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	<title>Nachbarschaft Archive - Wohnungswirtschaft</title>
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	<description>Fakten und Lösungen für Profis, Wohnungswirtschaft, Fachmagazin</description>
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	<title>Nachbarschaft Archive - Wohnungswirtschaft</title>
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		<title>Einfach unterirdisch &#8211; Streitfälle um Erdboden, Leitungsverlegung und Baugruben</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Gerd Warda]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 03 Mar 2026 19:09:47 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[technik.]]></category>
		<category><![CDATA[Grundstück]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Bauarbeiten streben nicht immer nur in die Höhe, sondern zwangsläufig auch in die gegenteilige Richtung. Wenn Leitungen verlegt und Baugruben ausgehoben werden müssen, dann kommt es dabei immer wieder zu einem Rechtsstreit. Der Infodienst Recht und Steuern der LBS hat einige Urteile deutscher Gerichte zu dieser Thematik gesammelt. Fremde Stromleitung über mein Grundstück – geht [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://wohnungswirtschaft-heute.de/einfach-unterirdisch-streitfaelle-um-erdboden-leitungsverlegung-und-baugruben/">Einfach unterirdisch &#8211; Streitfälle um Erdboden, Leitungsverlegung und Baugruben</a> erschien zuerst auf <a href="https://wohnungswirtschaft-heute.de">Wohnungswirtschaft</a>.</p>
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<p>Bauarbeiten streben nicht immer nur in die Höhe, sondern zwangsläufig auch in die gegenteilige Richtung. Wenn Leitungen verlegt und Baugruben ausgehoben werden müssen, dann kommt es dabei immer wieder zu einem Rechtsstreit. Der Infodienst Recht und Steuern der LBS hat einige Urteile deutscher Gerichte zu dieser Thematik gesammelt.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Fremde Stromleitung über mein Grundstück – geht das?</h2>



<p>Ein Eigentümer, der die Inanspruchnahme seines Grundstücks durch einen Nachbarn durch unterirdisch verlegte Stromleitungen jahrzehntelang gestattet hat, verliert durch dieses Verhalten nicht automatisch das Recht, dies zu widerrufen. </p>



<p>Hier hatte bereits ein Voreigentümer das Verlegen der Leitungen in einer Siedlung von Wochenendhäusern gestattet, der Nachfolger wollte das nach einer gewissen Zeit nicht mehr dulden und konnte sich vor dem <strong>Bundesgerichtshof (Aktenzeichen V ZR 181/13)</strong> damit durchsetzen. Die Nutzung der Leitung war nicht vertraglich abgesichert gewesen. Dem unterlegenen Grundstückseigentümer blieb nichts anderes übrig, als sich selbst einen Zugang zur Stromversorgung zu sichern.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Hammerschlags- und Leiterrecht – Was ist erlaubt?</h2>



<p>Das sogenannte Hammerschlags- und Leiterrecht erlaubt es Grundstückseigentümern, das Nachbargrundstück für die Durchführung wichtiger Bau-, Instandhaltungs- und Renovierungsarbeiten am eigenen Gebäude zu betreten. </p>



<p>Dies gilt zumindest dann, wenn die Arbeiten nicht anders erledigt werden können. Das <strong>Oberlandesgericht Köln (Aktenzeichen I-18 U 17/20)</strong> stellte fest: Auch die Durchführung von Unterfangungsarbeiten an Fundamenten fällt unter das Hammerschlags- und Leiterrecht.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Bei Abbruch aufs Nachbar-Grundstück achten</h2>



<p>Finden Vertiefungsarbeiten statt – sei es durch Abbruch des Betonbelages, sei es durch Erdaushub – dann ist die Verantwortung des jeweiligen Grundstückseigentümers gefragt. Ihn trifft nach einer Entscheidung des <strong>Oberlandesgerichts Brandenburg (Aktenzeichen 5 U 148/08)</strong> eine eigenverantwortliche Prüfpflicht, ob die geplanten Maßnahmen zu einer Beeinträchtigung der Standfestigkeit des Nachbargrundstücks führen können. </p>



<p>Dieser Verpflichtung sei der Eigentümer „in keiner Weise nachgekommen“, hieß es im Urteil. Im konkreten Fall war es um den Abriss einer Treppen- und Podestkonstruktion gegangen, die bei der benachbarten Immobilie zu einem Bruch im Fundament führte. Eine aufwändige Sanierung war unvermeidlich.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Vorsicht &#8211; kontaminierter Boden</h2>



<p>Ein ausdrücklicher Hinweis des Auftraggebers auf kontaminierten Boden ist bei Tiefbauarbeiten nach Überzeugung des <strong>Bundesgerichtshofes (Aktenzeichen VII ZR 67/11)</strong> nicht immer zwingend, wenn sich die Kontamination aus den Umständen klar ergibt.</p>



<p>Das können zum Beispiel die Nähe zu einem Industriegebiet, die frühere Art der Nutzung oder die typische Belastung unter Asphalt sein. Wenn allerdings der Auftraggeber diese Angaben unterlässt, dann kann es im Zweifelsfalle zu Mehrkosten beim Auftreten einer unerwarteten Kontamination kommen.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Notausgabe führte zu einer Grube</h2>



<p>Unmittelbar hinter einer als Notausgang gekennzeichneten Türe eines Gebäudes dürfen sich keine erheblichen Niveauunterschiede befinden, denn das stellt eine Verletzung der Verkehrssicherungspflicht dar. Wegen Bauarbeiten im Umfeld einer Sporthalle war genau das geschehen. </p>



<p>Man hatte Erdreich abgetragen, so dass eine Grube entstand. Eine Frau stürzte, als sie die Türe zum Lüften öffnen wollte. Sie verletzte sich – und erhielt vom <strong>Oberlandesgericht Celle (Aktenzeichen 8 U 15/19)</strong> Schadenersatz und Schmerzensgeld zugesprochen. Das Urteil hat Bedeutung für alle Gebäude, die über einen Notausgang verfügen. Dies gelte selbst dann, wenn die Notausgangstüre benutzt werde, ohne dass eine tatsächliche Notlage bestünde.</p>



<p>Dr. Ivonn Kappel</p>
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		<title>Krank in der Immobilie &#8211; Wie sich das für Betroffene rechtlich auswirken kann</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Gerd Warda]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 09 Dec 2025 19:25:33 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[heute.]]></category>
		<category><![CDATA[heute. Ausgabe 207]]></category>
		<category><![CDATA[Kündigung]]></category>
		<category><![CDATA[LBS]]></category>
		<category><![CDATA[Mietrecht]]></category>
		<category><![CDATA[Nachbarschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Recht]]></category>
		<category><![CDATA[Urteile]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Wer ernsthaft krank ist, der hat in der Regel alleine dadurch schon genügend Probleme. Aber diese können sich noch verschärfen, wenn sich der Gesundheitszustand auf das Mietverhältnis oder auf gesteigerte Ausgaben für einen behindertengerechten Umbau auswirken. Der Infodienst Recht und Steuern der LBS hat einige Urteile deutscher Gerichte gesammelt, die sich mit diesem Themenkomplex befassen. [&#8230;]</p>
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<p>Wer ernsthaft krank ist, der hat in der Regel alleine dadurch schon genügend Probleme. Aber diese können sich noch verschärfen, wenn sich der Gesundheitszustand auf das Mietverhältnis oder auf gesteigerte Ausgaben für einen behindertengerechten Umbau auswirken. </p>



<p>Der Infodienst Recht und Steuern der LBS hat einige Urteile deutscher Gerichte gesammelt, die sich mit diesem Themenkomplex befassen. Unter anderem geht es um die Frage, wie viele Ruhestörungen die Mitbewohner in einer Wohnanlage hinnehmen müssen und wann eine Kündigung des Mietvertrages angemessen ist.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Pfefferspray gegen Nachbarin</h2>



<p>Eine psychisch kranke Mieterin ging eine Nachbarin auf höchst ungewöhnliche Weise an. Sie drückte diese Frau an die Wand und setzte Pfefferspray ein, um an deren Wohnungsschlüssel zu gelangen. Das erschien dem <strong>Landgericht Hamburg (Aktenzeichen 316 T 24/21)</strong> trotz der gesundheitlichen Probleme der Mieterin dann doch als ein unzumutbares Verhalten. Das Toleranzgebot ende dort, wo ein kranker Mieter die Gesundheit anderer Mieter im Haus ernsthaft gefährde. Die fristlose Kündigung sei deswegen gerechtfertigt gewesen.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Störung des Hausfriedens</h2>



<p>Nicht jede Störung des Hausfriedens reicht allerdings bereits aus, um das Mietverhältnis beenden zu können. Vielmehr muss eine unzumutbare Geräuschentfachung eines Nachbarn nachgewiesen werden. In einem vom <strong>Landgericht Frankfurt (Aktenzeichen 2-13 S 88/20)</strong> entschiedenen Fall war dies dem Kläger nicht möglich. Das Gericht wies darauf hin, bereits durch das Schließen der Fenster sei das Problem zu beheben gewesen.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Mieter im Krankenhaus, Wohnung geräumt</h2>



<p>Wenn ein Vermieter eigenmächtig die Räumung einer Wohnung veranlasst, während sich der Mieter im Krankenhaus befindet, dann kann ihn das teuer zu stehen kommen. Das <strong>Amtsgericht Berlin-Schönefeld (Aktenzeichen 6 C 276/18)</strong> sprach dem Geschädigten Schadenersatz und Schmerzensgeld für diese ungerechtfertigte Aktion und verbotene Selbsthilfe zu.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Grundstückkosten keine außergewöhnliche Belastung</h2>



<p>Ein Bauherr wollte die Kosten für den Erwerb eines größeren Grundstücks zur Errichtung eines behindertengerechten eingeschossigen statt des bisherigen zweigeschossigen Bungalows steuerlich als außergewöhnliche Belastung geltend machen.</p>



<p>Der <strong>Bundesfinanzhof (Aktenzeichen VI R 42/13)</strong> beschied dies letztinstanzlich abschlägig, denn es fehle im vorliegenden Fall an der erforderlichen Zwangsläufigkeit. Der Kauf eines größeren Grundstücks sei nicht zwingend erforderlich gewesen, um mit der Behinderung besser umgehen zu können. Vielmehr handle es um eine frei gewählte, großzügigere Wohnungsgröße der Betroffenen. Die Anschaffungskosten für ein Grundstück hätten im Gegensatz zu den konkreten behindertengerechten baulichen Maßnahmen keinen Bezug zur Krankheit.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Wegen Zahlungsverzug fristlos gekündigt</h2>



<p>Psychische Erkrankungen führen manchmal dazu, dass Betroffene ihrer Erwerbstätigkeit nicht oder nicht in gewohntem Umfang nachgehen können. So war es bei einem Freiberufler, den eine schwere Depression daran hinderte, ausreichend Geld zu verdienen, um seine Mietwohnung zu bezahlen. Leistungen des Jobcenters nahm er als Folgeerscheinung seiner Krankheit nicht in Anspruch. </p>



<p>In diesem Fall war nach Ansicht des <strong>Amtsgerichts Münster (Aktenzeichen 4 C 3363/19)</strong> trotz des Zahlungsverzuges eine fristlose Kündigung des Mietverhältnisses nicht angemessen, da es an einer schuldhaften Pflichtverletzung fehle. Der fehlende Betrag sei inzwischen auch überwiesen worden.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Kündigung nicht akzeptiert</h2>



<p>Die Abmahnung eines Mieters wegen Fehlverhaltens ist auch dann erforderlich, wenn der Eigentümer einer Immobilie der Meinung ist, der Mieter sei auf Grund psychischer Probleme ohnehin nicht in der Lage, an seinem Verhalten etwas zu ändern. So dachte es ein Vermieter bei seinem an einer endogenen Psychose leidenden Mieter und verzichtete deswegen auf die Abmahnung. Das <strong>Amtsgericht Gelsenkirchen (Aktenzeichen 205 C 5/16)</strong> akzeptierte diese Kündigung nicht.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Maschendraht gegen Holzlattenzaun</h2>



<p>Die Eltern eines von Autismus betroffenen Kindes, das gewisse Weglauftendenzen zeigte, tauschten den Maschendrahtzaun ihres Grundstücks teilweise durch einen blickdichten Holzlattenzaun aus. Sie hofften nach eigener Aussage, auf diese Weise das Problem besser in den Griff zu bekommen. Im Anschluss machten sie die Ausgaben dafür als außergewöhnliche Belastung steuerlich geltend. </p>



<p>Das <strong>Finanzgericht Rheinland-Pfalz (Aktenzeichen 5 K 1934/11)</strong> wies dies zurück, da ein Gartenzaun zu den üblichen Kosten der Lebensführung zähle und ein teilweiser Austausch auch kaum dazu geeignet sei, die Weglauftendenz entscheidend zu verringern.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Eigenbedarfskündigung einen Härteeinwand</h2>



<p>Menschen mit stärkeren gesundheitlichen Einschränkungen können gegen eine Eigenbedarfskündigung einen Härteeinwand geltend machen. So dachte es ein Mieter und legte seinen Behindertenausweis, ein allgemeinärztliches Attest und ein Pflegegutachten vor. </p>



<p>Dies schien dem <strong>Amtsgericht Flensburg (Aktenzeichen 61 C 55/24)</strong> aber zu pauschal. Um erfolgreich gegen eine Kündigung wegen Eigenbedarf vorzugehen, sei es nötig, genauer darzulegen, welche Erkrankung vorliegt und warum diese einen Umzug drastisch erschwert.</p>



<p>Dr. Ivonn Kappel</p>
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		<title>Vom Zamwachsen, Zambleiben und Zamgarteln</title>
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		<dc:creator><![CDATA[jweidemann]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 01 Oct 2025 09:50:21 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[WohnenPLUS]]></category>
		<category><![CDATA[WohnenPLUS Titelstory]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Spätestens mit der vierten Säule im geförderten Wohnbau – der sozialen Nachhaltigkeit – ist der Gemeinschaftsraum in den Fokus der Interessen gerückt. Die kreative Schöpfungskraft von Bauträgern und Architekt:innen ist beachtlich. Doch leider geht in den Gemeinschaftsküchen, Fitnessräumen und Gartenbeeten das Konzept nicht immer auf. Manchmal kommt es zu Leerstand und Vandalismus. Was tun? — [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://wohnungswirtschaft-heute.de/vom-zamwachsen-zambleiben-und-zamgarteln/">Vom Zamwachsen, Zambleiben und Zamgarteln</a> erschien zuerst auf <a href="https://wohnungswirtschaft-heute.de">Wohnungswirtschaft</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p>Spätestens mit der vierten Säule im geförderten Wohnbau – der sozialen Nachhaltigkeit – ist der Gemeinschaftsraum in den Fokus der Interessen gerückt. Die kreative Schöpfungskraft von Bauträgern und Architekt:innen ist beachtlich. Doch leider geht in den Gemeinschaftsküchen, Fitnessräumen und Gartenbeeten das Konzept nicht immer auf. Manchmal kommt es zu Leerstand und Vandalismus. Was tun?</p>



<p>— WOJCIECH CZAJA</p>



<p>„Mit großer Wahrscheinlichkeit haben die Räupchen des Buchsbaumzünslers bereits ihre Fraßtätigkeit aufgenommen“, heißt es auf der Website des Zentralverbands der Kleingärtner Österreichs. „Bitte überprüfen Sie daher Ihre Buchsbäume auf ungebetene Räupchen, um gegebenenfalls Spritzbehandlungen vorzunehmen!“ Außerdem gibt es im Service-Bereich der Website allerhand Tipps und Tricks im Kampf gegen Pflaumenwickler, Birnblattsauger und Apfelblütenstecher. „Infos wie diese werden in der Wohnhausanlage Gartenwerk im Neuen Landgut künftig eine zentrale Rolle spielen“, sagt Christoph Scharinger, Mitglied des Vorstands bei der Gemeinnützigen Bau- und Siedlungsgenossenschaft Frieden.</p>



