zum Heftthema mit dem Schwerpunkt auf Ökologie und Klimaschutz ist das erste die Biotope City auf den ehemaligen Coca-Cola-Gründen am Wienerberg im 10. Bezirk. (mehr zum Projekt auf den Seiten 10 bis 14).

Dieses Entwicklungsgebiet basiert auf dem Leitbild der von Stadtplanerin Helga Fassbinder gegründeten niederländischen Stiftung Biotope City und wurde noch gemeinsam mit dem 2016 verstorbenen Harry Glück, dem Architekten des Wohnparks Alt-Erlaa, entwickelt. Die Biotope City verfolgt das Ziel, auch in einer verdichteten Stadt Antworten auf die Erfordernisse des Klimawandels zu finden: Eine Reduzierung der Hitzebelastung, eine höhere Biodiversität, mehr Grün im Wohnumfeld und ein intelligentes Regenwassermanagement sind nur einige der Aspekte, die hier realisiert werden. Neben einem diversen Angebot aus insgesamt rund 1.000 Wohnungen, sowohl geförderten als auch freifinanzierten, inklusive Smart- und betreute Wohnungen, Gemeinschaftseinrichtungen, einer Schule und einem Kindergarten sind auch Bürohäuser in Bau, um eine städtische Durchmischung zu erreichen.

Komplexe Lösungen

Ein interdisziplinäres Team entwickelte schon zu Beginn einen Qualitätenkatalog für Bebauung und Begrünung. Die Auslobung des Wettbewerbs für das Quartier erfolgte durch die
Gesiba in Kooperation mit Wien Süd und Mischek/Wiener Heim, inzwischen drehen sich schon die Kräne am Wienerberg. Die Übergabe der ersten Wohnungen ist für Sommer 2019 anvisiert, insgesamt sieben Bauträger sind hier involviert. Insbesondere die gesamtheitliche, bauplatzübergreifende Umsetzung der ökologischen Ziele ist hier bemerkenswert.

Was macht die Biotope City für die IBA zu einem würdigen Kandidaten? „In der Biotope City arbeiten Bauträger, Planer, Experten der Universität und innovative junge Unternehmen gemeinsam an komplexen Lösungen für die Zukunft, um auch in Zeiten des Klimawandels optimale Voraussetzungen für das Wohnen und Arbeiten in der Stadt zu schaffen“, freut sich Kurt Hofstetter…

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