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Community aus der Steckdose – (E-)Carsharing im Wohnbau

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Der Elektromobilität gehört die nähere Zukunft. Wollen wir die für 2030 angepeilten Klimaziele in Österreich erreichen, muss bis dahin die Hälfte der Fahrzeuge mit elektrischem Antrieb ausgestattet sein.
DANIELA FIEDLER,
RAIMUND GUTMANN,
LUKAS OBERHUEMER*

Selbst wenn es 2030 die vom Umweltbundesamt errechneten zwei Millionen Elektroautos auf unseren Straßen geben sollte, würden die Klimaziele verfehlt – so die Verkehrsforschung. Daher stehen neben der Lösung technischer und ökonomischer Herausforderungen wie Batterieleistung und damit Reichweite, Ladestellplätze und Kaufpreis, vor allem auch weitreichende Veränderungen beim Nutzerverhalten selbst und soziale Aspekte im Vordergrund. E-Carsharing stellt dabei einen zukunftsorientierten Baustein dar, insbesondere wenn ein „Community“-Ansatz die Basis bildet.

Ein zukunftsorientiertes und bedarfsgerechtes Carsharing-Angebot in einer Wohnanlage können sich viele noch nicht wirklich vorstellen. Auch Bauträger sind noch eher skeptisch. Erfahrungen mit organisiertem (Elektro-)Carsharing gibt es jedoch in Österreich bereits genug – wie z. B. in der „Autofreien Mustersiedlung“ in Wien oder Projekte des Anbieters „caruso“ in Vorarlberg zeigen. Die Projekte werden sehr unterschiedlich bewertet. Ein Selbstläufer ist das (E-)Carsharing in Wohnanlagen jedenfalls noch nicht.

Mehrgeschossige Wohnanlagen stellen ein großes Potenzial für die Umsetzung von veränderungsstimulierenden Mobilitätsmaßnahmen dar. Allein im Besitz gemeinnütziger Bauvereinigungen stehen in Österreich über 70.000 Gebäude mit weit über einer halben Million Wohnungen. Als Zielgruppe bzw. Multiplikatoren müssen daher die Wohnbauträger und ihre Hausverwaltungen angesprochen werden. Diese müssen für die Potenziale und Möglichkeiten von E-Carsharing in ihren Wohnhausanlagen sensibilisiert werden. Umgekehrt ist es das Ziel, dieses Feld an potenziellen Kunden für Anbieter von E-Mobilität zu öffnen und damit weitere Mobilitätsangebote zu schaffen.

Das ambitionierte Ziel muss daher sein, dass Elektromobilität generell und E-Carsharing zu Standardbausteinen in allen Wohnanlagen werden. Mittelfristig könnte das über den Trend des „Sharing“ von Elektrofahrzeugen erreicht werden, wenn es zugleich gelingt, auch das Nutzerverhalten zu ändern. Das bedeutet, öffentliche Verkehrsmittel zu forcieren und auf ein eigenes (Zweit-)Auto soweit möglich, zu verzichten.

Plattform „Veränderung bewegen“

„Elektromobilität in der Praxis 2018“ lautet eine Ausschreibung des Klima- und Energiefonds. Ziel des laufenden Programms ist die Förderung der Elektromobilität als Beitrag zur Umsetzung der Klima- und Energiestrategie 2030. Schwerpunkte sind Bewusstseinsbildung und Maßnahmen zur Beschleunigung der Marktdurchdringung von E-Autos. wohnbund:consult in Kooperation mit ÖGUT und VCÖ setzt 2019 ein Projekt des Programms um: „Veränderung bewegen. E-Carsharing in Wohnhausanlagen bringen“. Im Rahmen einer B2B-Kommunikationsstrategie sollen vor allem Wohnbaugesellschaften auf mehreren Ebenen für die Potenziale von E-Carsharing sensibilisiert und zu einer Umsetzung motiviert werden. Der besondere Schwerpunkt liegt auf Wohnanlagen mit bevorstehenden Veränderungen wie Sanierungen und/oder Nachverdichtungen sowie auf Neubauvorhaben. E-Carsharing als zukunftssicheres, alternatives Mobilitätsangebot soll den Menschen direkt im unmittelbaren Wohnumfeld angeboten werden.

„Community“ als Schlüssel

Dort, wo Veränderungsprozesse bereits in Gang sind und Neues entsteht, wird von der Forschung großes Potenzial gesehen. Als Beispiele können Sanierung und Nachverdichtung von Wohnanlagen, aber auch die Entwicklung und soziale Programmierung von Neubau genannt werden. Für den Erfolg von Mobilitätsmaßnahmen, insbesondere von Carsharing, sind jedoch die Akzeptanz der Zielgruppe und das Nutzerverhalten entscheidend, und das sind die Bewohner einer Hausgemeinschaft bzw. Community.

Ein community-basiertes Mobilitäts- projekt wie das (E-)Carsharing kann zu einer besseren Nachbarschaft und zu einer höheren Wohnzufriedenheit beitragen. „Neue Mobilität“ kann auch nur dann nachhaltig sein, wenn Maßnahmen und Investitionen vermieden werden, die nicht angenommen oder eigentlich gar nicht benötigt werden. Bei einem community-basierten Mobilitätsangebot sollten die Nutzer proaktiv in das Projekt eingebunden werden: sie können Fahrzeugpatenschaften übernehmen, Einschulungen für Interessierte vornehmen oder durch Kontakte in der Nachbarschaft und im Grätzel die „Werbetrommel rühren“.

Pilotprojekt „Zukunft Wohnen“

Im Jahr 2017 wurde in der Großwohnanlage des Bauträgers BWSG in der Hauffgasse 37-47 in Wien-Simmering mit 500 Mietwohnungen ein community-basiertes E-Carsharing gestartet. Hintergrund ist zum einen die umfassende Sanierung mit Aufstockung und zum anderen eine EU-Förderung im Rahmen des Programms „Smarter together – Gemeinsam g’scheiter“…

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