<p>„Denn auf den Dachflächen im achten und neunten Stock planen wir eine Kleingartenkolonie mit etwa 30 Schrebergärten. Auf diese Weise können wir das Grün, das wir durch die Versiegelung und durch den Fußabdruck unseres Wohnbaus auf Straßenebene wegnehmen, oben auf den Dachterrassen wieder kompensieren.“ </p>



<p>Passend zum Thema wurde das Projekt Gartenwerk, Bauplatz 4, beim Bauträger-Wettbewerb 2021 grafisch aufgepeppt – mit einem großen Spaten als T und einem kleinen Gartenzwerg in des Buchstabens unmittelbarer Nachbarschaft. Hinzu kommt, dass man für die Bewirtschaftung und Vermietung der Schrebergärten den Zentralverband der Kleingärtner Österreichs als Partner gewinnen konnte. Die Summe der Maßnahmen – in Kombination mit weiteren Letters of Intent (LOI) von Wien Work, neuner immo und konzept greissler – scheint die Jury überzeugt zu haben. Geplanter Baubeginn für die 291 geförderten Mietwohnungen ist im Frühjahr 2026.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Mehr gemeinsam, mehr zufrieden</h2>



<p>Für den Bauträger Frieden sind die Schrebergärten am Dach mit 50 Zentimeter Substrataufbau aber nicht nur eine ökologische, sondern vor allem auch eine soziale Investition. Eine gut funktionierende Nachbarschaft und Gemeinschaft sorgt, wie aus wissenschaftlichen Studien und empirischen Begleitstudien hervorgeht, für mehr soziale Kontrolle, mehr zwischenmenschliche Kommunikation und mehr Wohnzufriedenheit unter den Bewohner:innen – und damit auch für weniger Konflikte, weniger Vandalismus und letztendlich auch weniger Mieter:innenwechsel.</p>



<p>„Als gemeinnütziger Bauträger“, so Scharinger, „bauen wir eben nicht nur Wohnungen, sondern schaffen auch eine Bühne für ein soziales Miteinander. Früher mag es gereicht haben, wenn sich das alles in irgendwelchen gemeinschaftlichen Innenräumen abgespielt hat, heute aber wissen wir, dass das zu wenig ist. Mit dem Garteln, dem Aufenthalt an der frischen Luft und mit dem Plaudern über Obst, Gemüse, Werkzeuge, Pflanzendünger und Einkoch-Rezepte wachsen die Leute zam.“ Das Phänomen, das sich heute im Urban Gardening manifestiert, ist nicht neu. Schon Harry Glück hatte dieses „Zamwachsen“ erkannt und in den 1970er- und 1980er-Jahren als „bandstiftende Wirkung“ bezeichnet. Damals mit Badehose und Bikini im Schwimmbecken am Dach, heute mit Gießkanne und Gartenkralle in der dreckigen Erde. Der Effekt ist der gleiche. </p>



<p>„Eine Schrebergartenkolonie am Dach eines Wohnhauses“, sagt Roman Drbusek, Gesellschafter bei g.o.y.a. Architekten, die das Gartenwerk gemeinsam mit EGKK Landschaftsarchitekten planen, „das ist schon eine sehr spezielle Form urbaner Gemeinschaft, auf die wir sehr stolz sind. Leider aber hat der Quartiersbeirat unlängst angemerkt, dass eine allzu große Involvierung des Zentralverbands der Kleingärtner und damit eine möglicherweise externe Vergabe der Schrebergärten gar nicht so wünschenswert ist. Wir werden das Konzept also etwas umplanen müssen.“ Wahrscheinlich ist, dass sich der Kleingärtnerverband aus dem Projekt wieder zurückziehen und dass die Dachterrasse den Mieter:innen als klassisches Urban Gardening zur Verfügung stehen wird. Drbusek: „Die Gemeinschaft im Hausverband beeinträchtigt das in keiner Weise, ganz im Gegenteil!“</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img fetchpriority="high" decoding="async" width="1024" height="682" src="https://wohnungswirtschaft-heute.de/wp-content/uploads/2025/10/010_2_Gartenwerk-FRIEDEN-Park-c-Schreiner-Kastler-g.o.y.a-1024x682.jpg" alt="" class="wp-image-57692" srcset="https://wohnungswirtschaft-heute.de/wp-content/uploads/2025/10/010_2_Gartenwerk-FRIEDEN-Park-c-Schreiner-Kastler-g.o.y.a-1024x682.jpg 1024w, https://wohnungswirtschaft-heute.de/wp-content/uploads/2025/10/010_2_Gartenwerk-FRIEDEN-Park-c-Schreiner-Kastler-g.o.y.a-300x200.jpg 300w, https://wohnungswirtschaft-heute.de/wp-content/uploads/2025/10/010_2_Gartenwerk-FRIEDEN-Park-c-Schreiner-Kastler-g.o.y.a-768x512.jpg 768w, https://wohnungswirtschaft-heute.de/wp-content/uploads/2025/10/010_2_Gartenwerk-FRIEDEN-Park-c-Schreiner-Kastler-g.o.y.a-150x100.jpg 150w, https://wohnungswirtschaft-heute.de/wp-content/uploads/2025/10/010_2_Gartenwerk-FRIEDEN-Park-c-Schreiner-Kastler-g.o.y.a-600x400.jpg 600w, https://wohnungswirtschaft-heute.de/wp-content/uploads/2025/10/010_2_Gartenwerk-FRIEDEN-Park-c-Schreiner-Kastler-g.o.y.a-696x464.jpg 696w, https://wohnungswirtschaft-heute.de/wp-content/uploads/2025/10/010_2_Gartenwerk-FRIEDEN-Park-c-Schreiner-Kastler-g.o.y.a-1392x928.jpg 1392w, https://wohnungswirtschaft-heute.de/wp-content/uploads/2025/10/010_2_Gartenwerk-FRIEDEN-Park-c-Schreiner-Kastler-g.o.y.a-1068x712.jpg 1068w, https://wohnungswirtschaft-heute.de/wp-content/uploads/2025/10/010_2_Gartenwerk-FRIEDEN-Park-c-Schreiner-Kastler-g.o.y.a.jpg 1400w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">Bei der Wohnhausanlage Gartenwerk im Neuen Landgut des Bauträgers Frieden erhalten die Bewohner:innen auch Informationen zur Pflege der Pflanzen.</figcaption></figure>



<h2 class="wp-block-heading">Belebt oder verwaist?</h2>



<p>Veränderungen im Gemeinschaftskonzept, Abweichungen von geplanten Zusammenarbeiten und gut gemeinte Ideen, die sich früher oder später in Luft auflösen, sind kein Einzelfall. Die gemeinnützige Wohnbaulandschaft in den Großstädten, wo Gemeinschaftsräume aufgrund der Projektgröße und der Förderstrukturen deutlich häufiger anzutreffen sind als im ländlichen Raum, ist voll davon. Im Fall des Gartenwerks konnte man rechtzeitig reagieren und umplanen. Was aber, wenn die Gemeinschaftseinrichtung bereits realisiert ist und wenn das gebaute Angebot im Alltag einfach nicht angenommen wird? </p>



<p>„Ja, das passiert leider immer wieder“, meinte Siegfried Igler, Obmann der Gemeinnützigen Bau-, Wohn- und Siedlungsgenossenschaft Neues Leben, kürzlich im Rahmen einer Veranstaltung der Wohnenplus Akademie unter dem scharf zugespitzten Titel: Gemeinschaftsräume: Belebt oder verwaist? „Dank Chips und digitalen Buchungssystemen jedoch haben wir eine ganz genaue Statistik darüber, welche Räume genutzt werden und welche nicht.“ Beim Hochhaus the one in St. Marx ist das Feedback besonders erfreulich: Demnach sind Sauna und Waschküche mit rund 300 Nutzungen pro Monat – also durchschnittlich zehn Einbuchungen pro Tag – besonders intensiv im Einsatz, und im großen Gemeinschaftsraum im 3. Stock habe sogar schon mal eine Hochzeitsfeier stattgefunden. </p>



<pre class="wp-block-preformatted infoblock-wohnenplus"><strong>Gemeinschaftsraum: DOs</strong> <br><img src="https://s.w.org/images/core/emoji/17.0.2/72x72/263a.png" alt="☺" class="wp-smiley" style="height: 1em; max-height: 1em;" /> Gute, zentrale, einsichtige Lage im Haus (Erdgeschoß, Stiegenhaus) <br><img src="https://s.w.org/images/core/emoji/17.0.2/72x72/263a.png" alt="☺" class="wp-smiley" style="height: 1em; max-height: 1em;" /> Alternativ: Ruhige, exklusive Randlage mit Mehrwert (Dachgeschoß, Dachterrasse) <br><img src="https://s.w.org/images/core/emoji/17.0.2/72x72/263a.png" alt="☺" class="wp-smiley" style="height: 1em; max-height: 1em;" /> Ausblick oder Grün- und Gartenbezug <br><img src="https://s.w.org/images/core/emoji/17.0.2/72x72/263a.png" alt="☺" class="wp-smiley" style="height: 1em; max-height: 1em;" /> Hochwertige Ausstattung <br><img src="https://s.w.org/images/core/emoji/17.0.2/72x72/263a.png" alt="☺" class="wp-smiley" style="height: 1em; max-height: 1em;" /> Digitaler Zutritt, niederschwelliges Buchungssystem (Chip, App) <br><img src="https://s.w.org/images/core/emoji/17.0.2/72x72/263a.png" alt="☺" class="wp-smiley" style="height: 1em; max-height: 1em;" /> Professionelles Besiedelungs- Management <br><img src="https://s.w.org/images/core/emoji/17.0.2/72x72/263a.png" alt="☺" class="wp-smiley" style="height: 1em; max-height: 1em;" /> Budget zur freien Ausgestaltung im Rahmen eines moderierten Prozesses <br><img src="https://s.w.org/images/core/emoji/17.0.2/72x72/263a.png" alt="☺" class="wp-smiley" style="height: 1em; max-height: 1em;" /> Klare, offen kommunizierte Spielregeln <img src="https://s.w.org/images/core/emoji/17.0.2/72x72/263a.png" alt="☺" class="wp-smiley" style="height: 1em; max-height: 1em;" /> Reinigung und sofortige Reparatur von Schäden <br><img src="https://s.w.org/images/core/emoji/17.0.2/72x72/263a.png" alt="☺" class="wp-smiley" style="height: 1em; max-height: 1em;" /> Eigeninitiative und Ansprechperson im Haus (Mieter:in, Hausbetreuer:in)</pre>



<p>„Je größer der Raum, je besser die Lage im Haus und je spezifischer die Funktion und Ausstattung, desto besser wird das Angebot von den Mieter: innen angenommen.“ Zu den beliebtesten Gemeinschaftsräumen bei Neues Leben zählen Gemeinschaftsküchen, Gästewohnungen, Büchertauschbörsen, Co-Working-Spaces und Heimkinos, die ihre Hochblüte vor allem in Zeiten von EM, WM und UEFA Champions League erleben. Deutlich weniger Buchungen hingegen gebe es bei kleinen, allzu monofunktional eingerichteten Gemeinschaftsräumen wie etwa Kletterhöhle, Ballettsaal oder Fitnessraum. Das Fitnesskammerl am Lebenscampus Wolfganggasse – um nur einen radikalen Ausreißer zu nennen – wurde 2024 laut Statistik kein einziges Mal gebucht.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Weg vom analogen Schlüssel</h2>



<p>Wichtig für eine hohe Akzeptanz im Haus sind auch die richtige Betreuung und das richtige soziale Management. Darauf legt die Migra in ihren Projekten großen Wert. „Am ehemaligen Nordbahnhof oder am Kapellenhof in der Donaustadt beispielsweise haben wir immer mit professionellen Besiedelungs-Managements gearbeitet“, sagt Geschäftsführer Alfred Petritz. „Aus Erfahrung aber kann ich sagen, dass die Mieter:innen in den ersten sechs Monaten nur mit ihrer eigenen Wohnung beschäftigt sind. Erst danach haben sie wieder Zeit und Lust, sich auch um Themen außerhalb der eigenen vier Wände zu kümmern und sich in die Gestaltung und Bespie- Visualisierung: Schreiner Kastler, g.o.y.a., Foto: Neues Leben lung von Gemeinschaftsräumen einzubringen.“</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img decoding="async" width="1024" height="813" src="https://wohnungswirtschaft-heute.de/wp-content/uploads/2025/10/010_3_Gemeinschaftskueche-Gruener-Markt-0274-c-Neues-Leben-1024x813.jpg" alt="" class="wp-image-57693" srcset="https://wohnungswirtschaft-heute.de/wp-content/uploads/2025/10/010_3_Gemeinschaftskueche-Gruener-Markt-0274-c-Neues-Leben-1024x813.jpg 1024w, https://wohnungswirtschaft-heute.de/wp-content/uploads/2025/10/010_3_Gemeinschaftskueche-Gruener-Markt-0274-c-Neues-Leben-300x238.jpg 300w, https://wohnungswirtschaft-heute.de/wp-content/uploads/2025/10/010_3_Gemeinschaftskueche-Gruener-Markt-0274-c-Neues-Leben-768x610.jpg 768w, https://wohnungswirtschaft-heute.de/wp-content/uploads/2025/10/010_3_Gemeinschaftskueche-Gruener-Markt-0274-c-Neues-Leben-150x119.jpg 150w, https://wohnungswirtschaft-heute.de/wp-content/uploads/2025/10/010_3_Gemeinschaftskueche-Gruener-Markt-0274-c-Neues-Leben-600x477.jpg 600w, https://wohnungswirtschaft-heute.de/wp-content/uploads/2025/10/010_3_Gemeinschaftskueche-Gruener-Markt-0274-c-Neues-Leben-696x553.jpg 696w, https://wohnungswirtschaft-heute.de/wp-content/uploads/2025/10/010_3_Gemeinschaftskueche-Gruener-Markt-0274-c-Neues-Leben-1392x1106.jpg 1392w, https://wohnungswirtschaft-heute.de/wp-content/uploads/2025/10/010_3_Gemeinschaftskueche-Gruener-Markt-0274-c-Neues-Leben-1068x848.jpg 1068w, https://wohnungswirtschaft-heute.de/wp-content/uploads/2025/10/010_3_Gemeinschaftskueche-Gruener-Markt-0274-c-Neues-Leben.jpg 1400w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">Gemeinschaftsküche Grüner Markt: Das Angebot wird bereits gut angenommen.</figcaption></figure>



<p>In der Wohnhausanlage Kapellenhof (fertiggestellt 2019 in Kooperation mit Wogem und Neues Leben), wo im Herbst 2023 ein Wohnen-Plus-Praxis- Check stattgefunden hat, sind die Gemeinschaftsräume old-school-mäßig noch mit einem analogen Schlüssel zu betreten, den man beim Hausbetreuer abholen und auch wieder abgeben muss. Der Autor dieser Zeilen hat im Gespräch mit einigen Bewohner: innen damals selbst die Erfahrung gemacht, dass dies im Alltag eine große logistische Hürde sein kann. Als traurige Konsequenz daraus ist der größte und schönste Gemeinschaftsraum der Anlage die meiste Zeit versperrt und ungenutzt. </p>



<pre class="wp-block-preformatted infoblock-wohnenplus"><strong>Gemeinschaftsraum: DON’Ts</strong> <br><img src="https://s.w.org/images/core/emoji/17.0.2/72x72/2639.png" alt="☹" class="wp-smiley" style="height: 1em; max-height: 1em;" /> Unrealistische, überzogene LOIs im Wettbewerb <br><img src="https://s.w.org/images/core/emoji/17.0.2/72x72/2639.png" alt="☹" class="wp-smiley" style="height: 1em; max-height: 1em;" /> Unattraktive Restfläche (Lage, Erreichbarkeit) <br><img src="https://s.w.org/images/core/emoji/17.0.2/72x72/2639.png" alt="☹" class="wp-smiley" style="height: 1em; max-height: 1em;" /> Zu kleine Größe, schlechte Möblierbarkeit <br><img src="https://s.w.org/images/core/emoji/17.0.2/72x72/2639.png" alt="☹" class="wp-smiley" style="height: 1em; max-height: 1em;" /> Keine klar erkennbare Funktion <br><img src="https://s.w.org/images/core/emoji/17.0.2/72x72/2639.png" alt="☹" class="wp-smiley" style="height: 1em; max-height: 1em;" /> Zu wenig Tageslicht, keine Aussicht <br><img src="https://s.w.org/images/core/emoji/17.0.2/72x72/2639.png" alt="☹" class="wp-smiley" style="height: 1em; max-height: 1em;" /> Keine oder lieblose Ausstattung <br><img src="https://s.w.org/images/core/emoji/17.0.2/72x72/2639.png" alt="☹" class="wp-smiley" style="height: 1em; max-height: 1em;" /> Analoger Schlüssel, „Betteln“ beim Schlüsselwart <br><img src="https://s.w.org/images/core/emoji/17.0.2/72x72/2639.png" alt="☹" class="wp-smiley" style="height: 1em; max-height: 1em;" /> Der Gemeinschaftsraum als Abstellraum <br><img src="https://s.w.org/images/core/emoji/17.0.2/72x72/2639.png" alt="☹" class="wp-smiley" style="height: 1em; max-height: 1em;" /> Toleranz von Vandalismus <br><img src="https://s.w.org/images/core/emoji/17.0.2/72x72/2639.png" alt="☹" class="wp-smiley" style="height: 1em; max-height: 1em;" /> Fehlende Ansprechperson vor Ort</pre>



<p>Am Nordbahnhof hat die Migra daraus gelernt und im neuen, gelbweißen Querkraft-Wohnbau ein digitales Buchungs- und Zutrittssystem installiert, das den Zutritt erleichtert und zugleich einen statistischen Überblick über die Nutzung und Beliebtheit der einzelnen Gemeinschaftseinrichtungen ermöglicht. Für den großen Gemeinschaftsraum im ersten Stock gibt es nun ein Budget in der Höhe von 15.000 bis 20.000 Euro, das den Bewohner: innen zur Verfügung gestellt wird. Mithilfe einer professionellen Besiedelungs-Managerin sollen die Investitionswünsche der hier Wohnenden nun moderiert werden.</p>



<p>„Damit ein Gemeinschaftsraum gut funktioniert“, meint Petritz, „braucht es früher oder später aber auch engagierte Bewohner:innen, die die Initiative ergreifen und nach dem Besiedelungs-Management das Zepter in die Hand nehmen.“ Genau darum werde man sich auch beim neuesten, bereits im Bau befindlichen Leuchtturmprojekt bemühen – der Roten Emma in der Attemsgasse. Die nach einer Kartoffelsorte benannte Wohnhausanlage von gerner gerner plus und AllesWirdGut soll die Bewohner:innen und den eingemieteten Sozialträgerverein LOK Leben ohne Krankenhaus vom allerersten Tag an involvieren: In den Urban-Gardening-Gewächshäusern am Dach sollen dann unter anderem Rote Emmas angebaut werden. Geplante Fertigstellung Juni 2026.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img decoding="async" width="1024" height="684" src="https://wohnungswirtschaft-heute.de/wp-content/uploads/2025/10/010_5_Nordbahnhof-MIGRA-Innenhof-c-Hertha-Hurnaus-1024x684.jpg" alt="" class="wp-image-57696" srcset="https://wohnungswirtschaft-heute.de/wp-content/uploads/2025/10/010_5_Nordbahnhof-MIGRA-Innenhof-c-Hertha-Hurnaus-1024x684.jpg 1024w, https://wohnungswirtschaft-heute.de/wp-content/uploads/2025/10/010_5_Nordbahnhof-MIGRA-Innenhof-c-Hertha-Hurnaus-300x200.jpg 300w, https://wohnungswirtschaft-heute.de/wp-content/uploads/2025/10/010_5_Nordbahnhof-MIGRA-Innenhof-c-Hertha-Hurnaus-768x513.jpg 768w, https://wohnungswirtschaft-heute.de/wp-content/uploads/2025/10/010_5_Nordbahnhof-MIGRA-Innenhof-c-Hertha-Hurnaus-150x100.jpg 150w, https://wohnungswirtschaft-heute.de/wp-content/uploads/2025/10/010_5_Nordbahnhof-MIGRA-Innenhof-c-Hertha-Hurnaus-600x401.jpg 600w, https://wohnungswirtschaft-heute.de/wp-content/uploads/2025/10/010_5_Nordbahnhof-MIGRA-Innenhof-c-Hertha-Hurnaus-696x465.jpg 696w, https://wohnungswirtschaft-heute.de/wp-content/uploads/2025/10/010_5_Nordbahnhof-MIGRA-Innenhof-c-Hertha-Hurnaus-1392x930.jpg 1392w, https://wohnungswirtschaft-heute.de/wp-content/uploads/2025/10/010_5_Nordbahnhof-MIGRA-Innenhof-c-Hertha-Hurnaus-1068x713.jpg 1068w, https://wohnungswirtschaft-heute.de/wp-content/uploads/2025/10/010_5_Nordbahnhof-MIGRA-Innenhof-c-Hertha-Hurnaus.jpg 1400w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">Grün-Gemeinschaftsflächen sind am Nordbahnhof für alle Altersgruppen geplant. Visualisierung: OLN, Foto: Hertha Hurnaus. . Quellen: Neues Leben</figcaption></figure>



<h2 class="wp-block-heading">Ganz klare Nutzungsregeln</h2>



<p>Auch der gewerbliche Bauträger Arwag arbeitet in den letzten Jahren vorwiegend mit digitalen Zutrittssystemen. „Bei gemeinschaftlichen Einrichtungen braucht es elektronische Schließanlagen mit einfach zu bedienenden Buchungstools“, erklärt Michaela Reiter- Benesch, Geschäftsführerin der Arwag Immobilientreuhand GmbH. „Daher sind wir nun dabei, auch unsere bestehenden Wohnhausanlagen sukzessive nachzurüsten. Und für besser ausgestattete Gemeinschaftsräume wie etwa Küche und Sporträume empfehle ich – so wie in der Hausordnung – ganz klare und transparent kommunizierte Nutzungsregeln. Wenn man das alles beachtet, halten sich Leerstand und Vandalismus unserer Erfahrung nach in Grenzen.“</p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="alignleft size-full is-resized"><img loading="lazy" decoding="async" width="373" height="503" src="https://wohnungswirtschaft-heute.de/wp-content/uploads/2025/10/image-4.png" alt="" class="wp-image-57702" style="width:350px" srcset="https://wohnungswirtschaft-heute.de/wp-content/uploads/2025/10/image-4.png 373w, https://wohnungswirtschaft-heute.de/wp-content/uploads/2025/10/image-4-222x300.png 222w, https://wohnungswirtschaft-heute.de/wp-content/uploads/2025/10/image-4-150x202.png 150w, https://wohnungswirtschaft-heute.de/wp-content/uploads/2025/10/image-4-300x405.png 300w" sizes="auto, (max-width: 373px) 100vw, 373px" /></figure>
</div>


<p>Beim jüngsten Projekt Wohn- Wildnis in unmittelbarer Nähe der Alten Donau, An der Schanze, Bauplatz G1, das die Arwag mit Tillner &amp; Willinger und U.M.A. Architektur realisiert, wird es neben einem zentralen Gemeinschaftsraum und einer Community- Dachterrasse zusätzlich auch stockwerksbezogene Flexräume geben, die frei nutzbar sind und die die Vernetzung der Bewohner:innen fördern sollen. Auf diese Weise wird für die 85 geförderten und frei finanzierten Wohnungen direkt vor ihrer Eingangstüre ein Ort geschaffen, an dem man sich unkompliziert austauschen kann – beim Spielen der Kinder oder beim kurzen Plausch zwischendurch. Vor Kurzem war Baubeginn, im Winter 2026 soll die WohnWildnis übergeben werden.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Unrealistische Erwartungen</h2>



<p>„Wenn man Gemeinschaft will, dann muss man erst einmal den Motor in Gang setzen“, sagt die auf Wohnbau spezialisierte Soziologin Sonja Gruber, die schon etliche Bauträger begleitet und längerfristige Besiedelungsprozesse gemanagt hat. „Dazu braucht es mit den Bewohner:innen des Hauses einen gut aufgesetzten Prozess. Aber auch ich als involvierte Soziologin und Begleiterin kann nicht zaubern und muss die Bauträger vor überzogenen Erwartungen und damit verbundenen Enttäuschungen immer wieder warnen.“ </p>



<p>Viele Bauträger-Wettbewerbe, so Gruber, seien mit viel zu vielen LOIs vollgestopft, die keinerlei Bezug zur Realität hätten. Man könne nicht in jedem Haus Bio-Greißler, Repair-Cafés und soziale Trägervereine haben. Eine Illusion sei auch der starke Fokus auf die Teilhabe von Jugendlichen innerhalb einer Hausgemeinschaft, denn viele Jugendliche wollen in ihrem Sturm und Drang einfach nur weg von Eltern und Wohnumfeld. „Und nicht zuletzt gibt es einen großen Anteil an Menschen, die keine Zeit und Lust für Mieter:innenabende, Abstimmungsprozesse und Gemeinschaftsraum-Aktivitäten haben, die einfach nur wohnen wollen. Auch das ist absolut legitim und muss respektiert werden.“ </p>



<figure class="wp-block-image size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="649" height="310" src="https://wohnungswirtschaft-heute.de/wp-content/uploads/2025/10/image-5.png" alt="" class="wp-image-57704" srcset="https://wohnungswirtschaft-heute.de/wp-content/uploads/2025/10/image-5.png 649w, https://wohnungswirtschaft-heute.de/wp-content/uploads/2025/10/image-5-300x143.png 300w, https://wohnungswirtschaft-heute.de/wp-content/uploads/2025/10/image-5-150x72.png 150w, https://wohnungswirtschaft-heute.de/wp-content/uploads/2025/10/image-5-600x287.png 600w" sizes="auto, (max-width: 649px) 100vw, 649px" /></figure>



<p>Sollte es in einer Hausgemeinschaft dennoch zu Ablehnung und Vandalismus kommen, sei es wichtig, nicht nur die Symptome zu bekämpfen, sondern auch die Ursachen zu analysieren und darauf zu reagieren – mit Reinigung, Reparatur, Möblierung, besserer Ausstattung, leichteren Zutrittsmöglichkeiten und mehr Information im Haus. Auf jeden Fall warnt Gruber davor, für die Nutzung von Gemeinschaftsräumen Nutzungsentgelt zu verlangen, wie dies einige Bauträger praktizieren. „Auch schon vier Euro pro Stunde, um einen Kindergeburtstag zu feiern, sind für manche Leute viel Geld. Ganz abgesehen davon, dass das rechtlich kaum zu argumentieren ist, denn die Räume haben allen offenzustehen und sind mit der Miete und den Betriebskosten eigentlich schon abgegolten.“</p>



<figure class="wp-block-image size-large is-resized"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="571" src="https://wohnungswirtschaft-heute.de/wp-content/uploads/2025/10/010_4_An-der-Schanze-WohnWildnis-ARWAG-F5-c-OLN-1024x571.jpg" alt="" class="wp-image-57705" style="width:1000px;height:auto" srcset="https://wohnungswirtschaft-heute.de/wp-content/uploads/2025/10/010_4_An-der-Schanze-WohnWildnis-ARWAG-F5-c-OLN-1024x571.jpg 1024w, https://wohnungswirtschaft-heute.de/wp-content/uploads/2025/10/010_4_An-der-Schanze-WohnWildnis-ARWAG-F5-c-OLN-300x167.jpg 300w, https://wohnungswirtschaft-heute.de/wp-content/uploads/2025/10/010_4_An-der-Schanze-WohnWildnis-ARWAG-F5-c-OLN-768x428.jpg 768w, https://wohnungswirtschaft-heute.de/wp-content/uploads/2025/10/010_4_An-der-Schanze-WohnWildnis-ARWAG-F5-c-OLN-150x84.jpg 150w, https://wohnungswirtschaft-heute.de/wp-content/uploads/2025/10/010_4_An-der-Schanze-WohnWildnis-ARWAG-F5-c-OLN-600x335.jpg 600w, https://wohnungswirtschaft-heute.de/wp-content/uploads/2025/10/010_4_An-der-Schanze-WohnWildnis-ARWAG-F5-c-OLN-696x388.jpg 696w, https://wohnungswirtschaft-heute.de/wp-content/uploads/2025/10/010_4_An-der-Schanze-WohnWildnis-ARWAG-F5-c-OLN-1392x777.jpg 1392w, https://wohnungswirtschaft-heute.de/wp-content/uploads/2025/10/010_4_An-der-Schanze-WohnWildnis-ARWAG-F5-c-OLN-1068x596.jpg 1068w, https://wohnungswirtschaft-heute.de/wp-content/uploads/2025/10/010_4_An-der-Schanze-WohnWildnis-ARWAG-F5-c-OLN.jpg 1400w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">Die Arwag setzt beim Projekt WohnWildnis im Quartier An der Schanze auf aktive Vernetzung der Bewohner:innen durch unterschiedliche Angebote.</figcaption></figure>



<h2 class="wp-block-heading">Urban Gardening mit Profis</h2>



<p>Und wie sieht die Situation in den Bundesländern aus? „Gerade im ländlichen Raum ist die Situation schwieriger als in der Großstadt“, meint Wolfram Sacherer, Geschäftsführer der Wohnbaugruppe Ennstal. „Ohne Einzugsbegleitung, ohne konkrete Ansprechpartner: innen in der Hausverwaltung und vor allem ohne eine kritische Mindestanzahl an Wohnungen macht die Errichtung von Gemeinschaftsräumen nicht viel Sinn.“ Daher bemüht sich die Ennstal, soziale Prozesse so früh wie möglich aufzusetzen und professionelle Partner:innen und Betreiber:innen mit an Bord zu holen.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="682" src="https://wohnungswirtschaft-heute.de/wp-content/uploads/2025/10/010_6_Park_MG_0534-1-c-Nikola-Milatovic-Verein-Stadtteil-Reininghaus-1024x682.jpg" alt="" class="wp-image-57706" srcset="https://wohnungswirtschaft-heute.de/wp-content/uploads/2025/10/010_6_Park_MG_0534-1-c-Nikola-Milatovic-Verein-Stadtteil-Reininghaus-1024x682.jpg 1024w, https://wohnungswirtschaft-heute.de/wp-content/uploads/2025/10/010_6_Park_MG_0534-1-c-Nikola-Milatovic-Verein-Stadtteil-Reininghaus-300x200.jpg 300w, https://wohnungswirtschaft-heute.de/wp-content/uploads/2025/10/010_6_Park_MG_0534-1-c-Nikola-Milatovic-Verein-Stadtteil-Reininghaus-768x512.jpg 768w, https://wohnungswirtschaft-heute.de/wp-content/uploads/2025/10/010_6_Park_MG_0534-1-c-Nikola-Milatovic-Verein-Stadtteil-Reininghaus-150x100.jpg 150w, https://wohnungswirtschaft-heute.de/wp-content/uploads/2025/10/010_6_Park_MG_0534-1-c-Nikola-Milatovic-Verein-Stadtteil-Reininghaus-600x400.jpg 600w, https://wohnungswirtschaft-heute.de/wp-content/uploads/2025/10/010_6_Park_MG_0534-1-c-Nikola-Milatovic-Verein-Stadtteil-Reininghaus-696x464.jpg 696w, https://wohnungswirtschaft-heute.de/wp-content/uploads/2025/10/010_6_Park_MG_0534-1-c-Nikola-Milatovic-Verein-Stadtteil-Reininghaus-1392x928.jpg 1392w, https://wohnungswirtschaft-heute.de/wp-content/uploads/2025/10/010_6_Park_MG_0534-1-c-Nikola-Milatovic-Verein-Stadtteil-Reininghaus-1068x712.jpg 1068w, https://wohnungswirtschaft-heute.de/wp-content/uploads/2025/10/010_6_Park_MG_0534-1-c-Nikola-Milatovic-Verein-Stadtteil-Reininghaus.jpg 1400w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">Beim neuen Stadtquartier Reininghaus in Graz wird das Gemeinschaftskonzept bauteilübergreifend gemanagt. Fotos: Nikola Milatovic/Verein Stadtteil Reininghaus, TU Graz</figcaption></figure>



<p>Auf den Reininghaus-Gründen in Graz, wo die Wohnbaugruppe Ennstal am Quartier 7 ebenfalls involviert ist, wird das Gemeinschaftskonzept quartiersübergreifend gemanagt. „Bei den gemeinnützigen Bauträgern funktionieren die einzelnen Gemeinschaftsräume in der Regel ganz gut“, erzählt Daniel Huber, Quartiersmanager Reininghaus. „Kritisch wird es in den frei finanzierten Wohnhausanlagen, wo es zwischen Image-Produktion, Vermarktbarkeit und dem wirtschaftlichem Korsett der Investor:innen oft nur einen sehr chmalen Grat zu geben scheint. Da merkt man, dass das Thema Gemeinschaft nicht nur eine Frage der Wohnkultur, sondern auch der Unternehmenskultur ist.“</p>



<p>Beim Projekt Am Grünanger in Gratwein beispielsweise, einer Wohnhausanlage mit rund 60 Wohneinheiten, wird das Urban Gardening vom Verein Naturschwärmerei begleitet. Das Haus wurde vor zwei Jahren übergeben, das Garteln funktioniere besser als erwartet. Und in Turnau, einem Vorzeigebeispiel für klimagerechtes Wohnen 4.0, das im Herbst 2026 übergeben wird, sollen Mieter:innen aller Generationen mit vollbetreuten Volkshilfe- Wohnungen unter einem Dach leben. „In einem naturnahen, generationenübergreifenden Wohnen wie diesem spielt die Gemeinschaft eine große Rolle. Daher werden wir hier besonders viel Energie investieren.“</p>



<hr class="wp-block-separator has-alpha-channel-opacity"/>



<h2 class="wp-block-heading">Gemeinschaftsräume müssen die besten Elemente aus den privaten und öffentlichen Welten vereinen</h2>


<div class="wp-block-image">
<figure class="alignleft size-large is-resized"><img loading="lazy" decoding="async" width="683" height="1024" src="https://wohnungswirtschaft-heute.de/wp-content/uploads/2025/10/010_7_Sigrid-Verhovsek-01-c-TU-Graz-1-683x1024.jpg" alt="" class="wp-image-57708" style="width:350px" srcset="https://wohnungswirtschaft-heute.de/wp-content/uploads/2025/10/010_7_Sigrid-Verhovsek-01-c-TU-Graz-1-683x1024.jpg 683w, https://wohnungswirtschaft-heute.de/wp-content/uploads/2025/10/010_7_Sigrid-Verhovsek-01-c-TU-Graz-1-200x300.jpg 200w, https://wohnungswirtschaft-heute.de/wp-content/uploads/2025/10/010_7_Sigrid-Verhovsek-01-c-TU-Graz-1-768x1151.jpg 768w, https://wohnungswirtschaft-heute.de/wp-content/uploads/2025/10/010_7_Sigrid-Verhovsek-01-c-TU-Graz-1-150x225.jpg 150w, https://wohnungswirtschaft-heute.de/wp-content/uploads/2025/10/010_7_Sigrid-Verhovsek-01-c-TU-Graz-1-300x450.jpg 300w, https://wohnungswirtschaft-heute.de/wp-content/uploads/2025/10/010_7_Sigrid-Verhovsek-01-c-TU-Graz-1-600x899.jpg 600w, https://wohnungswirtschaft-heute.de/wp-content/uploads/2025/10/010_7_Sigrid-Verhovsek-01-c-TU-Graz-1-696x1043.jpg 696w, https://wohnungswirtschaft-heute.de/wp-content/uploads/2025/10/010_7_Sigrid-Verhovsek-01-c-TU-Graz-1.jpg 934w" sizes="auto, (max-width: 683px) 100vw, 683px" /><figcaption class="wp-element-caption">Sigrid Verhovsek ist Architektur- und Stadtforscherin und unterrichtet u. a. an der TU Graz am Institut für Wohnbau.</figcaption></figure>
</div>


<p>Wann gab es die ersten Gemeinschaftsräume im Wohnbau?</p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p>Erste Modelle gab es schon im frühen 19. Jahrhundert – etwa die Phalanstère von Charles Fourier oder die Familistère von Jean-Baptiste André Godin. Mit der Industrialisierung ging der sozial-utopistische Grundgedanke verloren, Gemeinschaftsräume wurden eher zu einem paternalistischen Instrumentarium der Überwachung. Ein Comeback gab es erst mit dem Roten Wien und mit den ikonografischen Nachkriegsbauten Alterlaa von Harry Glück und der Terrassenhaussiedlung St. Peter der Werkgruppe Graz.</p>
</blockquote>



<p>Wo sollten Gemeinschaftsräume angesiedelt sein?</p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p>Soziologisch gesehen handelt es sich dabei um Schwellenräume zwischen öffentlich und privat. Jede Schwelle ist ein supersensibler Bereich, bei dem man sich fragen muss: Warum sollte ich diese Schwellensituation aufsuchen? Daher kann man ableiten: Gemeinschaftsräume müssen die besten Elemente aus den privaten und öffentlichen Welten vereinen. Dazu zählen Lage, Aussicht, Gartenbezug, Ausstattung, Freundlichkeit, Gemütlichkeit und die richtige Mischung aus Intimität und Mikro-Öffentlichkeit.</p>
</blockquote>



<p>Gerade in kleinen Projekten handelt es sich oft um Resträume. Was tun?</p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p>Sehr gefährlich! Das ist dann die Kombination der schlechtesten Elemente aus beiden Welten. Das wird nicht funktionieren – und wird früher oder später mit hoher Wahrscheinlichkeit zu Ablehnung oder Vandalismus führen.</p>
</blockquote>



<p>Welche Faktoren sind sonst noch hinderlich?</p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p>Die Menschen selber beziehungsweise die sozialen Blasen, Sinus-Milieus und Lebenshintergründe, die sie mitbringen. Jede Wohnhausanlage besteht aus Menschen, die informiert oder involviert sind und sich mit einem gewissen Hintergrundwissen bewusst für ein Projekt entscheiden – und jenen, die keine Wahl haben und einfach zugewiesen werden, etwa durch den Wohnfonds Wien. Zwischen diesen sehr diametralen Mieter:innengruppen, die in einem Wohnhaus aufeinander knallen, sind Konflikte vorprogrammiert. Wenn man diese nicht abfedert und nicht moderiert, werden sie sich im Gemeinschaftsraum fortsetzen.</p>
</blockquote>



<p>Braucht es Spielregeln?</p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p>Unbedingt! So wie es eine Hausordnung gibt, wo viele Menschen zusammenleben, braucht es auch offen kommunizierte Richtlinien für den Umgang mit gemeinschaftlichen Flächen und Einrichtungen. Je klarer und eindeutiger, desto besser.</p>
</blockquote>



<p>Wie stehen Sie zu einer Bezahlschranke für bestimmte Räume, um Vandalismus vorzubeugen?</p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p>Ich kann den Hintergrund der bewussten, monetären Wertschätzung nachvollziehen, letztendlich aber kann so eine finanzielle Hürde im geförderten Wohnbau, wo wir es mit Menschen in prekären Lebenssituationen und niedrigen Einkommen zu tun haben, zu einer Zwei- Klassen-Gesellschaft führen. Auch rechtlich agiert man hier in einer Grauzone. Ich rate davon ab.</p>
</blockquote>



<p>Was tun, wenn ein Gemeinschaftsangebot nicht angenommen wird?</p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p>Zunächst einmal nachbessern und informieren. Und irgendwann einmal auch akzeptieren. Wir leben in einer Welt aus Reizüberflutung und Mangel. Die einen kommen nach einem langen Arbeitstag nach Hause und wollen einfach nur die Tür hinter sich zumachen. Die anderen hingegen haben einen Mangel und einen damit verbundenen Bedarf – entweder nach Raum, nach Hilfe oder nach sozialen Kontakten. Beides ist legitim. Ein Raum für Gemeinschaft darf nie eine Verpflichtung sein – sondern immer nur ein Angebot.</p>
</blockquote>



<hr class="wp-block-separator has-alpha-channel-opacity"/>



<h2 class="wp-block-heading">Singender Städtebau</h2>



<p>Insgesamt sind in Reininghaus an die 18 Bauträger vertreten. Eine Quartiersübergreifende Nutzung der Gemeinschaftsräume hätte sich im Management als sehr umständlich erwiesen. „Dafür konnten wir eine andere, bauplatzentkoppelte Form der gemeinschaftlichen Begegnung schaffen“, so Huber. „Die Zwischennutzung der Tennenmälzerei, die wir revitalisiert und erst Ende April eröffnet haben, eignet sich dafür perfekt! Für uns ist das ein großer Meilenstein für unterschiedliche Formen von Gemeinschaft – auf privater, kultureller und gewerblicher Ebene.“ </p>



<p>Das denkmalgeschützte Gebäude von Architekt Johann de Colle wurde 1888 als Brauhaus errichtet und ging vor einigen Jahren in den Besitz der Stadt Graz über. Das Breath Earth Collective hat es nun umfassend saniert – mit einem anmietbaren, 600 Quadratmeter großen Veranstaltungssaal im Erdgeschoß sowie Büro, Bibliothek, Besprechungsräumen und einem kostenlos nutzbaren Nachbarschaftsbüro, das Vereine und Interessent:innen aus dem gesamten Reininghaus gegen Voranmeldung nutzen können. Eine von ihnen ist Pauline Urban. Die 79-Jährige hat im Herbst 2022 den Reininghaus-Chor initiiert und nutzt die neue Tennenmälzerei jeden Mittwochabend zum Proben. </p>



<p>„Einerseits singen wir, einfach nur aus Freude am Gesang, mittlerweile sogar schon mit einem professionellen Chorleiter“, sagt Urban. „Andererseits tragen wir als 26-köpfige Gruppe dazu bei, dass sich in einem so neuen, jungen Stadtteil wie hier so etwas wie eine Kulturszene und eine kollektive Kraft formiert. Wir sind hierher gezogen als Pioniere, und ich sage meinen Leuten immer: Als Stadtmacher haben wir nicht nur Rechte, sondern auch Pflichten.“ Für 2025 ist der Reininghaus- Chor in Graz und Umgebung schon ein Dutzend Mal gebucht. Ein perfektes Beispiel für nachbarschaftliches Zamwachsen. Besser kann gelebte Gemeinschaft nicht sein.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://wohnungswirtschaft-heute.de/vom-zamwachsen-zambleiben-und-zamgarteln/">Vom Zamwachsen, Zambleiben und Zamgarteln</a> erschien zuerst auf <a href="https://wohnungswirtschaft-heute.de">Wohnungswirtschaft</a>.</p>
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		<title>Von der realen zur digitalen Öffentlichkeit</title>
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		<dc:creator><![CDATA[jweidemann]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 01 Oct 2025 07:42:52 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[WohnenPLUS]]></category>
		<category><![CDATA[Gemeinschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Interview]]></category>
		<category><![CDATA[Nachbarschaft]]></category>
		<category><![CDATA[öffentlicher Raum]]></category>
		<category><![CDATA[Stadtentwicklung]]></category>
		<category><![CDATA[WohnenPLUS AG 2-2025]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Sabine Knierbein spricht im Interview über das Zusammenwachsen der digitalen und der realen Welt im Bereich des öffentlichen Raums und über die Bedeutung von Gemeinschaft in der Stadt.— PETER REISCHER Sie befassen sich mit Stadtkultur und öffentlichem Raum. Wie würden Sie Ihren Forschungsbereich kurz beschreiben? Viele Menschen würden sagen – das ist Stadtforschung. Ich befasse [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p>Sabine Knierbein spricht im Interview über das Zusammenwachsen der digitalen und der realen Welt im Bereich des öffentlichen Raums und über die Bedeutung von Gemeinschaft in der Stadt.<br>— PETER REISCHER</p>



<p>Sie befassen sich mit Stadtkultur und öffentlichem Raum. Wie würden Sie Ihren Forschungsbereich kurz beschreiben?</p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p>Viele Menschen würden sagen – das ist Stadtforschung. Ich befasse mich wissenschaftlich mit Stadtentwicklung aus dem Blickwinkel der „urban studies“ (Internationale Urbanistik). Wir analysieren bei der Stadtentwicklung den Zusammenhang zwischen der gelebten und der gebauten Stadt. Ich unterrichte an der Fakultät für Architektur und Raumplanung, also geht es dabei um die gestaltende Disziplin in den Ingenieurwissenschaften. Wir vermitteln hier jedoch auch Ansätze, wie man Raum als menschliche Erfahrung verstehen kann, mit Perspektiven auch aus den Sozial- und Geisteswissenschaften. Also, zusammenfassend geht es um einen interdisziplinären Zugang, um Architekt:innen und Planenden unterschiedliche Raumverständnisse erklären zu können.</p>
</blockquote>



<p>Stadtkultur und öffentliche Räume sind sehr weitreichende Gebiete, wie weit fassen Sie diese Begriffe?</p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p>Wenn es um Stadtkultur geht, gibt es sehr viele verschiedene Zugänge. Unser Zugang ist der der Alltagskultur, weil das viel mit Stadtleben zu tun hat und sich daraus auch andere Formen der Stadtkultur entwickeln: Hochkultur, Subkultur etc.</p>
</blockquote>



<p>Gehen Sie da material- oder kontextbezogen vor?</p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p>Wir betrachten das Materielle nicht ohne das Relationale. Also nicht ohne die menschlichen Beziehungen.</p>
</blockquote>



<p>Ist der Begriff Öffentlicher Raum mit Gemeinschaft gleichzusetzen?</p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p>Wir würden das nicht gleichsetzen, denn Gemeinschaft kann ja auch die Gemeinschaft von einigen bedeuten, versus Gemeinschaft von allen oder vielen. Wir sprechen eher vom öffentlichen Leben als einem separaten Teil des Alltagslebens. Wenn man in die Politikwissenschaft schaut, sprechen wir über die öffentliche Meinungsbildung, die öffentliche Sphäre. In der Urbanistik haben wir einen starken Diskurs über Gemeinschaft – der Begriff ist umstritten, weil sich Gruppierungen oft in Abgrenzung zu anderen Gruppierungen als Gemeinschaft fühlen. Das ist für öffentliche Räume problematisch, weil das Abgrenzen zu In- und Exklusionen von Menschen führen kann.</p>
</blockquote>



<p>Was kann oder soll die Architektur und Stadtplanung zur Stadtkultur und Gemeinschaft beitragen?</p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p>Da gibt es mehrere Punkte: Die Demokratisierung – wir befassen uns zurzeit sehr stark mit dem Thema der Leerstände in Wien und welche Räume für Kunst und Kultur, also für das öffentliche Gemeinwesen und die Alltagsökonomie eröffnet werden könnten. Es geht aber auch um Inklusivität für alle möglichen Gemeinschaften. Das kann für Menschen, die man heute als neurodivers bezeichnet, sein. Das kann aber auch über sprachliche oder andere Barrieren hinweg gehen. Das Kriterium dafür ist die Offenheit der Räume und der in ihnen möglichen räumlichen Praktiken. Da sind die Erdgeschoßzonen, die Stiegenhäuser oder in den Gründerzeitbauten die Hinterhöfe sehr wichtig als Räume möglicher zivilgesellschaftlicher Aneignung.</p>
</blockquote>



<p>Gibt es einen Widerspruch zwischen Kultur, Gemeinschaft und Öffentlichkeit?</p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p>Je nachdem, wie man es auslegt. Prinzipiell sehe ich einen gemeinsamen Nenner bei den Begriffen öffentlicher Raum, öffentliches Leben und Stadtkultur, die setzen sich alle mit den unterschiedlichen Formen der Alltagskultur und des Alltagslebens in der Stadt auseinander. Der Begriff „Gemeinschaft“ kann da widerspruchslos integriert werden, wenn man ihn als offenen Begriff sieht. Wenn man ihn als Wertegemeinschaft versteht, die enge Grenzen zieht, kann es Widersprüche geben. Im öffentlichen Raum kann man einen demokratischen Grundkonsens über unterschiedliche eng gefasste Gemeinschaften hinweg ausverhandeln.</p>
</blockquote>



<p>Was überwiegt im öffentlichen Raum: Individualisierung oder Gemeinschaft?</p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p>Das Schöne an der Stadtentwicklung ist, dass wir diese Prozesse meistens gleichzeitig oder im Ping-Pong miteinander sehen. In den westlichen Gesellschaften zeichnen sich in den öffentlichen Räumen Individualisierungstendenzen ab, ebenso wie Konsumorientierung. Der öffentliche Raum wurde mit der Leipziger Charta (2005 von den EU-Innenminister:innen entwickelt) für Branding und Standortentwicklung sehr ökonomisch vereinnahmt. Die neue Leipziger Charta (2020) ist ein gewisser Pendelschlag in die Gegenrichtung, also eine auf neue Allianzen zwischen Zivilgesellschaft und Stadtverwaltung – eine Betonung auf Gemeinwohl und Gemeinwesen.</p>
</blockquote>



<p>Welche architektonischen Voraussetzungen sind nötig, um bei der Aneignung öffentlicher Räume durch die Zivilgesellschaft eine friedvolle Nutzung zu sichern?</p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p>Architektur, Städtebau, Raumplanung und Landschaftsarchitektur spielen da eine große Rolle. Aber sie können nicht alles gewährleisten, der Staat muss auch gewisse Regulierungen schaffen oder aufheben. Man sieht in Stadtentwicklungsgebieten (Sonnwendviertel), dass öffentliche, halbprivate Räume mit Stadtmöblierung zugestellt werden. Das ist nett gemeint, aber „too much“, ein bisschen Alibihandlung, weil man auch die Menschen selbst entscheiden lassen könnte: Was braucht so ein Raum an Möblierung und v. a. wer braucht welche Möblierung? Kollektive Großnarrative (etwa in Klassenunterschieden), die vor 30 Jahren noch Kraft hatten, zerfallen in kleinere, identitätspolitische Zuschreibungen. Somit wird Raumaneignung identitätsstiftender und Teil der Identitätskonstruktion.</p>
</blockquote>



<pre class="wp-block-preformatted infoblock-wohnenplus"><strong>Prof. Dr. Sabine Knierbein</strong><br>leitet den Forschungsbereich für Stadtkultur und öffentlicher Raum an der Fakultät für Architektur und Raumplanung der TU Wien. Sie unterrichtet zudem Internationale Urbanistik.</pre>



<p>Gibt es da Wertungen?</p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p>Das kann man analytisch betrachten – was bewirkt was? Ein gutes Beispiel ist das Guerillagardening. In Liesing hat man in der Nähe eines alten Gemeindebaus so ein Projekt angedacht, da haben die Menschen eine Unterschriftenaktion dagegen gestartet. Sie hatten Angst, dass da was Neues kommt und vielleicht ihr Bau abgerissen wird. Man sieht, dass solche Initiativen, je nach Bevölkerungsgruppe oder -gemeinschaft ganz unterschiedlich aufgefasst werden können.</p>
</blockquote>



<p>Gewalt im öffentlichen Raum, Aneignung durch nicht demokratische Gruppierungen?</p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p>Wir haben in unterschiedlichen Gebieten von Wien eine Studie gemacht, um festzustellen, wie der nichtdigitale und der digitale Zugang von Jugendlichen zum öffentlichen Raum ist. Über sozioökonomische und andere Merkmale hinweg. Und dabei festgestellt: Er ist gar nicht so unterschiedlich zwischen wohlsituierten und weniger gut situierten Jugendlichen. Bei der Polarisierung spielt Social Media auch bei der Aneignung öffentlicher Räume eine zentrale Rolle. Bevor man mit dem Finger auf diese Gruppen zeigt, sollte man sich als Stadtentwicklungsverantwortlicher erst anschauen, was beeinflusst diese Gruppen, wie sozialisieren sie sich. Da ist zum Beispiel die toxische Maskulinität, die über die sozialen Medien verbreitet wird, zu erwähnen.</p>
</blockquote>



<p>Sind kulturelle und geschichtliche Bildung eine wesentliche Voraussetzung für ein demokratisches Herangehen im Hinblick zur Nutzung öffentlicher Räume?</p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p>Diese Frage kann man gar nicht verneinen. Geschichtsbewusstsein ist zwingend notwendig, Geschichte wird heute teils aber anders entdeckt. Jugendliche zum Entdecken kluger Inhalte im Internet anzuleiten, gelingt der älteren Generation nicht, weil die älteren Generationen wenig, bis keine „literacy“ haben, wir sind quasi Analphabet: innen, was neue digitale Nutzungsmuster betrifft. Das ist eine große strukturelle Herausforderung.</p>
</blockquote>



<p>Können bauliche Maßnahmen helfen?</p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p>Ja, aber ich würde es immer auf Nutzungsprogramme von Bauten erweitern. Wir reden in der Raumplanung und Architektur viel über soziale Infrastrukturen. Das könnten vakante Räume sein, die für gemeinschaftliche Initiativen freigegeben werden, die vielleicht generationenübergreifende Schulungen zur digital literacy betreffen. Unser Zugang zu „Raum“ ist, dass es um gesellschaftliche Produktionsprozesse geht, die aus gesellschaftlichen Schritten und Verhandlungen erwachsen.</p>
</blockquote>



<p>Wird das Thema Stadtkultur in der politischen Agenda in Wien vernachlässigt?</p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p>Das muss man mit JA beantworten. Die Raumverfügbarkeit für derartige Initiativen ist meist wenig bis gar nicht gegeben. Stadtkultur ist immer ein Bereich der „Software“ von Stadtentwicklung, für die es Ressourcen geben muss (z. B. Referat für Soziokultur) und auch bei der „Hardware“, also beim Bereitstellen von leer stehenden Infrastrukturen gibt es Schwierigkeiten, die den Eigentumsbegriff betreffen.</p>
</blockquote>



<p>Wie kann man den Widerspruch zwischen materiellem/realem und digitalem öffentlichen Raum lösen?</p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p>Bei der Jugend gibt es diese Trennung nicht (mehr). Das Digitale ist real und das andere ist auch real. Vi(rtual)-Realspaces: Man nennt das vireale öffentliche Räume. Wenn sich junge Menschen außerhalb der Wohnung verabreden, ist der Ort zwar real, aber auch digital anpassbar. Wenn jetzt irgendwas nicht passt, geht die Gruppe einfach woanders hin, wo sie sich verabreden können. Diese neue Mobilität von jugendlichen Gruppen auch über Grätzlgrenzen hinweg hat diese vireale Welt neu ermöglicht, sie bleiben nicht mehr unbedingt allein in ihrem Grätzl.</p>
</blockquote>
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		<title>Gemeinsam schaffen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[jweidemann]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 01 Oct 2025 06:59:04 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[WohnenPLUS]]></category>
		<category><![CDATA[Nachbarschaft]]></category>
		<category><![CDATA[öffentlicher Raum]]></category>
		<category><![CDATA[sozialer Wohnungsbau]]></category>
		<category><![CDATA[Wien]]></category>
		<category><![CDATA[WohnenPLUS AG 2-2025]]></category>
		<category><![CDATA[Wohnungsbau]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Warum die Gestaltung und Nutzung gemeinschaftlicher Räume entscheidend für lebendige Nachbarschaften ist, hängt von einer Vielzahl an Umständen ab. Der Mensch steht im Zentrum, der Austausch und das kontinuierliche Angebot an eine aktive Teilhabe zählen zu den erforschten Erfolgsfaktoren.— SOPHIE ANGERHÖFER, realitylab GmbH Im geförderten Wiener Wohnbau werden Gemeinschaftsräume von Anfang an mitgedacht. Ob als [&#8230;]</p>
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<p>Warum die Gestaltung und Nutzung gemeinschaftlicher Räume entscheidend für lebendige Nachbarschaften ist, hängt von einer Vielzahl an Umständen ab. Der Mensch steht im Zentrum, der Austausch und das kontinuierliche Angebot an eine aktive Teilhabe zählen zu den erforschten Erfolgsfaktoren.<br>— SOPHIE ANGERHÖFER, realitylab GmbH</p>



<p>Im geförderten Wiener Wohnbau werden Gemeinschaftsräume von Anfang an mitgedacht. Ob als multifunktionaler Raum im Erdgeschoß, Dachterrassen, Gemeinschaftsküchen oder Urban- Gardening-Flächen: Sie sollen Begegnung ermöglichen, Nachbarschaften fördern und ein Gefühl von Zusammengehörigkeit schaffen. Doch während manche Gemeinschaftsräume und -flächen mit Leben erfüllt werden, verwaisen andere nach wenigen Monaten. Woran liegt das? Wie können diese Räume lebendig werden? Welche Konzepte braucht es dafür?</p>



<p>Diesen Fragen ging das Modul 107 der Freitag-Akademie für Führungskräfte der gemeinnützigen Bauträger mit dem Titel „Gemeinschaftsräume: Belebt oder verwaist?“ nach. Der Vortrag von Petra Hendrich von realitylab GmbH bietet nicht nur Einblicke in die Potenziale solcher Räume, sondern auch konkrete Hinweise, wie diese erfolgreich geplant, verwaltet und genutzt werden können.</p>



<pre class="wp-block-preformatted infoblock-wohnenplus"><strong>Funktionierende Räume brauchen …</strong><br>… eine gute Planung, die lernt: Räume müssen flexibel sein und sich den Bedürfnissen anpassen können. … Raum für Mitbestimmung: Bewohner:innen tragen mehr Verantwortung, wenn sie in die Organisation und Pflege von Gemeinschaftsräumen und -flächen eingebunden werden. … Organisation und Verwaltung: Eine klare Struktur hilft bei der langfristigen Nutzung. Das Buchungssystem muss auf die Nutzungsmöglichkeiten angepasst sein (Nutzungsregeln und Zugänglichkeit). Klare Rollen helfen bei der Instandhaltung der Räume, z. B. durch transparente Kommunikation der Aufgaben der Hausverwaltung sowie Ansprechpersonen. Dabei soll die Hilfe zur Selbsthilfe gefördert werden. Einfache Zeichen, wie ein verfügbarer Besen, drücken aus: Alle tragen dazu bei, dass der Raum ordentlich bleibt. … Gemeinschaftsbildung: Nur wo soziale Bindung entsteht, lebt auch der Raum. Das erfordert ein Kennenlernen der Räume und Bewohner:innen. Durch eine Begleitung der Nachbarschaft kann die Selbstorganisation von Anfang an aufgebaut und weiterentwickelt werden. … partizipative Planung: Verwaltung und Organisation muss schon in der Planung mitgedacht werden. Eine Gemeinschaft muss wachsen – das braucht Zeit, Ressourcen und Moderation. Digitale Werkzeuge können das Angebot sinnvoll ergänzen.</pre>



<h2 class="wp-block-heading">Funktionen hinterfragen</h2>



<p>Als Erstes gilt es zu hinterfragen, ob ein Raum tatsächlich ein Raum der Gemeinschaft sein soll oder vielmehr wohnungserweiternde Funktionen hat, wie ein Ort für die private Feier, als Homeoffice und Lernraum oder als Gästezimmer. Das hängt auch mit den Möglichkeiten der Hausverwaltung zusammen, diese Funktionen in ihrer Arbeit zu unterstützen und zu regeln. </p>



<p>Soll ein Raum tatsächlich zum Gemeinschaftsraum werden, dann ist er mehr als nur ein physischer Ort. Er ist eine Einladung zur Teilhabe, ein Möglichkeitsraum für Talente, Austausch und Zusammenarbeit. Damit wird er zu einem Ort, der entweder das soziale Gefüge stärkt oder – bei schlechter Umsetzung – zur Konfliktzone oder zum Geisterort verkommt.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Gelebte Nachbarschaft</h2>



<p>Da im geförderten Wohnbau die Menschen mehr oder weniger zufällig nebeneinander wohnen und eine Nachbarschaft bilden, bietet es sich an, genau über die gemeinsamen Räume das soziale Netzwerk aufzubauen. Die Einbindung der Nachbarschaft in die Planung, die Organisation oder die Verwaltung unterstützt diese Prozesse. Mitgestaltung schafft Identifikation und reduziert Konfliktpotenzial. </p>



<p>Neben Räumen können auch Freiflächen wie Gemeinschaftshochbeete einen vielversprechender Möglichkeitsraum in Nachbarschaften darstellen. Gemeinschaftlich genutzte Gärten können als physische und symbolische Verankerung gemeinsamer Werte wirken – vom ökologischen Bewusstsein bis zur sozialen Inklusion. Gleichzeitig stellen sie hohe Anforderungen an Organisation, Engagement und Pflege. Alle tragen Verantwortung und lernen von- und miteinander.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="768" src="https://wohnungswirtschaft-heute.de/wp-content/uploads/2025/10/040_1_MG_20240828_173619-1024x768.jpg" alt="" class="wp-image-57622" srcset="https://wohnungswirtschaft-heute.de/wp-content/uploads/2025/10/040_1_MG_20240828_173619-1024x768.jpg 1024w, https://wohnungswirtschaft-heute.de/wp-content/uploads/2025/10/040_1_MG_20240828_173619-300x225.jpg 300w, https://wohnungswirtschaft-heute.de/wp-content/uploads/2025/10/040_1_MG_20240828_173619-768x576.jpg 768w, https://wohnungswirtschaft-heute.de/wp-content/uploads/2025/10/040_1_MG_20240828_173619-150x113.jpg 150w, https://wohnungswirtschaft-heute.de/wp-content/uploads/2025/10/040_1_MG_20240828_173619-600x450.jpg 600w, https://wohnungswirtschaft-heute.de/wp-content/uploads/2025/10/040_1_MG_20240828_173619-696x522.jpg 696w, https://wohnungswirtschaft-heute.de/wp-content/uploads/2025/10/040_1_MG_20240828_173619-1392x1044.jpg 1392w, https://wohnungswirtschaft-heute.de/wp-content/uploads/2025/10/040_1_MG_20240828_173619-1068x801.jpg 1068w, https://wohnungswirtschaft-heute.de/wp-content/uploads/2025/10/040_1_MG_20240828_173619-265x198.jpg 265w, https://wohnungswirtschaft-heute.de/wp-content/uploads/2025/10/040_1_MG_20240828_173619.jpg 1400w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">Ein belebter Gemeinschaftsraum nützt dem sozialen Gefüge und dem Zusammenhalt in einem Wohnbau.</figcaption></figure>



<h2 class="wp-block-heading">Pflegen und nutzen</h2>



<p>Unter „Gemeinschaffen“ versteht realitylab, dass gemeinschaftliches Handeln Räume schafft. Dabei orientiert sich realitylab an der Commons-Theorie von Elinor Ostrom. Sie zeigt mit ihrer preisgekrönten Arbeit, dass zum nachhaltigen Funktionieren einer Ressource (z. B. Gemeinschaftsräume und -flächen) eine klare Gemeinschaft (z. B eine Hausgemeinschaft) nötig ist, die diese pflegt, nutzt und dafür bestimme, und selbstgesetzte Regeln und Organisationsformen entwickelt.</p>



<p>Gerade beim Beispiel der Urban- Gardening-Flächen zeigt sich, dass diese besonders gut funktionieren. Bei diesen Flächen ist meist klar: Jene, die mitmachen, kümmern sich um die Flächen. Sie bestimmen, wie diese genutzt werden. Die von Gesetzes wegen immer für alle zugänglich zu haltenden Gemeinschaftsflächen sind öfter konfliktreich oder von rücksichtsloser, im schlimmsten Fall zerstörerischer Nutzung betroffen. Es gibt keine oder kaum Möglichkeiten, verbindliche Regeln und Sanktionen zu setzen und so den Kreis der Nutzer:innen auf jene einzuschränken, die sich dem Erhalt der Ressource Gemeinschaftsraum verpflichtet fühlen.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Analog und digital</h2>



<p>Digitale Räume spielen zunehmend eine Rolle. Plattformen zur Raumreservierung, Foren für Nachbarschaftsprojekte, wie beunity, oder WhatsApp- Gruppen ergänzen die physischen Treffpunkte und ermöglichen niederschwellige Kommunikation und Organisation. Auch hier gilt – digitale Räume brauchen Nutzungsregeln, die von allen Beteiligten getragen und (weiter) entwickelt werden. Fazit : „Es kann gelingen …“ – Gemeinschaft ist machbar, wenn man sie gestaltet.</p>
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		<title>Mehr als vier Wände</title>
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		<dc:creator><![CDATA[jweidemann]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 30 Sep 2025 20:01:11 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[WohnenPLUS]]></category>
		<category><![CDATA[bezahlbares Wohnen]]></category>
		<category><![CDATA[Gemeinnützig]]></category>
		<category><![CDATA[Nachbarschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Quartier]]></category>
		<category><![CDATA[Wien]]></category>
		<category><![CDATA[WohnenPLUS AG 2-2025]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Nicht nur die Leistbarkeit zählt, auch das gute Miteinander. Das Stärken des Quartiersgedanken und eine gesamtheitliche Sicht der Dinge sind dafür wichtige Grundpfeiler. Wurde Harry Glück, dem schon in den 1970er-Jahren viel an Freizeitangeboten und Gemeinschaftseinrichtungen – am berühmtesten seine Dachschwimmbäder – gelegen war, zunächst von Teilen der Kolleg:innenschaft noch belächelt, so ist sein Konzept, [&#8230;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p>Nicht nur die Leistbarkeit zählt, auch das gute Miteinander. Das Stärken des Quartiersgedanken und eine gesamtheitliche Sicht der Dinge sind dafür wichtige Grundpfeiler.</p>



<p>Wurde Harry Glück, dem schon in den 1970er-Jahren viel an Freizeitangeboten und Gemeinschaftseinrichtungen – am berühmtesten seine Dachschwimmbäder – gelegen war, zunächst von Teilen der Kolleg:innenschaft noch belächelt, so ist sein Konzept, dass der Mensch mehr braucht als vier Wände und ein Dach über dem Kopf, heute komplett rehabilitiert. Er nannte als wesentliche Bedürfnisse des Menschen unter anderem jene nach Naturkontakt, Geselligkeit, freier Aussicht, nach Wassernähe und Möglichkeiten zu physischer wie kreativer Betätigung. </p>



<p>Die von ihm und der Stadtplanerin Helga Fassbinder initiierte Biotope City am Wienerberg, die 2020, vier Jahre nach seinem Tod bezogen wurde, setzt diese Intentionen auf zeitgemäße Weise im ganzen Quartier um. Mannigfaltige Gemeinschaftsbereiche, etwa die Dachterrasse mit Pool, Hochbeete und Aussicht über die ganze Stadt auf dem Gebäude der Wien-Süd tragen zur Gemeinschaftsbildung bei. Wesentlichen Anteil am Gelingen dieser „nachhaltigen Stadt“ hat das Quartiersmanagement durch die Caritas Stadtteilarbeit, welche die Aneignung und Nutzung dieser Angebote durch die Bewohner: innen begleitet hat. </p>



<p>Auch beim etwa 26 Hektar großen Areal „Oberes Hausfeld“ im 22. Wiener Gemeindebezirk steht dieser umfassende Blick auf die Quartiersqualität im Fokus. 2020 wurde ein Quartiersbeirat eingerichtet, um Sorge zu tragen, dass die vereinbarten Qualitäten nicht im Zuge der Umsetzung verloren gehen.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Umfassende Betrachtung</h2>



<p>Das erarbeitete Regelwerk reicht von einem abgestimmten Farb- und Materialkonzept, das dem Quartier ein harmonisches Gesicht und gezielte Akzentuierungen verleiht, über ein abgestimmtes Freiraumkonzept und ein Mobilitätskonzept, das unter anderem den ruhenden Individualverkehr in Sammelgaragen an den Rändern bündelt, bis hin zur Optimierung umweltplanerischer Aspekte. Wie die Biotope City wurde auch dieses Areal umfassend unter dem Aspekt der Klimawandelanpassung betrachtet und von der städtebaulichen Ebene bis hin zum einzelnen Gebäude von mikroklimatischen Simulationen begleitet, um frühzeitig vorzubeugen, dass später Hitzeinsel oder Windschneisen entstehen.</p>



<p>Die Wien-Süd errichtet in der ersten Bauetappe dieses in drei Abschnitten bis 2030 entstehenden Vorzeige- Quartiers zwei Wohnhausanlagen. Auf Baufeld A werden 305 Wohnungen, davon 75 Prozent geförderte Mietwohnungen entstehen (Architektur HD Architekten, Landschaft: Karin Standler). Auf dem Baufeld K.1 entstehen 120 geförderte Mietwohnungen (Architektur: Atelier 4 architects, Landschaft: Atelier Kandl). Für die Bildung einer guten Hausgemeinschaft soll das Angebot für Urban Gardening ebenso sorgen wie jeweils ein Schwimmbad auf dem Dach. „Mit dem Augenmerk auf alle vier Säulen der Nachhaltigkeit wird bei der Errichtung dieses Wohnquartiers umfassend umgesetzt, was sozialer, leistbarer, gemeinnütziger Wohnbau leisten kann, um eine erstklassige Wohnqualität zu schaffen, die weit über jene privater Investor:innenprojekte hinausgeht“, ist Andreas Weikhart, Vorstandsvorsitzender der Wien-Süd, überzeugt.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://wohnungswirtschaft-heute.de/mehr-als-vier-waende/">Mehr als vier Wände</a> erschien zuerst auf <a href="https://wohnungswirtschaft-heute.de">Wohnungswirtschaft</a>.</p>
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		<item>
		<title>Die Tücken des Baurechts &#8211; Einige Urteile zu einem überaus heiklen Thema</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Gerd Warda]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 23 Sep 2025 16:34:36 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[architektur]]></category>
		<category><![CDATA[architektur Titelstory]]></category>
		<category><![CDATA[architektur. Ausgabe 13]]></category>
		<category><![CDATA[Baurecht]]></category>
		<category><![CDATA[Genehmigungsverfahren]]></category>
		<category><![CDATA[Nachbarschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Recht]]></category>
		<category><![CDATA[Urteile]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Das Baurecht hat es mit vielen Fallkonstellationen zu tun. Das Spektrum reicht von dem Verbot „wilden“ Bauens über den Denkmal- und Umweltschutz bis hin zur Erteilung bzw. Verweigerung von Baugenehmigungen. Häufig geht es für die Betroffenen dabei um vieles – schlimmstenfalls um den Abriss eines bereits gebauten Gebäudes. Der Infodienst Recht und Steuern der LBS [&#8230;]</p>
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<p>Das Baurecht hat es mit vielen Fallkonstellationen zu tun. Das Spektrum reicht von dem Verbot „wilden“ Bauens über den Denkmal- und Umweltschutz bis hin zur Erteilung bzw. Verweigerung von Baugenehmigungen. Häufig geht es für die Betroffenen dabei um vieles – schlimmstenfalls um den Abriss eines bereits gebauten Gebäudes. Der Infodienst Recht und Steuern der LBS stellt in seiner Extra-Ausgabe einige Baurechtsurteile vor.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Nutzungsuntersagung, aber gesetzliche Kündigungsfrist beachten</h2>



<p>Es kommt immer wieder vor, dass die Baubehörde eine Nutzungsuntersagung für eine bestimmte Immobilie ausspricht. Im konkreten Fall wurde dies gegenüber Mietern einer Wohnung getan, weil ein Grenzabstandsverstoß vorlag. </p>



<p>Das <strong>Oberverwaltungsgericht Niedersachsen (Aktenzeichen 1 ME 158/24)</strong> entschied, dass den Mietern allerdings eine Frist zur Befolgung eingeräumt werden müsse, die der gesetzlichen Kündigungsfrist entspreche.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Sisha-Bar im Wohngebiet</h2>



<p>Bevor in einem allgemeinen Wohngebiet eine Baugenehmigung für eine Sisha-Bar erteilt wird, muss von der Baugenehmigungsbehörde geprüft werden, ob dieses Vorhaben dem Gebot der Rücksichtnahme auf die Nachbarschaft gerecht wird. </p>



<p>Unter anderem kann dazu nach Ansicht des <strong>hessischen Verwaltungsgerichtshofes (Aktenzeichen 4 B 1729/24)</strong> ein Prognosegutachten über den möglichen Lärm erstellt werden. Auch Vorgaben und Auflagen sind denkbar, die den zu erwartenden Lärm mindern.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Wer zuerst kommt….</h2>



<p>Im Baurecht spielt es bei der Genehmigung von Bauvorhaben durchaus eine Rolle, wer zuerst da war und deswegen auf die älteren Ansprüche verweisen kann. So hob das <strong>Verwaltungsgericht Düsseldorf (Aktenzeichen 4 K 8859/22)</strong> eine Baugenehmigung für ein Wohngebäude auf, weil etwaige Lärmkonflikte mit dem bereits seit Langem bestehenden Biergarten nicht geprüft wurden. </p>



<p>(Weiterer <strong>Hinweis:</strong> Da das Urteil vom 26.08.2024 stammt und als „Nachfolgeinstanz“ das <strong>Oberverwaltungsgericht NRW, Aktenzeichen 10 A 2039/24</strong> angegeben ist, gehen wir davon aus, dass das VG-Urteil noch nicht rechtskräftig ist. Dies konnten wir aber nicht verifizieren.)</p>



<h2 class="wp-block-heading">Wenn Schiffe stören..</h2>



<p>Manche Nachbarschaften sind von ganz bestimmten äußeren Umständen geprägt. Von einer Anlegestelle für Fahrgastschiffe etwa gehen erfahrungsgemäß gewisse Licht- und Lärm-Emissionen aus. Ein Anlieger wandte sich gegen die Planungsgenehmigung. </p>



<p>Das <strong>Verwaltungsgericht Trier (Aktenzeichen 9 K 3716/24)</strong> entschied, das sei umgebungsbedingt hinzunehmen. Die Gesamtbelastung sei „als nicht relevant anzusehen“, da die Umgebung in der sich das Wohnhaus befindet, seit Jahren durch den intensiven Schiffsverkehr und Publikumsandrang geprägt sei.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Baurecht und Nachbarschaft</h2>



<p>Wer ist eigentlich ein Nachbar? Das ist eine Frage, die sich im Baurecht immer wieder stellt. Der <strong>Verwaltungsgerichtshof München (Aktenzeichen 1 ZB 23.2316)</strong> stellte klar, dass nicht nur unmittelbar an ein Baugrundstück grenzende Anwesen dafür in Frage kommen, sondern auch andere Grundstücke, die in relevanter Weise im Einwirkungsbereich des Vorhabens liegen. Wichtig ist, ob belastende Auswirkungen auf die Nachbarn zu befürchten sind.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Genehmigung nur bei vollständigen Bauunterlagen</h2>



<p>Für das Erteilen einer Baugenehmigung sind gewisse Voraussetzungen unabdingbar. Wenn Bauvorlagen fehlen oder unvollständig sind, so dass Gegenstand und Umfang des Vorhabens gar nicht genau zu bestimmen sind, dann ist die Genehmigung aufzuheben. </p>



<p>Das <strong>Verwaltungsgericht München (Aktenzeichen M 1 SN 25.993)</strong> befand, aufgrund der Unvollständigkeit der Unterlagen könne die Verletzung von Nachbarrechten nicht ausgeschlossen werden.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Barrierefrei gilt auch für Türschwellen</h2>



<p>In einer alternden Gesellschaft spielt die Barrierefreiheit von Immobilien eine zunehmend größere Rolle. Wenn eine Baubeschreibung vorsieht, dass eine Wohnung im Erdgeschoss barrierefrei errichtet werden soll, dann betrifft das selbstverständlich auch die Höhe der Türschwellen einer zum Gemeinschaftseigentum gehörenden Terrasse.</p>



<p>Acht Zentimeter seien zu hoch, urteilte das <strong>Oberlandesgericht Brandenburg (Aktenzeichen 10 U 54/24).</strong></p>



<h2 class="wp-block-heading">Wenn „gewichtige Gründe“ vorliegen</h2>



<p>Bei anerkannten Baudenkmälern ist planungsrechtlich dem Grundsatz nach von einem Erhaltungsinteresse auszugehen. Regelmäßig liegen demnach „gewichtige Gründe“ vor, den bisherigen Zustand beizubehalten. </p>



<p>Das <strong>Verwaltungsgericht Augsburg (Aktenzeichen 5 K 23.933)</strong> stellte fest, lediglich bei unbedeutenden Baudenkmälern oder bei minimalen Beeinträchtigungen seien solche gewichtigen Gründe zu verneinen. Der Einschätzungen des Landesamts für Denkmalpflege komme dabei erhebliche Bedeutung dazu.</p>



<p>Dr. Ivonn Kappel</p>
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		<title>BGH: keine Höhenbegrenzung für Bambushecke</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Gerd Warda]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 16 Sep 2025 18:32:57 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Betriebskosten aktuell]]></category>
		<category><![CDATA[Betriebskosten aktuell AG97]]></category>
		<category><![CDATA[BGH]]></category>
		<category><![CDATA[Hecke]]></category>
		<category><![CDATA[Nachbarschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Recht]]></category>
		<category><![CDATA[Urteile]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Der Bundesgerichtshof hat mit Urteil vom 28. März 2025 (Az.: V ZR 185/23) entschieden, dass es im Landesnachbarrecht keine allgemeine, von der konkreten Ausgestaltung im Landesnachbargesetz unabhängige Höhenbegrenzung für Hecken gibt. Sachverhalt: Die Parteien sind Eigentümer benachbarter Grundstücke in Hessen. Auf dem Grundstück der Beklagten befindet sich seit den 1960er Jahren entlang der gemeinsamen Grundstücksgrenze [&#8230;]</p>
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<p>Der Bundesgerichtshof hat mit Urteil vom <strong>28. März 2025 (Az.: V ZR 185/23)</strong> entschieden, dass es im Landesnachbarrecht keine allgemeine, von der konkreten Ausgestaltung im Landesnachbargesetz unabhängige Höhenbegrenzung für Hecken gibt.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Sachverhalt:</h2>



<p>Die Parteien sind Eigentümer benachbarter Grundstücke in Hessen. Auf dem Grundstück der Beklagten befindet sich seit den 1960er Jahren entlang der gemeinsamen Grundstücksgrenze eine Aufschüttung, die durch eine 28 m lange Mauer aus Betonprofilen (L-Steinen) abgestützt wird. </p>



<p>Im Jahr 2018 pflanzte die Beklagte auf der Aufschüttung Bambus an und verbaute zum klägerischen Grundstück hin eine Rhizomsperre. Der Bambus hat zwischenzeitlich eine Höhe von mindestens sechs bis sieben Metern erreicht.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Bisheriger Prozessverlauf:</h2>



<p>Mit seiner Klage verlangt der Kläger – soweit noch von Interesse – den Rückschnitt des Bambus auf eine Wuchshöhe von drei Metern, gemessen vom Bodenniveau des klägerischen Grundstücks. Das Landgericht hat der Klage stattgegeben. </p>



<p>Auf die Berufung der Beklagten hat das Oberlandesgericht sie abgewiesen, und zwar auch hinsichtlich des von dem Kläger im Berufungsverfahren zusätzlich gestellten Antrags, die Beklagte zu verurteilen, es zukünftig zu unterlassen, den Bambus über eine Wuchshöhe von drei Metern, gemessen vom Geländeniveau des Klägers, hinauswachsen zu lassen. Mit der von dem Bundesgerichtshof insoweit zugelassenen Revision verfolgt der Kläger die zuletzt gestellten Klageanträge weiter.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Die Entscheidung des Bundesgerichtshofs:</h2>



<p>Der unter anderem für das Nachbarrecht zuständige V. Zivilsenat des Bundesgerichtshofs hat das Berufungsurteil im Ergebnis wegen eines Verfahrensfehlers aufgehoben und die Sache zur neuen Verhandlung und Entscheidung an das Oberlandesgericht zurückverwiesen. Dem liegen folgende Überlegungen zugrunde:</p>



<p>Hält ein Grundstückseigentümer bei einer Anpflanzung die im Landesnachbarrecht vorgeschriebenen Grenzabstände nicht ein, kann dem Nachbarn aus <strong><a href="https://www.gesetze-im-internet.de/bgb/__1004.html">§ 1004 Abs. 1 Satz 1 BGB</a></strong> ein Anspruch auf Beseitigung der sich daraus für ihn ergebenden Eigentumsbeeinträchtigung zustehen, der regelmäßig durch den Rückschnitt der Pflanzen zu erfüllen ist. Für Hecken sieht § 43 Abs. 2 des hessischen Nachbarrechtsgesetzes (NachbG HE) einen solchen Rückschnittanspruch ausdrücklich vor; dass auch der Bambus eine Hecke bilden kann, entspricht allgemeiner Ansicht, da es auf die botanische Zuordnung zu den Gehölzen insoweit nicht ankommt.</p>



<p>Allerdings macht das hessische Nachbarrecht Höhenvorgaben für Hecken nur für den Bereich bis zu 0,75 Metern von der Grundstücksgrenze. Nach <strong>§ 39 Abs. 1 NachbG HE</strong> ist bei dem Anpflanzen lebender Hecken mit bis zu 1,2 m Höhe ein Abstand von 0,25 m, mit bis zu zwei Metern Höhe ein Abstand von 0,5 m und mit über zwei Metern Höhe ein Abstand von 0,75 m von dem Nachbargrundstück einzuhalten.</p>



<p>Eine allgemeine, von diesen Vorgaben unabhängige Höhenbegrenzung kann auch nicht, wie noch von dem Landgericht in erster Instanz angenommen und teilweise in Rechtsprechung und Literatur vertreten, aus dem Begriff der Hecke abgeleitet werden. Dem Begriff der Hecke im Sinne der Landesnachbargesetze ist eine Höhenbegrenzung nicht immanent. Entscheidend für die Einordnung als Hecke ist vielmehr, ob die Anpflanzungen im Einzelfall nach dem äußeren Erscheinungsbild bei einer natürlichen Betrachtungsweise einen geschlossenen Eindruck als Einheit mit einem Dichtschluss sowie einer Höhen- und Seitenbegrenzung vermitteln. </p>



<p>Gegen die Annahme einer begrifflichen Höhenbegrenzung für Hecken spricht bereits der allgemeine Sprachgebrauch. Nach diesem werden Hecken eher funktionell durch die von ihnen erzielte Abgrenzungs- und Schutzfunktion definiert, ohne diese Funktionen zugleich mit einer Höhenbegrenzung in Verbindung zu bringen. Auch systematisch wäre es nicht überzeugend, wenn eine Hecke, die über eine bestimmte Höhe hinauswächst, nicht mehr als Hecke, sondern als Solitärgewächs behandelt und den insoweit geltenden Abstandsvorschriften unterworfen werden müsste. Die Annahme, es bestehe dann ein Anspruch darauf, die nunmehr aufgrund ihrer Höhe als Solitärgewächs anzusehende Anpflanzung auf eine Höhe zurückzuschneiden, bei der sie wieder als Hecke anzusehen ist, wäre zudem zirkulär.</p>



<p>Vor allem aber widerspräche es der Aufgabenverteilung zwischen Gesetzgeber und Gerichten, in ein Landesnachbargesetz, das – wie hier <strong>§ 39 NachbG HE</strong> – ab einem bestimmten Grenzabstand keine Vorgaben für die zulässige Höhe einer Hecke macht, eine solche Höhenbegrenzung – etwa auf drei Meter – durch ein bestimmtes Verständnis des Begriffs der Hecke hineinzulesen. Aufgrund der Gewaltenteilung ist es vielmehr Aufgabe des Gesetzgebers, eine Höhenbegrenzung oder weitergehende Abstandsvorschriften für hochwachsende Hecken im Rahmen der ihm zustehenden Einschätzungsprärogative festzulegen. Davon haben einige Landesgesetzgeber auch Gebrauch gemacht; dass der hessische Landesgesetzgeber eine andere Regelung getroffen hat, haben die Gerichte zu respektieren. </p>



<p>Etwaigen Härten infolge von besonderen Umständen des Einzelfalls kann unter Rückgriff auf das nachbarliche Gemeinschaftsverhältnis Rechnung getragen werden. Mit Hilfe dieser Rechtsfigur können allerdings nur ungewöhnlich schwere und nicht mehr hinzunehmende Beeinträchtigungen des Nachbargrundstücks, die von einer hohen Hecke ausgehen, abgewehrt werden.</p>



<p>Das Berufungsurteil war aber deshalb aufzuheben, weil seine Feststellung, die mindestens sechs bis sieben Meter hoch gewachsene Bambushecke wahre den nach <strong><a href="https://www.rv.hessenrecht.hessen.de/bshe/document/jlr-NachbGHE1962pP39">§ 39 Abs. 1 Nr. 1 NachbG HE</a></strong> einzuhaltenden Grenzabstand von 0,75 m, von einem Verfahrensfehler beeinflusst ist. Das Berufungsgericht ist zu Unrecht davon ausgegangen, dass der Kläger die Einhaltung des vorgeschriebenen Grenzabstandes zugestanden habe. Das Berufungsgericht wird daher nunmehr Feststellungen zum Abstand der Hecke von der Grenze zu treffen haben.</p>



<p>Für den Fall, dass die Hecke den Grenzabstand von 0,75 m unterschreiten sollte, war die umstrittene Rechtsfrage zu klären, von wo aus die Höhe zu messen ist, wenn die Hecke – wie hier – auf einem höher gelegenen Grundstück angepflanzt ist. Der Bundesgerichtshof hat diese Frage dahin beantwortet, dass, wenn eine Hecke auf einem Grundstück gepflanzt wird, das höher liegt als das Nachbargrundstück, die nach § 39 Abs. 1 NachbG HE zulässige Heckenhöhe grundsätzlich von der Stelle aus zu messen ist, an der die Anpflanzungen aus dem Boden austreten. Durch die gegenteilige Sichtweise würden die Rechte des Eigentümers aus den <a href="https://www.gesetze-im-internet.de/bgb/__903.html">§§ 903 BGB</a> und <a href="https://www.gesetze-im-internet.de/bgb/__905.html">§§ 905 BGB</a> nicht angemessen berücksichtigt. </p>



<p>Ein Messpunkt auf dem tiefer gelegenen Grundstück hätte zur Folge, dass die Bepflanzung auf dem höher gelegenen Grundstück stets niedriger sein müsste als die auf dem unteren Nachbargrundstück erlaubte. Bei Geländestufen von über zwei Metern wäre eine Heckenbepflanzung auf dem höher gelegenen Grundstück innerhalb eines Abstands von 0,75 m sogar gänzlich ausgeschlossen.</p>



<p>Der Grundsatz, dass es für die Bestimmung der zulässigen Höhe einer auf dem höhergelegenen Grundstück angepflanzten Hecke auf dessen Bodenniveau ankommt, bedarf aber einer Einschränkung bei ersichtlicher Umgehung der landesnachbarrechtlich einzuhaltenden Abstandsvorschriften. Insoweit ist der anpflanzende Grundstückseigentümer nicht schutzbedürftig. Erfolgt im zeitlichen Zusammenhang mit der Anpflanzung eine (künstliche) Erhöhung des Grundstücksniveaus im Bereich der Grundstücksgrenze, ist daher abweichend von dem genannten Grundsatz das ursprüngliche Geländeniveau maßgeblich. Das ist hier jedoch nicht der Fall, weil die Aufschüttung auf dem Grundstück der Beklagten schon vor Jahrzehnten erfolgt ist.</p>



<p>Dr. Peter Hitpaß<br>VNW Beauftragter für Partnermitglieder</p>



<p>Quelle: PM des BGH vom 28. März 2025</p>
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		<title>VNW-Direktor Andreas Breitner: &#8222;Wenn der Frieden in der Nachbarschaft stirbt, sterben auch Lebensqualität und Gemeinsinn.&#8220;</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Gerd Warda]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 13 May 2025 18:39:14 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[heute.]]></category>
		<category><![CDATA[Andreas Breitner]]></category>
		<category><![CDATA[heute. Ausgabe 200]]></category>
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		<category><![CDATA[Nachbarschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Quartier]]></category>
		<category><![CDATA[Soziales]]></category>
		<category><![CDATA[vnw]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>In vielen Wohnquartieren norddeutscher Wohnungsunternehmen haben sich in den vergangenen zehn Jahren die sozialen Konflikte verschärft. Es mangelt vermehrt an Toleranz unter den Mietern. Gegenüber Ordnung, Sicherheit und Sauberkeit wächst die Gleichgültigkeit. Zugenommen haben zudem Altersarmut und Isolation. Eine Durchmischung belasteter Quartiere ist kaum noch möglich, weil nur wenige Menschen wegziehen. Das sind die zentralen [&#8230;]</p>
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<p>In vielen Wohnquartieren norddeutscher Wohnungsunternehmen haben sich in den vergangenen zehn Jahren die sozialen Konflikte verschärft. Es mangelt vermehrt an Toleranz unter den Mietern. Gegenüber Ordnung, Sicherheit und Sauberkeit wächst die Gleichgültigkeit. Zugenommen haben zudem Altersarmut und Isolation. Eine Durchmischung belasteter Quartiere ist kaum noch möglich, weil nur wenige Menschen wegziehen.</p>



<p>Das sind die zentralen Ergebnisse einer aktuellen Kurzumfrage unter den VNW-Mitgliedsunternehmen. Demnach bejahten 75 Prozent der Unternehmen die Frage, ob die Zahl der sozialen Konflikte unter der Bewohnerschaft in den vergangenen zehn Jahren gestiegen sei.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Soziale Vermieter müssen vermehrt gesellschaftliche Problem lösen</h2>



<p>„Wenn der Frieden in der Nachbarschaft stirbt, sterben auch Lebensqualität und Gemeinsinn. Die vorstehende Halsschlagader darf nicht das Erkennungszeichen für nachbarschaftlichen Dialog werden. VNW-Unternehmen verstehen sich als soziale Vermieter“, sagt Andreas Breitner, Direktor des Verbands norddeutscher Wohnungsunternehmen (VNW).</p>



<p>„Sie bieten Menschen unabhängig von ihrer Herkunft und ihrem sozialen Status eine sichere und bezahlbare Wohnung zur Miete an. Allerdings erleben unsere Unternehmen, dass immer mehr Kommunen bei staatlichen Hilfsmaßnahmen kürzen und so die Lösung gesellschaftlicher Probleme auf die Vermieter abwälzen.“</p>



<p>So berichteten die Unternehmen von gestiegenen Herausforderungen, weil unterschiedliche Kulturen in den Quartieren zusammenlebten, sagt VNW-Direktor Andreas Breitner. Hausordnungen würden nicht eingehalten, und es nehme Gleichgültigkeit gegenüber Ordnung, Sicherheit und Sauberkeit zu, was auch zu einer zunehmenden Vermüllung von Gemeinschaftsflächen führe.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Konflikte werden seltener untereinander im Gespräch gelöst</h2>



<p>Ferner fehle unter den Mietern vermehrt die Toleranz dem Anderen gegenüber. Konflikte würden seltener untereinander im Gespräch gelöst. Stattdessen werde der Vermieter früh eingeschaltet. Dabei seien Erwartungshaltung einiger Mieter an eine Lösung des Konflikts in ihrem Sinne sehr hoch.</p>



<p>Werde der Konflikt dann nicht unverzüglich gelöst oder es sei auf Basis des Mietvertrages keine Hilfe möglich, wachse die Enttäuschung, so der VNW-Direktor.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Menschen weniger zu nachbarschaftlicher Hilfe bereit</h2>



<p>„Diese Entwicklung geht einher mit einem Rückgang an Bereitschaft zu nachbarschaftlicher Hilfe. Es gibt weniger Interesse an einem ehrenamtlichen Engagement.“ Zugleich werde mehr vom Vermieter erwartet. Die Ansprüche an den Zustand, die Lage und die Größe der Wohnung im Verhältnis zur (teils sehr geringen) Grundmiete seien deutlich gestiegen.</p>



<p>Nach den Worten von VNW-Direktor Andreas Breitner haben Altersarmut und damit verbunden Angst sowie Isolation und Vereinsamung in den vergangenen zehn Jahren zugenommen.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Soziale Durchmischung in einigen Quartieren kaum mehr möglich</h2>



<p>In einigen Quartieren sei eine soziale Durchmischung kaum mehr möglich, stellt VNW-Direktor Andreas Breitner fest. „Weil kaum jemand umzieht, gibt es wenige Möglichkeiten, die Nachbarschaft zu stabilisieren. Betroffen sind vor allem Bestände mit einer hohen Zahl an Belegungsbindungen.“</p>



<figure class="wp-block-pullquote"><blockquote><p>„Bei aller Notwendigkeit, sparsam mit dem Steuergeld umzugehen: Wer bei Hilfsangeboten im Bereich des Wohnens spart, legt die Axel an den Zusammenhalt in unserem Land.“</p><cite>VNW-Direktor Andreas Breitner</cite></blockquote></figure>



<p>„Die Probleme sollten allen eine Warnung sein. Unser Land braucht Zuwanderung“, sagt VNW-Direktor Andreas Breitner. „Allerdings benötigen wir auch mehr Ehrlichkeit im Umgang mit den damit einhergehenden Problemen. Es gibt viele Erfolgsgeschichten – aber eben auch viele Menschen, denen die Integration in unsere Gesellschaft schwerfällt.“</p>



<p>Wenn der Staat sich aus den Quartieren zurückziehe, gefährde er den sozialen Frieden in unserer Gesellschaft, sagt der VNW-Verbandsdirektor. „Bei aller Notwendigkeit, sparsam mit dem Steuergeld umzugehen: Wer bei Hilfsangeboten im Bereich des Wohnens spart, legt die Axel an den Zusammenhalt in unserem Land.“</p>



<p>Der Verband norddeutscher Wohnungsunternehmen (VNW) vertritt in Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein insgesamt 463 Wohnungsgenossenschaften und Wohnungsgesellschaften. In den von ihnen verwalteten 775.000 Wohnungen leben rund zwei Millionen Menschen. Die durchschnittliche Nettokaltmiete pro Quadratmeter liegt bei den VNW-Unternehmen bei 6,59 Euro. Der VNW ist der Verband der Vermieter mit Werten.</p>



<p>Oliver Schirg,</p>
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		<title>25 Jahre Preis Soziale Stadt: Engagement für den Zusammenhalt in den Quartieren gewürdigt</title>
		<link>https://wohnungswirtschaft-heute.de/25-jahre-preis-soziale-stadt-engagement-fuer-den-zusammenhalt-in-den-quartieren-gewuerdigt/?utm_source=rss&#038;utm_medium=rss&#038;utm_campaign=25-jahre-preis-soziale-stadt-engagement-fuer-den-zusammenhalt-in-den-quartieren-gewuerdigt</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Gerd Warda]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 13 May 2025 18:36:54 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[heute.]]></category>
		<category><![CDATA[Auszeichnung]]></category>
		<category><![CDATA[GdW]]></category>
		<category><![CDATA[Gedaschko]]></category>
		<category><![CDATA[heute. Ausgabe 200]]></category>
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		<category><![CDATA[Nachbarschaft]]></category>
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		<category><![CDATA[Stadtentwicklung]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Am 6. Mai 2025 wurden in Berlin fünf herausragende Projekte mit dem „Preis Soziale Stadt“ ausgezeichnet. Die Preisverleihung markiert zugleich ein besonderes Jubiläum: Seit 25 Jahren würdigt der Wettbewerb Initiativen, die sich für gesellschaftlichen Zusammenhalt und ein lebendiges Miteinander in Stadtquartieren einsetzen. Auch in diesem Jahr zeigt sich: Die Komplexität städtischer Herausforderungen lässt sich am [&#8230;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p>Am 6. Mai 2025 wurden in Berlin fünf herausragende Projekte mit dem „Preis Soziale Stadt“ ausgezeichnet. Die Preisverleihung markiert zugleich ein besonderes Jubiläum: Seit 25 Jahren würdigt der Wettbewerb Initiativen, die sich für gesellschaftlichen Zusammenhalt und ein lebendiges Miteinander in Stadtquartieren einsetzen. Auch in diesem Jahr zeigt sich: Die Komplexität städtischer Herausforderungen lässt sich am besten gemeinsam, vor Ort und mit innovativen Ansätzen bewältigen.</p>



<p>Der Wettbewerb ist eine Gemeinschaftsinitiative des AWO Bundesverbands, des Deutschen Städtetags, des Spitzenverbands der Wohnungswirtschaft GdW, des Deutschen Mieterbundes sowie des vhw Bundesverbands für Wohnen und Stadtentwicklung. Im Mittelpunkt des Wettbewerbs stehen Projekte kommunaler Institutionen, Wohnungsunternehmen, Wohlfahrtsverbände und zivilgesellschaftlicher Organisationen, die mit integrativen und innovativen Ansätzen für mehr Lebensqualität in Quartieren sorgen.</p>



<p>„Seit 25 Jahren zeigt der Preis Soziale Stadt eindrucksvoll, was möglich ist, wenn Menschen aus Wohnungswirtschaft, Kommunen, Zivilgesellschaft und Nachbarschaft gemeinsam Verantwortung übernehmen. Die ausgezeichneten Projekte sind nicht nur Orte gelebter Solidarität, sondern auch Mutmacher in herausfordernden Zeiten. </p>



<p>Gerade jetzt, wo gesellschaftlicher Zusammenhalt, Integration und Teilhabe vor neuen Belastungsproben stehen, braucht es diese Leuchttürme, die zeigen: Wandel gelingt, wenn man ihn gemeinsam gestaltet. Soziale Verantwortung und Quartiersarbeit sind keine abstrakten Begriffe, sondern sichtbarer Ausdruck engagierten Handelns – getragen von den Menschen und Institutionen vor Ort“, sagt Axel Gedaschko, Präsident des GdW.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Überblick über die Preisträger:</h2>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="768" src="https://wohnungswirtschaft-heute.de/wp-content/uploads/2025/05/ZusammenWachsen_2-1024x768.jpg" alt="" class="wp-image-55717" srcset="https://wohnungswirtschaft-heute.de/wp-content/uploads/2025/05/ZusammenWachsen_2-1024x768.jpg 1024w, https://wohnungswirtschaft-heute.de/wp-content/uploads/2025/05/ZusammenWachsen_2-300x225.jpg 300w, https://wohnungswirtschaft-heute.de/wp-content/uploads/2025/05/ZusammenWachsen_2-768x576.jpg 768w, https://wohnungswirtschaft-heute.de/wp-content/uploads/2025/05/ZusammenWachsen_2-1536x1152.jpg 1536w, https://wohnungswirtschaft-heute.de/wp-content/uploads/2025/05/ZusammenWachsen_2-2048x1536.jpg 2048w, https://wohnungswirtschaft-heute.de/wp-content/uploads/2025/05/ZusammenWachsen_2-150x113.jpg 150w, https://wohnungswirtschaft-heute.de/wp-content/uploads/2025/05/ZusammenWachsen_2-600x450.jpg 600w, https://wohnungswirtschaft-heute.de/wp-content/uploads/2025/05/ZusammenWachsen_2-696x522.jpg 696w, https://wohnungswirtschaft-heute.de/wp-content/uploads/2025/05/ZusammenWachsen_2-1392x1044.jpg 1392w, https://wohnungswirtschaft-heute.de/wp-content/uploads/2025/05/ZusammenWachsen_2-1068x801.jpg 1068w, https://wohnungswirtschaft-heute.de/wp-content/uploads/2025/05/ZusammenWachsen_2-1920x1440.jpg 1920w, https://wohnungswirtschaft-heute.de/wp-content/uploads/2025/05/ZusammenWachsen_2-265x198.jpg 265w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure>



<p>ZusammenWachsen / Bürgerpark Kopernikus – Rudolstadt</p>



<p><strong>RUWO Rudolstädter Wohnungsverwaltungs- und Baugesellschaft mbH</strong></p>



<p>Mit der Initiative „ZusammenWachsen“ wurde eine ehemals brachliegende Abrissfläche im Stadtteil Kopernikus in einen lebendigen Bürgerpark umgewandelt. Das Projekt verfolgt das Ziel, die Bewohner für ihr Wohnumfeld zu sensibilisieren und aktiv in dessen Gestaltung einzubeziehen. </p>



<p>Der Park dient heute als generationsübergreifender Treffpunkt, fördert Begegnungen und schafft ein neues Gemeinschaftsgefühl im Quartier. Besonders hervorzuheben ist die breite Beteiligung der Bürger bei Pflege, Organisation und Nutzung der Freifläche.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="768" src="https://wohnungswirtschaft-heute.de/wp-content/uploads/2025/05/Duesseldorf_21-1024x768.jpg" alt="" class="wp-image-55718" srcset="https://wohnungswirtschaft-heute.de/wp-content/uploads/2025/05/Duesseldorf_21-1024x768.jpg 1024w, https://wohnungswirtschaft-heute.de/wp-content/uploads/2025/05/Duesseldorf_21-300x225.jpg 300w, https://wohnungswirtschaft-heute.de/wp-content/uploads/2025/05/Duesseldorf_21-768x576.jpg 768w, https://wohnungswirtschaft-heute.de/wp-content/uploads/2025/05/Duesseldorf_21-1536x1152.jpg 1536w, https://wohnungswirtschaft-heute.de/wp-content/uploads/2025/05/Duesseldorf_21-2048x1536.jpg 2048w, https://wohnungswirtschaft-heute.de/wp-content/uploads/2025/05/Duesseldorf_21-150x113.jpg 150w, https://wohnungswirtschaft-heute.de/wp-content/uploads/2025/05/Duesseldorf_21-600x450.jpg 600w, https://wohnungswirtschaft-heute.de/wp-content/uploads/2025/05/Duesseldorf_21-696x522.jpg 696w, https://wohnungswirtschaft-heute.de/wp-content/uploads/2025/05/Duesseldorf_21-1392x1044.jpg 1392w, https://wohnungswirtschaft-heute.de/wp-content/uploads/2025/05/Duesseldorf_21-1068x801.jpg 1068w, https://wohnungswirtschaft-heute.de/wp-content/uploads/2025/05/Duesseldorf_21-1920x1440.jpg 1920w, https://wohnungswirtschaft-heute.de/wp-content/uploads/2025/05/Duesseldorf_21-265x198.jpg 265w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure>



<p>Kooperation Wohnungswirtschaft Wersten Südost – Düsseldorf</p>



<p><strong>Rheinwohnungsbau GmbH • Sahle Wohnen • Städtische Wohnungsgesellschaft Düsseldorf u. a.</strong></p>



<p>Im Düsseldorfer Stadtteil Wersten-Südost entstand nach Auslaufen des Städtebauförderprogramms „Soziale Stadt“ eine langfristige Kooperation mehrerer Wohnungsunternehmen. In einem gemeinsamen Vertrag verpflichteten sich die Akteure, die begonnene Quartiersarbeit mit eigenen Mitteln fortzuführen. </p>



<p>Ziel ist es, die Lebensqualität der Bewohner zu erhalten und weiterzuentwickeln. Durch gezielte Maßnahmen, Beteiligungsprozesse und ein professionelles Quartiersmanagement wird das Gebiet kontinuierlich stabilisiert.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="768" src="https://wohnungswirtschaft-heute.de/wp-content/uploads/2025/05/Viehweide_2-1024x768.jpg" alt="" class="wp-image-55719" srcset="https://wohnungswirtschaft-heute.de/wp-content/uploads/2025/05/Viehweide_2-1024x768.jpg 1024w, https://wohnungswirtschaft-heute.de/wp-content/uploads/2025/05/Viehweide_2-300x225.jpg 300w, https://wohnungswirtschaft-heute.de/wp-content/uploads/2025/05/Viehweide_2-768x576.jpg 768w, https://wohnungswirtschaft-heute.de/wp-content/uploads/2025/05/Viehweide_2-1536x1152.jpg 1536w, https://wohnungswirtschaft-heute.de/wp-content/uploads/2025/05/Viehweide_2-2048x1536.jpg 2048w, https://wohnungswirtschaft-heute.de/wp-content/uploads/2025/05/Viehweide_2-150x113.jpg 150w, https://wohnungswirtschaft-heute.de/wp-content/uploads/2025/05/Viehweide_2-600x450.jpg 600w, https://wohnungswirtschaft-heute.de/wp-content/uploads/2025/05/Viehweide_2-696x522.jpg 696w, https://wohnungswirtschaft-heute.de/wp-content/uploads/2025/05/Viehweide_2-1392x1044.jpg 1392w, https://wohnungswirtschaft-heute.de/wp-content/uploads/2025/05/Viehweide_2-1068x801.jpg 1068w, https://wohnungswirtschaft-heute.de/wp-content/uploads/2025/05/Viehweide_2-1920x1440.jpg 1920w, https://wohnungswirtschaft-heute.de/wp-content/uploads/2025/05/Viehweide_2-265x198.jpg 265w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure>



<p>Quartiersarbeit Viehweide – Sindelfingen</p>



<p><strong>Stadtjugendring Sindelfingen e. V. • Wohnstätten Sindelfingen GmbH • Stadt Sindelfingen</strong></p>



<p>Im Stadtteil Viehweide – einem Gebiet mit hoher Verdichtung und vielfältigen sozialen Herausforderungen – wurde bereits 2007 eine eigene Quartiersarbeit etabliert. Ziel war es, die Integration verschiedener Kulturen zu fördern, den sozialen Zusammenhalt zu stärken und den Bewohnern das Gefühl zu geben, Teil einer lebendigen Gemeinschaft zu sein.</p>



<p>Mit viel Engagement, Eigeninitiative und einer Reihe erfolgreicher Projekte – darunter eine regelmäßig erscheinende Stadtteilzeitung und eine selbst betriebene Website – hat sich die Quartiersarbeit zu einer festen Institution entwickelt.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="576" src="https://wohnungswirtschaft-heute.de/wp-content/uploads/2025/05/SafeHub-1024x576.jpg" alt="" class="wp-image-55721" srcset="https://wohnungswirtschaft-heute.de/wp-content/uploads/2025/05/SafeHub-1024x576.jpg 1024w, https://wohnungswirtschaft-heute.de/wp-content/uploads/2025/05/SafeHub-300x169.jpg 300w, https://wohnungswirtschaft-heute.de/wp-content/uploads/2025/05/SafeHub-768x432.jpg 768w, https://wohnungswirtschaft-heute.de/wp-content/uploads/2025/05/SafeHub-1536x864.jpg 1536w, https://wohnungswirtschaft-heute.de/wp-content/uploads/2025/05/SafeHub-2048x1152.jpg 2048w, https://wohnungswirtschaft-heute.de/wp-content/uploads/2025/05/SafeHub-150x84.jpg 150w, https://wohnungswirtschaft-heute.de/wp-content/uploads/2025/05/SafeHub-600x338.jpg 600w, https://wohnungswirtschaft-heute.de/wp-content/uploads/2025/05/SafeHub-696x392.jpg 696w, https://wohnungswirtschaft-heute.de/wp-content/uploads/2025/05/SafeHub-1392x783.jpg 1392w, https://wohnungswirtschaft-heute.de/wp-content/uploads/2025/05/SafeHub-1068x601.jpg 1068w, https://wohnungswirtschaft-heute.de/wp-content/uploads/2025/05/SafeHub-1920x1080.jpg 1920w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure>



<p>Safe-Hub Berlin – Wedding</p>



<p><strong>AMANDLA gemeinnützige GmbH</strong></p>



<p>Der Safe-Hub im Berliner Stadtteil Wedding ist ein Bildungs- und Sportzentrum für Kinder und Jugendliche in herausfordernden Lebenslagen. Sport wird hier gezielt mit pädagogischen und sozialen Angeboten kombiniert, um Werte wie Teamgeist, Respekt und Verantwortung zu vermitteln. </p>



<p>Ziel ist es, jungen Menschen neue Perspektiven zu eröffnen und sie in ihrer persönlichen Entwicklung zu stärken. Das Projekt beeindruckt durch seinen umfassenden Empowerment-Ansatz und die Verbindung von Stadtentwicklung, Bildung und Teilhabe.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="768" src="https://wohnungswirtschaft-heute.de/wp-content/uploads/2025/05/Hofgeismar_2-1024x768.jpg" alt="" class="wp-image-55722" srcset="https://wohnungswirtschaft-heute.de/wp-content/uploads/2025/05/Hofgeismar_2-1024x768.jpg 1024w, https://wohnungswirtschaft-heute.de/wp-content/uploads/2025/05/Hofgeismar_2-300x225.jpg 300w, https://wohnungswirtschaft-heute.de/wp-content/uploads/2025/05/Hofgeismar_2-768x576.jpg 768w, https://wohnungswirtschaft-heute.de/wp-content/uploads/2025/05/Hofgeismar_2-1536x1152.jpg 1536w, https://wohnungswirtschaft-heute.de/wp-content/uploads/2025/05/Hofgeismar_2-2048x1536.jpg 2048w, https://wohnungswirtschaft-heute.de/wp-content/uploads/2025/05/Hofgeismar_2-150x113.jpg 150w, https://wohnungswirtschaft-heute.de/wp-content/uploads/2025/05/Hofgeismar_2-600x450.jpg 600w, https://wohnungswirtschaft-heute.de/wp-content/uploads/2025/05/Hofgeismar_2-696x522.jpg 696w, https://wohnungswirtschaft-heute.de/wp-content/uploads/2025/05/Hofgeismar_2-1392x1044.jpg 1392w, https://wohnungswirtschaft-heute.de/wp-content/uploads/2025/05/Hofgeismar_2-1068x801.jpg 1068w, https://wohnungswirtschaft-heute.de/wp-content/uploads/2025/05/Hofgeismar_2-1920x1440.jpg 1920w, https://wohnungswirtschaft-heute.de/wp-content/uploads/2025/05/Hofgeismar_2-265x198.jpg 265w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure>



<h6 class="wp-block-heading">Quartier am Markt – Hofgeismar</h6>



<p><strong>Selbstbestimmt Leben Gemeinsam Wohnen e.V.</strong></p>



<p>Direkt im Herzen der Stadt gelegen, bietet das Quartier am Markt in Hofgeismar einen Ort für offenen Austausch, Nachbarschaftshilfe und freiwilliges Engagement. Die zentrale Anlaufstelle verbindet generationsübergreifende Aktivitäten mit niedrigschwelligen Angeboten, die auf die Bedürfnisse der Bewohner abgestimmt sind. Das Projekt steht exemplarisch für den Aufbau sozialer Netzwerke in ländlich geprägten Regionen und zeigt, wie Begegnungsorte zur Belebung von Innenstädten beitragen können.</p>



<p>Andreas Schichel</p>



<hr class="wp-block-separator has-alpha-channel-opacity"/>



<p>Die Dokumentation „Preis Soziale Stadt 2025“ finden Sie <a href="https://wohnungswirtschaft-heute.de/wp-content/uploads/2025/05/pss_2025_dokumentation_v3_2025-04-24_final.pdf">hier</a>.</p>



<p>Im Rahmen der Preisverleihung zum „Preis Soziale Stadt“ wurde außerdem die <a href="https://wohnungswirtschaft-heute.de/wp-content/uploads/2025/05/ueberforderte-quartiere-gdw-inwis-20250430_final.pdf">Studie „Überforderte Quartiere – Engagement – Auswege – Lösungen“</a> vorgestellt, die das InWIS Institut für Wohnungswesen, Immobilienwirtschaft, Stadt- und Regionalentwicklung im Auftrag des GdW erstellt hat. </p>
<p>Der Beitrag <a href="https://wohnungswirtschaft-heute.de/25-jahre-preis-soziale-stadt-engagement-fuer-den-zusammenhalt-in-den-quartieren-gewuerdigt/">25 Jahre Preis Soziale Stadt: Engagement für den Zusammenhalt in den Quartieren gewürdigt</a> erschien zuerst auf <a href="https://wohnungswirtschaft-heute.de">Wohnungswirtschaft</a>.</p>
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